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Johann Most - Die Gottespest
Unter allen Geisteskrankheiten, welche "der Mensch in seinem dunklen Drange" sich systematisch in den Schädel impfte, ist die Gottespest die allerscheußlichste. Wie alles eine Geschichte hat, so ist auch diese Seuche nicht ohne Historie; nur schade, daß es mit der Entwicklung von Unsinn zum Verstand, wie sie im Allgemeinen aus dem Historismus oft gefolgert wird, bei dieser Art Geschichte ganz gewaltig hapert. Der alte Zeus und sein Doppelgänger, der Jupiter - das waren noch ganz anständige, fidele, wir möchten sagen gewissermaßen aufgeklärte Kerle, verglichen mit den jüngsten Drillingssprossen am Stammbaume der Götterei, welche sich, bei Licht besehen, an Brutalität und Grausamkeit getrost mit Fitzliputzli messen können.

Wir wollen übrigens mit den pensionierten oder abgesetzten Göttern überhaupt nicht rechten, denn die richten keinen Schaden mehr an. Die noch amtierenden Wolkenverschieber und Höllen-Terroristen des Himmels aber wollen wir dafür desto respektloser kritisieren, blamieren und abführen. Die Christen haben einen dreifältigen Gott; ihre Vorfahren, die Juden, begnügten sich mit einem einfältigen. Sonst sind beide Gattungen eine recht heitere Gesellschaft. "Altes und neues Testament" bilden für sie die Quellen aller Weisheit; daher muß man diese "heiligen Schriften" wohl oder übel lesen, wenn man sie durchschauen und verlachen lernen will.

Greifen wir nur die "Geschichte" dieser Gottheiten heraus, so genügt das eigentlich schon zur Charakteristik des Ganzen vollkommen. In kurzem Abriß ist die die Sache nämlich die: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Er befand sich mithin zunächst im allgemeinen Nichts, wo es allerdings nüchtern genug ausgesehen haben mag, um sich als Gott darin zu langweilen. Und da es für einen Gott eine Kleinigkeit ist, aus Nichts Welten hervor zu zaubern, wie ungefähr ein Taschenspieler Hühnereier oder Silbertaler aus dem ärmeln schüttelt, so "schuf" er "Himmel und Erde". Später drechselte er "Sonne, Mond und Sterne" zurecht. Gewisse Ketzer, so man Astronomen nennt, haben zwar längst festgestellt, daß die Erde weder Mittelpunkt des Universums ist, noch je gewesen sein kann, noch überhaupt zu existieren vermochte, bevor die Sonne, um welche sie sich dreht, da war. Diese Leute haben nachgewiesen, daá es ein reiner Blödsinn ist, von "Sonne Mond und Sternen" und daneben von der Erde zu reden, als ob dieselbe, verglichen mit Ersteren, etwas ganz Spezielles und übergewichtiges wäre. Sie haben es längst jedem Schulbuben eingepaukt, daß die Sonne auch nur ein Stern, die Erde aber ein Trabant der Sonne, der Mond sozusagen ein Untertrabant der Erde ist, nicht minder, daß die Erde, verglichen mit dem Weltganzen, weit entfernt, eine hervorragende Rolle zu spielen, umgekehrt kaum wie ein Sonnenstäubchen sich ausnimmt.

Was hat sich ein Gott um Astronomie zu kümmern? Er macht, was er will und pfeift auf Wissenschaft und Logik. Aus diesem Grunde hat er auch nach seiner Erdenfabrikation zuerst das Licht und hernach die Sonne gemacht. Selbst ein "Hottentotte" kann heutzutage einsehen, daß ohne Sonne auf der Erde kein Licht sein kann; aber Gott - hm! der ist ja kein "Hottentott". Aber hören wir weiter! Die "Schöpfung" war so weit ganz gelungen, aber es war immer noch kein rechtes "Leben in der Bude". Der Schöpfer wollte sich amüsieren. Daher machte er endlich Menschen. Er wich dabei merkwürdigerweise ganz von seiner zuvor angewandten Praxis ab. Statt diese "Schöpfung" durch ein einfaches "Es werde!" zu bewerkstelligen, machte er ungemein viel Umstände beim "Schaffen". Er nahm eine ganz prosaischen Lehmkloß zur Hand, modellierte daraus "nach seinem Ebenbilde" eine Mannesfigur und "blies derselben eine Seele ein." Da aber Gott allweise, gütig, gerecht, kurzum die Liebenswürdigkeit selber ist, so leuchtete ihm ein, daß dieser Adam, wie er sein Fabrikat nannte, sich allein ungemein langweilen dürfte.

(Vielleicht erinnerte er sich dabei an sein vormaliges langweiliges Dasein im Nichts.) Und so erzeugte er denn eine ganz nette, reizende Eva. Hier hatte ihn indessen offenbar die Erfahrung gelehrt, daá die Bearbeitung von Lehmklössen eben doch für einen Gott ein gar zu unreinliches Geschäft sei, weshalb er eine neue Fabrikationsmethode in Anwendung brachte. Er riß dem Adam eine Rippe aus und verwandelte dieselbe - Geschwindigkeit ist keine Hexerei, am allerwenigsten für eine Gott - in ein niedliches Frauenzimmer. Ob die herausgenommene Rippe Adam später wieder ersetzt wurde, oder ob nach der stattgefundenen Operation Adam als einseitiger Mensch herum laufen mußte, davon schweigt des Sängers Höflichkeit.

Die moderne Naturwissenschaft hat festgestellt, daß sich Tiere und Pflanzen im Laufe von Millionen von Jahren aus einfachen Urschleimgebilden in den mannigfaltigsten Abzweigungen bis zu ihren jetzigen Formen entwickelt haben. Sie hat ferner festgestellt, daß der Mensch nichts weiter ist, als das Produkt dieser Entwicklung, und daß er nicht nur vor so und so vielen Jahrtausenden auch im engeren Sinne des Wortes ein sehr tierisches Aussehen hatte und keine Sprache besaß, sondern auch, daß er - jede andere Annahme schließt sich von selbst aus - aus niedrigen Tierarten hervorgegangen sein muß.

Die Naturwissenschaft läßt mithin Gott mit seiner selbst verkündeten Menschenmacherei als einen ganz albernen Aufschneider erscheinen. Aber was nützt das alles! Gott läßt mit sich nicht spaßen. Ob seine Erzählungen wissenschaftlich klingen, oder sich wie alberner Quatsch anhören, er befiehlt, daß man daran glaube, widrigenfalls er es geschehen läßt, daß einen der Teufel (sein Konkurrent) holt, was sehr unangenehm sein soll. In der Hölle herrscht ja nicht nur beständiges Heulen und Zähneklappern, sonder es brennt auch ein ewiges Feuer, es nagt ein unermüdlicher Wurm und es stinkt ganz heillos nach Pech und Schwefel. Alledem soll ein Mensch ohne Leib ausgesetzt werden. Es schmort sein Fleisch, das er nicht bei sich hat; er klappert mit den längst ausgefallenen Zähnen; er heult ohne Hals und Lunge; seine in Staub zerfallenen Knochen benagt der Wurm; er riecht ohne Nase - und das alles ewiglich. Eine verteufelte Geschichte!

Gott ist überhaupt, wie er in seiner selbstverfassten Chronik, der Bibel, ganz offen kundig mitteilt, ungemein launig und rachgierig - geradezu ein Musterdespot. Kaum waren Adam und Eva gemacht, so verstand es sich für ihn von selbst, daá dieses Pack regiert werden müsse; deshalb erließ er ein Strafgesetzbuch. Dasselbe lautete Kategorisch: Ihr sollt nicht essen vom Baume der Erkenntnis! Seitdem hat auch noch nie irgendwo ein gekrönter oder ungekrönter Tyrann existiert, welcher nicht den Völkern dieses Diktat zugeschleudert hätte.

Adam und Eva respektierten dieses Verbot nicht. Dafür wurden sie ausgewiesen und zu lebenslänglicher und auch auf ihre Nachkommen für alle Zeiten zu übertragender harte Arbeit verdonnert. Der Eva wurden außerdem noch die "bürgerlichen Ehrenrechte" aberkannt, indem sie als Magd Adam`s deklariert wurde, dem sie zu gehorchen habe. Unter göttlicher Polizeiaufsicht standen sie ohnehin schon. Wahrhaftig, so weit hat es selbst Fatzke ihm Schuhriegeln der Menschen noch nicht gebracht.

