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Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Mittwoch, 3. November 2004:
I. Diskussion: (Lohn)Arbeit / sozialpolitische Aktionen und Proteste
a) Großdemonstration gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV am
Samstag, den 06.11.04 in Nürnberg zur Bundesagentur für Arbeit
1) Presseerklärung des Sozalforum Nürnberg vom 28.10.04 zur Demo samt
Ablauf und Rednern (pdf)
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ nuern-presse.pdf
2) 4. Infomitteilung zum antikapitalistischen Block der radikalen
Linken im Rahmen der Großdemonstration gegen Hartz IV, Agenda 2010
und Sozialraub am 6. November 2004 zur Bundesagentur für Arbeit in
Nürnberg vom 2.11.04
http://www.labournet.de/ diskussion/ arbeit/ aktionen/ oanuernb4.html
3) "Überwindung des Kapitalismus bewußt machen". 100 Gruppen
unterstützen Demonstration in Nürnberg. Nur aktiver Widerstand ist
erfolgreich. Ein Gespräch mit Markus Schwarz von der "organisierten
autonomie" (oa) in Nürnberg von Bernd Moser in junge Welt vom
03.11.2004
http://www.jungewelt.de/ 2004/ 11-03/ 022.php
Aus dem Text: "Frage: Der DGB hat die Unterstützung der Demo
abgelehnt, u.a. weil die Bundesagentur für Arbeit das falsche Ziel
sei. Antwort: Die DGB-Spitze hat von Anfang an versucht, die Bewegung
mit unsäglichen Argumenten zu bremsen. Dabei ist es legitim und
notwendig, neben dem Protest gegen politische und wirtschaftliche
Ziele mit der Bundesagentur für Arbeit auch die zentrale Verwaltungs-
und Umsetzungsinstitution der sozialen Angriffe gegen Erwerbslose ins
Zentrum der Proteste zu rücken. Gleichzeitig freuen wir uns, daß
mehrere gewerkschaftliche Regionalgruppen den Aufruf unterstützen und
zur Demo mobilisieren...."
b) Agenturschluss
Die Agenturschlussplakate warten am Samstag in Nürnberg darauf,
abgeholt zu werden! Da eine teure und zeitaufwendige Verschickung
vermieden werden soll, können sich die regionalen Gruppen am 6.11.
auf der Demo in Nürnberg mit Plakaten versorgen. Der
Lautsprecherwagen des antikapitalistischen Blocks weiß, wo die
Plakate abgeholt werden können. Nur, wenn niemand nach Nürnberg kann,
Bestellung an arnold@uni-wuppertal.de
Termin für das Nachbereitungstreffen: am 15.1.05 um 11 Uhr im
autonomen zentrum Wuppertal, Markommannenstr. 3, 42105 Wuppertal
c) Berichte von Aktionen gegen Sozialraub im Jahre 2004
Aktion bei AWO Bundeskonferenz
Am letzten Freitag (29.10.2004) fand im Bremer Congress Centrum der
Bundeskongress der Arbeiterwohlfahrt (AWO) statt. Dabei kam es zu
einer Protestaktion von gut 50 Personen in Bezug auf die
1-Euro-Zwangsarbeit und die Beteiligung der AWO an der so geannten
"freiwilligen" Rückkehr. Bericht von "egal" vom 02.11.2004 bei
indymedia
http://de.indymedia.org/ 2004/ 11/ 97217.shtml
II. Diskussion: (Lohn)Arbeit / Realpolitik / Arbeitsamt und
Arbeitszwang / Arbeitsverwaltungen wehren sich - wogegen? /
AgenturSchluss - mit oder gegen AmtskollegInnen?
a) Das Ziel erfasst. Die Bundesagentur für Arbeit ist ein wichtiges
Instrument der sozialen Repression. Es ist richtig, gegen sie zu
demonstrieren. Artikel von Walter Bauer in Jungle World vom 03.
November 2004
http://jungle-world.com/ seiten/ 2004/ 45/ 4252.php
Aus dem Text: "...Wir vom Nürnberger Sozialforum hingegen sind der
Auffassung, dass die Bundesagentur ihre Funktion verändert hat. Sie
ist selbst Ziel des neoliberalen Umbaus durch Unternehmerverbände und
Regierung, darüber kann die Belegschaft der Agentur einiges
berichten. Und gleichzeitig ist sie auch ein wichtiges Instrument des
Sozialabbaus und der sozialen Repression. Davon können die
Erwerbslosen einiges erzählen. (...) Die aktuelle Praxis ist mit dem
Begriff "Verfolgungsbetreuung" treffend beschrieben. (...)
KritikerInnen meinten, die Erwerbslosen sollten doch die Belegschaft
nicht von unten unter Druck setzen, sie erfahre genug Druck von oben.
Auf die Frage, was die KollegInnen von der Gewerkschaft und der
Personalrat gegen den Druck von oben unternähmen und ob sie auch in
die Öffentlichkeit gingen, lautete die Antwort: "Nein, das erlaubt
die Streitkultur in diesem Hause nicht." (...) Eine andere aktive
Streit- und Streikkultur muss sich entwickeln, auch vor und in der
Bundesagentur..."
b) Knapp daneben. Nicht die angeblich neoliberale Umgestaltung der
Bundesagentur ist zu kritisieren, sondern die spezifisch deutsche
Form des Umbaus. Artikel von Bernd Beier in Jungle World vom 03.
November 2004
http://jungle-world.com/ seiten/ 2004/ 45/ 4253.php
Aus dem Text: "...Aber was sind "Aktionen gegenüber Beschäftigten"?
