Flughafen/Airbase lahmlegen
Von : anonym
Ort : Frankfurt
Datum: 07.03.2003
Flughafen/Airbase Frankfurt am Main lahmlegen! Am 2. Samstag nach
Kriegsbeginn im Autokorso ums Frankfurter Kreuz um 11.00 Uhr
Frankfurt Flughafen und Airbase lahmlegen! Am zweiten Samstag nach
Kriegsbeginn rufen wir alle KriegsgegnerInnen bundesweit auf, das
gesamte Verkehrsnetz rund um das Frankfurter Kreuz lahmzulegen. Mit
einem Autokorso werden wir ab Punkt 11.00 Uhr solange auf der Autobahn
kreisen, bis der Verkehr zusammenbricht. Start des Autokorsos ist die A3
ab Kelsterbach Richtung Frankfurter Kreuz. (In Kelsterbach gibt es in
diese Richtung keine Auffahrt.) Bringt Transparente mit! Der
Abschiebe-Airport Frankfurt und die Kriegsdrehscheibe Frankfurt-Airbase
sind auf ungehinderten Zugang angewiesen. Wir wollen mit möglichst
vielen Menschen und ihren Autos dieser Normalität ein zumindest
temporäres Ende setzen. Ohne Nachschub und Soldaten werden die
Galaxy-Transporter nur ungern in die Golfregion starten. Gleichzeitig
demonstrieren wir einmal mehr gegen die Funktion des Frankfurter
Flughafens als Abschiebe-Airport.
Aufruf
Flughafen/Airbase Frankfurt am Main lahmlegen!
Ein Krieg beginnt nicht erst mit dem Einmarsch der Bodentruppen in den
Irak, sondern wird in anderen Ländern bereits geführt und auch der Irak
wird bereits regelmäßig bombardiert. Damit einher geht eine
Militarisierung auch nach innen mit Ausbau eines noch repressiveren
Kontrollregimes. Es herrscht ein kriegsähnlicher Zustand schon vor dem
offiziell erklärten Krieg gegen den Irak. Die Zivilbevölkerung des
Landes leidet unter Wirtschaftssanktionen, regelmäßigen Vorbombardements
und Maßnahmen zur Fluchterschwerung mit zum Teil tödlichen Folgen.
Krieg und der Ausbau autoritärer Herrschaftsstrukturen
Die Militarisierung der Gesellschaft führt immer auch zu einer
Ausweitung von Kontrolle, Überwachung und Repression zur Herstellung
innerer Sicherheit, mit Verschärfungen der Migrationskontrolle,
rassistischer Flüchtlingspolitik und brutaler Abschiebepraxis, sowie zu
einer Verschärfung patriarchaler Unterdrückungsverhältnisse. Krieg als
gesellschaftlicher Dauerzustand wird eine neue Ebene der Brutalisierung
patriarchaler durchmilitarisierter sozialer Verhältnisse hervorbringen.
Innerhalb von militarisierten Gesellschaften verschärfen sich die
Angriffe auf Abweichungen von der zweigeschlechtlich vorgegebenen
heterosexuellen Norm. Massenvergewaltigungen und Funktionalisierung von
Frauenrechten für militärische Interventionen, Heldensöhne und
Soldatenmütter: kaum ein gesellschaftlicher Zustand wirft Frauen und
Männer auf so bestimmte Rollenmuster zurück wie eine
Kriegsmobilisierung. Kriege werden nicht nur von der USA und
Großbritannien geführt, sondern auch von der BRD und Frankreich, deren
Ablehnung eines Angriffs auf den Irak nichts mit ihrer angeblichen
Friedensliebe zu tun hat, sondern mit unterschiedlich ökonomischen
Interessen und der unterschiedlichen Vorstellung der Neuordnung des
Nahen Osten. In Afghanistan und in Jugoslawien sind die Kriege noch
nicht zu Ende. Weiterhin befindet sich die NATO im Kriegszustand. Und
somit auch die BRD und Frankreich.