Die Strenge Gottes gegen die Menschen nützte indessen gar nichts, vielmehr ärgerten ihn dieselben, je mehr sie sich vermehrten, desto schmählicher. Und wie diese Vermehrung von Statten ging, das konnte man schon bei der Geschichte von Kain und Abel merken. Als der letztere von seinem Bruder totgeschlagen worden, ging Kain "in ein fremdes Land" und nahm sich ein Weib. Woher das "fremde Land" mit den dort zu findenden Weibern plötzlich kam, hat der liebe Gott freilich nicht notiert, was bei seiner damaligen Arbeitsausübung nicht zu verwundern ist.

Endlich war das Maß voll. Gott beschloß, die ganze Menschheit durch Wasser zu vertilgen. Nur ein paar Leute nahm er aus, um es nochmals zu probieren; unglüklicher Weise hatte er sich, aller Weisheit ungeachtet, aber schon wieder einmal vergriffen, denn Noah, der Chef der Geretteten, entpuppte sich bald als ein großer Söffel, mit dem seine Söhne Allotria trieben. Was konnte aus solch einer verlotterten Familie Gutes entstehen?

Wieder breitete sich die Menschheit aus; wieder entwickelte sich dieselbe zu jenen "Rabenäsern" und "Sündenlümmeln", von denen das bekannte Mecklenburger Gesangbuch soviel Böses zu berichten weiß. Gott hätte bersten mögen vor himmlischem Zorne, zumal alle seine exemplarischen Lokalzüchtigungen, wie Austilgung ganzer Städte, durch Pech und Schwefel, "rein für die Katz" waren. So entschloß er sich , das ganze Gesindel mit Stumpf uns Stiel auszurotten, als ein höchst sonderbares Ereignis ihn wieder milder stimmte. Andernfalls wäre es längst um die Menschheit geschehen gewesen.

Eines Tages tauchte nämlich ein gewisser "heiliger Geist" auf. Es ging demselben, wie dem "Mädchen aus der Fremde" - Niemand wußte, woher er kam. Der Bibelschreiber (nämlich Gott) sagt nur, er selber sei der heilige Geist. Man hat es also vorläufig mit einer zweieinigen Gottheit zu tun. Jener "heilige Geist" kam auf den Einfall, in der Gestalt eines Täuberichs mit einem Frauenzimmer Namens Maria eine Bekanntschaft anzuknüpfen. Er "überschattete" in einer süßen Stunde die Auserwählte seines Herzens, und siehe da, sie gebar ein Knäblein, was indessen, wie Gott in der Bibel ausdrücklich betont, ihrer Jungfräulichkeit durchaus keinen Abbruch tat. Der früher bemerkte Gott nannte sich nun Gott Vater, versicherte jedoch gleichzeitig, daá er nicht nur mit dem "heiligen Geist", sondern auch mit Gottes Sohn vollständig identisch sei. Man denke! Der Vater war sein eigener Sohn, der Sohn sein eigener Vater, Beide zusammen auáerdem noch "heiliger Geist". So gestaltete sich die "heilige Dreifaltigkeit".

Und nun armes Menschenhirn, halte Stand, denn was jetzt folgt, könnte ein Pferd umbringen! Wir wissen, daß Gott Vater beschlossen hatte, das Menschenpack zu frikassieren. Das tat dem Gott Sohn ungemein leid. Er (bekanntlich gleichzeitig Gott Vater) nahm die ganze Schuld der Menschen auf sich und ließ sich, um seinen Vater (bekanntlich gleichzeitig Gott Sohn) in seiner Raserei zu beschwichtigen, von jenem zu erlösenden Gesindel zu Tode schinden - natürlich nicht ohne nachträglich wieder frisch und froh in den Himmel zu fahren. Diese Aufopferung des Sohnes (der Eins ist mit dem Vater) machte dem Vater (der Eins ist mit dem Sohn) einen solchen Höllenspaß, daß er sofort eine allgemeine Amnestie erließ, welche zum Teil noch heute in Kraft ist.

Das ist der "geschichtliche Teil" der "heiligen Schrift". Man sieht, der Blödsinn ist dick genug aufgetragen, um Denjenigen, der bereits idiotisiert genug ist, ihn zu verdauen, empfänglich für irgend einen Wahnwitz zu machen. Hierher gehört vor allem die Lehre von der Belohnung und Bestrafung des Menschen im sogenannten "Jenseits". Längst ist es wissenschaftlich erwiesen worden, daß es ein vom Körper unabhängiges Seelenleben nicht gibt, daß das, was die Religionsschwindler "Seele" nennen, nichts weiter ist, wie das Denkorgan (Hirn), welches durch die lebendigen Sinnesorgane Eindrücke empfängt und auf Grund derselben sich betätigt, und daß mithin im Augenblicke des körperlichen Absterbens auch diese Regung aufhören muß. Was kümmern sich aber die Todfeinde des menschlichen Verstandes um die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung? Gerade so viel, als nötig ist, dieselben nicht ins Volk dringen zu lassen. So predigen sie denn das "ewige Leben" der menschlichen "Seele". Wehe derselben, im "jenseits", wenn der Leib, worin sie "diesseits" gesteckt, die Strafgesetze "Gottes" nicht pünktlich respektierte! Wie uns diese Leute nämlich versichern, ist ihr "allgütiger, allgerechter, allbarmherziger, gnädiger ect.ect Gott" eine Ultra- Schnüffelnase, welche sich um jeden Pfifferling eines jeden Einzelnen bekümmert und jeden "Fehltritt", den ein Mensch macht, in seine Allerweltsakten einträgt. Dabei ist er ein ganz absonderlicher Kauz. Während er wünscht, daß neugeborene Kinder unter der Gefahr eines Schnupfens ihm zu Ehren mit kaltem Wasser begossen (getauft) werden; während er einen Heidenspass hat, wenn unzählige Glaubensschafe in ihren kirchlichen Ställen ihn litaneimäáig anblöken, oder wenn ihm die Eifrigsten seines Anhangs ohne Unterlaß fromme Katzenmusik darbringen und ihn um alle möglichen und unmöglichen Dinge anbetteln (beten); während er sich in blutige Kriege mischt und als "Schlachtengott" sich von den Siegern anposaunen und weihräuchern läßt, wird er fuchsteufelswild, wenn Jemand an seinem Dasein zweifelt, falls er Katholik ist, an Freitagen Fleisch ißt oder nicht fleißig per Ohrenbeichte seine "Sünden" losscheuert; falls er Protestant ist, nicht die den Katholiken empfohlenen Heiligenknochen, Muttergotteslappen und Bilder verachtet, oder wenn er überhaupt nicht mit bockledernen Mienen, verdrehten Augen, gekrümmten Rücken und gefalteten Händen in der Welt umher duselt.

Stirbt so ein Mensch in "verstocktem" Zustande, so wird ihm vom "lieben Gott" eine Strafe zudiktiert, gegen welche alle Hiebe und Knuten und neunschwänzigen Katzen, alle Zuchthaus- Qualen und Verbannungs-Leiden, alle Empfindungen der Verdammten auf dem Schaffotte, alle Foltern und Martern, die je ein irdischer Tyrann ersonnen haben mag, nur angenehme Kitzeleien sind. Dieser "Gott" überbietet an bestialischer Grausamkeit alles, was auf der Erde Kanailleuses passieren könnte.

Sein Zuchthaus heißt H ö l l e, die wir bereits kennen, sein Henker ist der Teufel, seine Strafen dauern ewig. Er gewährt höchstens für leichte Fälle nach längerer Zeit Begnadigung, vorausgesetzt, daß der betreffende Delinquent als Katholik gestorben ist. Für einen solchen hat er nämlich unter Umständen das "Fegefeuer" vorgesehen, welches sich von der "Hölle" ungefähr so unterscheidet, wie in Preußen das Gefängnis vom Zuchthaus; so ist es nur für verhältnismäßig kurzzeitige Insassen eingerichtet und hat etwas leichtere Disziplin. Immerhin brennt es auch im Fegefeuer ganz "gottsträflich". Sogenannte "Todsünden" werden indessen nie mit Fegefeuer, sondern stets nur mit Hölle geahndet. Hierher gehört z.B. "Gotteslästerung", gegangen durch Wort, Schrift und Gedanken. Gott duldet also in dieser Beziehung nicht nur weder Press-, noch Redefreiheit, sonder er trifft auch schon die unausgesprochenen Gedanken. überbietet er somit schon an und für sich an Rüpelhaftigkeit selbst die schuftigsten Despoten aller Länder und Zeiten, so tut er dies weit mehr noch hinsichtlich der Art und Dauer seiner Strafmittel. Dieser Gott ist also das denkbar entsetzlichste Scheusal. Sein Verhalten ist um so infamer, als er von sich behaupten läßt, daß die ganze Welt und namentlich die Menschheit in all ihrem Tun und Lassen durch seine "göttliche Vorsehung" reguliert wird. Er malträtiert also die Menschen für Handlungen, deren Urheber er selber ist! Wie liebenswürdig sind gegenüber diesem Ungeheuer die Tyrannen der Erde aus vergangener und gegenwärtiger Zeit!- Gefällt es Gott aber, einen Menschen nach seinen Begriffen gut leben und sterben zu lassen, so - malträtiert er ihn erst recht. Denn der versprochene "Himmel" ist, wenn man ihn genau betrachtet, noch ein viel heilloserer Platz, als die Hölle. Man hat da gar keine Bedürfnisse, sonder ist immer befriedigt, ohne daß je ein Verlangen nach irgend einer Sache der Befriedigung vorausginge. Da aber ohne Verlangen und Erlangen gar kein Genuß denkbar ist, so ist das Dasein im Himmel rein genusslos. Man ist da ewig im Anschauen Gottes versunken; es wird immer auf den nämlichen Harfen dieselbe Melodie gespielt; man singt fortwährend das "neue Lied, das schöne Lied", wenn auch nicht "von dem versoffen Nagelschmied", so doch kaum Anregenderes. Das ist die höchste Potenz der Langweiligkeit Der Aufenthalt in einer Isolierzelle wäre dem entschieden vorzuziehen. Kein Wunder, daß diejenigen, welche reich und mächtig genug sind, das Paradies auf Erden genießen, unter sich mit Heine lachend ausrufen:

