## mail vom 21.10.04 weitergeleitet von LPA Berlin <mailto:lpa@free.de>
Das Hausprojekt Yorckstraße 59, die Antirassistische Initiative und andere
unabhängige politische Projekte sind akut von Rausschmiß bedroht!!!
Die Auseinandersetzung um die Wohn- und Arbeitsräume in der Kreuzberger
Yorckstraße 59 werden von Seiten der Hausverwaltung (Gregor Marweld) und
des Hausbesitzers (Marc Walter) weiter verschärft.
Parallel zu den juristischen Verhandlungen geschehen in der Yorckstraße
neuerdings "seltsame" Dinge. Da stehen nachts plötzlich zwei "Türsteher"
im Hof, beschimpfen die BewohnerInnen und drohen ihnen sogar Schläge an.
Da gibt es wasserfallartige Lecks im Heizungssystem, Bündel von
Telefonkabeln werden durchgeschnitten, Fahrstuhl-Sicherungen werden
entfernt; Fahrräder sind plattgestochen. Der Hausverwalter erscheint gerne
und oft. Provoziert, beleidigt und beschimpft BewohnerInnen und
BesucherInnen.
Die vier Etagen des Kreuzberger Hinterhauses wurden von 15 Jahren gemietet
und ausgebaut. Heute leben 60 Menschen im Alter von 0 bis 43 - darunter 11
Kinder - im Haus. Zum linken Wohnkollektiv gehören auch die politische
Initiativen, wie die Antirassistische Initiative (ARI), die Angolanische
Antimilitaristische Menschenrechtsinitiative (I.A.A.D.H.), die
Internationalistische Gruppe, das Anti-Harz Bündnis, unabhängige
Flüchlingsselbsorganisationen, der Infopool Lateinamerika oder das Radio-
Projekt ONDA.
Seit Januar diesen Jahres gibt es einen neuen Hausbesitzer: Marc Walter
aus Hamburg, mit der "Yorckstr. 59 GbR" (Sitz: Kantstr. 134). Er setzte
als Hausverwalter Gregor Marweld mit seiner "Bau-Partner GmbH" ein (Sitz:
Kantstr. 134). Walter forderte eine 100%-ige Mieterhöhung. Aber auch die
von einem angerufenen Schiedsgericht festgelegte Mieterhöhung in Höhe 55%
kann von den BewohnerInnen und Initiativen nicht bezahlt werden. Da der
Mietvertrag am 30. September ausgelaufen ist, folgt jetzt die
Räumungsklage.
Sollten die Pläne der beiden Investoren wahr werden, dann verliert der
Kiez ein Zentrum, das seit eineinhalb Jahreszehnten ein wichtiger Teil der
Kreuzberger linken Infrastruktur ist.
Die Veranstaltungsetage des Hauses wird für politische Veranstaltungen,
für Filmvorführungen, für die zweiwöchentliche DruzBar (Essen und Trinken
zum Selbstkostenpreis), für Partys und Ausstellungen aber auch von nicht-
kommerziellen Sport- und Theatergruppen genutzt.
In der Büroetage befinden sich die politischen Initiativen. Die Yorck59
war und ist Adresse für Menschen, die sich gegen Ausgrenzungs- und
Unterdrückungssysteme engagieren und organisieren. Und sie ist Adresse für
Menschen, die Informationen oder Beratung suchen. Adresse auch für Opfer
rassistischer Diskriminierung und Gewalt, die Unterstützung brauchen.
Diese Räume sind durch die aggressiven Inbesitznahme- und
Vertreibungsversuche der Investoren bedroht.
Unterstützt uns und kommt zur:
Rag(c)e against the ugly Stadtumstrukturierung.
Radrally zu Orten des sozialen Grauens und linken Widerstands
am Freitag, den 22. Oktober 2004
Start: 15:00 Uhr, Yorckstr. 59.
Ende: 19:30 Uhr, Schlesisches Tor mit Queer-Varieté (Schwarzer Kanal)
Antirassistische Initiative (ARI)
HausbewohnerInnen der Yorck59
[Zusatzinfo LPA: Nach der Pleite der vorherigen Hausbesitzer wollte die
Hausgemeinschaft das Haus kaufen. Der Speckulant war schneller, bzw. wurde
von der Bank bevorzugt. Noch immer steht das Angebot des Rückkaufs des
Hauses durch die Hausgemeinschaft, aber der neue Besitzer (Verwalter?),
ein neuer junger Hai im Berliner Immobilienbecken, betrachtet die
Angelegenheit anscheinend als Prinzipienfrage.]
the world is not merchandise.....
.....the people we are not machines..... .....the animals are not
objects..... .....the nature is not raw material.....
SHUT DOWN THE SYSTEM!!!
22.10.2004
LPA-DE