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Noam Chomsky: September 11 und die Folgen: Wohin steuert die Welt? Teil 1
September 11 und die Folgen: Wohin steuert die Welt? Teil 1 (Vortrag)

Noam Chomsky

Vortrag an der Musikakademie Chennai (Madras), Indien 10 November, 2001

Praesentiert vom Frontline Magazine und der Media Development Foundation mit der Unterstuetzung 22 repraesentativer Organisationen

(Als er seine Position am Rednerpult des ueberfuellten Auditoriums einnimmt, wird Noam Chomsky auf traditionelle suedindische Art, unter Applaus mit einem Ponnadai [indischer Schal aus Brokat] begruesst.)

Noam Chomsky: Oh, was muss man anstellen damit es oben bleibt? [Man sagt ihm er koennte es abnehmen wenn er moechte] Er wird in der naechsten Minute sowieso herunterfallen, da kann ich es genauso gut abnehmen [Publikum lacht]. Danke.

Vor einigen Jahren veroeffentlichte eine der grossen Gestalten der modernen Biologie, Ernst Mayr von [der Uni] Havard, einige Gedanken ueber die Suche nach ausserirdischem Leben. Er kam zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit Erfolg zu haben gleich Null sei. Seine Argumentation drehte sich um den adaptiven Wert dessen, was wir als hoehere Intelligenz bezeichnen, das heisst, die spezielle menschliche Form der intellektuellen Organisation. Mayr schaetzt die Anzahl der Arten seit dem Ursprung des Lebens auf etwa 50 Milliarden, von denen, wie er schreibt, nur eine einzige die Art von Intelligenz entwickelte, die noetig ist um eine Zivilisation zu errichten. Das hat sie erst vor kurzem getan, vielleicht vor 100.000 Jahren, in einer kleinen Zuchtgruppe, deren Nachkommen wir alle sind. Und er spekuliert, dass diese Art der intellektuellen Organisation von der natuerlichen Auslese vielleicht nicht bevorzugt wird, und weist darauf hin, dass das Leben auf der Erde die Behauptung, es sei "besser schlau zu sein als dumm", widerlegt, zumindest dem biologischen Erfolg nach zu urteilen, der bei Kaefer und Bakterien gross ist, aber nicht so gut je hoeher der Grad der kognitiven Organisation liegt. Und er macht die eher duestere Bemerkung, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer Spezies bei etwa 100.000 Jahren liegt.

Wir treten in eine Periode des menschlichen Lebens ein, die auf die Frage ob es besser ist schlau zu sein als dumm, eine Antwort liefern koennte. Die hoffnungsvollste Aussicht ist, dass diese Frage unbeantwortet bleibt. Sollte sie eine definitive Antwort erhalten, kann diese nur lauten, dass die Menschen eine Art biologischer Fehler gewesen sind, die ihre gesamten 100.000 Jahre dazu verwendet haben, sich selbst, und leichzeitig auch viel anderes, zu zerstoeren. Die Spezies hat sicherlich die Faehigkeit entwickelt genau das zu tun, und ein ausserirdischer Beobachter, sollte es einen solchen geben, koennte den Schluss ziehen, dass sie diese Faehigkeit durch ihre gesamte Geschichte hindurch demonstriert habt - und besonders dramatisch in den letzten Jahrhunderten - durch einen Angriff gegen die lebenserhaltende Umwelt, die Diversitaet der komplexesten Organismen, und mit kalter und berechnender Grausamkeit auch gegeneinander.

Der 11 September und die Folgen sprechen dafuer. Die schockierenden Greueltaten vom 11. September, gelten weithin als historisches Ereignis, und ich denke dies ist eindeutig der Fall. Aber wir sollten sorgfaeltig ueberlegen weshalb genau dies der Fall ist. Diese Verbrechen haben vielleicht die hoechste Anzahl sofortiger Todesopfer ausserhalb eines Krieges der ganzen Geschichte gefordert. Aber das Wort "sofort" sollte nicht uebersehen werden. Es ist bedauerlich, aber wahr, dass dieses Verbrechen in den Annalen der kriegsnahen Gewalt alles andere als ungewoehnlich ist. Die Folgen des 11. Septembers sind nur eine der zahllosen Illustrationen dafuer.

Obwohl die Ausmasse der Katastrophe die in Afghanistan bereits stattgefunden hat, nur erraten werden koennen, und wir ueber das, was noch folgen mag, nur spekulieren koennen, kennen wir die Projektionen, die den politischen Entscheidungen zugrunde liegen. Und daraus koennen wir einige Einblicke in die Frage darueber gewinnen wohin die Welt hinsteuert. Die Antwort lautet leider, dass sie auf Pfade zusteuert die wohlbewandert sind, obwohl es sicher einige Veraenderungen gibt. Die Verbrechen des 11. Septembers sind in der Tat ein historischer Wendepunkt, aber nicht aufgrund ihrer Ausmasse, sondern wegen der Wahl der Ziele.

Fuer die Vereinigten Staaten ist dies der erste Angriff - oder auch nur die Drohung dessen - auf das nationale Territorium, seitdem Washington 1814 von den Briten niedergebrannt worden ist. Und ich muss nicht wiederholen, was sich in diesen zwei Jahrhunderten ereignet hat. Die Anzahl der Opfer ist riesig. Nun haben sich die Gewehre zum ersten Mal in die entgegengesetzte Richtung gedreht, und das ist eine dramatische Aenderung.

Das gleiche, oder noch viel dramatischer, gilt auch fuer Europa. Europa hat unter moerderische Zerstoerungen gelitten, aber dabei waren es Europaeer die sich gegenseitig abschlachteten. Waehrenddessen eroberten die Europaeer einen grossen Teil der Welt - auf nicht sehr hoefliche Art und Weise. Von seltenen und begrenzten Ausnahmen abgesehen, sind sie von ihren auslaendischen Opfern nie angegriffen worden, also ist es nicht verwunderlich wenn Europa von den terroristischen Verbrechen des 11. September vollkommen schockiert ist. Und waehrend der 11. September tatsaechlich eine dramatische Aenderung im Gang der Welt darstellt, bieten die Folgen ueberhaupt keine Aenderung, und verlaufen daher ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen.

All dies provoziert Fragen, die sorgfaeltig erwaegt werden sollten - wenn wir weitere Tragoedien zu vermeiden hoffen. Und nicht weit dahinter versteckt lauert die Frage, die ich bereits erwaehnt habe. Steht die menschliche Rasse kurz davor zu beweisen, dass hoehere Intelligenz nichts anderes ist als ein grotesker biologischer Fehler?

Einige dieser Fragen drehen sich um die neuesten Ereignisse, einige um weitreichendere und fundamentale Aspekte. Unter den Fragen, die sich einem aufdraengen sind folgende. Erstes und am kritisch wichtigsten, was passiert gerade, vor unseren Augen? Zweitens, etwas allgemeiner, was ist der "Neue Krieg gegen den Terrorismus"? Drittens, welche Tendenzen gibt es, die bereits ihren Lauf genommen haben?

Es gibt mehrere, die ich zumindest erwaehnen moechte. Eine davon ist die rasche Zunahme der Massenvernichtungsmittel. Eine zweite ist die Bedrohung der Umwelt, die das menschliche Leben ermoeglicht. Und die dritte ist die Umgestaltung der internationalen Gesellschaft durch die weltdominierenden Machtzentren, staatliche und private, die irrefuehrend als "Globalisierung" bezeichnet wird. Und ich denke, bei alldem sollten wir uns sehr ernsthaft fragen, inwieweit ominoese, nur allzuleicht bemerkbare Tendenzen, Entscheidungen reflektieren die innerhalb insitutioneller und ideologischer Strukturen, natuerlich und sogar vernuenftig erscheinen. Das Ausmass in dem sie es tun, ist die groesste Gefahr von allen.

Beginnen wir, zumindest fluechtig, mit der ersten und dringendsten Frage: Was passiert gerade vor unseren Augen, und was koennen wir daraus darueber lernen, wo die Welt unter der Fuehrung ihrer staerksten Macht hinsteuert?

Sogar vor dem 11. September war das Ueberleben eines grossen Teils der Bevoelkerung Afghanistans von internationale Nahrungslieferungen abhaengig. Neue Schaetzungen der Vereinten Nationen und anderer informierten Quellen werden nicht ernsthaft bezweifelt. Die Schaetzungen besagen, dass die Anzahl gefaehrdeter Menschenleben seit dem 11. September, als direkte Folge der Bombardierungsgefahr und des Angriffes selbst, um ca. 2.5 Millionen, d.h. um 50%, auf etwa 7.5 Millionen gestiegen ist. Bitten die Bombardierung zu stoppen um die Lieferung verzweifelt benoetigter Nahrungsmittel zu erlauben, wurden praktisch kommentarlos ausgeschlagen. Diese kamen von hohen UN-Beamten, Hilfsorganisationen, u.a.

Die UN-Organisation fuer Ernaehrung und Landwirtschaft (FAO) warnte bereits vor der Bombardierung, dass mehr als sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sein wuerden, sollten militaerische Aktionen initiiert werden. Nach Beginn der Bombenkampagne gab sie bekannt, dass die Gefahr einer humanitaeren Katastrophe auf kurze Sicht sehr ernst war, und dass die Bombardierung darueberhinaus die Aussaat von etwa 80% der Getreidevorraete des Landes verhindert hat, so dass die Auswirkungen im naechsten Jahr sogar noch schwerwiegender sein werden.