"Den Himmel überlassen wir Den Engeln und den Spatzen."

Und doch sind es gerade die Reichen und Mächtigen, welche den Gottesblödsinn und die Religionsduselei hegen und pflegen. Es gehört das entschieden zum Geschäft.

Ja, es ist für die herrschenden und ausbeutenden Klassen geradezu eine Lebensfrage, ob das Volk religiös versimpelt wird oder nicht. Mit dem Religionswahnsinn steht und fällt ihre Macht.

Je mehr der Mensch an Religion hängt, desto mehr glaubt er. Je mehr er glaubt, desto weniger weiß er. Je weniger er weiß, desto dümmer ist er. Je dümmer er ist, desto leichter kann er regiert werden! - Dieser Gedankengang war den Tyrannen aller Länder und Zeiten geläufig, daher standen sie auch steht's mit den Pfaffen im Bunde. Gelegentliche Streitigkeiten zwischen diesen beiden Sorten von Menschenfeinden waren sozusagen nur häuslicher Hader um die Obergewalt. Jeder Pfaff' weiß, daß er ausgespielt hat, sobald die "oberen Zehntausend" ihm nicht mehr unter die Arme greifen. Jedem Reichen und Mächtigen ist es kein Geheimnis, daá der Mensch nur dann geknechtet und ausgebeutet werden kann, wenn die Schwarzkünstler irgend einer Kirche es fertig bringen, genügenden Sklavensinn in die Herzen der Volksmassen zu pflanzen, denselben die Erde als "Jammertal" erscheinen zu lassen, ihnen das "göttliche" Diktat: "Seid Untertan der Obrigkeit!" einzutrichtern, und sie mit einer angeblichen Extrawurst, welche nach dem Tode im unbekannten Wokenkukuksheim gebraten werden soll, abspeisen.

Der Erzjesuit Windhorst ließ einmal im deutschen Reichstag in der Hitze des Gefechtes deutlich genug erkennen, wie die Schwindler und Gauner der Welt über diesen Punkt denken. "Wenn im Volke der Glaube zerstört wird" - sagte er -"kann es das viele Elend nicht mehr ertragen und rebelliert!" - das war deutlich und hätte jeden Arbeiter zum Nachdenken anregen sollen, würde ihn auch stutzig gemacht haben, wenn - ja wenn nicht so viele religiös zu vernagelt wären, um noch im Stande zu sein, mit normalen Ohren zu hören und einfache Dinge zu begreifen.

Umsonst haben die Pfaffen - d.h. die schwarzen Gendarmen des Despotismus - sich nicht stets so ungeheuer abgemüht, den Rückgang des religiösen Wesens aufzuhalten, obwohl sie selbst bekanntlich unter sich vor Lachen bersten möchten ob des Blödsinns, den sie gegen gute Bezahlung predigen. Jahrtausende hindurch haben diese Gehirnverhunzer einfach ein Schreckensregiment geführt, ohne welches die religiöse Tollhäusigkeit längst ein Ende genommen hätte. Galgen und Schwert, Kerker und Ketten, Gift und Dolch, Meuchel- und Justizmord - das waren ihre Mittel zur Aufrechterhaltung dieses Wahnsinns, der ein ewiger Schandfleck in der Geschichte der Menschheit bleiben wird. Hunderttausende sind auf Scheiterhaufen langsam "im Namen Gottes" geröstet worden, weil sie es gewagt, den biblischen Mist stinkend zu finden. Millionen von Menschen wurden gezwungen, sich in langwierigen Kriegen die Köpfe gegenseitig einzuschlagen, ganze Länder zu verwüsten und nach Mord und Brand die Pest zu erzeugen - nur damit die Religion erhalten blieb. Die raffiniertesten Foltern wurden Seitens der Pfaffen und ihrer Helfershelfer ersonnen, wenn es galt, diejenigen, welche vor Gott keine Furcht mehr hatten, durch irdische Teufeleien neuerdings in Religiosität hineinzuschrecken.

Man nennt einen Menschen einen Verbrecher, der anderen Hände und Füße verstümmelt. Wie soll man Jene bezeichnen, welche das Hirn zu Grunde richten, und, wenn ihnen das nicht gelingen will, den ganzen Körper mit ausgesuchter Grausamkeit Zoll für Zoll verderben?

Wohl ist wahr: Diese Strolche können heute ihr göttliches Banditengewerbe nicht mehr in der althergebrachten Weise treiben, wenn auch Gotteslästerungsprozesse und dergl. immer noch vorkommen; dafür haben sie sich aber desto mehr auf Familienschleicherei, auf Weiberbeeinflussung, auf Kinderfang und Mißbrauch der Schule geworfen. Ihre Heuchelei hat eher zu- als abgenommen. Selbst der Presse haben sie sich in einem sehr hohen Grade bemächtigt, seitdem sie bemerkten, daß sie nicht mehr im Stande seien, die Buchdruckerei als solche wieder aus der Welt zu schaffen. "Wo ein Pfaff hintritt, wächst zehn Jahre lang kein Gras mehr", lautet ein altes Sprichwort. Das heißt mit anderen Worten: Ein Mensch, der einmal den Pfaffen unter die Klauen geraten ist, hat aufgehört, gedanklich fruchtbar zu sein. Seine Gehirnmaschenerie stockt, statt derselben kriechen religiöse Maden und göttliche Würmer in seinem Schädel umher. Er gleicht einem Schafe, das die Drehkrankheit hat. Diese Unglücklichen sind um ihren eigenen Lebenszweck betrogen und, was noch schlimmer ist, bilden den großen Troß im Gefolge der Widersacher von Wissenschaft und Aufklärung, von Revolution und Freiheit. Wo immer es gilt, neue Ketten für die Menschheit zu schmieden: sie sind bereit, in stumpfsinnigem Unverstand wie besessen darauf loszuhämmern. Wenn gegen die fortschreitende Entwicklung der Dinge Hindernisse in den Weg gewälzt werden sollen - diese Unglücklichen werfen sich nötigenfalls in ihrer ganzen breiten Masse dem Strome der Zeit entgegen. Wenn man sich daher anschickt, diese Geisteskrankheit zu kurieren, so tut man nicht nur ein gutes Werk den Betreffenden gegenüber, sondern man steht auch im Begriffe, einen Krebsschaden auszubrennen, an welchem das ganze Volk leidet, und der schließlich unbedingt total ausgetilgt werden muß, wenn die Welt endlich eine Stätte für Menschen werden soll, statt, wie bisher, ein Spielplatz für Götter und Teufel, welche mit uns Schindluder treiben. Heraus also mit der Religion aus den Köpfen und nieder mit den Pfaffen! Die Letzteren pflegen zu sagen, der Zweck heiligt die Mittel. Wohlan! Wenden wir diesen Grundsatz endlich auch gegen sie an! Unser Zweck ist die Befreiung der Menschheit aus jeglicher Sklaverei, aus dem Joche sozialer Knechtschaft, wie aus dem Fesseln politischer Tyrannei, nicht minder, ja vor allem, aus dem Banne religiöser Finsternis. J e d e s Mittel zu Erreichung dieses hohen Zieles muß von allen wahren Menschenfreunden für recht erkannt und bei jeder darbietenden Gelegenheit in Anwendung gebracht werden.

