Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Donnerstag, 29. April 2004:
I. Diskussion: (Lohn)Arbeit / Praxis der Arbeitsmarkt- und
Sozialpolitik / Niedrig- und Mindestlohn / wir haben jetzt schon
genug Niedriglöhne!
Nicht neu, nun aber amtlich: Tarif schützt vor Armut nicht
a) Deutschland ist schon Billiglohnland
"Stundenlohn drei Euro: Was Arbeitgeber fordern und Gewerkschafter
verdammen, ist längst Realität. SPIEGEL ONLINE zeigt in einer
=DCbersicht, wer in Deutschland am wenigsten verdient. Auf eine kleine
Anfrage der CDU-Bundestagsfraktion Ende März hin versandte das
Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Liste mit den
Berufsgruppen, die laut Tarifvertrag Stundenlöhne unter sechs Euro
verdienen. Aus der Liste ergibt sich, dass in mehr als 130 von
insgesamt rund 2800 gültigen Verbands-Tarifverträgen Stundenlöhne
unterhalb diesen Betrages gezahlt werden...." Artikel in Spegel online
vom 28. April 2004 mit einer Auswahl aus den 670 Berufen mit weniger
als 6 Euro Stundelohn
http://www.spiegel.de/ wirtschaft/ 0,1518,297387,00.html
b) Zum Sterben zuviel Billiglöhne - in der BRD längst Realität.
Kommentar von Klaus Fischer in junge Welt vom 29.04.2004
http://www.jungewelt.de/ 2004/ 04-29/ 002.php
c) Nach unten eine Grenze setzen
"Angesichts der anhaltend schwachen Binnennachfrage und der
Ausbreitung von Niedriglöhnen in etlichen Branchen haben sich
Gewerkschaftler erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn
ausgesprochen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, sagte der
Berliner Zeitung: "Dem Unterbietungswettkampf der Löhne muss eine
untere Grenze gesetzt werden. Wer Vollzeit arbeitet, muss auch davon
leben können." Das Problem werde laut Möllenberg dadurch verschärft,
dass es in Ostdeutschland weite Bereiche ohne Tarifbindung gebe.
"Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit haben die Menschen Angst,
sich gegen Dumpinglöhne zu wehren". betonte Möllenberg: "Deshalb
sollte ein existenzsicherndes Mindesteinkommen in Höhe von 1 500 Euro
gesetzlich geregelt werden", forderte er..." Artikel von Matthias Loke
in Berliner Zeitung vom 29. April 2004
http://www.berlinonline.de/ berliner-zeitung/ wirtschaft/ 336527.html
siehe dazu auch:
d) Möllenberg: Mindestlohn gegen Arbeit in Armut
"Einen Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik und ein
existenzsicherndes Mindesteinkommen hat Franz-Josef Möllenberg,
Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am
Samstag auf einer Veranstaltung seiner Organisation in Erfurt
gefordert. Angesichts der verschärften Zumutbarkeitsregeln, die ab 1.
Januar 2005 für Langzeitarbeitslose gelten sollen, bestehe die
Gefahr, dass immer mehr Menschen arbeiten, ohne davon leben zu
können. "Wenn Langzeitarbeitslose künftig jede Arbeit, die nicht
sittenwidrig ist und bis zu einem Drittel unter Tarif liegt, annehmen
müssen, entsteht ein verheerender Druck auf das gesamte Tarifgefüge."
Dem zu erwartenden Unterbietungswettkampf bei den Löhnen müsse
deshalb eine untere Grenze gesetzt werden. Ein Mindesteinkommen von
1.500 Euro sollte gesetzlich geregelt werden, um Arbeit in Armut zu
verhindern. "Der Versuch, neue Niedriglohnbereiche zu schaffen oder
weitere Lohnkostenzuschüsse in Ostdeutschland zu ermöglichen, ist ein
Irrweg.".." NGG-Pressemeldung vom 24. April 2004.
http://www.ngg.net/ 2_meldung_und_meinung/ 2_01_Presse/ 00_md_2004/ 04_24
e) =DCbrigens: das ZDF will am kommenden Dienstag eine Sendung zum
Thema "Billiglohn - immer mehr arbeiten, um überleben zu können"
(überlange Arbeitzeiten, Doppeljobbs, "Schwarz"-Arbeit usw.) -
potentielle GesprächspartnerInnen (auf Wunsch auch anonymisiert)
melden sich bitte bei Angelo Lucifero <angelo.lucifero@verdi.de>
II. Diskussion: Wirtschaftspolitik und Gewerkschaften / WTO, Seattle
& ff.
a) Wirtschaftsforum in Warschau
1) European Economic Summit 2004: "Europe - Enlargement and Beyond",
Warsaw, Poland, 28-30 April 2004 - Die offizielle Forumssite
http://www.weforum.org/ site/ homepublic.nsf/ Content/ European+Economic+S ummit+2004
2) Infos zu den Protesten gegen das WEF in Warschau, zusammengestellt
- mit weiterführenden Links - von Marius aus =D6sterreich
http://www.labournet.de/ diskussion/ wipo/ seattle/ warschau.html
3) Deutsche Informationen zum Gegengipfel beim polnischen Indymedia
http://pl.indymedia.org/ pl/ 2004/ 03/ 4412.shtml#german
4) Alternativer Wirtschaftsgipfel - Die Gegengipfel-Homepage
http://www.alter.most.org.pl/ aes/
5) Wirtschaftsforum in Warschau provoziert Proteste. Artikel von
Lotti vom 28.04.2004 bei indymedia
http://de.indymedia.org/ 2004/ 04/ 81640.shtml
6) Siehe dazu auch den Aufruf polnischer Gewerkschaften unter
Internationales/Polen
http://www.labournet.de/ internationales/ pl/ okp-aufruf.html
b) 3. Europäisches Sozialforum vom 14.-17. Oktober 2004 in London
das Europäische Sozialforum, das im Oktober in London stattfinden
wird, ist
während der Europäischen Versammlung in Istanbul weiter vorbereitet
worden
und hat nun deutlichere Gestalt angenommen. Siehe für erste Details
den Bericht von der Europäischen Versammlung des ESF in Istanbul beim
Deutschen Sozialforum als rtf-Datei
http://www.dsf-gsf.org/ material/ bericht_instanbul_april_2004.rtf
III. Diskussion: (Lohn)Arbeit / arbeitsmarkt- und sozialpolitische
Aktionen und Proteste / =DCbersicht über regionale
Anti-Hartz-&-Co-Bündnisse
a) Kassel: "Den politischen Angriffen der Unternehmer und der
Bundesregierung müssen die Gewerkschaften politisch entgegentreten!"
