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[LPA] (de) 21 eur. Internet-Medien für inhaftierte Online-Journalisten

## mail vom 20.10.04 weitergeleitet von LPA Berlin <mailto:lpa@free.de> ## source : presse@reporter-ohne-grenzen.de

21 europäische Internet-Medien unterstützen inhaftierte Online-Journalisten im Iran

Am vergangenen Montag wurde im Iran der fünfte Online-Journalist innerhalb von zwei Monaten verhaftet. Aus Protest gegen diese Welle der Unterdrückung haben sich große Internet-Nachrichtenseiten Europas mit Reporter ohne Grenzen zusammengeschlossen, um ihre iranischen Kollegen zu unterstützen.

Gemeinsam fordern sie die Freilassung von Shahram Rafihzadeh, Hanif Mazori, Rozebeh Mir Ebrahimi, Omid Memarian und Javad Gholam Tamayomi. "Wir erklären uns mit unseren iranischen Kollegen solidarisch. Sie wurden verhaftet, nur weil sie ihren Beruf ausgeübt haben", erklärten die europäischen Medien. "Da das Internet eine grundlegende Informationsquelle ist, gehört der bedingungslose Schutz der Internet-Journalisten und Online-Publikationen zur Verteidigung der Meinungsfreiheit."

Javad Gholam Tamayomi, Journalist bei der Tageszeitung Mardomsalari ("Demokratie") wurde am 18. Oktober 2004 festgenommen.

Omid Memarian, Journalist und Gründer eines Weblogs, wurde am 10. Oktober festgenommen.

Shahram Rafihzadeh, Kulturredakteur beim Journal Etemad ("Vertrauen"), wurde am 7. September verhaftet.

Hanif Mazroi, ehemaliger Redakteur bei verschiedenen reformorientierten Zeitungen, wurde am 8. September verhaftet.

Rozbeh Mir Ebrahimi, ehemaliger Chef der Politikredaktion bei Etemad, wurde am 27. September in seiner Wohnung festgenommen.

Alle fünf betroffenen Journalisten arbeiten für reformorientierte Internetzeitungen. Die iranische Regierung wirft ihnen vor, Propaganda gegen das Regime verbreitet und die nationale Sicherheit bedroht zu haben. Weiterhin beschuldigt sie die Fünf, zum Umsturz angestiftet und Regierungsmitglieder beleidigt zu haben. Ihre Fälle sollen bald vor Gericht verhandelt werden. Rechtsbeistand wurde ihnen verweigert; ebenso wie der Kontakt zu ihren Familien.

Das iranische Regime hat in den vergangenen Monaten die Internetüberwachung verschärft. Neben den Journalisten wurden rund 20 weitere Personen, die im Internet aktiv waren, verhaftet. Zudem ist der Zugang zu dutzenden Internetzeitungen und politischen Diskussionsforen blockiert. Im Juni 2005 finden im Iran Präsidentschaftswahlen statt.

In einem Land, in dem Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen unter strikter Kontrolle der Regierung stehen, sind unzensierte Internetseiten die einzigen unabhängigen Informationsquellen. Eine umfassende Bilanz der Meinungsfreiheit im Internet im Iran liefert der Bericht "Surveillance of the Internet" von Reporter ohne Grenzen unter

http://www.rsf.org/ article.php3?id_article733 [recommended by LPA: Diesen lesenswerten Report gibt es auch als englischsprachige Printversion für 5 EUR bei "Reporter ohne Grenzen" zu kaufen. Der Report ist 2004 erschienen. Wie aktuell das Thema ist, zeigt der FBI-Zugriff auf "indymedia" letzte Woche. Der Report beinhaltet auch ein Kurz-Dossier über die USA nach dem dem 9/11 folgenden Patriot Act. Auch die EU mit Spitzenreiter Frankreich kommt zu der "Ehre" mit -was nicht wunder nimmt- allen Diktaturen der Welt in feiner einer Reihe zu stehen, China selbstredend vornean (61 Inhaftierte). Weniger im Rampenlicht stehen normalerweise die Trauminseln Maledieven die aber in Sachen Repression mit ganz vorne spielen. Weltweit werden Onlinemedien zunehmend Opfer staatlicher An- und Zugriffe, auch in Deutschland. - LPA]

Internetmedien, die den Aufruf von Reporter ohne Grenzen unterstützen:

In Deutschland: spiegel.de, sueddeutsche.de, netzeitung.de, DW-world.de; politik-digital.de, telepolis.de,

In Frankreich: courrierinternational.com, lefigaro.fr, lemonde.fr, nouvelobs.com, lexpress.fr, et telerama.fr

In Spanien: elpais.es, elmundo.es, abc.es, larazon.es, lavanguardia.es, elperiodico.com, periodistas-es.org, pressnetweb.com

In Italien: internazionale.it

21.10.2004

LPA-DE

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