Jeder religionslose Mensch begeht eine Pflichtvernachlässigung, wenn er täglich und stündlich nicht alles aufbietet, was in seinen Kräften steht, die Religion zu untergraben. Jeder von Gottesglauben Befreite, der es unterläßt, das Pfaffentum zu bekämpfen, wo und wann und wie er nur immer Gelegenheit dazu hat, ist ein Verräter seiner Sache. Also Krieg dem schwarzen Gesindel - unversöhnlicher Krieg bis aufs Messer! Aufreizung gegen die Verführer, Aufklärung für die Verführten! Lasset uns jedes Mittel des Kampfes in unsere Dienste nehmen: Die Geisel des Spottes, wie die Fackel der Wissenschaft; wird diese nicht zureichen, - greif- und fühlbarere Argumente!

Vor allem hüte man sich, in der Arbeiterbewegung Gottesphrasen und Religionsgefasel schweigend mitanzuhören. So wenig in de Lager der sozialen Revolution - und was auáerhalb desselben steht, ist eben reaktionär - monarchistische Agitationen oder Privateigentums- Beschönigungen Raum finden können, so wenig ist in demselben Platz für göttlichen Blödsinn. Und, wohl gemerkt: je "anständiger" diejenigen erscheinen, welche das verfluchte Religionsblech mit den Arbeiterbestrebungen vermischen wollen; je "besser" deren Ruf ist, desto g e f ä h r l i c h e r sind sie. Wer den Gottesschwindel in i r g e n d einer Form predigt, kann nur ein Dummkopf oder ein Schurke sein. Beide Sorten taugen nichts zur Förderung einer Sache, welche nur dann ihr Ziel zu erreichen vermag, wenn sie voll und ganz auf der Höhe wissenschaftlicher Erkenntnis steht und sich der Ehrlichkeit ihrer Verfechter erfreut.

Opportunitätspolitik ist da nicht bloß von übel, sie ist ein V e r b r e c h e n. Lassen die Arbeiter irgend welche Pfaffen sich in ihre Angelegenheiten mischen, so sind sie nicht nur belogen und betrogen, sonder auch alsbald verraten und verkauft. So selbstverständlich es ist, daß der Hauptkampf des Proletariats sich gegen den Kapitalismus zu richten hat und mithin auch auf die Zerstörung des Gewaltmechanismus desselben, des Staates, abzielen muß, so wenig darf in ihrem Kampfe die Kirche außer Acht gelassen werden. Die Religion muß systematisch im Volke untergraben werden, wenn dasselbe zu Verstand kommen soll, ohne welchen es nicht die Freiheit erringen kann.

Für die Dummen, resp. Verdummten, so weit sie noch besserbar erscheinen, werfe man u. A. folgende Fragen auf: Wenn Gott will, daß man ihn kenne, liebe und fürchte, w a r u m z e i g t e r s i c h n i c h t ? Ist er so gut wie die Pfaffen sagen, welchen Grund hat man, ihn zu fürchten? Ist er allwissend, weshalb belästigt man ihn mit seinen Privatangelegenheiten und Gebeten? Ist er allgegenwärtig, wozu ihm Kirchen bauen? Ist er gerecht, weshalb denkt man denn, er werde die Menschen bestrafen, welche er voller Schwäche erschuf? Tun die Menschen nur aus Gottes Gnade gutes, welchen Grund hätte er dann, sie dafür zu belohnen? Ist er allmächtig, wie könnte er es zulassen, daá wir ihn lästern? Ist er aber unbegreiflich, weshalb beschäftigen wir uns mit ihm? Ist die Kenntnis von Gott notwendig, weshalb schwebt er im Dunkel? U.s.w. Vor solchen Fragen steht der gläubige Mensch, wie ein Ochs vor dem Berge.

Jeder Nachdenkende muß aber zugeben, daß n i c h t e i n e i n z i g e r B e w e i s für die Existenz eines Gottes je erbracht worden ist. Außerdem liegt nicht die geringste Notwendigkeit für die Existenz eines Gottes vor. So wie wir bereits die Eigenschaften und Regeln der Natur kennen, ist ein Gott in oder außerhalb derselben geradezu zwecklos, gänzlich überflüssig und mithin ganz von selbst hinfällig. Sein "moralischer" Zweck ist noch nichtiger. Es gibt ein großes Reich, in welchem ein Herrscher regiert, dessen Verfahren den Geist seiner Untertanen in Unordnung bringt. Er will gekannt, geliebt und geehrt sein, und alles bemüht sich, die Begriffe zu verwirren, die man sich von ihm machen kann. Die Völker, welche seiner Gewalt unterworfen sind, besitzen über den Charakter und die Gesetze ihres unsichtbaren Souveräns bloß solche Ideen, als ihnen seine Minister mitteilen; diese hingegen geben es zu, daß sie selbst keine Vorstellungen von ihrem Meister sich machen können, daß sein Wille unerforschlich, seine Ansichten und Eigenschaften unergründlich sind; so sind seine Diener unter sich selbst nie einig über die Gebote, die sie von ihm auszugeben vorgeben, dessen Organe sie sich nennen; er verkündet dieselben in jeder Provinz seines Reiches verschieden; sie schmähen sich gegenseitig und Einer beschuldigt den Anderen des Betruges und der Verfälschung. Die Edikte und Gebote, welche sie zu verkünden beauftragt zu sein vorgeben, sind dunkel; es sind Rätsel, die von den Untertanen, denen sie zur Belehrung gegeben sein sollen, nicht verstanden und nicht erraten werden können. Die Gesetze des verborgenen Monarchen bedürfen der Erklärungen, doch Jene, die sie erklären, sind nie unter sich einig; Alles, was sie von ihrem verborgenen Fürsten erzählen, ist ein Chaos von Widersprüchen; sie sagen auch nicht ein Wort, das sich nicht auf der Stelle als Lüge erweisen ließe. Man nennt ihn außerordentlich gut; dennoch gibt es auch nicht einen Menschen, der sich nicht über seine Beschlüsse beklagt. Man nennt ihn unendlich weise, und in seiner Verwaltung scheint alles der Vernunft und dem gesunden Verstand entgegen zu sein. Man rühmt seine Gerechtigkeit und die besten seiner Untertanen sind gewöhnlich die am wenigsten Begünstigten. Man versichert, daß er alles sieht, und seine Allgegenwart heilt nichts. Er ist, sagt man, ein Freund der Ordnung, und in seinem Staate ist alles in Verwirrung und Unordnung. Er tut alles aus sich selbst, aber die Ereignisse entsprechen selten seinen Plänen. Er sieht alles voraus, aber er weiß nicht, was da kommen wird. Er läßt sich nicht ungestraft beleidigen und dennoch duldet er die Beleidigung eines Jeden. Man bewundert sein Wissen, die Vollkommenheit seiner Werke, dennoch sind seine Werke unvollkommen und von kurzer Dauer. Er schafft, zerstört und verbessert an dem , was er gemacht hat, ohne je mit seinem Werke zufrieden zu sein. Bei allen seinen Unternehmungen sieht er nur auf seinen eigenen Ruhm, dennoch erreicht er den Zweck, allgemein gerühmt zu werden, nicht. Er arbeitet bloß an dem Wohlergehen seiner Untertanen, aber denselben mangelt gräßtenteils das Notwendigste. Jene, die er am meisten zu begünstigen scheint, sind gewöhnlich am wenigsten mit ihrem Schicksal zufrieden; man sieht sie fast alle stets gegen einen Herren sich auflehnen, dessen Größe sie bewundern, dessen Weisheit sie rühmen, dessen Güte sie verehren, dessen Gerechtigkeit sie fürchten und dessen Gebote sie heiligen, welche sie nie befolgen. - Dieses Reich ist die Welt; dieser Herrscher ist Gott; seine Diener sind die Pfaffen, die Untertanen die Menschen, - eine schöne Gegend!

Der Gott der Christen speziell ist, wie wir gesehen haben, ein Gott, der Verheißungen macht, um sie zu brechen; der Pest und Krankheiten über die Menschen kommen läßt, um sie zu bessern. Ein Gott, der die Menschen nach seinem Ebenbilde schuf und doch nicht der Urheber des Bösen sein soll; der sah, daß seine Werke sehr gut waren, und doch bald vernahm, daá sie schlecht sind; der es wußte, daß die Menschen von der verbotenen Frucht essen würden, und dennoch dafür das ganze Menschengeschlecht verdammte.

Ein Gott, der so schwach ist, um sich vom Teufel überlisten zu lassen, so grausam, daß ihm kein Tyrann der Erde verglichen werden kann, das ist der Gott der jüdisch- schristlichen Götterlehre.

