## mail vom 23.04.04 weitergeleitet von LPA Berlin [mailto:lpa@free.de]
Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
Warsaw - updates
Es ist keine Woche mehr bis der Europäische Wirtschaftsgipfel, der regionale
Ableger des WEF, in Warsaw stattfinden wird. Hier sind weitere Updates.
Ältere Postings auf indymedia.de: http://de.indymedia.org/ 2004/ 04/ 80532.shtml
(vom 19.4.) http://de.indymedia.org/ 2004/ 04/ 79387.shtml (vom 5.4.)
http://de.indymedia.org/ 2004/ 03/ 78554.shtml (vom 31.3.)
Feature auf indy.ch (Stand 7.4.):
http://ch.indymedia.org/ de/ 2004/ 04/ 21026.shtml
Updates aus Warsaw:
# Infopoint - es gibt nun einen fixen Infopoint als Anlaufstelle für
AktivistInnen
# Anreise - Falls ihr nach organisierten Anreisemöglichkeiten oder
Quartieren sucht
# Berichte zu den Polizeirepressionen im Vorfeld der Proteste
# Erklärung der Solidarnosc zu den Protesten
# Infopoint für die Proteste gegen das Europäische Wirtschaftsforum
(EEF)in Warsaw
Wir informieren euch, dass der Infopoint des Antyszczyt, des Anti-EEF-
Forums
von Montag, den 26.4. bis Samstag, den 1.5., im "Jad³odajnia filozoficzna" in
der Dobra Strasse 33/35 in Warsaw geöffnet haben wird.
Die Öffnungszeiten:
Montag 12.00-22.00
Dienstag12.00-22.00
Mittwoch 08.00-24.00
Donnerstag 08.00-02.00
Freitag 08.00-24.00
Samstag 10.00-14.00
Der Infopoint soll Menschen helfen die aus Polen und vom Ausland zu den
Protesten kommen. Im Infopoint wird es Informationen bezüglich der Unterkunft,
den Protesten, die Konferenz, den begeleitenden Veranstaltungen und über das
Gesetz bezüglich der Polizei sowie den Rechten von demonstrantInnen geben.
Zusätzlich zu diesen Infopoint wird es einen weiteren am Pola Mokotowskie
zwischen den 28. und den 30. April geben.
# Anreise:
Wenn ihr irgend eine Art von organisierter Anreise plant oder nach einer
Anreisemöglichkeit oder Menschen, die aus eurer Gegend nach Warsaw reisen
wollen sucht, lasst es uns wissen: transport@wa29.org
Die "accomodation group" ruft alle, die nach Warsaw zu den Protesten
kommen wollen, dazu auf, ihre Schafplätze zu reservieren. Wir haben
etliche Hotel-Zimmer (4-5 Euro), Campingplätze (3-4 Euro) und eine
begrentzte Anzahl an gratis Unterkünften (vor allem für GästInnen aus den
Osten Europas) zur Verfügung. Um Probleme mit der Unterkunft zu vermeiden
informiert unsbitte, wie viele kommen wollen. Wenn ihr uns mit Geldspenden
helfen wollt spendet bitte auf das offizielle Anti-Summit Konto unter dem
Kennwort "accomodation":
Sz.Ignatowicz Bank BPH PBK SA oddzial w Warszawie
PL 47 1060 0076 0000 3020 0093 5745
Bittet sendet alle Anfragen bezüglich Unterkünfte an: acomodation@wa29.org
Im Notfall ruft folgende Telefonnummer: (+48) 600371017.
# Bericht zur Polizei Repression gegen Antiglobalisierungs-AktivistInnen
Es sind keine zwei Wochen mehr bis zum Europäischen Wirtschafts Forum und den
begeleitenden Protesten. Während die GlobalisierungskritikerInnen den
gesetzlichen Rahmen respektiert haben, hat die Polizei und der ABW
(Innlandsgeheimdienst) - vermutlich durch Angst bewegt - angefangen die
GegnerInnen des Neoliberalsimus mehr und mehr zu belästigen, durch
Anrufean den privaten Telefonen, durch das Vorschlagen "inoffizieller
Treffen und Beratungen", durch das Aufsuchen von Treffpunkten der
alternativen Bewegung, das Einschüchtern von Menschen aus der Bewegung und
den EignerInnen von Orten, an denen Treffen, Filmvorführungen oder
Konzerte stattfinden sollten.
Hier ist eine Liste von Vorfällen:
a.. Am 13. April haben PolizistInnen das "Praha Kino" in Warsaw, in dem
Filme mit Bezug zu sozialen Themen mit Bezug auf das Anti-Forum für End
April geplant waren besucht. Die BeamtInnen gaben als Grund für den Besuch
an, das Management vor "TerroristInnen" warnen zu wollen. Sie haben das
Kellergeschoss des Gebäudes auf Bomben untersucht. Sie warnten, dass die
GlobalisierungsgegnerInnen sehr gefährlich seien und mit TerroristInnen
zusammen arbeiten könnten. Der Direktor des Kinos, der von der Polizei
erfolgreich eingeschüchtert wurde, entschied sich die Filmvorführungen
abzusagen. Es ist erwähnenswert, dass das Ganze stattfand,
nachdem ein Lügen-Artikel in der " ycie Warszawy" erschien, in dem ein
inkompetenter Journalist das Praha Kinos als ein Hauptquartier der
GlobalisierungsgegnerInnen darstellte.