Welche Auswirkungen dies haben wird, werden wir nie wissen. Verhungern toetet Menschen nicht sofort. Die Leute essen Wurzeln und Blaetter, sie schleppen sich eine Zeitlang hin. Ein Effekt des Hungers koennte der Tod von Kinder sein, die ein, zwei Jahre spaeter von unterernaehrten Muettern geboren werden, und andere Konsequenzen. Ausserdem wird niemand hinsehen, denn der Westen ist an solchen Dingen nicht interessiert, und andere haben nicht die noetigen Resourcen. Dafuer gibt es genug Beispiele. In 1998 bombardierte Clinton zum Beispiel den Sudan, zerstoerte die Haelfte seiner pharmazeutischen Vorraete und die Fabrik, die diese produzierte. Die Folgen sind unbekannt. Die wenigen Versuche zur Bestimmung der dadurch geforderten Anzahl von Todesopfern - durch die Deutsche Botschaft im Sudan und einige wenige unabhaengige Forscher die hingesehen haben - wurden in Gegenden durchgefuehrt die von Zehntausenden Einwohnern bewohnt wurden. Niemand pruefte wirklich sorgfaeltig nach, weil es niemanden interessiert! Es ist nicht wichtig, es ist ueblich, es ist normal, dass ein paar Bomben in einem armen afrikanischen Land Zehntausende Leichen hinterlassen.

Etwas Vergleichbares, obwohl wahrscheinlich in einem wesentlich groesseren Massstab, entfaltet sich im Augenblick vor unsere Augen. Wir kennen die Konsequenzen nicht, und werden sie wahrscheinlich auch niemals im Detail erfahren. Was wir aber wissen ist, dass dies die Aussichten sind, auf die sich die westliche Zivilisation beim Ausarbeiten ihrer Plaene verlaesst. Und nur jene, die ueber die moderne Geschichte gaenzlich uninformiert sind, werden vom Lauf der Ereignisse, oder den von den gebildeten Klassen bereitgestellten Rechtfertigungen ueberrascht sein. Das sind wichtige Themen, die ich aufgrund des Zeitdrucks nur widerstrebend beiseite lege.

Ich wuerde sagen, dass die Mischung aus sadistischer Grausamkeit und starraeugiger Selbstverehrung.... nur, um ein Beispiel zu nennen - ziemlich genau von der amerikanischen Presse vor etwa einem Jahrhundert erfasst worden ist, waehrend der noblen Kampagne die Philippinen "emporzuheben und zu christianisieren", wie der Praesident das beschrieb. Und es gelang den U.S. innerhalb der naechsten Jahren etwa eine halbe Million Filipinos emporzuheben, indem sie sie abschlachteten, zusammen mit entsetzlichen Kriegsverbrechen, veruebt von altgedienten Indianer-Killern, die, wie sie es ausdrueckten, die 'Nigger' toeteten. Das loeste daheim endlich etwas Unruhe aus, und die Presse erklaerte, dass es Geduld brauchte um das Boese zu besiegen, dass es ein langer Krieg werden wuerde, und dass wir "die Eingeborenen weiterhin nach englischer Art abschlachten muessen, [bis] die missgeleiteten Kreaturen" die sich uns widersetzen endlich "unsere Waffen respektieren", und spaeter begreifen werden, dass wir ihnen nichts anderes als "Freiheit und Glueck" wuenschen. Wie in Afghanistan heute, und an vielen anderen Orten, seit Hunderten von Jahren.

Nun, das ist viel zu kurz, aber lassen Sie mich dieses entsetzliche Thema beiseite legen und mich der zweiten Frage zuwenden. Was ist der "neue Krieg gegen den Terrorismus"? Das Ziel der zivilisierten Welt wurde an hohen Stellen sehr klar verkuendet. Wir muessen "die boese Geissel des Terrorismus ausradieren", eine Plage, die von "verdorbenen Widersachern der Zivilisation selbst" verbreitet wird, um "zu einem Barbarentum des modernen Zeitalters zurueckzukehren," und so weiter. Fraglos ein nobles Unterfangen!

Um das Unterfangen in die richtige Perspektive zu setzen, sollten wir erkennen, dass der Kreuzzug nichts Neues ist, ganz gleich was man sagt. Tatsaechlich stammen die gerade zitierten Saetze von Praesident Ronald Reagan und seinem Innenminister George Schultz, vor 20 Jahren. Damals kamen sie ins Amt - Reagan und kurz danach Schultz - mit der Ankuendigung, der Kampf gegen den internationalen Terrorismus wuerde der Kern der U.S.-Aussenpolitik sein. Und sie antworteten auf die Plage, indem sie Kampagnen von internationalem Terrorismus, von nie zuvor erreichten Ausmassen und Gewalttaetigkeit organisierten, die sogar zu einer Verurteilung der Vereinigten Staaten durch den Weltgerichtshof fuehrte, wegen dem, was das Gericht als "ungesetzlichen Gewalteinsatz" bezeichnete, also internationaler Terrorismus. Dem folgte eine Resolution des UN Sicherheitsrates, die alle Staaten dazu aufrief das internationale Gesetz zu achten, gegen die die Vereinigten Staaten ein Veto einlegten. Sie legten auch als einziger, gemeinsam mit einem oder zwei Klientenstaaten, ein Veto gegen nachfolgende aehnliche Resolutionen der UN- Generalversammlung ein.

Also wird der "Neue Krieg gegen den Terrorismus" im Grunde von dem einzigen Staat der Welt gefuehrt, der von dem Internationalen Gerichtshof wegen internationalem Terrorismus verurteilt worden ist, und der ein Veto gegen eine Resolution eingelegt hat, die Staaten dazu aufruft das internationale Recht zu achten, was ja vielleicht angemessen ist.

Die Anordnung des Weltgerichtshofes das Verbrechen des internationalen Terrorismus einzustellen, und betraechtliche Reparationszahlungen zu leisten, wurden kurzerhand verachtungsvoll abgewiesen. Die New York Times informierte die Oeffentlichkeit darueber, dass der Gerichtshof ein "feindliches Forum" sei, und wir ihm daher keine Aufmerksamkeit schuldeten. Washington reagierte umgehend auf die Anordnung des Gerichtshofes, indem es den wirtschaftlichen und terroristischen Krieg eskalierte. Es gab auch offizielle Befehle an die Soeldnerarmee, von Honduras aus "weiche Ziele" anzugreifen - das sind die offiziellen Befehle: "weiche Ziele" anzugreifen, ungeschuetzte zivile Ziele wie Krankenhaeuser, landwirtschaftliche Kooperativen und so weiter - und den Kampf zu meiden, was die Armee auch tun konnte, dank der vollstaendigen U.S.-Kontrolle ueber den Luftraum, und der fortschrittlichen Kommunikationsausruestung, die den terroristischen Streitkraeften, bei ihrem Angriff von auslaendischen Basen aus, zur Verfuegung gestellt worden war.

Diese Befehle verursachten ein wenig Diskussion. Nicht viel, und sie wurden als legitim angesehen, aber nur mit Qualifikationen. Nur wenn pragmatische Kriterien erfuellt waeren. So argumentierte ein prominenter Kommentator, Michael Kinsley, der in der Mainstream Diskussion als der Sprecher fuer die Linke angesehen wird (zu jener Zeit schrieb er zufaellig gerade fuer das Wall Street Journal), wir sollten die Rechtfertigungen des State Departments fuer terroristische Angriffe auf "weiche Ziele" nicht einfach zurueckweisen. Eine "vernuenftige Politik", so schrieb er, muesse "den Test der Kosten-Gewinne Analyse bestehen". Das heisst, eine Analyse ueber "die Menge an Blut und Elend das hineinfliessen wird, und die Wahrscheinlichkeit, dass am anderen Ende Demokratie entsteht."

"Demokratie" bedeutet, was die westlichen Eliten entscheiden als Demokratie zu definieren. Und diese Interpretation wurde zu jener Zeit in der Region ziemlich eindeutig illustriert. Es wird als selbstverstaendlich betrachtet, dass westliche Eliten das Recht haben die Analyse durchzufuehren und das Projekt zu verfolgen, wenn es ihre Tests besteht.

Und ihre Teste hat es bestanden. Als Nicaragua, das Ziel, endlich dem Angriff der Supermacht erlag, lobten Kommentatoren des ganzen Spektrums respektabler Meinungen, den Erfolg der eingesetzten Methoden um "die Wirtschaft zu ruinieren und einen langen und toedlichen Fernkrieg zu fuehren, bis die erschoepften Einheimischen die ungeliebte Regierung selbst stuerzen," mit Kosten die fuer uns "minimal" sind, und die Opfer mit "zerstoerte Bruecken, sabotierte Elektrizitaetswerke und ruinierte Farmen" zuruecklaesst - und Zehntausende Leichen die nicht erwaehnt werden - und dem U.S.-Kandidaten somit ein "siegreiches Wahlversprechen" zur Verfuegung stellt: den "Elend der Menschen von Nicaragua" zu beenden. Das stammt zurfaellig aus dem Time Magazin, aber es war ziemlich charakteristisch. Wir sind "In Freude vereint ueber diesen Ausgang", verkuendete die New York Times, stolz ueber den "Sieg des U.S. Fair Plays", wie die Schlagzeile der Times lautete.

Nun sind wir wieder "in Freude vereint", vor wenigen Tagen erst, am 6.November, als der U.S.-Kandidat die Wahlen in Nicaragua gewann, nach sehr strengen Warnungen aus Washington ueber die Konsequenzen, sollten die Menschen in Nicaragua ihre Pflichten nicht verstehen. Die Washington Post, die andere nationale Tageszeitung, erklaerte jubelnd den Sieg: Der U.S.-Kandidat "konzentrierte einen grossen Teil seiner Kampagne darauf, die Menschen an die wirtschaftlichen und militaerischen Probleme der sandinistischen Aera zu erinnern", der U.S.-terroristische Krieg und die wirtschaftliche Erstickung, die das Land zerstoerte.