Derselbe ist ein a l l w e i s e r Pfuscher, der die Menschen vollkommen erschuf und sie doch nicht vollkommen erhalten konnte, der den Teufel erschuf und ihn doch nicht zu beherrschen vermag, ein A l l m ä c h t i g e r, der Millionen Unschuldiger verdammte wegen des Fehlers Einiger; der durch die Sündflut alle Menschen vertilgte bis auf einige, und ein neues Geschlecht erzeugen ließ, nicht besser als der frühere; der einen Himmel machte für die Toren, die an die Evangelien glauben, und eine Hölle für die Weisen, die sie verwerfen. - Er ist ein göttlicher Quacksalber, der sich durch den heiligen Geist selbst erzeugte; der sich selbst als Vermittler sandte zwischen sich und Anderen; der, verachtet und verhöhnt von seinen Feinden an ein Kreuz genagelt wurde wie eine Fledermaus an ein Scheunentor; der sich begraben ließ, von den Toten auferstand, die Hölle besuchte, lebendig in den Himmel fuhr und nun seit neunzehnhundert Jahren zur rechten Hand seiner selbst sitzt, um zu richten die Lebendigen und die Toten, dann, wenn es keine Lebendigen mehr geben wird. Er ist ein s c h r e c k l i c h e r Tyrann, dessen Geschichte mit Blut geschrieben sein sollte, weil sie eine Religion des Schreckens ist.

Hinweg denn mit der christlichen Götterlehre; hinweg mit einem Gott, erfunden durch Priester des blutigen Glaubens, die ohne ihr w i c h t i g e s N i c h t s, womit sie alles erklären, nicht länger im überfluß schwelgen, nicht länger Demut predigen und selbst im Glanze leben; nicht länger Sanftmut predigen und Hochmut üben, sonder durch die Aufklärung in den Abgrund der Vergessenheit geschleudert werden. Hinweg denn mit der grausamen Dreieinigkeit - dem mörderischen Vater, dem unnatürlichen Sohn, dem wollüstigen Geist! Hinweg mit all den entehrenden Phantasmen, in deren Namen die Menschen zu elenden Sklaven entwürdigt und durch die Allmacht der Lüge von den Mühen der Erde auf die Freuden des Himmels verwiesen werden. Hinweg mit ihnen, die mit ihrem geheiligten Wahne der Fluch der Freiheit und des Glückes sind!

Gott ist nur ein von raffinierten Schwindlern erfundenes Gespenst, vermittelst welchem die Menschen bisher in Angst erhalten und tyrannisiert wurden. Aber das Truggebilde zerfließt sofort, wenn es unter dem Glase nüchterner Untersuchung betrachtet wird; und die betrogenen Massen werden unwillig, auf solche Popanzen noch länger zu achten, vielmehr führen sie den Pfaffen die Worte des Dichters zu Gemüte:

"Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterkälte und Hungersnöten.
Wir haben vergebens gehofft und geharrt;
Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt."

Sie lassen sich hoffentlich nicht mehr lange äffen, foppen und narren, sonder stecken eines schönen Tages die Kruzifixe und Heiligen in den Ofen, verwandeln die Monstranzen und Kelche in nützliches Geschirr, benützen die Kirchen als Konzert-, Theater-, oder Versammlungslokale, oder, falls sie dazu nicht taugen sollten, als Kornspeicher und Pferdeställe, hängen die Pfaffen und Nonnen ins Glockenhaus und können bloß das Eine nicht begreifen; wieso es kam, daß nicht schon längst derartig verfahren wurde.

Dieser kurze, bündige und einzig praktikable Prozeß wird sich natürlich erst im Sturme der kommenden sozialen Revolution vollziehen, d.h. in dem Augenblick, wo man auch mit den Komplizen der Pfaffheit, den Fürsten, Junkern, Bürokraten und Kapitalisten "tabula rasa" macht, Staat und Gesellschaft aber, gleich der Kirche, mit eisernem Besen gründlich ausmisten wird.


Artikel hier erfasst: 11.02.2002

Kommentare
25.03.2002 JackWest: Gut gebrüllt - aber mal im Ernst:
Es möge Dir erlaubt sein, nicht an einen Gott zu glauben. Dann ist es Dir sicherlich auch erlaubt, über diese für Dich sicherlich absurde Vorstellung, zu lachen und zu schelten. Ich allerdings weiß nicht, ob es ein höheres Wesen gibt, dass sich um uns kümmert und die Menschen als Ganzes beschützt. Ich finde die Vorstellung allerdings schön und beruhigend, dass so etwas existiert und ich halte mich daran fest. Schließlich denke ich nicht, dass es uns Menschen - wenn überhaupt - in so zivilisierter Form geben würde, hätte der Glaube an ein höheres Wesen nicht dazu beigetragen, dass sich ein Gewissen und der Glaube entwickelt hat, dass alles, was wir in unserem Leben tun, auch nach dem Tod noch Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Grüße, Jack.
26.03.2002 beni: Hast schon recht
High Jack,

in http://www.anarchie.de/ cgi-bin/ main-5852.html habe ich auch geschrieben:

"Laßt uns unsere vergrabenen und zerstörten Fähigkeiten der Selbstorganisation wieder entdecken - Das Universum ist lebendig und intelligent, es entwickelt sich und wir können Teil dieses Prozesses sein, ob als Einzelner oder als Gruppe. Kann uns das Bewußtsein, Teil eines intelligenten, lebendigen Universums zu sein, helfen, uns trotz der allgegenwärtigen Bedrohung und Verarschung gemeinsam zu entwickeln und zu organisieren?"

Den Text von Johann Most aus dem vorletzten Jahrhundert finde ich trotzdem ganz lustig und lesenswert - Gut gebrüllt eben.

m@G, Beni
09.06.2002 Robert: Re: Die Gottespest
Most fragt, wo das andere Land und die anderen Menschen herkommen?
Die Schöpfungsgeschichte ist die Geschichte des jüdischen Volkes. Adam und Eva wurden von diesem bösartigem Gott aus Erde gemacht. Er schuf sie nach seinem Bilde! Das sollte man nie vergessen!
Die anderen Völker gab es vorher schon, geschaffen von anderen Göttern.
02.09.2002 Bennirebel: Jesus Rocks!!!
Hi, was hast du denn geraucht als du diesen Schwachsinn zusammengeschrieben hast?
Der Unterschied zwischen Glauben & Wissenschaft ist eben, dass man Gott nicht beweisen kann, sondern ihm einfach VERTRAUEN muss dass er da ist & sich um einen kümmert. (man kann übrigens auch nicht beweisen dass es ihn nicht gibt)
Wenn du wirklich mal versucht hättest, mit Gott eine Beziehung anzufangen, hättest du festgestellt, dass es ihn gibt!
Um nochmal auf Wissenschaft zurückzukommen:
Es ist rechnerisch bewiesen dass die Zeit, die es die Erde ANGEBLICH schon geben soll, gar nicht ausgereicht hätte, um Sachen wie z.B. das menschliche Auge rein zufällig durch Selektion, Mutation usw auszubilden, aber dazu hat die moderne Wissenschaft offenbar nichts zu sagen. Allgemein haben sich schon viele "bombensichere" Annahmen der Wissenschaft als falsch herausgestellt.
Um nochmal auf Adam & Eva zurückzukommen:
Es gibt auch theologische Deutungsvarianten, nach denen diese Geschichten nicht wörtlich, sondern als Symbol gewertet werden, & so manche Erzählung kann sich durchaus so zugetragen haben, wenn man die wissenschaftlichen Daten anders interpretiert.
Für Interresierte:
www.jesusfreaks.de
Ich habe mir deinen kranken Schrott zwar nicht bis zum bittren Ende durchgelesen, aber ich werde für dich beten!!!
Jesus rocks (your life )
09.09.2002 Soz: Gedanken zum Text von J.Most - Ist diese Kritik tatsächlich von wissenschaftlicher Relevanz?
Sehr geehrter Herr Most

Ich las mit grossem Interesse Ihren Text durch, da ich zu den Personen zähle, die sich sehr gerne mit solchen Fragen auseinandersetzen. Ich werden aus zeitlichen Gründen jedoch nicht auf Ihren ganzen Text eingehen können, sondern nur an der Gesamtdarstelleung des Textes, die übrigens über den ganzen Text die gleiche ist, wenn nötig Kritik ausüben.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Sie haben den ganzen Text über mit sog. „Wissenschaftlichen Tatsachen“ gegen die Lehre der Bibel argumentiert – dies ist jedoch, um es schnell zu sagen, nicht möglich einerseits und nicht erlaubt andererseits. Man sollte möglichst spärlichen Umgang pflegen mit wissenschaftlichen Argumenten, da man sonst sehr schnell einer „Pseudowissenschaft“ verfallen könnte, was ja nie der Sinn einer Argumentation ist. Wieso soll eine wissenschaftliche Argumentation gegen die biblische Lehre nicht möglich sein? (Sie ist ebenso unmöglich wie das Gegenteil davon, d.h. eine wissenschaftliche Argumentation für die Bibel. Schöfpungsforschung verfällt jedoch nicht dieser!). Wie in der Wissenschaft der methodische Atheismus quasi „Gebot“ oder „Regel“ ist, so ist die Tragweite der naturwissenschaftlichen Methodik klar begrenzt. Begrenzt auf die Wirklichkeit von Raum, Materie und Zeit, auf empirische Beobachtungen und Daten. Alles ausserhalb dieses Bereiches sollte, nur rein theoretisch, der naturwissenschaftlichen Methodik entfallen (zugegebenermassen sehr stark vereinfacht erkärt!). Dies ist jedoch in der Praxis lange nicht immer der Fall (z.B. die Historische Evolutionsforschung muss sich anderen Methoden annehmen.).