Wozu dient der Krieg den Vereinigten Staaten? Es wird verbreitet, Krieg
müsse geführt werden zur Wahrung der Sicherheit gegen Terror und zur
Wahrung der Menschenrechte. Außer Frage steht, dass durch die Diktatur
Saddam Husseins Menschen unterdrückt, bedroht und getötet werden und die
Baath-Regierung weg muss. Durch den Krieg, wie er von den USA
angekündigt wird, wird es aber ebenso eine immens große Anzahl von
Opfern geben. Ein (selbstbestimmtes) Leben wird nahezu unmöglich
gemacht. Und auch die angekündigte Militärregierung der USA wird die
Situation nicht unbedingt verbessern. Dieser Krieg dient nicht, wie
versprochen, der Verbesserung der Weltsicherheitslage, sondern der
Sicherung der Zugänge zur zweitgrößten Ölressource und zu wichtigen
geopolitischen Regionen; der Sicherung von Märkten und Transportwegen;
der Aufrechterhaltung der Privilegien weniger in den Metropolen. In
diesem Krieg erhoffen sie sich mit der Eroberung der irakischen
Ölquellen, das Kartell der OPEC unter Umständen zu knacken. Denn während
die USA und Großbritannien seit dem zweiten Golfkrieg 1991 völlig aus
dem Irak-Geschäft ausgeschieden sind und auf ein strenges
Sanktionsregime setzen, sind andere europäische Länder, sowie Russland
in die Lücke gesprungen und haben Kooperationsabkommen und lukrative
Vorverträge zur Ausbeutung der riesigen irakischen Ölfelder
abgeschlossen. Ein Krieg der USA und ihrer Alliierten könnte diese
Wirtschaftsabkommen annullieren. Sich nicht zum verlängerten Arm der
Bundesregierung machen Was steht hinter dem Nein der Bundesrepublik zum
Irak-Krieg? Die Antikriegsbewegung muss derzeit aufpassen, sich nicht
zum verlängerten Arm der Bundesregierung zu machen und ihre Politik auf
der Strasse weiterzuführen. Dies tut sie aber genau in dem Moment, in
dem sie sich auf die benutzte Friedensrhetorik einlässt und die
Bundesregierung als Wahrer des Friedens geltend macht. Vielmehr sollte
es Aufgabe von emanzipatorischen Bewegungen in Deutschland sein, die BRD
als kriegführende Macht zu entlarven und anzugreifen.
Die BRD gewährleistet die Nutzung der Infrastruktur für den Irakkrieg
Wie 1991 ist auch dieses Mal die BRD ein wichtiger Knotenpunkt für den
Aufmarsch der Alliierten Truppen am Golf, insbesondere der
amerikanischen. Die US-Kommandozentrale für Europa, Afrika und den Nahen
Osten in Stuttgart und die Rhein-Main Air-Base in Frankfurt, werden als
nötige Infrastruktur für den Krieg am Golf durch die Bundesregierung
sichergestellt: durch die Gewährung von Nutzungs- und Überflugrechten
sowie durch Schutz der Einrichtungen durch Bundeswehrsoldaten.
Die BRD führte Kriege und wird sie auch in Zukunft führen Die von der
Bundesrepublik formulierten Bedenken in Punkto Völkerrechtsver-stöße und
fehlendes UN-Mandat sind eine Farce. In der Vergangenheit hat dies die
BRD nicht davon abgehalten, sich an Kriegen aktiv zu beteiligen. Weder
beim Angriffskrieg in Jugoslawien, noch in Afghanistan wurden diese
Bedenken geltend gemacht.
Nationale Interessen bewegen die BRD zum Nein zu diesem Krieg Was sind
nun also die Beweggründe Deutschlands sich nicht an einem Krieg an der
Seite Amerikas zu beteiligen? Deutschland ist wieder in einem Stadium
angelangt, in dem es sich aussuchen kann, an welchem Krieg es sich
beteiligt, welchen Krieg es an wessen Seite führt. Die Rede von der
"Enttabuisierung des Militärischen" zeigt klar, dass sich die
Kriegsführung wieder als Interventionsform und Mittel zur Durchsetzung
von Interessen durchgesetzt hat. Und diese Interessen sind nationale,
deutsche Interessen, was sich im benutzten Vokabular des "Deutschen
Sonderwegs" widerspiegelt. Klar ist, dass nicht Menschenrechte gemeint
sind, wenn der Verteidigungsminister Struck davon spricht, deutsche
Interessen "weit vor unseren Grenzen" abzusichern. Seine Entscheidung
über den möglicherweise nötigen Einsatz von Gewalt, werde das Land aber
stets "souverän und das heißt in eigener Verantwortung" treffen, schiebt
Gerhard Schröder hinterher und macht somit deutlich, dass Deutschland
seine eigenen politischen und ökonomischen Interessen imperial wieder
geltend macht. Sei dies bei der Zerschlagung Jugoslawiens oder dem
herbeigeführten Regimewechsel in Afghanistan. Im Falle des Iraks stehen
diese aber konträr denen der USA entgegen. Denn nicht das fehlende
Konzept für ein Nachkriegsirak, wie von der Bundesregierung kritisiert,
macht Deutschland zu einem Irak-Kriegsgegner, sondern vielmehr die
Tatsache, dass es in diesen Plänen keine Rolle spielt. Weiter noch,
stellt der Irak zur Zeit einen rentablen Wirtschaftspartner der BRD dar.
