Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Sonntag, 17. Oktober 2004:
I. Branchen: Auto / Opel Bochum: Arbeitsniederlegung seit der
Spätschicht am 14.10.
Der Betriebsrat hat sich in seiner gestrigen Sondersitzung auf die
Forderungen geeinigt, keine Verhandlungen aufzunehmen, solange
betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden. In einem
Telefongespräch zwischen dem Bochumer IG-Metall-Bevollmächtigten
Hinse und dem Pesonalvorstand von Opel, hat dieser eine solche Zusage
ausgeschlossen. Damit geht die Werksblockade auch bis mind. Montag
früh (6.00 ist Beginn der Frühschicht) weiter, die KollegInnen
bestehen darauf, selbst über das weitere Vorgehen zu entscheiden,
also vom Betriebsrat gefragt zu werden.
Damit ist weiterhin Solidarität gefragt, v.a. an den Toren von Werk I
und Werk II. Besondere Unterstützung brauchen die Bochumer
KollegInnen am Dienstag, dem europäischen Aktionstag aller
GM-Standorte. In Bochum findet eine Kundgebung am Schauspielhaus ab
11.00 statt - wir bitten um breite Teilnnahme!
a) Wir dokumentieren dazu den Aufruf an Mitbürger und KollegInnen der
Zulieferindustrie des Bochumer Betriebsrats zur Kundgebung am
Bochumer Schauspielhaus ab 11.00 Uhr am 19.10.04
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ gm-opel/ bochum/ aktionstagbo.pdf
b) Immer noch gehen ständig Soli-Erklärungen ein, laufend
aktualisiert:
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ gm-opel/ bochum/ soli04.html
c) Hinsichtlich der Forderung des Bochumer Betriebsrats und der VKL
erinnern wir an die "Zukunftssicherung 2012 für die Standorte der
DaimlerChrysler AG in Deutschland. Vereinbarung zwischen dem
Gesamtbetriebsrat und der Unternehmensleitung unter Zustimmung der
Tarifvertragsparteien" (pdf)
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ dc/ allg/ kompromiss.pdf
Aus dem Text:
"2. Beschäftigungssicherung
(1) Bis 31.12.2011 verzichtet die Unternehmensleitung auf
betriebsbedingte Beendigungskündigungen für alle Beschäftigten, die
zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung in einem
unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen. Betriebsbedingte
Änderungskündigungen sind hiervon nicht erfasst. Dabei wird
vorausgesetzt, dass bei Personalüberhängen die für den jeweilige
Standort erforderlichen Maßnahmen zu einem sozialverträglichen
Personalabbau vereinbart werden.
(2) Das Unternehmen erstellt unter Berücksichtigung der Markt- und
Wettbewerbsbedingungen eine operative Planung bis 2011, die
standortspezifisch eine ausgeglichene Personalsituation vorsieht und
Personalüberhänge mit geeigneten Maßnahmen ausgleicht. Für den =
Fall,
dass sich die Produktionsprogramme bzw. die der Unternehmens- oder
Werksstrategie zugrunde gelegten Eingangsdaten der
periodisch-strategischen Planung in den wesentlichen Grundannahmen so
verändern, dass daraus Personalüberhänge
entstehen, bekräftigt die Unternehmensleitung ihre Absicht, diese mit
sozialverträglichen Maßnahmen abzubauen. Ist dies nicht mehr =
möglich,
werden Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat einen
Interessenausgleich versuchen, um der veränderten Situation
ausreichend Rechnung zu tragen und betriebsbedingte
Beendigungskündigungen zu vermeiden.
(3) Bei vorübergehenden strukturellen Personalüberhängen finden
zuerst die Regelungen der Beschäftigungssicherungstarifverträge
Anwendung...."
II. Branchen: Auto / General Motors (UK): Vauxhall in Luton und
Ellesmere Port
Europaweit die Produktion lahmlegen ...
