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| Zur Palästina-Debatte |
| Entgegnung aus AnaRKomM auf Beiträge zu diversen Texten zu Palästina
Zuerst einmal sollten die Damen und Herren sich mit der Ideologie des Zionismus im allgemeinen und im besonderen auseinandersetzen, dann werden sie feststellen, daß der Zionismus - den sie übrigens mit keinem Wort erwähnt
haben - auch eine Blut- und Bodenrasseideologie ist. Begriffe wie jüdischer Boden, jüdisches Volk, jüdisches Blut, jüdischer Staat, jüdisches Eigentum, jüdische Arbeit, jüdisches Kapital usw. finden sich in dieser Idologie genügend. Die Damen und Herren sollten sich das mal anschauen und evt. dabei feststellen das sie es sind die eine "völkische Blut- und Bodenideologie", und einen Staat der auf solchem fußt unterstützen !
Die Begriffe "Arbeit nur für Juden" und "kauft nicht bei Arabern" sowie "keine Arbeit für Araber" stammen von den Zionisten vor der umgekehrten Benutzung dessen gegen die Juden. Siehe Referat! (Text ist in Rubrik Aktuelles, Red.)
Die Trennung von Staat und Kapital ist ein dummer Fehler von einigen sich Anarchisten nennende und eine totale Verkennung der Realität des Kapitalimus. Der Staat schwebte noch nie über den Klassen und erst recht nicht über den unterdrückten Klassen, sondern sitzte denen schon immer im Auftrag der Herrschenden im Genick.
Die Theorie, daß der Staat unabhängig von Klassen und Besitzverhältnissen existiert, ist eine zutiefst bürgerliche Theorie und bei deren Ideologen auch nachzulesen. Diese Theorie verschleiert nur reale Macht- und Besitzverhältnise im Interesse des herrschenden Kapitals.
In der Realität, ist der israelische Staat ein den besitzenden und herrschenden Klassen untertäniger und diese stützende Staat - wie alle Staaten!
Die Verknüpfung des Israelischen Staates mit den besitzenden Klassen ist jedoch besonders stark, da mind. 80% des israelischen Bodens dem israelischen Staat und der "Jüdischen Agentur" bzw. anderen zionistischen Vertretungen mit wesentlichen Sitz in Amerika gehört !
Das bedeutet also, daß der größte Teil der Agrar- und Industrieerzeugnisse eng mit dem israelischen Staat in Verbindung stehen!
Dies wäre jedoch zu einem Boykottaufruf auch nicht grundlegend, da die angegeben Waren- und Dienstleistungs-Marken israelischen/amerikanischen Konzernen gehören und den Nahen Osten in diesen Bereichen dominieren.
Das bedeutet, daß die Unterdrückung, Ausbeutung und Vertreibung der Palästinenser und Araber in vielerlei Hinsicht den Interessen des israelischen/amerikanischen Kapitals entspricht und von dem israelischen Staat voll getragen wird. Da trifft es keine kleinen und unbeteiligten Unternehmen und Händler, sondern Profiteure des Zionismus und Kommandeure des israelischen Staates! Wer Israel übriegens nur als Obst und Fruchtexporteur sieht, sollte lieber mal Nachhilfestunden in israelischer Wirtschaftsgeschichte nehmen.
Der Vergleich mit Südafrika ist voll korrekt, da in Israel 21 rassistische Gesezte gegen die gut 1 Million palästinensischer Israelis Anwendung finden!
Ausserdem ist uns nicht bekannt, daß die sogenannten besetzten Gebiete nicht vom Staat Israel defakto beherrscht und beansprucht werden. Eine Anerkennung der Autonomiebehörde und eines pal. Staates ist bis jetzt von jeder isr. Regierung agbelehnt worden.
Die Behauptung, daß die jetzige Intifada nur aus militärischen und radikalislamischen Inhalten heraus geführt werde, verhöhnt den jahrzehntelangen Kampf von einem Volk/Ethnie gegen alle möglichen kolonialen und rassistischen Schweinerein.
Ausserdem reduzieren diese Behauptungen den Kampf nur auf bestimmte Organisationen und Ideologien. Nach der Logik der Kristal-Anarchos des Heiligen Grals dürfen sich nur Anarchos und Atheisten gegen obiges erwähnte wehren. Danach hätte Sultan Saladin Jerusalem - eben weil er ein Islamist war - nicht mit seinen Truppen befreien dürfen? Da kommt wohl westliches und christliches Metropolendenken durch!