b.. In vielen Städten wurden Personen, die als AktivistInnen sozialer
Bewegungen bekannt sind, zu Hause und am Telefon belästigt. In Poznan und
Olsztyn hat die Polizei NachbarInnen über AktivistInnen befragt, sie haben
AktivistInnen zu Hause befragt, etwa "welches Auto benutzen sie...". Sie
haben mit deren Familien gesprochen und mit Problemen gedroht, falls sie
zu den Demonstrationen kommen würden. Die Repressionen betreffen auch
Mitglieder von Gewerkschaften. Einige zögern darüber zu sprechen, andere
sprechen darüber wegen ihres Interesses an den Anti-Forums in Warsaw.
c.. Zivil gekleidete BeamtInnen, die sich als AktivistInnen ausgaben,
haben einen anarchistischen Klub in Warsaw besucht. Ein Auto mit
AktivistInnen, die ebenfalls auf den Treffen waren, wurde am selben Abend
gestoppt. PolizeibeamtInnen, die nicht mit beleidigenden Kommentaren
sparten, haben die InsassInnen des Autos durchsucht und erklärten den
AktivistInnen, dass sie "besser nicht" zu der Demonstration am 29. April
kommen sollten ("Es is besser mit FreundInnen ein paar Bier zu trinken als
auf die Demo zu gehen, weil ihr nur ein Leben habt"). Am Ende wiesen sie
den Beamten vom Verkehrsamt an Unzulänglichkeiten am Auto festzustellen um
die Fahrzeugpapiere nehmen zu können.
d.. Die Polizei "besuchte" das Centrum Reanimacji Kultury Wroclaw Anfang
April, manchmals mehrmals am Tag. Am 3. April war ein Informations-Treffen
über das Anti-Forum geplant. Traurigerweise musste dieses Treffen wegen
der Probleme mit der Polizei an einen anderen Ort abgehalten werden.
BeamtInnen in Zivil verlangten von den BetreiberInnen eine Erklärung, dass
sie weder AktivistInnen, die zu den Antyszczyt fahren noch welchen, die
von diesem zurück kehren, beherbergen würden. Das Gebäude wird regelmässig
von Polizei-Patroullien überwacht.
e.. Alternatives Kulturzentrum Warsaw (Squat "fabryka") - die Polizei
drang vor einem Konzert, dessen Erlös - wie auf Plakaten angekündigt - zur
Unterstützung der GlobalisierungsgegnerInnen dienen sollte, in das Gebäude
ein. Die BeamtInnen erklärten ohne zu fackeln, dass der Grund für den
Besuch das Logo des atyszczyt (des Anti-Forums) auf den Konzertplakaten
war.
f.. In Suwalki hat die Polizei einen Klub, in dem ein Konzert zur
Unterstützung der globalisierungskritischen Bewegung stattfand, nahezu
umstellt. Die Personalien aller BesucherInnen wurden überprüft und sie
selber wurden mit einer Videokamera abgefilmt.
g. In Olsztyn gaben sich BeamtInnen als ZuhörerInnen eines Vortrags und
Diskussion aus um alles, was von den TeilnehmerInnen gesagt wurde
aufzuzeichnen.
h.. Das Alternativen Kulturzentrum in Poznan wurde unter den Vorwand, nach
einem verschwundenen Mädchen zu suchen, ebenfalls besucht. Sie überprüften
die Dokumnete aller Anwesenden und unterstellten, dass bei der
Demonstration am 29. April in Warsaw ein sicheres Wiedersehen statt finden
würde.
i.. Etliche AktivistInnen wurden auf eine mehr oder weniger harte Art zu
Gesprächen und Beratschlagungen eingeladen. Von derartigen Vorschlägen
wurde uns aus Bialystok, Torun und Rzeszow berichtet.
j.. Es ist ebenso bekannt, dass in den Städten Wroclaw und Krakow die
Termine für Verhandlungen und Befragungen von AktivistInnen in den Fällen
von Anti-Kriegs Demonstrationen für Ende April festgesetzt wurden (z.B.
für den 27. April). Dies ist überraschend weil polnische Gerichte
Verhandlungen mit großem Aufschub durchführen, weil sie Berge an Arbeit
haben. In diesem Fall sollten wir wohl zu der fast unmittelbaren Reaktion
gratulieren...
k.. In Olsztyn wurde ein anderer Prozess gegen einen Sozial Aktivisten für
den 29. April festgesetzt - in einem Fall, den bereits alle vergessen
haben.
Als die Koalicja Grup Wolnociowych (Freedom Group Coalition) wollen wir uns
gegen diese Praktiken aussprechen, da nichts auf deren Ende hinweist. Nichts
indiziert, dass in einem Land, dass sich selber Demokratie nennt, die die
Beachtung der grundlegenden bürgerlichen Rechte wie Redefreiheit respektiert,
diese tatsächlich respektiert und verwirklicht werden.
Freedom Group Coalition, "Antyszczyt Wa29"
[...]
[indymedia.de, von wow - 22.04.2004 19:18]
gipfelsoli infogruppe
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28.04.2004
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