... sonst spielen uns die Bosse gegeneinander aus
Britische Gewerkschaftslinke wollen auf eigene Faust die
GM-Belegschaft über den Bochumer Streik und notwendige
Solidaritätsaktionen informieren. Artikel von Hans-Gerd Öfinger
(Wiesbaden, Stellvertretender ver.di Bezirksvorsitzender und
Redaktion "Der Funke") vom 17.10.04
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ gm-opel/ luton/ europaweit.html
Aus dem Text: "..."Wir sollten die Produktion bei GM in ganz Europa
lahmlegen, denn sonst spielen uns die Bosse gegeneinander aus",
erklärt Gerry Ellis, gewerkschaftlicher Vertrauensmann und seit gut
20 Jahren LKW-Fahrer für die britische GM-Tochter Vauxhall in Luton.
(..) Dass in Bochum gestreikt wird, hätten die Kollegen am Freitag
zwar gerüchteweise gehört, aber sier hätten auch von der eigenen
Gewerkschaft nichts offiziell erfahren. (...) So sickerte am Wochenende
aus der Umgebung von Tony Murphy, federführender
Gewerkschaftssekretär für die Autoindustrie bei der Gewerkschaft
Amicus, durch, dass dieser aus einem ganz besonderen Grund den
aktuellen Bochumer Streik willkommen heißt. Die Bochumer würden sich
durch ihre Aktion bei den Konzernlenkern im fernen Detroit vollends
in Misskredit bringen, spekuliert Murphy. Dadurch stünden die Chancen
gut, dass das britische Vauxhall-Werk im nordenglischen Ellesmere
Port im Standortwettbewerb mit Antwerpen und Bochum um die künftige
Produktion einer neuen Marke siegt und den Zuschlag bekommt. Von
solchen Kalkulationen rät der Gewerkschaftslinke Henry Dawson
entschieden ab. Er unterstützt den Bochumer Streik als "richtige und
angemessene Antwort" auf die Abbaupläne und erklärte sich
uneingeschränkt solidarisch. Seine Botschaft an die Bochumer: "Gebt
nicht auf, wendet Euch an die GM-Kollegen in aller Welt, fordert sie
zu Solidaritätsaktionen auf und lasst euch nicht gegeneinander
ausspielen. Lieferschwierigkeiten können den Konzern in die Knie
zwingen". Jetzt wollen Unterstützer der Amicus Unity Gazette und des
"Socialist Appeal" auf eigene Faust die Belegschaften von GM/Vauxhall
in Ellesmere Port und Luton über die wirkliche Lage in Bochum
informieren und zur aktiven Solidarität auffordern...."
In der Tat ist absehbar, dass spätestens am Montag Nachmittag die
Werke in Ellesmere Port und in Antwerpen keine Teile (Auspuff und
Achse) mehr haben werden....
III. Branchen: Auto / General Motors USA
Erst Flint, dann Rüsselsheim. Ein Fall für Michael Moore
"Mit den angekündigten Massenentlassungen bekommen die entsetzten
Opel-Arbeiter in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern nun zu
spüren, was ihre General-Motors-Kollegen in den USA schon lange
schmerzt: Sie sind nur Rädchen im Getriebe eines Weltkonzerns - und
als solche entbehrlich...." Artikel von Marc Pitzke, New York, in
Spiegel online vom 15. Oktober 2004
http://www.spiegel.de/ wirtschaft/ 0,1518,323197,00.html
Siehe dazu auch auch unser Zitat des Tages:
"SPIEGEL: Als General Motors 1998 die Fabrik in Flint im US-Staat
Michigan schließen wollte, gab es heftige Arbeitskämpfe. Die
Produktionsausfälle kosteten GM drei Milliarden Dollar - am Ende
wurde die Fabrik doch nicht geschlossen. Könnte sich die Geschichte
in Deutschland wiederholen?
Henderson: Nein, wir haben in den vergangenen drei Jahren mit unseren
Betriebsräten gut zusammengearbeitet, um die Kosten sozialverträglich
zu reduzieren."
Aus dem Interview ""Wir müssen reagieren" General-Motors-Europa-Chef
Fritz Henderson und Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster über
Managementfehler" bei Spiegel online vom 18. Oktober 2004
http://www.spiegel.de/ spiegel/ 0,1518,323512,00.html
Weiterhin ein arbeitsfreies solidarisches Wochenende wünscht
Mag
P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter
http://www.labournet.de/ news/ den Newsletter im html-Format öffnen und darüber problemlos surfen!
--
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah,
gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and
unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
LabourNet mailing list
LabourNet@labournet.de
http://labournet.de/ mailman/ listinfo/ labournet
17.10.2004
Labournet