Waehrenddessen blickt uns ein luesterner George Bush von den Fernsehschirmen an, und belehrt uns, dass das "einzige universelle Gesetz" besagt, dass alle Varianten des Terrors und des Mordes "boese" sind. Es sei denn, natuerlich, wir sind die Taeter, in welchem Fall Terror und Mord uns in eine "noble Phase " unserer Aussenpolitik mit einem "heiligen Schein" fuehren, so informiert uns die respektable Tageszeitung New York Times.

Nichts daran ist besonders neu. Es kann Hunderte von Jahren zurueckverfolgt werden, und man kann unter den Hegemoniemaechten unentwegt Beispiele dafuer finden.

Vorherrschende westliche Haltungen werden sehr eindeutig von der Reaktion auf die Ernennung des neuen UN-Botschafters enthuellt, der den heutigen "Neuen Krieg gegen den Terrorismus" anfuehren soll, John Negroponte. Negropontes Leistungen umfassen seine Dienstzeit als Prokonsul in Honduras in den 80'er Jahren, wo er der lokale Aufseher des internationalen terroristischen Krieges war, fuer den seine Regierung von dem Weltgerichtshof und dem Sicherheitsrat verurteilt worden ist - was natuerlich in einer Welt die von dem Recht der Gewalt regiert wird irrelevant ist. Es gab keine wahrnehmbare Reaktion darueber, weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa. Ein anderer von Negropontes verurteilten Kollegen, Donald Rumsfeld, war erst vor kurzem hier. Er war fuer einige Stunden hier, was ihm genug Zeit liess zu verkuenden, "Wir werden den Terror zerschmettern". Das war die Schlagzeile eines begeisterten Artikels auf der ersten Seite der nationalen Presse vor einigen Tagen. Ich denke sogar Jonathan Swift waere sprachlos ueber das Ganze. [Publikumsgelaechter]

Ich habe den Fall Nicaraguas nicht erwaehnt, weil er das extremste Beispiel fuer internationaler Terrorismus ist, leider weit davon entfernt, sondern weil er unkontrovers ist, angesichts der Urteile der hoechsten internationalen Autoritaeten. Das heisst, unkontrovers unter Menschen, die zumindest einen Mindestmass an Respekt fuer die Menschenrechte und das internationale Gesetz haben. Man kann die Groesse dieser Kategorie bestimmen, indem man herausfindet wie oft diese elementare Fragen seit dem 11. September erwaehnt worden sind, und daraus (halten Sie sich nicht mit einer ausgedehnte Suche auf, das Ergebnis wird gleich Null sein), und alleine aus dieser Uebung, kann man einige bittere Schluesse, ueber das, was vor uns liegt, ziehen.

Waehrend des ersten Krieges gegen den Terrorismus der Reagan-Jahre, hinterliess der U.S.-gesponserte Staatsterrorismus in Mittelamerika. Hunderttausende gefolterte und verstuemmelte Leichen, Millionen von Versehrten und Weisen, vier ruinierte Laender. In den selben Jahren, den Reagan-Jahren, wurden in westlich unterstuetzten suedafrikanischen Verwuestungen etwa 1.5 Millionen Menschen ermordet, und in benachbarten Laendern ein Schaden in Hoehe von 60 Milliarden Dollar verursacht - massiver internationaler Terrorismus, unterstuetzt von den Vereinigten Staaten, Grossbritannien und anderen. Ich muss gar nicht erst ueber West- und Suedostasien, Suedamerika, oder viel anderes sprechen.

Es ist ein ernster analytischer Fehler, den Terrorismus wie so oft, als Waffe der Schwachen zu beschreiben. Das ist schlicht und einfach nicht der Fall, auf radikale Weise nicht der Fall.

Es gibt viel mehr ueber den Terrorismus zu sagen - den Terrorismus der Schwachen gegen die Maechtigen, und den unerwaehnten, aber viel extremeren Terrorismus der Maechtigen gegen die Schwachen. Dass beide eine ernste Gefahr darstellen, kann kaum bezweifelt werden. Die Gefahren verstaerken sich mit der Tatsache, dass diese Politik innerhalb des Rahmens in dem sie verfolgt wird, als rational gilt. Und dafuer gibt es einen Grund. Ein anerkannter Historiker, Charles Tilly, der die Geschichte dieser Probleme insbesonders in Europa studiert hat, beobachtete ziemlich genau, dass im letzten Jahrtausend "Krieg die vorherrschende Aktivitaet der europaeischen Staaten gewesen ist." Und das mit gutem Grund: "Der zentrale tragische Faktor ist einfach: Zwang funktioniert; jene, die gegen ihre Mitmenschen betraechtliche Gewalt einsetzen, erreichen Unterwerfung, und aus dieser Unterwerfung ziehen sie viele Vorteile von Geld, Guetern, Ehrerbietung, Zugang zu Vergnuegungen die weniger maechtigen Menschen verwehrt sind." Es ist eine Binsenwahrhrit, die von den meisten Menschen dieser Welt nur allzu gut verstanden wird, auch wenn ihre Bedeutung die Hoehen der intellektuellen Aufklaerung noch nicht durchdrungen hat.

Nun, erlauben Sie mir mich der dritten Kategorie von Fragen zuzuwenden, jener bezueglich der Langzeittendenzen, die bereits beginnen, und die ohne wesentliche Veraenderungen bestehen werden, obwohl es auch da Veraenderungen gibt. Sie werden eskaliert waehrend die staatliche und private Macht die Chance nutzen, die sich durch die Furcht und die Qual der Bevoelkerung nach dem 11. September eroeffnet hat. Sie werden diese Gelegenheit natuerlich dazu nutzen, strenge und repressive Massnahmen durchzuboxen, die unter anderen Umstaenden auf Widerstand stossen wuerden. Wie gewoehnlich befolgt einer der Teilnehmer am Klassenkampf seinen Pfad mit unnachgiebiger Intensitaet. Es sind ihre Opfer, denen man befiehlt, im Interesse des Patriotismus unterwuerfig und fuegsam zu sein. Die auf diese Weise implementierten Massnahmen sind sehr weitreichend. Ich werde nur einige erwaehnen.

Die wichtigste von ihnen ist die sofortige Eskalation der Politik, die die groesste unmittelbare Gefahr fuer das Ueberleben darstellt, naemlich die Expansion der Massenvernichtungsmittel. Fuer die Maechtigen sind Nuklearwaffen die bevorzugte Waffe. Das U.S. Strategic Command, die hoechste militaerische Autoritaet, beschreibt Nuklearwaffen als das Herzstueck des Arsenals, da "anders als bei chemischen oder biologischen Waffen, die extreme Zerstoerung, die von einer nuklearen Explosion verursacht wird, sofort eintritt, und deren Effekte nur durch wenige, oder keine Linderungsmittel reduziert werden koennen." Darueberhinaus "werfen Nuklearwaffen ueber alle Krisen oder Konflikte ihren Schatten". Diese Studie raet den Planern weiterhin, dass "wir uns nicht als allzu rational und besonnen darstellen sollten". "Dass die Vereinigten Staaten irrational und rachsuechtig werden koennten, wenn ihre lebenswichtigen Interessen angegriffen werden, sollte Teil des nationalen Images sein, das wir projezieren". Es ist "vorteilhaft" fuer unsere strategische Stellung, wenn "einige Elemente potentiell 'ausser Kontrolle' zu geraten scheinen."

Die Vereinigten Staaten erlauben einen ungewoehnlichen, ich denke einzigartigen Zugang zu Dokumenten ueber Beschluesse auf hoher Ebene, und ich waere eher ueberrascht, wenn die Dokumente anderer Laender sich wesentlich davon unterscheiden wuerden. Die wichtige Studie die ich gerade zitiert habe, traegt den Titel "Wesentliche Abschreckungsmittel nach dem Kalten Krieg", ein Dokument der Clinton Regierung. Es ist seit Jahren erhaeltlich, ist aber weithin unbekannt. Es ist nur den Lesern der Dissidenzliteratur bekannt, die sorgfaeltig marginalisiert sind, obwohl ich annehme, dass die Geheimdienste anderer Laender es auch gelesen und angemessene Schluesse daraus gezogen haben.

Kuenftig muessen wir uns also der Tatsache stellen, dass kleine Nuklearwaffen, relativ einfach in jedes Land eingeschmuggelt werden koennen, und erinnern wir uns, dass sie klein sind - eine 15-Pfund Plutoniumbombe kann in einem Handkoffer ueber eine Grenze getragen werden. Eine kuerzlich erstellte technische Studie zieht den Schluss, dass "eine gut geplante Operation, um Massenvernichtungswaffen in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln, eine mindestens 90% Erfolgsschance haette, viel hoeher als der Abschuss einer ICBM (Interkontinentale Langstreckenrakete) sogar ohne ein nationales Raketenabwehrsystem."

Nicht nur fuer die Vereinigten Staaten werden diese Risiken von der unmittelbarsten Gefahr gesteigert, die von einem hohen Mitglied des U.S. Departments fuer Energie identifiziert wurde, naemlich "40.000 unzureichend kontrollierte und bewachte Nuklearwaffen in der ehemaligen Sowjetunion". Eine der ersten Handlungen der neuen Bush Regierung war es, ein kleines Program fuer die Unterstuetzung Russlands bei der Sicherung und Entschaerfung dieser Waffen, und dem Angebot alternativer Beschaeftigungen fuer Nuklearwissenschaftler, zu beschneiden. Diese Entscheidung steigerte das Risiko eines unbeabsichtigten Abschusses, und des Verschwindens sogenannter "loser Bomben", gefolgt von Nukearwissenschaftlern, die keine andere Arbeitsmoeglichkeit fuer ihre Faehigkeiten haben.