Aus diesem Grund muss man Ihren Text, ob man dies aus emotionalen oder ideologischen Gründen befürwortet oder aucht nicht, der Philosophie zuwenden. Es ist lächerlich und unmöglich zugleich zu versuchen, die Bibel anhand wissenschaftlich nicht relevanten Methoden oder Daten zu „beweisen“ (das kam tatsächlich in einer recht peinlichen Form schon vor) oder zu „wiederlegen“ (auch das kam oft schon vor, ist jedoch auch dem Scheitern zugesagt).

Ein weiterer wichtiger Punkt wäre mir, dass die Bibel nicht zu uminterpretieren ist – sie ist kein Naturlehrbuch, in dem die biologische Systematik strukturiert vorzufinden ist – nein; nach den Schriften der Bibel ist dieses Buch selbst das einzige Schriftliche, was uns, der Welt, von diesem Gott des alten und neuen Testaments erhalten geblieben ist. Wenn Ihre ideologischen Weltvorstellungen nicht mit denen der biblischen Lehre harmonieren – das ist nicht das Problem vieler Leute, die diesen grundsätzlich relevanzlosen Text lesen, sondern Ihr persönliches.

Was ich noch erwähnen wollte als Beispiel ist, dass auch gerade dieser „Kampf“ in der Evolutionsbiologie noch lange nicht vorbei ist. Diese Thematik ist zu komplex, um sie mit einem Tropfen Philosophie aufzufangen. Um ehrlich zu sein, Philosophie, wie Ihr Text es war, hat auf diesem Gebiet keine Relevanz, ist an der komplett falschen Stelle. So bestehen auch wesentliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Theorien („frankfurter Evolutions- und Organismentheorie“, „moderne synthetische Evolutionstheorie“, auch bekannt als „erweiterte selektionstheorie Darwins“, jedoch häufiger unter ersterem beschriftet) und den evolutionistischen, weltanschaulichen Vorstellungen von Philosophen. Es ist auch zu bemerken, dass es noch immer sehr heftig diskutierte Argumente und Sätze gibt. Auf der Seite der Schöfpungsforschung ist da wohl die Idee des „Grundtypenmodells“ interessant und so kritisch zu studieren und bewerten.

Wenn auch ich hier unnötig argumentiert hätte, so lassen Sie mich dies ruhig wissen. Ich wollte in meiner Schrift nicht die Bibel beschönigen, aber auch nicht Ihr ideologisch geprägten Weltbilder. Ich wollte wirklich nichts zerstören. Meine Hauptaussage möge diejenige sein, dass man es endlich auslassen sollte, Lehren anhand irgendwelcher (da die wissensch.-rationale methodik nicht auf subjektive Anschauungen und Aussagen „anwendbar“ ist, muss man solche „wissenschaftlche Argumente“ wohl, obwohl die Definitionen nicht ganz eindeutig sind und mehrere davon vorhanden sind, der „Pseudowissenschaftlichkeit“ zuschreiben.) Argumente zu wiederlegen. Von mir aus von Philosophischer Sicht – es wäre mir gleichgültig, wenn man Philosophie als Solche auf der einen und Wissenschaft als Solche auf der anderen Seite kennzeichnen würde. Verboten ist jedoch, das Eine als „das Andere“ zu präsentieren, zu betiteln.

Dies soll nicht Kritik sein, sondern als Denkanstoss dienen.

„Die Forderung der wissenschaftlichen Objektivität führt dazu, dass jeder wissenschaftliche Satz vorläufig ist. Nicht der Besitz von Wissen, von unumstösslichen Wahrheiten, macht den Wissenschaftler, sondern das rücksichtslos kritische, unablässige Suchen nach der Wahrheit.“
K.Popper

Mit freundlichen Grüssen

Philippe Schmid

snowdolphine@nameplanet.com

PS: Zum Thema der „Gefühle“ bei Religionen: Resultate aus der Neurobiologie sind mit interesse zu verfolgen, jedoch nicht übereilig anhand ideologischer Interessen und Voraussetzungen zu deuten, wie es leider (zu) oft getan wird. Ausserdem möchte ich noch anfügen, dass Ihre Kritik an der Bibel, wenn auch nicht durch „wissenschaftliche Argumente“ legitimiert, psychologisch völlig normal, „menschlich“ ist. Hier wären einige soziobiologische Schriften sehr zu empfehlen, wobei auch diese noch sehr unkomplett sind und viele Fragen offen lassen.
09.09.2002 beni: Johann Most
Hallo Philippe,

Johann Most (1846 - 1906)ist leider schon seit vielen Jahren tot. Ich denke man sollte nicht jedes Wort dieses alten anarchistischen Hitzkopfs auf die Goldwage legen, so wie zum Beispiel seine "Revolutionäre Kriegswissenschaft" wo er dazu aufruft, reiche Müssiggänger mittels selbstgebrautem Dynamit zu entsorgen. trotzdem kann man sich mit leichtem Schmunzeln über seine revolutionäre Leidenschaft freuen, und am Ende doch noch das eine oder andere bedenken und von ihm lernen.

Mehr zu J. Most unter http://dose.servus.at/ hillinger/ most.html

Von ihm z.B. noch http://www.anarchie.de/ main-5855.html oder einfach bei Google nach "Johann Most" suchen.

gruss, Beni
10.09.2002 Soz: Danke
Ich bedanke mich für Ihre Information....Ich hatte keine Ahnung, wer dieser sog. "Johann Most" ist, geschweige denn ob er überhaupt noch lebt oder nicht. Mir fiel nur sofort seine pseudowissenschaftliche Kritik an "dieser" Lehre auf. Dies bereitet mir jedesmal grossen Ärger, wenn ich sehe, wie schnell sich Leute mit irgendwelchen Desinformationen zufrieden geben, die von den Medien verbreitet werden. Ein weiterer kläglicher Versuch, eine Ideologie zu zerstören anhand pseudowissenschaftlicher Argumente. Ich darf zugeben, dass ich jeweils einzelne Worte (entscheidende) sehr ernst nehme, da nur diese zusammen einen ganzen Text ergeben. Gerechtfertigte Kritik ist heutzutage sehr, sehr selten.