Flugblatt des Forum Gewerkschaften Kassel zum 1. Mai (pdf)
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ kassel-mai.pdf
b) OWL: "Wie weiter nach dem 03.04.2004. Sozial is' muss !!!"
Flugblatt des Forum Linker Gewerkschafter OWL zum 1. Mai (pdf)
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ owl-mai.pdf
c) Rostock: Rostocker Bündnis gegen Sozialkahlschlag ruft zum 1.Mai
auf
"Nach den großen Demonstrationen gegen Sozialkahlschlag am 3. April
in Berlin, Köln und Stuttgart sieht das Bündnis gegen
Sozialkahlschlag Rostock den 1. Mai als weitere Gelegenheit, gegen
die Kahlschlagspolitik auf die Straße zu gehen. Unter dem Motto
=82Gegen Agenda 2010, Lohraub und Arbeitszeitverlängerung! Gemeinsam
demonstrieren, gemeinsam streiken!' beteiligt sich das Bündnis an der
Mobilisierung zum traditionellen Kampftag der Beschäftigen und wird
auf dem Kastanienplatz mit Aktionen und einem Informationsstand
vertreten sein. (...)Das Bündnis gegen Sozialkahlschlag hat sich im
Zuge der bundesweiten Mobilisierung zur Demonstration am 1.11.2003
gegründet. Der nachfolgende Demoaufruf ist unser politischer
Grundkonsens..." Pressemitteilung vom 26.4.04 (pdf)
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ rostock-mai.pdf
d) NRW: am 17. April haben sich in Bochum Aktivisten aus
unterschiedlichen Bündnissen aus NRW getroffen um gemeinsam die
Europäischen Aktionstage gegen Sozialabbau auszuwerten und
Vorstellungen zum weiteren Widerstand gegen die Agenda 2010 zu
diskutieren - ein Bericht
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ nrwtreffen.html
e) Bochum: Das war das zweite Bochumer Sozialforum - ein Bericht
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ bochumsf2.html
f) Berlin: Mai-Steine - Kampagne für sozialen Widerstand in Berlin
1) "Seit Mitte April finden in Berlin unter dem Motto: "Sag ja zum
Nein" Aktionstage für sozialen Widerstand und gegen Sozialraub statt,
wie es sie in dieser Breite seit vielen Jahren nicht mehr gegeben
hat. Beteiligt sind das neugegründete Berliner Bündnis ACT!, dem die
ALB, Fels, Autopool und si angehören, die Initiative Bankenskandal,
[solid], studentische Gruppen, PiRat u.v.a. Mit den Mai-Steinen soll
eine Repolitisierung des 1.Mai gelingen, der in Berlin zum
sinnentleerten Ritual verkommen ist..." Bericht von Nerd vom 27.04.2004
bei indymedia
http://de.indymedia.org/ 2004/ 04/ 81570.shtml
2) Sag Ja zum Nein! Die Aktions-Homepage
http://www.mai-steine.de/
3) Auftakt zu den "Mai-Steinen" für sozialen Widerstand. Bilderseiten
über ein üppiges Festbankett auf dem Hermannplatz und eine
Demonstration für den BVG-Nulltarif beim Umbruch-Bildarchiv
http://www.umbruch-bildarchiv.de/ events2004.html
g) Dresden: Armes Reiches Dresden. 3. Dresdner Bürger- und
Sozialkonferenz (DBS) am Samstag, 15.05. 2004, 10 bis 20 Uhr im
Rathaus Dresden, Eingang Goldene Pforte. Siehe Einladung als pdf-Datei
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ dbs3.pdf
h) Gera: "Feierabend für Alle - und zwar auf Dauer! Vom Unglück
produktiver Arbeiter zu sein und der Notwendigkeit einer sozialen
Perspektive jenseits des Kapitalismus" Aufruf der Antifaschistischen
Aktion Gera [AAG] zur sozialrevolutionären Demonstration der
Autonomen Thüringer Antifa Gruppen am 30. April 2004 in Gera (pdf)
http://aag.antifa.net/ texte/ aag/ feierabend.pdf
Siehe auch die Demo-Homepage
http://www.atag-aprildemo.tk/
i) Köln: Montag, den 3.5., ist das nächste Plenum des Sozialforums
Köln um 19.30 Uhr in der Alten Feuerwache.
Lieber Gruss, Mag
P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter
http://www.labournet.de/ news/ den Newsletter im html-Format öffnen und darüber problemlos surfen!
--
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah,
gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and
unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
LabourNet mailing list
LabourNet@labournet.de
http://labournet.de/ mailman/ listinfo/ labournet
29.04.2004
Labournet