Gegenwaertige Plaene fuer die Langstreckenraketenabwehr, werden die Gefahren zusaetzlich verschaerfen. Der U.S.-Informationsdienst sagt voraus, dass jeder Einsatz China veranlassen wird neue nuklearbestueckte Waffen zu entwickeln und einzusetzen. Sie sagen voraus, dass es sein Nukleararsenal um das zehnfache vergroessern koennte, wahrscheinlich mit multiplen Spengkoepfen, MIRV (Multiple unabaengig zielende Wiedereintrittskoerper), was "Indien und Pakistan veranlassen wird, mit eigenen Aufstockungen zu reagieren", mit einem moeglichen Welleneffekt im ganzen Mittleren Osten. Die selben Analysen, von Informationsdiensten und anderen, ziehen auch den Schluss, dass fuer Russland "die einzige rationale Antwort darin bestuende, die bestehenden russischen Nuklearbestaende zu erhalten und zu verstaerken".

Die Bush Regierung gab am 1. September dieses Jahres bekannt, "gegen [Chinas] Vorhaben, seine kleine Flotte nuklearer Raketen auszubauen, keine Einwaende zu haben" - das ist ein scharfer Positionswechsel der offiziellen Politik - in der Hoffnung dadurch Chinas Fuegsamkeit zur geplanten Aufloesung der grundsaetzlichen Waffenkontrollabkommen zu gewinnen. Die chinesische Wiederaufnahme der Atomtests wird ebenfalls stillschweigend geduldet. Am selben Tag als dies bekanntgegeben wurde, berichtete die nationale Presse auch, dass die Bush Regierung Sanktionen gegen China durchsetzen wuerde, weil es den Transfer von "fuer nuklearbestueckte Waffen wesentliche Raketenteile und Technologie" nach Pakistan erlaubt hatte. All das ist aus der New York Times zitiert. Man kann sich ohne weitere Kommentare ausmalen was dies alles bedeutet.

Die Ausweitung des Wettstreits zur Aufruestung des Weltraumes ist schon seit einigen Jahren ein Kernprogramm gewesen. 'Wettruesten" ist eine irrefuehrende Bezeichnung dafuer. Die Vereinigten Staaten sind, zumindest im Augenblick, die einzigen die dieses Rennen bestreiten, obwohl es andere gibt, die sich dem Wettstreit zur gegenseitigen Zerstoerung gerne anschliessen wuerden. So wird, ob zurecht oder nicht, Indiens Haltung in den Vereinigten Staaten interpretiert. Sie erhalten viel Applaus von den kriegerischeren und jingoistischen U.S.-Strategieanalytikern. Nach dem U.S.-Besuch des Aussenministers vor einigen Jahren, schrieb Lawrence Kaplan in der liberalen "New Republic", als Praesident Bush seine Plaene zur Ausweitung dieser Programme enthuellt haette, "noergelte der Rest der Welt, dass dieser Plan ein neues Wettruesten provozieren wuerde, aber Indien brauchte nur sechs Stunden um seine Unterstuetzung zuzusagen," waehrend Aussenminister [Jaswant] Singh prahlte, Delhi und Washington wuerden "danach streben gemeinsam ein voellig neues Sicherheitsregime fuer den gesamten Planeten auszuarbeiten". Ob das die richtige Interpretation ist oder nicht koennen Sie entscheiden, aber das ist die Interpretation.

Kaplan zitierte weiter die "Falken" der Regierung, die erkannten dass Pakistan "kein Verbuendeter mehr ist", sondern vielmehr ein "Schurkenstaat", anders als Indien, das nun in den Club aufgenommen werden wird, dem die Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Taiwan und Israel angehoeren. Dies geschah, das ist wahr, vor drei Monaten. Und seitdem konnten wir alle eine kleine Lektion im Ersten Axiom fuer internationale Angelegenheiten beobachten: Staaten sind keine Moralagenten. Ihre feierlichen Versprechen bedeuten rein gar nichts. Sie dienen heimischen Machtinteressen. Und sie tun das ganz so wie es ihnen passt, es sei denn sie werden von aussen oder von ihren eigenen Buergern eingeschraenkt, durch die Entscheidungskraft die zumindest in den freieren und demokratischeren Gesellschaften in ihren Haenden liegt.

All diese Programme verstaerkern die Vernichtungsgefahr fuer die Vereinigten Staaten und fuer andere. Aber das ist nichts Neues. Es ist sehr ueblich Programme zu verfolgen, im vollen Bewusstsein, dass sie die Vernichtungsgefahr fuer alle Teilnehmer - die Befuerworter - steigern. Die Geschichte des Wettruestens waehrend des Kalten Krieges bietet weitere Beispiele, und es gibt viele Vorgaenger die weit in die Vergangenheit zurueckreichen. Ausserdem scheinen all diese Entscheidungen innerhalb des vorherrschenden Wertesystems vernuenftig.

Diese zwei Themen haben einen ziemlich direkten Bezug zur Einschaetzung des biologischen Erfolges hoeherer Intelligenz. Betrachten wir einige Faelle. Vor 50 Jahren gab es nur eine einzige grosse Gefahr fuer die Sicherheit der Vereinigten Staaten, die zu der Zeit nur potentiell bestand: ICBM's, die damals noch nicht existierten aber entwickelt wurden. Es war ziemlich wahrscheinlich, dass die Sowjetunion ein Abkommen ueber das Verbot der Entwicklung solcher Waffen akzeptiert haette, da sie wussten wie weit sie darin zuruecklagen.

Es gibt ein Standardwerk ueber die Geschichte des Wettruestens von McGeorge Bundy, dem Berater fuer Nationale Sicherheit der Kennedy und Johnson Regierungen. Er hatte Zugang zu internen Dokumenten. Er konnte keinen Hinweis auf irgendein Interesse an der Eliminierung der einzigen potentiellen Gefahr fuer die U.S.-Sicherheit entdecken.

Russische Archive, ziemlich viele davon, sind vor kurzem freigegeben worden, und sie beziehen sich auf diese Frage. Sie bekraeftigen in hohem Masse die Einschaetzung hochrangiger U.S.-Analytiker, dass Chruschtschow nach seiner Machtuebernahme nach Stalins Tod, zur einer beidseitigen Reduzierung der offensiven Militaerstreitkraefte aufgerufen hatte, und diese, als dies von der Eisenhower Regierung ignoriert wurde, gegen den Protest seines eigenen Militaerkommandos, unilateral implementierte. Als Kennedys Planer vor 40 Jahren an die Macht kamen, teilten sie zweifellos Eisenhowers Einschaetzung, dass, in seinen eigenen Worten, "ein ausgewachsener Krieg die noerdliche Hemisphaere zerstoeren wuerde". Sie wussten auch, das wissen wir jetzt, von Chruschtschows unilateralen Schritten zur radikalen Reduzierung der sowjetischen Offensivkraefte, und sie wussten auch, dass die Vereinigten Staaten nach allen geltenden Massstaeben einen grossen Vorsprung hatten. Denoch zogen sie es vor, Chruschtschows Bitte um Gegenseitigkeit abzulehnen, und eine massive konventionelle und nukleare Aufruestung durchzufuehren, die "Chruschtschows Agenda zur Einschraenkung des sowjetischen Militaers", endgueltig den Garaus machte. Ich zitiere den Historiker Matthew Evangelista, aus einem Artikel ueber U.S.- und sowjetische Archivaufzeichnungen, der in dem wichtigsten Geschichtwerk zu diesem Thema veroeffentlicht worden ist.

Ohne das weiterzuverfolgen: es gibt nicht viel Neues bei den Vorlieben der Clinton-Bush Regierungen.

Um die Logik dieser Programme zu begreifen, und wieso es so vollkommen vernuenftig erscheint eine Politik der gegenseitigen Zerstoerung zu verfolgen, muss man sich an eine doktrinaere Binsenwahrheit erinnern. Angriffe werden gemeinhin "Verteidigung" genannt. Und dieser Fall ist keine Ausnahme. Das Raketenabwehrsystem ist nur eine kleine Komponente eines viel weitreichenderen Programms zur Militarisierung des Weltraumes. Das Endziel ist die Erzielung der sogenannten Umfassenden Dominanz, das heisst, ein Monopol auf die Verwendung des Weltraumes fuer offensive militaerische Zwecke. Die Plaene sind seit einigen Jahren als oeffentliche Dokumente des U.S. Space Commands und anderen Regierungsinstitutionen zugaenglich, und die umrissenen Projekte befinden sich in Entwicklung. Sie wurden in den ersten Monaten der Bush Regierung ausgedehnt, und nach dem 11. September erneut scharf erweitert, in einer groben Ausnutzung der Furcht und des Entsetzens infolge dieser Verbrechen. Diese Plaene sind als Raketenabwehr getarnt. Aber das ist nur eine kleine Komponente dessen was in Entwicklung ist, und sogar diese kleine Komponente ist eine Angriffswaffe.

