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Gronau (bei Ahaus)/ NRW: Stell Dir vor, Urantransporte rollen, und niemand geht hin ....

Stell Dir vor, Urantransporte rollen, und niemand geht hin ....

Von : anonym zugesandt

Ort : Gronau (bei Ahaus)/ NRW

Datum: 24.11.2001

Liebe Leute,

wie Ihr sicher alle wißt, findet am Wochenende (23. - 25.11.) in Leipzig die Herbstkonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen statt. Für alle die hinfahren / nicht hinfahren können, hier ein paar Infos über die UAA Gronau, die im nächsten Jahr verstärkt in das Rampenlicht der Anti-Atomkraft-Bewegung treten sollte.

Bitte verbreitet die Informationen möglichst weit, je nach Euren Möglichkeiten (Mail, Ausdrucke, Abdruck in Zeitungen etc.).

Castortransporte in Gronau stoppen! - Neue Runde im UAA-Genehmigungsverfahren

Während sich ein Großteil der Anti-Atomkraft-Bewegung um Castortransporte kümmert, bereitet das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium weitgehend unbeachtet die sogenannte "Öffentlichkeitsbeteiligung" zum beantragten Ausbau der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (bei Ahaus) vor. Ein Anruf des Verfassers dieser Zeilen im Ministerium am 31.10.2001 hat ergeben, daß die Auslegung der Pläne (Kapazitätserweiterung der UAA von genehmigten 1800 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr auf 4500t UTA/a und Bau eines Hallen-Lagers für Uranoxid neben der UAA) Anfang 2002 erfolgen soll. Voraussichtlich Ende 2002 soll die Erörterung der (hoffentlich zahlreichen) Einsprüche stattfinden. Darüber hinaus läuft (ohne Öffentlichkeitsbeteiligung) auch ein Genehmigungsverfahren bezüglich einer Transportbereitstellungshalle (Uranhexafluoridtransporte); der entsprechende Antrag wurde Mitte 2001 gestellt.

Die Urenco Deutschland, die die Gronauer UAA betreibt, hatte bereits vor drei Jahren (kurz vor der Bundestagswahl) den Bau des Uranoxidlagers und eine Kapazitätserhöhung (damals zunächst auf 4000t UTA/a, zwischenzeitlich auf 4500t UTA/a) beantragt. Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, die Standort-BürgerInneninitiative vor Ort, hatte wiederholt in der aaa, in bundesweiten Rundbriefen usw. auf die Ausbaupläne hingewiesen; auch haben einige Aktivitäten u.a. der Urankampagne und des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen mit dazu beigetragen, daß der Bekanntheitsgrad der UAA-Ausbaupläne etwas gestiegen ist.

Die bundesweite Anti-Atomkraft-Bewegung hatte insgesamt drei Jahre Zeit, sich auf die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens vorzubereiten. Der Stand der Dinge ist allerdings eher unterschiedlich zu bewerten. Vor Ort in Gronau ist erfahrungsgemäß davon auszugehen, daß die AktivistInnen des AKU Gronau sich massiv in das Genehmigungsverfahren einbringen werden, Details werden rechtzeitig veröffentlicht. Wie stark die konkrete Unterstützung der regionalen und überregionalen Bewegung sein wird (Durcharbeitung der Pläne, Verfassen von Einzeleinsprüchen, Sammeln von Sammeleinsprüchen, Öffentlichkeitsarbeit, Stärkung des politischen Drucks auf Düsseldorf, Finanzierungshilfen für Sachbeistände ...), wird sich zeigen.

Natürlich darf man nicht glauben, daß der Ausbau der UAA und das Uranoxidlager alleine durch das Sammeln möglichst vieler Einsprüche und/oder durch die Teilnahme am Erörterungstermin gestoppt werden könnten. Erfahrungsgemäß kann die Teilnahme an derartigen Genehmigungsverfahren jedoch viel Sand ins Getriebe der Atomlobby streuen, z.B. durch einen errungenen Abbruch eines Erörterungstermins. Und: Politisch ist es ein beachtlicher Unterschied, ob 1000, 10.000 oder 100.000 Einsprüche zusammen kommen. Gegen den Bau der 1000t-Anlage wurden in den 70er Jahren rund 7000 Einsprüche gesammelt (davon kam etwa die Hälfte aus den Niederlanden), 1996 kamen gegen die Erweiterung auf 1800t rund 8000 Einsprüche zusammen. Eine Steigerung ist möglich und wünschenswert. Wenn die Massen schon nicht nach Gronau strömen, dann kann dennoch mit vielen Einsprüchen dokumentiert werden, daß die UAA unerwünscht ist. Letztlich sollte allen AtomkraftgegnerInnen bewußt werden, daß in Gronau der Brennstoff für AKWs produziert wird, der nach dem Abbrand in den Reaktoren in Castor-Behältern landet, die uns dann auch wieder das Leben schwer machen. Jede Tonne Uran, die in Gronau nicht angereichert wird, verringert das Atommüllproblem. Und: Widerstand gegen Urananreicherung ist praktische Solidarität mit dem Widerstand gegen Uranabbau.

Wer sich vorstellen kann, im nächsten Jahr kleine oder größere Aufgaben hinsichtlich der Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren zu übernehmen, sollte sich bereits jetzt mal melden. Hilfreich sind NaturwissenschaftlerInnen, die bei der Formulierung von Einsprüchen helfen können, Initiativen, die an Büchertischen Unterschriftenlisten mit Sammeleinsprüchen auslegen können, Gruppen, die phantasievolle Ideen für pressewirksame Aktionen z.B. im Vorfeld des Erörterungstermines haben, Verbände, die Geld für Sachbeistände haben usw....

Nähere Informationen über die UAA und über die Genehmigungsverfahren, aber auch über die ständigen Urantransporte von und nach Gronau (übrigens, das Privatgleis von der UAA zum öffentlichen Schienennetz zwischen Gronau und Münster ist fertig), gibt es beim Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V. c/o Siedlerweg 7 48599 Gronau Tel. 02562/23125 http://www.aku-gronau.de.

24.11.2001

aktuell@nadir.org

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