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(de) Kolumbianischer Anarchopunk in deutscher Abschiebehaft

A - I N F O S N E W S S E R V I C E http://www.ainfos.ca/ http://ainfos.ca/ index24.html SOLIDARITÄTSKAMPAGNE FÜR ESTEBAN SIERRA Esteban Sierra, ein Aktivist aus der Anarchopunkszene - er macht neben dem Label "Insurgente Records" noch vegetarische Volksküchen und Lehrveranstaltungen über die linksradikale Bewegung in Lateinamerika, wurde letzten Sonntag (24.10.2004) in Hof, Bayern, wegen illegalen Aufenthalts in der Bundesrepublik Deutschland während der Tour von EKKAIA und LOS DOLARES festgenommen. Im Moment sitzt er im Abschiebeknast von Hof, wo ihn der deutsche Staat bis zu zwei Monate festhalten will, eine anschließende Abschiebung nach Kolumbien nicht ausgeschlossen.

Zur Zeit versuchen einige GenossInnen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um seine Freilassung zu erreichen, oder um wenigstens die Zeit in Abschiebehaft zu verkürzen.

Esteban dürfen zur Zeit lediglich Briefe und Briefmarken erreichen, da ihm das Besuchsrecht verweigert wird.

Wir hoffen auf Solidarität im Fall Esteban und dass das Möglichste getan wird, sei es in Form von Protesten oder Demonstrationen, um die rassistische MigrantInnengesetzgebung dieses Staates aufzudecken.

KEIN MENSCH IST ILLEGAL !!!

NIEDER MIT DEN MAUERN DER KNÄSTE, AUF DASS SOLIDARITÄT MEHR ALS NUR EIN WORT IST !!!

Kontakt:

Esteban Sierra JVA Hof Stelzenhofstr. 30 95032 Hof

La Cruz Negra Anarquista-Venezuela / Red Latina de CNAs

Esteban ist vor einigen Jahren aufgrund des andauernden Bürgerkrieges und der daraus resultierenden Gefahr, sowie wegen der aussichtslosen Lage im Land, nach Europa ausgewandert. Aufgrund der rassistischen Gesetzgebung in der EU ist es für kolumbianische ImmigrantInnen kaum möglich, außer durch Scheinheirat, einen legalen Aufenthaltsstatus zu erlangen.

In Kolumbien besteht für jedes Individuum konkrete Gefahr für Leib und Leben, sich politisch zu engagieren ist fast unmöglich, da AktivistInnen kurzerhand ermordet werden. Hier sei nur an die GewerkschaftlerInnen erinnert, die sich zur Durchsetzung ihrer ArbeitnehmerInnenrechte gegen die Coca-Cola Konzernleitung organisierten und von denen zwei Aktivisten Ende 2002 ermordet wurden.

Da Esteban bis jetzt aber noch kein konkretes Verbrechen zugestoßen ist, welches er nachweisen könnte, hat er keine Chance, in der EU Asyl zu bekommen. Asylgrund ist ausschließlich nachgewiesene politische Verfolgung seitens des Staates, d.h. solange mensch nicht schon Opfer staatlicher Repressionsorgane geworden ist und konkrete Verdachtsmomente bestehen, dass diese Person bei Rückkehr in ihr Heimatland ermordet wird, ist es unmöglich, Asyl zu erlangen.

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31.10.2004

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