Das wird sowohl von potentiellen Gegnern, wie Russland und China, als auch von nahen Verbuendeten verstanden. Chinas hoechster Ruestungskontrollbeamter zeigte sich nur allzu verstaendig als er bemerkte:

"Wenn die Vereinigten Staaten glauben sowohl einen starken Speer als auch ein starkes Schild zu besitzen, koennte sie das dazu verleiten zu denken, dass niemand die Vereinigten Staaten verletzen kann, und sie jeden auf der Welt verletzen koennen den sie wollen." Chinas Einschaetzung wird von Strategieanalysten auf hoher Ebene, im praktisch gleichen Wortlaut geteilt. Die Rand Corporation ist das bedeutendste, zum groessten Teil militaerische Forschungsinstitut. Rand studierte das Thema, und stellte fest, dass das Langstreckenabwehrsystem "nicht einfach ein Schild ist, sondern eher ein Durchsetzungsmittel fuer U.S.-Aktionen" - praktisch der gleiche Wortlaut wie China. Kanadas Militaerplaner wiesen ihre Regierung darauf hin, dass das Langstreckenabwehrsystem "vielmehr dazu dienen soll um die U.S.-NATO Handlungsfreiheit zu bewahren, als dass die Vereinigten Staaten wirklich Gefahren aus Nordkorea oder dem Iran fuerchten wuerden." Um einen anderen fuehrenden Strategieanalysten zu zitieren, Andrew [J.] Bacevich: " Das Langstreckenabwehrsystem wird die effektivere Anwendung der militaerischen Macht der U.S im Ausland erleichtern." Wie es sich so trifft, schreibt er fuer das konservative Magazin National Interest. Er sagt: "Durch die Isolierung des Mutterlandes vor Vegeltungsschlaegen - wenn auch nur in limitiertem Masse - wird das Raketenabwehrsystem die Faehigkeit und den Willen der Vereinigten Staaten hervorheben, die Umwelt anderswo zu'gestalten'."

Er zitiert und stimmt den Schlussfolgerungen Lawrence Kaplans zu, der zufaellig am anderen Ende des Spektrums schrieb. Er sagt "Das Raketenabwehrsystem soll nicht wirklich dem Schutz Amerikas dienen. Es ist ein Werkzeug zur Sicherung der globalen Dominanz", der "Hegemonie". Aus diesem Grund erklaeren sie beide die "Raketenabwehr" fuer einen wundervollen Beitrag fuer Gerechtigkeit und Frieden. Es versteht sich von selbst, dass das Raketenabwehrsystem, auch wenn technisch durchfuehrbar, sich auf Satellitenkommunikation verlassen muss, und Satelliten zu zerstoeren ist viel einfacher als Raketen abzuschiessen. Das ist einer der Gruende, weshalb die Vereinigten Staaten die Vorherrschaft des Gesamtspektrums anstreben muessen, eine so ueberwaeltigende Weltraumkontrolle, dass einem Gegner noch nicht einmal die Waffen der Armen zur Verfuegung stehen werden. Und dazu sind im Weltraum stationierte Angriffsmoeglichkeiten erforderlich. Das schliesst auch nuklearbestueckte Waffen von immenser Zerstoerungskraft im Weltraum ein, die mittels einer sofortigen computerkontrollierten Reaktion ausgeloest werden koennen. Das erhoeht erheblich die Gefahr riesiger Massaker und Zerstoerungen, wenn auch nur wegen dem was im Berufsjargon als "normale Unfaelle" bezeichnet wird, also unvorhergesehene Unfaelle, fuer die alle komplexen Systeme anfaellig sind.

Die Logik der Militarisierung des Weltraumes geht jedoch viel weiter. Und sie wird erklaert. Das U.S.-Space Command, die Institution die dafuer hauptsaechlich verantwortlich ist, hat sich darueber sehr eindeutig geaeussert. In der Clinton Aera, in 1997 veroeffentlichten sie eine wichtige Broschuere, mit dem Titel "Visionen fuer 2020". Darin verkuendeten sie das Hauptziel ziemlich auffaelig auf dem vorderen Umschlag, in grossen Buchstaben: "Die Dominanz der Weltraumdimension militaerischer Operationen zum Schutz von U.S. Interessen und Investitionen.". Dies wird als die naechste Phase der historischen Aufgabe der Militaerkraefte praesentiert. Sie sagen, waehrend der Expansion der kontinentalen Vereinigten Staaten nach Westen waeren Armeen benoetigt worden, natuerlich zur 'Selbstverteidigung' gegen die indigene Bevoelkerung die ausgeloescht und vertrieben wurde. Nationen bauten auch Flotten, so faehrt das Space Command fort, "um ihre kommerziellen Interessen zu schuetzen und zu erweitern". Der naechste logische Schritt sind Weltraumkraefte, um "U.S. nationale Interessen [militaerische und kommerzielle] und Investitionen" zu schuetzen.

Die Weltraumstreitkraefte der Vereinigten Staaten jedoch, sagen sie, werden anders sein als die Marine, die den Seehandel in den fruehen Jahren beschuetzte, denn dieses Mal wird es nur eine Hegemonie geben. Deutschland konnte sich der Britischen Navy entgegenstellen, mit Konsequenzen die wir nicht zu eroertern brauchen. Aber die U.S. werden irgendwie immun bleiben, mit Ausnahme der eng umschriebenen Kategorie des Terrorismus, dem es gestattet wird Teil des Kanons zu sein, der Terrorismus den "sie" gegen "uns" ausfuehren, wer auch immer "wir" gerade sind.

Die Notwendigkeit zur totalen Dominanz, so argumentieren sie, wird infolge der "Globalisierung der Wirtschaft" zunehmen. Der Grund dafuer ist, dass die Globalisierung "eine Verbreitung der Kluft zwischen Reich und Arm" verursachen wird", eine Einschaetzung die sowohl von den U.S. Informationsdiensten als auch akademischen Analytikern geteilt wird. Ich werde darauf zurueckkommen. Planer sind darueber besorgt, dass die Erweiterung der Kluft zu Unruhe unter den Armen fuehren koennte, und die U.S. muessen in der Lage sein, das zu kontrollieren, durch das "Benutzen von Weltraumsystemen und Planungen fuer praezise ausgefuehrte Schlaege aus dem Weltraum [als eine Entgegnung] zur weltweiten Vermehrung von Massenvernichtungswaffen" - eine vorhersehbare Konsequenz der empfohlenen Programme, wie ich gerade angemerkt habe, genau wie die Erweiterung der Kluft eine erwartete Konsequenz der gefoerderten Form der Globalisierung. Dies steht im Konflikt mit den wirtschaftlichen Theorien, die oeffentlich beteuert werden, aber im Einklang mit der Realitaet.

Nun, darueber gaebe er wieder mehr zu sagen, aber ich halte ein Auge auf die Uhr. Durch die gesamte Geschichte hindurch ist erkannt worden, dass solche Schritte gefaehrlich sind. Ich habe einige Beispiele gegeben, aber es gibt viel mehr. Nun hat die Gefahr ein Ausmass erreicht, durch das das Ueberleben der Menschheit bedroht wird. Aber es gibt denoch gute Gruende um sie weiterzuverfolgen. Sie ist tief verwurzelt in den bestehenden Institutionen. Das Grundprinzip ist, dass Hegemonie wichtiger ist als das Ueberleben. Das ist nicht neu, dafuer gibt es eine Menge Beispiele in der ganzen Geschichte. Das Prinzip wurde in der letzten Haelfte dieses Jahrhunderts ausgiebig illustriert. Was neu ist, sind die Ausmasse der Konsequenzen bei der Befolgung dieses Prinzips.

Wenden wir uns einer anderen scheinbar unerbittlichen Tendenz zu - die Vernichtung der Umwelt, die menschliches Leben ermoeglicht. Die Bush Regierung wurde weithin fuer die Unterminierung des Kyoto Abkommens kritisiert. Die Gruende die sie dafuer vorgelegt haben sind, dass die Implementierung des Abkommens der U.S. Wirtschaft schaden wuerde. Die Kritik ist ziemlich ueberraschend, da die Entscheidungen innerhalb des bestehenden ideologischen Rahmens vollkommen vernuenftig sind. Wir werden taeglich angewiesen fest auf die neo-klassischen Maerkte zu vertrauen, in denen isolierte Individuen der Vermehrung des Wohlstands dienen. Der Markt reagiert perfekt auf ihre Stimmen, die in Geldeinzahlungen ausgedrueckt werden. Der Wert einer Person wird auf die gleiche Weise gemessen. Insbesonders die Interessen jener ohne Stimmen, ohne Dollars, diese Interessen sind gleich Null wert. Kuenftige Generationen zum Beispiel, die auf dem Markt noch keine Geldeinzahlungen verrichten.

Daher ist es vollkommen vernuenftig die Chancen unserer Enkelkinder auf ein wuerdiges Ueberleben zu zerstoeren, wenn wir dadurch die besondere Form des Eigeninteresses vergroessern koennen, das als das hoechste Wert angepriesen wird, bestaerkt von riesigen Industrien, die sich ihrer Einpraegung und Bestaerkung widmen. Die Bedrohung des Ueberlebenes wird zur Zeit von den gezielten Anstrengungen gesteigert, die institutionellen Strukturen zu schwaechen, die entwickelt wurden um die grausamen Konsequenzen des Marktfundamentalismus zu lindern, und, sogar noch wichtiger, die Kultur der Sympathie und Solidaritaet zu unterminieren, die diese Institutionen stuetzt. Nun, das ist ein anderes Rezept fuer ein Disaster, vielleicht in nicht sehr ferner Zukunft - aber es ist wieder einmal vernuenftig innerhalb eines verrueckten Systems der Doktrinen und Institutionen.

Erlauben Sie mir, mich der letzten Frage zuzuwenden, die ich erwaehnt habe - dem Prozess der sogenannten "Globalisierung". Aber lassen Sie uns zuerst ueber den Begriff Klarheit schaffen. Wenn wir ihn neutral nutzen, bedeutet Globalisierung nur internationale Integration, die willkommen ist oder nicht, je nach menschlichen Konsequenzen. Im westlichen Doktrinsystem, das infolge der westlichen Macht ueberall vorherrscht, hat der Begriff eine etwas andere und engere Bedeutung. Er bezieht sich auf eine spezifische Form der internationalen Integration, die im letzten Viertel des Jahrhunderts mit besonderer Intensitaet verfolgt worden ist.

