| Über 400 Menschen bei Demonstration gegen Autobahn-Südring bei München
Über 400 Menschen bei Demonstration gegen Autobahn-Südring
Ein Gespenst geht um, der Autobahn-Südring, der die Lindauer, Garmischer und Salzburger Autobahn im Süden von München verbinden soll. Eigentlich wurde dieses Projekt 1979 aus Umweltschutzgründen aus dem
Bundesverkehrswegeplan gestrichen, 42 Abgeordnete des Bayerischen Landtages haben nun am 13.6.2002 einen Antrag einbracht, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, daß die Schließung des Autobahnrings um München (Südring/Tunnel) in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird und daß eine Machbarkeitsstudie erstellt wird.
Am 5.7.2002 unterstütze der Wirtschaftsausschuß des Bayerischen Landtages dieses Vorhaben mit den Stimmen der CSU, die SPD enthielt sich, die Grünen stimmten dagegen. Wer glaubt an die Machbarkeit eines 30 KM langen Tunnels? 500 Hektar Wald würden direkt geopfert, das Isartal, das Würmtal und das Gleißental wären unwiederbringlich zerstört, zerstört werden würden auch eine Reihe von archäologischen Denkmälern, so u.a. drei über Zweitausend Jahre alte Keltenschanzen sowie eine Reihe von Hügelgräbern aus der Bronzezeit. Von der ungeheuren Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Vertreibung und Dezimierung der Wildtiere gar nicht zu reden. Nach vorliegenden Studien würde der Südring für den Nord- und Ostring nur 10% Verkehrsentlastung bringen, neue Straßen ziehen aber auch neuen Verkehr an, der Verkehrskollaps auf dem Nord- und Ostring wäre also keinesfalls verhindert.
Die Schutzgemeinschaft Deisenhofener Forst, die Schutzgemeinschaft Rodungsinsel Straßlach-Dingharting und die Ortsgruppe Oberhaching des Bund Naturschutz in Bayern e.V. riefen nun am 27.7.2002 zu einen Protestmarsch entlang der projektierten Trasse auf, immerhin gut 400 Menschen folgten den Aufruf, 2 Traktoren ließen ein wenig Wendland- bzw. Wackersdorf-Stimmung aufkommen. Der Widerstand vor Ort erfaßt auch örtliche SPD und CSU, es ist allerdings zu hoffen, daß da nicht eine St. Florians-Politik betrieben wird, sondern daß komplett und konsequent gegen den Autobahn-Wahnsinn im Münchner Süden vorgegangen wird und nicht nur gegen bestimmte Trassen vor der Haustüre. Sollte die Staatsregierung wirklich das Projekt durchsetzen wollen, so freuen wir uns schon jetzt auf die erfolgreiche Widerstandsbewegung. (AnaRKomM)
Artikel hier erfasst: 31.07.2002
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