"De omnibus dubitandum est."
R.Descartes

P.S.
10.11.2002 sickness: die PEST
ich finde du hast verdammt recht, es war ma irgendso ein kleiner pisser der hat sich die scheiss gottesgeschichte ausgedacht und guck was jetz is, etwa über 4 millarden menschen glauben an seine worte.
früher wurden gottesgegner gefolltert, getötet und so weiter und in der bibel steht so ein scheiss wie liebe deinen nächsten.
weitere infos unter:
www.burningchurch.de
ReVolT
21.12.2002 Knokesch: Ich weis dass ich nichts weis!
Ich kann mich J. Most nur anschließen, dass wissenschaftliche Erkentniss zum Teil nicht mit den Inhalten der Bibel übereinstimmen. Die Evolutionstheorie ist da nur ein kleines Beispiel für. Es gibt auch viele ethische Punkte wobei die Wissenschaft von der Lehre der Bibel abweicht.
Natürlich Argumentieren Christen dann damit, dass eine Theorie immer noch eine Theorie ist. Dies ist meiner Meinung auch ein Schwachpunkt der Christen. Sie können zwar jedes Argument gegen den christlichen Glauben anzweifeln (siehe Soz), aber letztendlich nicht einen Gegenbeweis für die Existenz des christlichen Gottes liefern.("Letztendlich ist es Gott gewollt", wäre so eine typische Ausrede, welche ich dann als wirklich unwissenschaftlich gelten ließe).
Meiner Meinung nach wird der christliche Glaube immer weiter an Boden verlieren, da er immer mehr entlarvt wird, als rein menschliches Werk. Ich habe auch schon so das Gefühl, dass jede Religion sich selbst nicht von der Evolutionstheorie befreien kann. Naturreligionen werden unterdrückt, Christen werden stark, Juden werden verfolgt, Aufklärung führt zu einer glaubenslosen Masse. Am Ende Gewinnt der Stärkere oder vieleicht ja auch die wirklich eigene Vernunft.
Ich selber bin kein Atheist, sondern glaube auch an das Übernatürliche (oder wie Christen zu sagen pflegen Vater, Gott). Ich weis nur, dass ich nicht weis ob es ihn/es/etwas gibt. Zu Behaupten es gäbe keinen Gott, wäre genau so maßlosig, wie zu sagen, der christliche Glaube wäre der richtige. (hier wiederspricht mir die Bibel, wo ja der christliche Glaube der einzig wahre ist). Schlimme Zeilen die viel Leid gebracht hatten. Aber weiter...
Für mich ergibt sich aus diesem Religionswirrwar aus Christen, Naturreligionen usw. nur eine plausible Schlussfolgerung die lautet, sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen, ohne Broschüre wo es lang geht und ohne Beeinflussung. Es geht jetzt nicht darum, egoistisch seinen Weg zu gehen, sondern vielmehr geht es darum, dass sich Gemeinschaften bilden, welche sich nicht zum Ziel setzen sich ihr Gewissen rein zu reden bzw. sich einen Größenwahn einzureden welcher grundlegende Ängste des Menschen weglügt, sondern aus reiner Vernunft kreative Erkentnisse hervorbringen und diese dann leben.
Für mich persönlich ist das, was die Christen Gott nennen, meine Fähigkeit selbst zu Entscheiden. Das heißt nicht, dass ich Gott bin :-), sondern dass wenn es "Gott" gibt, er durch mich hindurchwirkt. Bzw. durch jeden anderen Menschen auch. Sei es durch Worte der Seele oder der Vernunft. Dies ist natürlich meine kleine Geschichte, so wie ich das erlebe. Für jeden, der sich selber mal freimacht vom Gegebenen, kann die Erfahrung natürlich ganz anders aussehen. Deshalb denke ich auch, dass es viel mehr Gemeinschaften geben sollte, welche nicht alte Wegweiser in ihren Mittelpunkt setzen, sondern die eigene kreative Energie. (In solchen Gruppen ist es natürlich dann auch wichtig, dass keine allzu starken Neurosen das Klima bestimmen, da gerade dort dieser neue Weg nicht gegangen werden kann, sondern wahrscheinlich nur eine katastrophale Ideologie geschaffen würde.) Nennen Sie von mir aus die Gemeinschaft eine Selbsthilfegruppe, welche sich gegenseitig hilft, dass unmöglich zu transzendierende Außerhalb und doch vorhandene, im kreativen geinsamen zu beschreiben, zu erleben und sein Leben danach zu richten. Dieser Bewußtseinsweg benötigt natürlich sehr viel Mut und Vertrauen zur Welt. Hier gibt es keinen Gesalbten, welcher die Sünden vergibt, kein Pass für das Leben nach dem Tod, vieleicht auch keine Erleuchtung. Aber das was diese Gemeinschaft (unter Berücksichtigung des oben Gesagten) zusammenträgt, ist so real, seelisch, menschlich, dass es dem Einzelnen helfen kann, seinen sinnhaften Weg zu gehen.
Die Möglichkeit die ich hier beschreibe ist sehr wahrscheinlich nicht das non plus ultra weil es ja meine Sicht ist, gerade deshalb würd ich gerne wissen, was andere darüber denken, die ähnlich wie ich nicht einer der Religionen angehören.
Ich glaube im Grunde hatte J. Most ähnliche Gedanken wie ich, wobei auch seine Argumente gegen Religion abziehlen, dabei aber nicht den Raum vernichtet, welcher auf jeden Fall zu Lebzeiten nicht betreten werden kann.

Anhang:
Das Most die Seele verwissenschaftlicht, kann ich nur so argumentieren, dass er wahrscheinlich selbst keinen guten Zugang zu sich selber hatte und deshalb die Frage nur empirisch beantwortet. Für ihn stellt sich auch nicht die Frage, ob es überhaupt eine andere Dimension gibt, die ausserhalb unserer Erkenntnis liegt.
Grüße Knokesch
21.12.2002 beni: Noch was für Christenhasser ...
http://www.bare-jesus.net ....
15.02.2003 dieter: Warum?
Dieser Text ist einfach unmöglich. Mit einer Aroganz, die an die Inquisatoren der Gegenreformation erinnert, wird der Glaube von Menschen mit Füßen getreten. Selbst kann ich das Konzept eines Gottes nicht nachvollziehen, aber wenn einer meit das ist jemand und zieht die Fäden, dann sollte er das tun. Trotz meines Unglaubens bin ich ein Freund der Institution eines Pfarrers. Denn wenn ich nicht mehr weiterweiß oder einfach nur Rat brauche, der Pfarrer ist Christ und muss mir helfen. Ausserdem sind viele von denen gebildete Menschen, mit denen interessante Gespräche möglich sind. Und noch zur Wissenschaft, Religion kann nicht wissenschaftlich erklärt werden, den die Wissenschaft fragt nur nach dem Wie? die Religion hingegen nach dem Warum? Auch für Menschen die nicht an Gott glauben hilft ein wenig Spiritualität dem inneren Gleichgewicht.
02.06.2003 Mohammed Said al Sahaf: Allah wird sie alle vernichten
;)
Es gibt keinen Gott außer dem einen. Und ich bin sein Informationsminister
23.08.2003 oma: allah wird sie alle vernichten,,,
er wird es nur können,wenn sich leute finden,die mit bomben o.ä.zündeln. jede religion ist nur so krank wie ihre fundamentalisten und nur so anregend und hilfreich wie ihre freigeister. ein gott der nur vernichtet ist ein gott für doofe. ein gott der selektiert läßt sich misbrauchen, hat demnach auch keinen anspruch gott genannt zu werden. aber kein wunder bei einem rein männlichen kriegsclub mit religionsanspruch.
wie wär's mit nem göttlichen prinzip? dann wendet sich der mensch vielleicht auch mal dem leben und lachen zu und erniedrigt sich selbst nicht zu nem brotlosen irren...
vielleicht ist dir ja auch aufgefallen, daß die sogenannten hochkulturen erst in den phasen kreativ und lebendig waren, als die religiösen und politischen zwänge gelockert wurden...
17.01.2004 dhamakajan: Re: allah wird sie alle vernichten
"...Es gibt keinen Gott außer dem einen. Und ich bin sein Informationsminister..."

Das geht noch: soweit Du nicht sein Verteidigungsminister bist!
11.04.2004 ilse: glauben-religion-spiritualität ?
ES IST FÜR MICH IMMER WIEDER ERSTAUNLICH; WIE ICH ALS ANARCHA-FEMINISTIN REAGIERE; WENN EIN MIR NAHE STEHENDER MENSCH STIRBT: ZU MEINER EIGENEN BERUHIGUNG HOFFE ICH DANN: ES GIBT EIN JENSEITS; IN DEM GEHT ES DERJENIGEN/DEMJENIGEN GUT:
ANDERMAL MEHR DAZU:
24.04.2004 Zarathustra: gott :-))))))))))))))))))))
darin liegt der wahn der welt - aus unendlichen möglichkeiten nimmt sich der mensch eine der wenigen unmöglichkeiten heraus - malt sich eine welt in schwarz und weiss, gut und böse, satan und gott - daran werden wir einst verderben - ein erforderlicher wandel ist nicht in sicht

gott jedenfalls wird uns nicht helfen, weder im hier, noch im dort ... es gibt auch kein jenseits vom leben - das wäre der tod - dass wir menschen durch den verlust eines nahestehenden in einen zustand von trauer geraten, ist eine sache der psychologie. um den verlustschmerz zu lindern, schützt sich der körper, durch die gabe eines bewusstseinmindernder droge - in diesem "rauschzustand" ergibt sich der trost eines besseren jenseits - manche verbringen ihr ganzes leben unter dieser droge - (verliebtheit ist ähnlich)