Sie wurde in erster Linie im Interesse der privaten Machtkonzentrationen entworfen, und die Interessen aller anderen sind nebensaechlich. Mit dieser Terminologie koennen die grossen Menschenmassen rund um den Globus, die sich diesen Programmen widersetzen, als "Globalisierungsgegner" bezeichnet werden, was sie schon immer sind. Der Einfluss der Ideologie und der Macht ist so gross, dass sie diese laecherliche Bezeichnung sogar akzeptieren. Dadurch koennen sie dann als "Primitivisten" verspottet werden, die zurueck in die "Steinzeit" wollen, um den Armen zu schaden, und andere Beschimpfungen mit denen wir vertraut sind.

Das ist die Art auf die ein Propagandasystem zu arbeiten hat, aber es ist etwas ueberraschend, dass diese Propaganda so maechtig ist, dass sogar ihre Opfer sie akzeptieren. Das sollten sie nicht. Keine gesunddenkende Person ist gegen die Globalisierung. Die Frage ist nur welche Form sie annimmt.

Die spezifische Form der heute befolgten internationalen Integration, wird als "neo-liberal" bezeichnet, aber dieser Begriff ist ebenfalls aeusserst irrefuehrend. Die Politik ist nicht "neu", und in keinster Weise "liberal". Das sollte hier besonders klar sein. Die Geschichte Englands und Indiens zum Beispiel, illustriert auf sehr anschauliche Weise, wie Liberalismus zu einem Instrument der Macht und Zerstoerung umfunktioniert werden kann. Und die heutige Version folgt dieser Tradition, haelt die traditionelle zweischneidige Doktrin des Freihandels und des Liberalismus aufrecht - gut genug fuer Dich, damit ich dich zerstoeren kann, aber ich bestehe auf dem Schutz des maechtigen Vater Staat und anderer Mittel, um sicherzustellen, dass ich nicht der Marktdisziplin unterworfen werde, ausser wenn ich das Spielfeld als "eben" bezeichnen kann, das heisst als so steil zu meinen Gunsten geneigt, dass ich darauf vertrauen kann gewinnen zu koennen. Das ist ein guter Teil der Geschichte Indiens in den letzten Jahrhunderten.

Die Tatsache, dass die neuen Versionen einfach nur die traditionellen Versionen den gegenwaertigen Bedingungen anpassen, sollte niemanden ueberraschen. Das ist genau das, was zu erwarten ist, einfach durch einen Blick auf ihre Schoepfer - die reichsten und maechtigsten Staaten, die internationalen Finanzinstitutionen die deren Direktiven folgen, und ihr Gefolge von Megaunternehmen, die in den meisten Wirtschaftssektoren zu Oligopolie neigen, und sich stark auf den Staatssektor verlassen, um Gefahren und Kosten zu sozialisieren, und die Dynamik der Wirtschaft aufrechtzuerhalten, oft unter einem militaerischen Deckmantel. Diese Machtkonzentrationen bezeichnen sich oft selbst bescheiden als "die internationale Gemeinschaft", aber eine vielleicht angemessenere Bezeichnung wird von der Geschaeftspresse benutzt. Im letzten Januar auf der jaehrlichen Davos Konferenz, wurden sie von der London Financial Times als die "Masters of the Universe" (Beherrscher des Universums) bezeichnet.

Da die Herrscher bekennende Bewunderer von Adam Smith sind, koennen wir von ihnen erwarten, dass sie sich nach seiner Beschreibung ihres Verhaltens richten, obwohl er sie nur "Beherrscher der Menschheit" nannte. Schliesslich geschah das vor dem Zeitalter der Weltraumfahrt. Smith bezog sich spezifisch auf das, was er als "die Hauptarchitekten der Politik" seiner Zeit bezeichnete - die "Haendler und Produzenten" Englands, die sicherstellten, dass ihre Eigeninteressen "mit aeusserster Sorgfalt erfuellt wurden", ganz gleich wie "schmerzlich" sie sich auf andere auswirkten, einschliesslich der englischen Bevoelkerung. Sie wissen sicher, dass er seinerzeit mit besonderer Haerte die Verbrechen Englands gegen Indien veurteilte. "Die Hauptarchitekten," schrieb er, uebernehmen die "schaendliche Maxime der Menschheit: Alles fuer uns, und nichts fuer alle anderen." Und das haelt weiter an.

Im Laufe der Zeit, in einer Entwicklung, die die Gruender des klassischen Liberalismus sicher erbleichen lassen wuerden, erhielten Firmenmanagements durch einen radikalen Gerichtsaktivismus, die Rechte unsterblicher Personen, die in den letzten internationalen Wirtschaftsabkommen, weit ueber die Rechte einfacher Personen hinausgingen. So kann zum Beispiel General Motors in Mexiko "nationale Behandlung" fordern, aber einem Mexikaner aus Fleisch und Blut wird es nicht so gut ergehen, falls er jenseits der Grenze in Texas die gleiche Behandlung fordern sollte, angenommen er schafft es lebendig ueber die Grenze (viele schaffens nicht).

Die Rechte dieser privaten Tyranneien, denn das ist es was sie sind, werden in den heutigen Handelsabkommen ausgeweitet, die es privaten Machtkonzentrationen erlauben, Regierungsbestimmungen zu Gesundheit, Umweltschutz, Arbeitsrechte und so weiter, anzugreifen - aus dem Grund, dass diese "einer Enteignung gleichkommen", weil sie kuenftige Profite bedrohen. In einem weiteren Angriff auf die klassischen liberalen Prinzipien, uebernehmen diese riesige Systeme unkontrollierter privater Macht, die Rolle, Maerkte zu verwalten. Das schliesst interne Firmentransfers (Transfers ueber die Grenze innerhalb einer bestimten Firmeneinheit), Ausbootung, strategische Allianzen, und eine ganze Reihe anderer Massnahmen ein, um der Marktdisziplin zu entkommen, Massnahmen, die in Wirklichkeit den groessten Teil dessen ausmachen, was irrtuemlich als "Handel" bezeichnet wird. Wenn man hoert, das der Handel steigt, bedeutet das im Grunde, dass er in klassischen Begriffen wahrscheinlich faellt.

Diese Politik und ihre menschlichen Konsequenzen sind - ausserhalb der Reihen der Beherrscher des Universums - der Grund grosser Sorge gewesen. Im Sueden hat es seit Jahren Massenproteste gegen das neue internationale Wirtschaftsregime gegeben. Sie sind schwerer zu ignorieren, wenn sich die reichen Laender ihnen anschliessen, wie sie das in den letzten Jahren getan haben. Trotz der fast einhellig artikulierten Unterstuetzung fuer Freihandelsabkommen in den Vereinigten Staaten, - oder wie der Wall Street Journal sie aufrichtiger bezeichnet "Freiinvestitionsabkommen" leistete die Bevoelkerung weiterhin stoerrisch Widerstand. Deshalb musste die NAFTA - das Nordamerikanische Freihandelsabkommen - vor zehn Jahren praktisch im Geheimen durchgesetzt werden. Und bis zum heutigen Tag, ist es der offiziellen Position der Arbeitsbewegung nicht gestattet worden in der freien Presse zum Ausdruck zu kommen, oder noch nicht einmal der sehr aehnlichen Kritik und den alternativen Vorschlaegen des kongresseigenen Forschungsbueros fuer Technische Einschaetzung. Es ist ausserordentlich wichtig, die Oeffentlichkeit darueber im Dunkeln zu halten, dass ihre Opposition gegen die Abkommen auf sehr respektablen Analysen begruendet liegt.

Man koennte sich fragen, wieso der oeffentliche Widerstand gegen die Globalisierung - gegen die sogenannte Globalisierung - seit vielen Jahren so gross gewesen ist. Das scheint seltsam in einer Zeit, in der die Globalisierung zu einem so beispiellosen Wohlstand gefuehrt haben soll, wie man uns das immer erzaehlt. Und das ist angeblich besonders in den Vereinigten Staaten, mit ihrer "maerchenhaften Wirtschaft" der Fall. In den ganzen 90'er Jahren, genossen die Vereinigten Staaten "den groessten wirtschaftlichen Boom in der amerikanischen Geschichte - und der Welt". Das ist ein Zitat von Anthony Lewis aus der New York Times im letzten Maerz, der den ueblichen Refrain der linken Ecke wiederholt, die kritische Ecke des zulaessigen Spektrums. Es wird natuerlich eingeraeumt, dass nicht alles perfekt ist, es gaebe einige Maengel, einige waeren von dem Wirtschaftswunder zurueckgelassen worden, und da wir gutherzige Menschen sind, muessen wir etwas dagegen tun. Diese "Maengel" reflektierten ein tiefes und besorgniserregendes Dilemma. Das durch die Globalisierung entstandene schnelle Wachstum und der grosse Wohlstand, haetten eine Begleiterscheinung: wachsende Ungleichheit, weil es einige gibt, denen die Faehigkeiten fehlen, diese wunderbare Gaben und Gelegenheiten zu geniessen.