Sie übersehen die Ursache des Kampfes gegen Vertreibung und Fremdbestimmung!
Sie übersehen insbesondere auch den Klassenkampf der Palästinenser gegen die Arafatclique oder informieren sich zu wenig darüber. Klassenkampf scheint überhaupt nicht in ihr Denken zu passen!
Die Geschichte ist jedoch eine Geschichte von Klassenkämpfen!
Auch von herrschenden Klassen gegeneinander!
Das Existenzrecht Israel ist das Existentzrecht eines Staates, und insbesondere eines imperialistischen, kolonialistischen, rassistischen und äusserst agressiven Staates! Dieser Staat kann keinen Tag ohne amerikanischer Unterstützung existieren, dies ist auch der Knackpunkt seiner Gründung! Israel ist ein imperialistischer Brückenkopf am Öl und Wachturm gegen alle arabischen emanzipatorischen Bestrebungen!
Israel ist kein Ergebnis des Holocousts, sondern war in den dreißiger Jahren schon innerhalb des englischen Protektorats ein in sich fertiges Staatsgebilde. Der Holocaust war nur ein grausammer Beschleuniger und Menschenmaterialieferer für dieses Staatsgebilde!
Israel als berechtige Schutzburg gegen jahrtausendelange Verfolgung zu rechtfertigen ist Staatstümelei und Blut- und Bodenideologie und rechtfertigt ein Unrecht mit einem Anderen, das Damen und Herren nicht sehen wollen !
Ausserdem leben bis heute nicht mehr als 20% der "Juden" der Welt in Israel !
Eine Argumentation, in der Richtung von Schutzstaaten, könnte allen möglichen Völkern und Ethnien zur Rechtfertigung von Staatengründungen auf anderen besiedelten Gebieten dienen!
Ich möchte mal erinnern, daß die Palästinenser nicht nur einmal einen gemeinsamen Staat den zionistischen/israelischen Kolonalisten und Agressoren angeboten haben, die Antwort war immer die gleiche: Wir als Zionisten wollen einen rein jüdischen Staat ohne Palästinenser/Araber !!!
Aus oben genannten Gründen lehnen wir deswegen ein Existenzrecht des israelischen Staates ab, jedoch nicht der Israelis/Juden in Palästina !
Wer Israel in der heutigen Form unterstützt, muß folgerichtig die USA unterstützen, denn sie sind der derzeit einzige relevante "Schutzfaktor"!
Wer behauptet, wir würden lügen oder seien Antisemiten, der soll dies faktisch, historisch und mit Quellen beweisen !
Beitrag aus AnaRKomM
Als Anlage hier ein Text aus der website http://www.thestruggle.org
Are you Anti-Israel if You Criticize the Israeli Government?
a leaflet circulated by the Middle East Crisis Committee
Are you Anti-Israel if You Criticize the Israeli Government?
Of course, not. Thousands of Israeli citizens, Jews and non-Jews, are furious with the direction of their society and want major changes. They write about it, challenge the government in law suits, hold rallys and engage in civil disobedience. They want our help.
The following are some Israeli Jewish organizations and prominent individuals that raise protests:
Courage to Refuse - Nearly 500 Israeli officers and soliders have signed a pledge to refuse to serve in the Occupied Territories.
Boycott Israeli Goods - Over a hundred Israelis have called on the world to boycott Israeli goods until the occupation ends.
Women in Black - for years these women have stood in Jerusalem street corners in a silent vigil against the occupation. Now they have groups in several score cities worldwide.
Committee Against Housing Demolitions - Israelis who rebuild houses torn down by their government.
B'Tselem - The Israeli Committee for Human Rights in the Occupied Territories
Public Committee Against Torture in Israel - alerts the world against this continuing problem
Ha'aretz Columnists Gideon Levy and Amira Hass write hardhitting accounts of what is being done to the Palestinians
Yediot Acharonot Columnist Tanya Reinhart calls for boycott of Israeli goods
Peace Now has held rallys of up to 20,000 people calling for an end of the occupation.
Artikel hier erfasst: 05.11.2002
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