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"Ermordete Coca-Cola Gewerkschafter in Kolumbien"
kanalB nr_24 (D, 2004, 50 min)
"Wir waren die beiden, die sich dem Unternehmen
am deutlichsten entgegenstellten" erzählt Dario Mancuso
(Name von der Red. geändert) über sich und seinen
ermordeten Kollegen Isidro Gil.
Isidro wurde am 5. Dezember 1996 in der Coca Cola
Abfüllanlage "Bebidas Y Alimentos de Urabá" von
Paramilitärs erschossen. Der Mord war die Antwort
des Unternehmens auf den Forderungskatalog, den
Isidro Gil als Gewerkschaftsvorstand dem Unternehmen
zur Eröffnung der Tarifverhandlungen vorgelegt hatte.
Im Einvernehmen mit der Geschäftsführung töteten
Paramilitärs in dieser Abfüllanlage fünf gewerkschaftlich
organisierte Arbeiter, und zwangen die gesamte Belegschaft
aus der Gewerkschaft auszutreten.
Der Film "Ermordete Coca Cola Gewerkschafter in Kolumbien"
rekonstruiert den Fall im Detail und bettet ihn in die
jüngere politische Geschichte der Region Urabá ein,
wo 1995 bis 1998 durch tausendfaches Morden die
erfolgreiche Linkspartei Union Patriotica und alle
sozialen Bewegungen ausgerottet wurden.
Die Vertreibung der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal
aus Carepa ist aber nicht nur ein Teil der politischen
Geschichte der Region Urabá, sondern macht die Situation
der gesamten unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Kolumbien
deutlich; seit der Gründung der zentralen Arbeiterunion
CUT wurden in Kolumbien mehr als 4000 Gewerkschafter ermordet,
jedes Jahr kommen etwa 150 ermordete Gewerkschafter dazu.- Von den
urspünglich 1500 gewerkschaftlich organisierten
Coca-Cola Arbeitern sind heute noch 450 übrig.
Derzeit wehrt sich die Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal
erbittert und hartnäckig gegen ihre Auslöschung durch den
Kolumbianischen Staat und die Unternehmen (v.a. Coca-Cola
und Nestlé). In Miami brachte Sinaltrainal mit der
Unterstützung der Gewerkschaft United Steelworkers Coca-Cola
Atlanta und den Besitzer der Abfüllanlage in Carepa vor
Gericht.
Informationsveranstaltung
Der Film wird am 31.10.2004 im Rahmen einer
Informationsveranstaltung im Kato gezeigt, bei der auch der
Sprecher von Sinaltrainal, Edgar Paez anwesend sein wird.In der
Podiumsdiskussion soll vor allem der Frage
nachgegangen werden, ob es von gewerkschftlicher Seite in
Deutschland Solidarität mit den Kollegen in Kolumbien gibt,
ob diese Solidarität ausreicht, und was hier in Deutschland
zu tun ist, um das Überleben von Sinaltrainal zu sichern
und zu verhindern, dass das Morden weitergeht.
Für das Podium sind daher neben dem Vertreter von Sinaltrainal
auch Vertreter des Betriebsrates von Coca-Cola Berlin und
Kollegen von der NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten)
eingeladen.
Die Veranstaltung organisiert kanalB zusammen mit der
Berliner Kolumbienkampagne.
Kato, Schlesische Strasse
31.10.2004 um 19 uhr
Eintritt: 2 Euro
Video: 50 min
anschliessend Podiumsdiskussion
die ausgabe online sehen:
http://kanalb.org/ edition.php?clipIdb
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mit freundlichen gruessen
volker moritz
kanalB
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12.10.2004
LPA-DE