also sprach zarathustra
27.04.2004 ilse: zarathustra - wahn
na ja, wenn du meinst. nur schwarz-weiß/gut böse ist nicht meine sache. ich denke inzwischen sehr viel mehr in systemischen zusamenhängen. nur, ich habe eine tochter mit 12 jahren verloren die krank war, und als sie starb wares wie eine katastrophe. mir hat es damals in meiner trauer sehr geholfen ,mir vorzustellen, dass sie jetzt irgendwo aufgehoben ist ohne schmerzen ohne ständige bluttransfusionen. am 06. april ist meine mutter mit 93 jahren gestorben . ich finde es sehr traurig das nun ein leben beendet ist, dass sehr viel für andere menschen in ihrem leben getan hat. und aussedem ist da eine lücke, da ist ein mensch weggegangen, der nun endgültig nicht mehr wiederkommt. und wenn jemand wie ich, auch noch 7 jahre diesen menschen intensiv gepflegt hat, dann hast du eine andere beziehung zu der person, als nur in sogenannten guten, fröhlichen zeiten. aber ich denke auch, es kann kein mann nachvollziehen was es bedeutet ein kind zu verlieren, dessen leben eigentlich erst angefangen hat. mit wahn hat das wenig zu tun, und mit apaptie noch weniger. ich denke ich habe in meinem leben viel gekämpft für eine andere freiere gesellschaft, und tue das auch noch. ausser hier theoretisch zu labern und in irgendwelche wahnideen zu verfallen. schöne zeit euch allen.
06.05.2004 Wolfsblut: Denken?!?
Nichts für ungut, aber nun etwas an alle "Christenhasser":
Zunächst einmal würde ich mich selbst nicht als Christ bezeichnen, ich würde mich auf Anfrage überhaupt nicht bezeichnen. Aber ich finde es einfach, traurig, dumm, einfältig, wie man sich stundenlang darüber abfeiern kann, dass die Idee von Gott eine so witzlose Angelegenheit sei. Am Anfang steht doch erst einmal die Frage nach der Definition "Gottes". "Gott" ist nur ein Wort, verdammt! Die wenigsten Christen (evangelisch), die ich kenne, haben solch eine beschränkte Meinung, wie ihr sie hier kritisiert. Wer auch immer so einen Mist schreibt wie Most, hat nie nähere Erfahrungen mit intelligenten Gläubigen gehabt, sonst wäre er zu etwas mehr Weisheit in seinem Leben gelangt. Fazit: Erst informieren, dann kritisieren. Es ist leicht, zu verdammen, was einem nicht bekannt. Auch nicht viel schwerer ist es allerdings, zu sehen, was ist richtig, was ist falsch. Was ist also richtig? Das, was funktioniert. Natur. Leben im Gleichgewicht. Tiere. Pflanzen. Naturvölker. Harmonie. Yin-Yang-Prinzip. Die ewige goldene Mitte, zwischen Jägern und Gejagten, zwischen Sonne und Regen, zwischen Tag und Nacht, das ist es, was seit Milliarden Jahren funktioniert.
Was ist falsch? Das, was nicht funktioniert. Der Mensch. Darum wird er auch in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft erkennen oder sterben. So möge es sein.

Wolfsblut.

P.S. Jesus war genauso wenig ein dahergelaufener Irrer wie Buddha oder Gandhi.
31.05.2004 ilse: wolfsblut - denken
ich denke das problem vieler menschen, die sich links oder linksradikal verstehen ist, dass sie selber nichts neben sich dulden können, wie viele kirchen"väter" nichts neben sich dulden können. ausser eifersucht - verlustangst - und angst vor machtverlust in der gruppe ind er familie in ich weiss nicht wo alles, glauben sie immer die einzige wahrheit zu besitzen. wer die bibel mal richtig interpretiert ist sie ein geschichtsbuch, wie alle geschichtsbücher mit fälschungen. aber so viel ist doch heraus lesbar denke ich, dass dieser jesus, der ja anders hiess, einer der ersten sozialrevolutionäre war,der in einer männerkommune gelebt hat. was sonst wären diese jünger. ich finde diese schimpferei die bis zur dikriminierung im alltag geht von christen auch bescheuert, weil sie so pauschal nicht zu kritisieren und zu verurteilen sind. immerhin gab es auch frauen wie die sölle ( habe den vornamen vergessen), die in lateinamerika mit den bischöfen der befreiungsteologie solidarisch mit der jeweiligen guerilla waren. die auch mit den indigenabewegungen solidarisch waren. schönen abend noch.
13.07.2004 Zarathustra: verlorenes kind ....
mein beileid wg verstorbener tochter und mutter ... aber, es ist absolute matrichale wahnvorstellung, wenn du sagst, ein mann könne den verlust eines kindes nicht nachvollziehen ... ich könnte an dieser stelle richtig bösartig werden - lass es aber gedacht und unbeschrieben ... aber ich rate dir an gelegentlich nachzudenken ... menschheitlich nachzudenken ... du scheinst mir über einen radikalen feminismus nicht hinauszukommen - manche deiner äusserungen lassen diesen schluss zu ....

also sprach zarathustra
18.05.2005 Salamander: dorothee...
dorothee sölle hieß die gute.......

und jesus war nicht nur in einer männerkommune, sondern man mutmaßt, dass sogar einige jüngerinnen mit ihm gingen....die wurde biblisch natürlich beschönigt (also zu männern gemacht), oder weggelassen. maria magdalena ist ein berühmtes beispiel. sie könnte vielleicht sogar jesu frau (lebensgefährtin......bei geistigen führern ist das ja immer so mit der geschlechtslosigkeit.....siehe hitler [auch, wenn schlechtes beispiel])gewesen sein. außerdem ist in der geschichtschronik "bibel" beschrieben, wie die erste jerusalemer christengemeinde gelebt hat.......so mit gütertrennung, etc. die erste geschichtlich erwähnte urkommune findet sich also in der bibel. zu jesu zeiten war es nicht mal unüblich, wie jesus zur gewaltfreiheit überzugehen. es gab auch andere jüdische sekten, die in kommunen gewaltfrei miteinander gelebt haben. (siedlung von Qrumrai, oder so ähnlich;-)


ich selbst bin auch kein christ. finde aber die religion im allgemeinen leistet unendlich viel gutes: sie macht die unmenschlichen verhältnisse derer ertragbar, die nicht die kraft zum kämpfen haben. sie macht vor allem dinge erträglich, die nicht zu ändern sind, wie etwa der verlust von angehörigen und nahestehenden menschen (siehe ilse). sie sollte nur nicht dazu führen, dass mannfrau sich in sie zurückzieht und den blick auf das diesseits, die welt in der wir leben, verliert. denn sonst lassen wir uns anketten im kerker der momentanen verhältnisse, und verschönern die ketten mit den blumen der religion, wie marx schon treffend sagte.
18.09.2005 Hermus: oh yeah
system of a down rulz
10.01.2006 Soilent Michi: Gottespest
Hey mann, wenn du das überzeugend sprchen kannst,
produzier ich dass mit sound
und allem, was es verlangt.
falls nicht, würde ich einen, wenn erlaubt, rezitationsversuch starten.
bin Mühsam und sound und wort junk.
sehr guuuut.
07.08.2006 soilent michi: mein Tip:
Finde eine Formel...
Finde deine Formel...
Alles, was du, also du persönlich in den Kosmos denkst sprichst oder so,
kommt auf dich zurück..
Entscheide dich...
Und hör auf zu leiden.
Nein sagen kann man immer noch: "Vor der Exikution"
.aft durch .r.u.e
Fang schon wieder an zu nerven...
Die echte Auswertung kommt immer und lerne damit umzugehen.
Hat mir immer die Mutti gesagt.
Mit freundlichen und so
18.03.2008 soilent michi: GottesPest
Die Schreie der Menschen, die so viel schrien wurden bekümmert von der Stille, die durch die Ewigkeit zum Licht raste um in der dunklen Sonne eine neue Explosion zu suchen. Die Illusion versprach Gott neues Fleisch. Die Rasse der Zweibeiner hatte sich nie bewährt, sie verdunstete im Index -Dax- Geheule und im Paradoxum verschwieg das Nichts das Ganze. Am Ende lob der Anfang dann Alles, nur so, zum Spass.
Der Fehler wiederholte sich im Multiversum abermals. Energie, das Ejakulat des angeheulten bahnte sich in der ewigen Permanenz einen Cubus aus Engelstränen. Gott haßte seinen Namen und verschwieg die vergessene Ewigkeit, nur so. Weil Bescheuert sein etwas für Menschen sein sollte, die kein Gesetz verstunden..äh versteubebern? öäh besteurtett.Beklopptenn...
In Nomine Matre666
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Spiritualität
Johann Most - Die Gottespest