Dieses Bild ist so konventionell, dass es schwer sein koennte zu begreifen, dass es, von dem Teil mit der wachsenden Ungleichheit mal abgesehen, vollkommen falsch ist. Es ist einfach nicht wahr, und man weiss auch dass es falsch ist. Das wirtschaftliche pro-Kopf Wachstum in den Vereinigten Staaten in den 90'er Jahren, war genauso gross wie in Europa, viel niedriger als in den ersten 25 Jahren Nachkriegszeit - vor der sogenannten Globalisierung. Also duerfen wir fragen, wie sich das konventionelle Bild so radikal von den unkontroversen Tatsachen unterscheiden kann - und sie sind unkontrovers. Nun, die Antwort ist sehr einfach. Fuer einen kleinen Sektor der Gesellschaft, waren die Neunziger wirklich ein grosser wirtschaftlicher Boom. Und dieser Sektor schliesst zufaellig all die Menschen ein, die allen anderen von den wunderbaren Begebenheiten erzaehlen. Es ist nur die Welt, die sich davon unterscheidet. Das gleiche gibt es auch in Indien, ich muss nicht darauf eingehen, Sie sind damit vertraut.

Angenommen, wir werfen einen kurzen Blick auf einen laengeren Abschnitt der Geschichte. Die internationale Wirtschaftsintegration, die in einem technischen Sinn Globalisierung genannt wird, nahm bis zum Ersten Weltkrieg stetig zu, senkte oder reduzierte sich zwischen den Kriegen, und nahm nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu. Sie erreicht nun grob geschaetzt ungefaehr das gleiche Niveau wie vor einem Jahrhundert. Die Feinstruktur sieht sehr anders aus. Nach einigen Massstaeben, gab es in dem Zeitraum vor dem Ersten Weltkrieg einen hoeheren Grad an internationaler Integration. Das lag besonders an den Bewegungen der Menschen, das, was Adam Smith als "die freie Arbeitszirkulation" bezeichnete, was die Basis des Freihandels war. Sie erreichte ihren Hoehepunkt vor dem Ersten Weltkrieg, nun ist sie viel niedriger. Nach anderen Massstaeben ist die Globalisierung jetzt groesser, insbesondere hinsichtlich des Flusses des kurzzeitigen Spekulationskapitals, der hoeher liegt als jemals zuvor. Diese Unterschiede reflektieren die zentralen Merkmale der zeitgenoessischen Version der Globalisierung. Das Kapital hat in ausserordentlichem Masse Prioritaet - Menschen sind nebensaechlich.

Es gibt einen technischeren Massstab der Globalisierung. Das ist die Konvergenz zu einem globalen Markt, das bedeutet ueberall der gleiche Preis und das gleiche Einkommen. Das ist sicherlich nicht eingetreten, eigentlich, ist das genaue Gegenteil der Fall. Was das Einkommen angeht, steigt die Ungleichheit im Zeitraum der Globalisierung mit rasender Geschwindigkeit - innerhalb der Laender und laenderuebergreifend. Und man erwartet, dass dies so bleibt.

Die Zirkel der U.S. Geheimdienste, in Zusammenarbeit mit Spezialisten aus akademischen Berufen und dem Privatsektor, veroeffentlichten kuerzlich einen wichtigen Bericht ueber ihre Erwartungen fuer die naechsten 15 Jahre. Sie haben mehrere Szenarios. Das optimistischste besagt, dass die "Globalisierung" wie geplant verlaufen wird: "ihre Evolution wird steinig sein, gekennzeichnet von einer chronischen finanziellen Fluechtigkeit und einer wachsenden wirtschaftlichen Kluft". Das bedeutet weniger Konvergenz, weniger Globalisierung im technischen Sinne, aber mehr Globalisierung in dem von der Doktrin bevorzugten Sinn. Und finanzielle Schwankungen bedeuten natuerlich einen langsameres Wachstum und mehr Krisen.

Nun, das gibt einen guten Eindruck von dem worauf die Welt hinsteuert, zumindest, wenn die Herren des Universums ohne allzugrosse Stoerungen seitens des Poebels fortfahren koennen. Ich habe bereits erwaehnt, dass die Militaerplaner die gleichen Projektionen uebernehmen und aufrichtig erklaeren, dass die immensen Gewaltressourcen, die in der neuen Aera im Weltraum stationiert werden sollen, benoetigt werden, um die wachsende Anzahl der Habenichtse unter Kontrolle zu halten.

Wir haben zu wenig Zeit um detailliert darauf einzugehen, aber wenn man sich die Nachkriegszeit ansieht, den Zeitraum seit dem Zweiten Weltkrieg, hat sie im Grunde zwei Phasen durchlaufen. Es gab die Periode bis zu den fruehen 70' er Jahren, als die Bretton Woods Bestimmungen mit Kapitalkontrollen und regulierten Waehrungen galten. Das war eine Periode mit einem wesentlichen und gerecht verteilten Wirtschaftswachstum. Sie wird gemeinhin als das "Goldene Zeitalter" des Kapitalimus bezeichnet. Dies veraenderte sich in den letzten 25 Jahren, mit dem Zusammenbruch des Bretton Wood Systems. Finanzielle Maerkte wurden liberalisiert, Schranken des Kapitalflusses wurden eliminiert, und Waehrungen wurden dereguliert. Das ging einher mit einer Verschlechterung der Wirtschaft nach allgemeinen Massstaeben - die Wachstumsrate der Wirtschaft, der Produktivitaet, des Investments, im Grunde sogar der Handelswachstum. Sogar nach allen irrefuehrenden Definitionen des Handels, hat sein Wachstum waehrend der Globalisierungsperiode - diese letzten 25 Jahre - abgenommen. Es hat viel hoehere Zinssaetze gegeben, die der Wirtschaft schaden, die finanzielle Fluechtigkeit gesteigert, und wird andere schaedliche Folgen haben.

Kehren wir also zurueck zu diesem tiefen und besorgniserregenden Dilemma ueber das wir alle angeblich so besorgt sein sollen: der schnelle Wachstum und der grosse Wohlstand, der durch die sogenannte Globalisierung herbeigefuehrt wurde, brachte auch globale Ungleichheit, weil einigen die Faehigkeit mangelt, die Chancen zu nutzen. Es gibt kein Dilemma: das schnelle Wachstum und der Wohlstand sind einfach ein Mythos, ausser fuer einen sehr kleinen Sektor.

Man kann ueber die wirtschaftlichen Konsequenzen der Liberalisierung des Kapitals streiten, aber eine Konsequenz ist sehr klar: die Unterminierung der Demokratie. Das wurde von den Rahmenstellern des Bretton Woods Abkommens nach dem Zweiten Weltkrieg - den U.S.A. und Grossbritannien - sehr gut verstanden. Ein Grund, ein ausdruecklicher Grund, weshalb diese Vereinbarungen auf die Regulierung des Kapitals gegruendet wurden, war es, der Regierung zu erlauben, sozialdemokratische Programme durchzufuehren, die auch in den Vereinigten Staaten eine enorme Unterstuetzung in der Bevoelkerung hatten. Die freie Bewegung des Kapitals fuehrt zu so etwas wie einem "Virtuellen Parlament", das das "Vetorecht" ueber alle Regierungsbeschluesse hat und demokratische Optionen scharf einschraenkt. Ich zitiere jetzt aus einer technischen Untersuchung des Finanzsystems:

Mit der ungehinderten Bewegung des Kapitals, steht die Regierung vor einer "zweifachen Waehlerschaft" - Waehlern und Spekulanten. Spekulanten "fuehren jeden Augenblick Abstimmungen ueber die Regierungspolitik durch", und wenn sie sie nicht moegen, legen sie ein "Veto" ein, indem sie die Waehrung des Landes angreifen, oder ihr Kapital entziehen. Sogar in reichen Laendern behaelt die private Waehlerschaft die Oberhand. Das ist ein sehr auffaelliger Unterschied, vielleicht der wichtigste Unterschied, zwischen der gegenwaertigen Phase der Globalisierung, und der Periode vor dem Ersten Weltkrieg, der sie teilweise aehnelt.

Dieser Punkt wird, so sage ich, verstanden. Ich werde einfach aus einem Standardwerk der Geschichte des zeitgenoessischen internationalen Finanzsystems von Barry Eichengreen zitieren. Vor dem Ersten Weltkrieg, erklaert er, war die Regierungspolitik noch nicht von dem "allgemeinen maennlichen Stimmrecht und dem Aufstieg der Handelsgewerkschaften und der parlamentaeren Arbeiterparteien politisiert worden". Daher konnten die hohen Kosten der durch das "Virtuelle Parlament" erzwungenen finanziellen Redlichkeit, auf die allgemeine Bevoelkerung abgewaelzt werden. Das wird heutzutage fuer arme Laender als strukturelle Anpassungen bezeichnet. Aber dieser Luxus stand in der demokratischeren Bretton Woods Aera nicht mehr zur Verfuegung. Daher "wurden Limitierungen der Kapitalmobilitaet durch Limitierungen der Demokratie ersetzt, um sich vor dem Druck des Marktes abzugrenzen."

Nun, er [Eichengreen] fuehrt das Argument nicht weiter aus, aber es ist nur natuerlich, dass die Aufloesung der Wirtschaftsordnung der Nachkriegszeit von einem scharfen Angriff auf die Demokratie begleitet werden sollte, wie das in erster Linie in den Vereinigten Staaten und Grossbritannien - den groessten Enthusiasten - der Fall gewesen ist; und natuerlich in der "Dritten Welt", die keine andere Wahl hat, oder zumindest glaubt keine andere Wahl zu haben. Das ist nicht so eindeutig.

Der Angriff auf die Demokratie ist das vielleicht bedeutendste Merkmal der Globalisierungsperiode, die oft als das "Bleierne Zeitalter" bezeichnet wird, im Vergleich zu dem "Goldenen Zeitalter", das ihm schon alleine nach einfachen wirtschaftlichen Massstaeben, vorausgegangen war.

Andere Komponenten der neo-liberalen Programme fuehren zum selben Endziel. Sozio-oekonomische Entscheidungen werden zunehmend an unkontrollierte Machtkonzentrationen uebergeben, ein wesentlicher Grundzug der neoliberalen Reformen.