Denn während sich US-Amerika nach dem letzten Golf-Krieg durch seine
Embargopolitik aus dem Rennen in der Erschließung des Irakischen Marktes
warf, nutzten andere Länder, darunter beispielsweise Deutschland, aber
auch Frankreich, die Gunst der Stunde um hier ihre wirtschaftlichen
Verbindungen auszubauen und ihrerseits diesen Markt zu erschließen. Das
würde und soll natürlich ein Krieg, mit dem geplanten Regimewechsel,
zunichte machen. Konkurrenz um den Irakischen Markt und Einflusszonen
Letztlich geht es sowohl bei der Kriegspolitik der USA und ihrer
Verbündeten, als auch bei dem Versuch, durch Länder wie Deutschland,
einen neuen Irak-Krieg abzuwenden, um die gleichen - jeweils national
gewichteten - geostrategischen und ökonomischen Interessen: die
Erschließung des Irakischen Markts, die Sicherung der Vormachtstellung
in der Region. Somit muss eine Antikriegsposition auch die deutsche
Rolle ins Visier nehmen und in diesem Zusammenhang ihre Interessen offen
legen und angreifen, denn Deutschland führt Kriege, sofern sie ihrer
nationalen Interessenlage entsprechen. Erfreulich ist es, dass wieder
tausende Menschen aus der Lethargie aufgewacht sind und gegen den Krieg
auf die Straße gehen. Doch wo waren sie, als Deutschland Krieg geführt
hat gegen Jugoslawien und Afghanistan?! Genau hingucken sollte mensch,
mit welchem Hintergrund und welcher Motivation demonstriert wird und ob
sich nicht einige FriedensheuchlerInnen unter den DemonstrantInnen
befinden. Feinde des Menschen sind überall auf der Welt diejenigen, die
ihnen Emanzipation unmöglich machen, sie unterdrücken, verfolgen und
ausbeuten. Deswegen solidarisieren wir uns weder mit der Baath-Regierung
im Irak, noch mit der Regierung der USA oder Großbritanniens noch mit
der deutschen Bundesregierung.
Frankfurt Airport: Drehscheibe für Kriege und Welthandel Der Frankfurter
Flughafen ist der größte Militärfrachthafen der US-Streitkräfte
außerhalb der USA und damit Drehscheibe für Kriege. Ein Großteil des
Aufmarsches, des Nachschubs und der Versorgung für Truppen in Nahost,
Afrika, Asien und Europa läuft über die Frankfurter Air-Base. Der
Flughafen Frankfurt ist außerdem als größter Frachtflughafen Europas und
als durch Geschäftsreisende zum "Best Airport in Europe" ausgezeichneter
Flughafen der zentrale Knotenpunkt für den Welthandel. Der Airport
Frankfurt ist somit ein Symbol für die enge Verknüpfung von
militärischen Interventionen und ökonomischen Globalisierungsprozessen
im Interesse der Durchsetzung weltweiter neoliberaler
Welthandelsbedingungen, unter denen die Mehrheit der Menschen auf der
Strecke bleibt.
Abschiebeflughafen Nr. 1 Auch in der Kontrolle der durch Kriege und
Verelendung ausgelösten Flüchtlingsbewegungen übernimmt der Frankfurter
Flughafen eine zentrale Funktion zur Durchsetzung der "Festung Europa".
Mit 10 000 Abschiebungen pro Jahr ist Frankfurt Deutschlands
Abschiebeflughafen Nr. 1. Auf dem Flughafengelände wurden ein
Internierungslager und Flughafenschnellverfahren etabliert. Ein
Abschiebeknast ist beschlossen. In Vorbereitung auf den Irakkrieg wurden
bereits militärisch abgesicherte Flüchtlingslager in unmittelbarer Nähe
des Kriegsgebietes errichtet, um die Fliehenden in der Region
festzuhalten und Migrationsströme zu verhindern. Gleichzeitig sinkt die
Anerkennungsquote in der BRD für Asylsuchende aus dem Irak rapide. Die
angebliche "friedliche Alternative", als die die BRD-Regierung sich z.Z.
präsentieren will, zeigt u.a. hier ihr brutales und Tod bringendes
Gesicht: Tote bei Abschiebungen, Schiebungen in Folter und Todesgefahr,
Nichtanerkennung von Kriegsflüchtlingen sind nur einige Fakten.
Frankfurt Flughafen und Airbase lahmlegen Am zweiten Samstag nach
Kriegsbeginn rufen wir alle KriegsgegnerInnen bundesweit auf, das
gesamte Verkehrsnetz rund um das Frankfurter Kreuz lahmzulegen. Mit
einem Autokorso werden wir ab Punkt 11.00 Uhr solange auf der Autobahn
kreisen, bis der Verkehr zusammenbricht. Start des Autokorsos ist die A3
ab Kelsterbach Richtung Frankfurter Kreuz. (In Kelsterbach gibt es in
diese Richtung keine Auffahrt.) Bringt Transparente mit! Der
Abschiebe-Airport Frankfurt und die Kriegsdrehscheibe Frankfurt-Airbase
sind auf ungehinderten Zugang angewiesen. Wir wollen mit möglichst
vielen Menschen und ihren Autos dieser Normalität ein zumindest
temporäres Ende setzen. Ohne Nachschub und Soldaten werden die
Galaxy-Transporter nur ungern in die Golfregion starten. Gleichzeitig
demonstrieren wir einmal mehr gegen die Funktion des Frankfurter
Flughafens als Abschiebe-Airport.
Die Nachschubwege des Krieges blockieren!
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08.03.2003
26.03.2003
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