Es gibt eine wesentliche Erweiterung dieses Angriffes auf die Demokratie. Gerade werden in Genua ohne oeffentliche Diskussion, Verhandlungen ueber das Generalabkommen fuer Handel und Dienstleistungen gefuehrt, die GATS Verhandlungen, und wird jetzt auch in Doha besprochen. Der Begriff "Dienstleistungen" bezieht sich auf alles, was innerhalb des Kreises der demokratischen Optionen fallen koennte, also Gesundheitsfuersorge, Ausbildung, Wohlfahrt, Sozialversicherung, Kommunikation, Wasser, andere Resourcen - alles was mit "Dienstleistungen" zu tun hat. Nun, es macht keinen Sinn, das Transferieren der Dienstleitungen in private Haende als "Handel" zu bezeichnen. Aber ich denke, der Begriff "Handel" wurde seiner Bedeutung bereits so sehr entkleidet, dass er genausogut auch auf diese Travestie ausgedehnt werden konnte. Es ist ein Tarnname fuer die Uebergabe an die private Macht.

Dieser Begriff "Dienstleistungshandel" ist im Grunde ein Euphemismus fuer Programme, die geschaffen wurden, um die Volkssouveranitaet zu unterminieren und die demokratischen Optionen zu reduzieren, indem man die Entscheidungen ueber die wichtigsten Aspekte des Lebens aus der oeffentlichen Arena an die unkontrollierten privaten Tyranneien uebergab. Die riesigen Massenproteste in Quebec im letzten April, beim Gipfeltreffen der Amerikas, richteten sich teilweise gegen den Versuch diese GATS-Grundsaetze insgeheim als Teil der neugeplanten Freihandelszone der Amerikas durchzusetzen. Und sie blieben geheim: das Geheimnis wurde von der Autozensur der freien Presse gewahrt. Diese Proteste brachten eine sehr breite, im Grunde beispiellose Waehlerschaft zusammen, einschliesslich der maechtigen suedamerikanischen Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien, ihre Gegenstuecke im Norden, und viele andere - alle in strenger Opposition gegen das, was die Handelsminister und Firmenvorstaende hinter - aus gutem Grund - fest verschlossenen Tueren planten.

Es fehlt die Zeit um hier in die Details zu gehen, aber sie sind aeusserst aufschlussreich. In den Vereinigten Staaten hat es tatsaechlich einen Uebergang von einem Goldenen zu einem Bleiernen Zeitalter gegeben. In diesen letzten 20 Jahren der "maerchenhaften Wirtschaft" hat das Einkommen fuer einen Grossteil der Bevoelkerung stagniert oder hat abgenommen - wahrscheinlich bei 70% der Bevoelkerung. Dieses Bild wird noch viel schlimmer, wenn man sich von den allgemeinen Massstaeben abwendet, und die tatsaechlichen Kosten betrachtet, aber dafuer ist, wie gesagt, keine Zeit.

Darueberhinaus werden sich die von der World Trade Organisation formulierten Spielregeln diese Effekte wahrscheinlich noch ausweiten. Jeder, der mit der Wirtschaftsgeschichte vertraut ist, kann genau sehen, was vor sich geht. Die Regeln der World Trade Organisation verbieten genau die Massnahmen, die von allen reichen Laendern - England, den Vereinigten Staaten, Japan und dem Rest - eingesetzt wurden, um ihren gegenwaertigen Stand der Entwicklung zu erreichen. Sie bieten ein beispielloses Ausmass an Protektionimus fuer die Reichen, einschliesslich einem Patentregime, das Innovationen und neue Wege des Wachstums versperrt, und Unternehmen erlaubt, riesige Profite durch die monopolistische Preisfestetzung von Produkten anzusammeln, die oft mit erheblicher oeffentlichen Beteiligung entwickelt werden.

Waeren die Vereinigten Staaten vor, sagen wir 200 Jahren, gezwungen gewesen dieses Regime zu akzeptieren, wuerde New England, wo ich lebe, heute sein relatives Einkommen durch den Fischereiexport bestreiten. Es wuerde sicher keine Textilien produzieren, die nur aufgrund der exorbitanten Einfuhrzoelle ueberlebten, die die ueberlegene britische Produktion draussen halten sollten, genauso wie mit dem Stahl und anderen Industrien, und das geht so weiter bis zum heutigen Tag, einschliesslich der extrem protektionistischen Reagan-Jahre. Die Beziehung zwischen England und Indien war so ziemlich die gleichen, bis Indien zuletzt durch die Kombination des aufgezwungenen Liberalismus fuer die Besiegten, und einem hohen Grad an Protektion und einem maechtigen Staat fuer die Gewinner, praktisch de-industrialisiert worden ist. Und das geschieht auf der ganzen Welt.

Werfen wir einfach ein Blick auf die Gesellschaften, die sich entwickelt haben - Europa, England und seine Ableger, die Vereinigten Staaten, Japan, einige Laender in der japanischen Peripherie. Sie sind die entwickelten Laender, und sie sind zufaellig genau die Laender, die der europaeischen Kolonialisierung und dem aufgewungenen Liberalismus widerstehen konnten. Die Korrelation ist sehr auffaellig und den Wirtschaftshistorikern wohlbekannt, wie ich hinzufuegen sollte.

Ich moechte nicht den Eindruck erwecken, dass die Aussichten vollkommen duester sind. Wir muessen nicht beweisen, dass die (unsere) Spezies ein biologischer Fehler ist. Es gab in den letzten Jahrzehnten sehr vielversprechende Entwicklungen. Eine davon war das Aufkommen einer Menschenrechtskultur in der allgemeinen Bevoelkerung, eine Tendenz, die seit den 60'er Jahren stark zugenommen hat, als die Gaerung dieser Jahre einen wesentlichen zivilisatorischen Effekt auf viele Sektoren zu Folge hatte. Ein bedeutendes Merkmal war die grosse Zunahme der Sorge fuer Buerger- und Menschenrechte, einschliesslich Minderheitsrechte, Frauenrechte, und die Rechte kuenftiger Generationen. Das ist die treibende Kraft der Umweltschutzbewegung, die in den letzten Jahrzehnten zu einer bedeutenden Kraft geworden ist. Die Bewegung fuer menschliche Entwicklung, die von Amartya Sen und Mahbub ul-Haq initiiert wurde, und der meine Lakdawala Vortraege gewidmet sind, ist ein Ausdruck dafuer.

Im Verlauf der modernen Geschichte, hat es zumindest in einigen Sektoren des Lebens, sehr bedeutende Siege fuer die Menschenrechte und die demokratische Kontrolle gegeben. Diese sind sehr selten das Geschenk aufgeklaerter Fuehrer gewesen. Normalerweise sind sie den Staaten und anderen Machtzentren durch Massenbewegungen aufgezwungen worden. Ein Optimist koennte vorbringen, vielleicht realistisch, dass die Geschichte einen wachsenden Respekt vor den Menschenrechten zeigt und eine Erweiterung ihrer Reichweite, nicht ohne harte Rueckschlaege, aber die Tendenz ist nichtsdestotrotz real. Und diese Themen sind heute sehr lebendig. Die schaedlichen Effekte der komerziellen Globalisierung haben im Sueden seit mehreren Jahrzehnten zu Massenprotesten und einem Aktivismus gefuehrt, dem sich in den letzten Jahren die groessten Sektoren der reichen Industriegesellschaften angeschlossen haben, mit Allianzen, die sich auf Graswurzelebene gebildet haben. Das sind beeindruckende Entwicklungen. Sie haben viele Chancen und sind vielversprechend, und sie haben die Rhetorik und manchmal Politikaenderungen beeinflusst, in den internationalen Finanzinstitutionen, der Welt der Unternehmer und allgemein. Es hat zumindest einen mildernden Einfluss auf die Staatsgewalt gegeben, obwohl nichts in der Art einer Menschenrechtsrevolution in der Staatspraktik, die von der westlichen intellektuellen Meinung so stolz verkuendet wird. Diese Entwicklungen koennten sich als sehr wichtig erweisen, wenn das Momentum auf eine Weise aufrechterhalten werden kann, das die Bindungen der Sympathie und Solidaritaet und Interaktion vertiefen kann, die sich entwickelt haben. Und ich denke es ist fair zu sagen, dass die Zukunft unserer gefaehrdeten Rasse vielleicht im grossen Ausmass dadurch entschieden werden koennte, wie diese Kraefte der Bevoelkerung sich entwickeln. [verlaengerter Applaus]

* * *
(uebs. von Dana).
[leichte Korrekturen LPA]

Hier der erste Teil. Der zweite Teil die textlich nahezu genauso
umfangreiche "Fragen-und-Antworten" Session folgt naechste Woche.
Zugleich ein herzliches Dankeschoen an Dana fuer Ihr immenses Stueck Arbeit
- P.

> From: dana.aldea@t-online.de

Artikel hier erfasst: 11.12.2001

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03.04.2003 Toussaint: Was soll man tun
Hallo,
was soll man tun? Kann man als Anarchist Attac unterstützen? Ich lebe auf dem Lande. Hier gibt es nicht so viele Anarchisten.
In den USA gibt es große reaktionäre Thinktanks, die die Regierung bearbeiten. Was haben wir da in der Hand. Die Friedensdemonstrationen haben den Krieg gegen den Irak ja auch nicht verhindert.
MfG Toussaint
03.08.2003 Knopf: Geht schon!
Natürlich kannst Du Attac benutzen. Ihre Analysen sind großartig. Nur Deine Handlungskonsequenz sollte differnzierter sein. Den Attac ist und bleibt bürgerlich....
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