Fallen bereits Streik- oder Boykottaufrufe darunter? Oder die Kritik
am Inhalt der Arbeit der Elendsverwalter selbst, die zu einer Art
gesellschaftssanitärer Polizei zur Kontrolle und Schikane der im
Sinne des Kapitals Überflüssigen werden? (...) In Sachen
"Arbeitsdienst" ist Deutschland immer Avantgarde. Genau diese
altbewährte, spezifisch deutsche Form der staatlichen Bewirtschaftung
der Arbeitskraft spielt aber in der "Agenturschluss"-Kampagne bislang
keine Rolle. Wird statt dessen gegen "Neoliberalismus" mobil gemacht
und in erster Linie die "Privatisierung" der Arbeitsvermittlung
kritisiert, ist es zum Staatsfetischismus nicht weit. Dann muss man
sich nicht wundern, wenn das Ablenkungsmanöver, für die
Krisenerscheinungen des Kapitalismus "amerikanische Manager" oder den
"amerikanischen Raubtierkapitalismus" verantwortlich zu machen,
wirkt."
III. Branchen: Auto / Opel
a) Bochum / Arbeitsniederlegung 14. - 20.10: erste Abstrafungen?
Aus den eingegangenen Soli-Erklärungen:
"... wir finden es feige Sauerei, dass die Geschäftsleitung von Opel
nach Eurem mutigen Streik einzelne aktive Gewerkschafter raus greift.
Jetzt einzelne Kollegen abzustrafen ist ein Angriff auf die ganze
kämpferische Belegschaft. Aber wir kennen diese Masche ja auch aus
den Klein- und Mittelbetrieben...."
Ausschuss für Handwerk, Holz, Klein- und Mittelunternehmen der IG
Metall, Verwaltungsstelle Frankfurt, am 28. Oktober 2004
Noch wichtiger als Soli-Bekundungen könnten u.U. Protestschreiben an
die Personalabteilung Opel Bochum sein: Fax: 0234-989-3329
b) GM Europa / Standort"sicherung" oder Standortpoker 2004?
1) Zukunft des unterlegenen Werks gilt als ungewiss. Schweden bringen
Opel in Zugzwang
Die Offerte aus Schweden im Standortwettbewerb zwischen Opel und Saab
bringt das Werk Rüsselsheim in die Klemme. Mit einem
milliardenschweren Hilfspaket der Regierung sowie Mehrarbeit der
Saab-Mitarbeiter wollen die Schweden das Stammwerk von Opel im
Tauziehen um die künftige Mittelklasse des Mutterkonzerns General
Motors (GM) ausstechen. Artikel im Handelsblatt vom 03. November 2004
http://www.handelsblatt.de/ pshb/ fn/ relhbi/ sfn/ buildhbi/ cn/ GoArt!200012 ,200038,813441/SH/0/depot/0/index.html
Aus dem Text: "... Um den Zuschlag für das neue Mittelklassemodell zu
bekommen, sind die Saab-Mitarbeiter zu einer Aufstockung der
Produktion auf einen Dreischicht-Betrieb bereit. Die Gewerkschaften
stimmten zudem einer Arbeitszeiterhöhung zu und willigten ein, dass
bis zu zehn Prozent der 5 600 Mitarbeiter über Kurzzeitverträge
angestellt werden können. (...) Die Gewerkschaften in Schweden und
Deutschland hatten zuvor vereinbart, keine Unterschreitung der
nationalen Tarifverträge zu akzeptieren sowie jede Form von Sozial-
und Steuerdumping auszuschließen..."
b) "Mit Geldgeschenken werden wir nicht arbeiten".
Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Schartau über die Möglichkeiten
und Grenzen der Politik, dem Autobauer Opel zu helfen
"Im Streit über politische Hilfen für die deutschen Opel-Standorte
hat NRW-Arbeitsminister Harald Schartau (SPD) die Bundesregierung
gegen Kritik aus Hessen in Schutz genommen. Es gehe nicht darum, "wer
das schönere Geschenkpaket nach Detroit bringt", sagte Schartau der
Frankfurter Rundschau..." Interview von Markus Sievers in FR vom 3.11.04
http://www.fr-aktuell.de/ fr_home/ startseite/ ?cnt=565662
Dennoch ist davon auszugehen, dass die Landesregierungen mit
Sonderregelungen zum stillen und "sozialverträglichen" Abbau
beitragen werden....
Weiter interessant im Text: "Frage: In Bochum haben sowohl die IG
Metall als auch die Landesregierung schwer Zugang gefunden zu der
Belegschaft. Ist da eine Entfremdung zu spüren? Schartau: Nein. Wir
haben zuverlässige Gesprächspartner mit dem Betriebsrat und immer
einen guten Zugang. (...) Ich weiß, was Opel vor Ort helfen würde:
nämlich vor Ort Manager zu haben, die Verantwortung übernehmen, die
den Leuten ohne Abstriche reinen Wein einschenken und die ihnen eine
Perspektive für das jeweilige Werk anbieten, die Identität
vermittelt."..."
III. Branchen: Auto / DaimlerChrysler Argentinien / Bücher und Film
zum Thema
Working at the Carwash
Gaby Weber recherchierte die Argentinien-Connection zwischen Nazis
und Daimler Benz. Besprechung von Jessica Zeller in Jungle World vom
03. November 2004
http://jungle-world.com/ seiten/ 2004/ 45/ 4279.php
IV. Branchen: Auto / DaimlerChrysler Raum Stuttgart
Erpresswerk. Unser Kampf bei DaimlerChrysler im Juli 2004
Eine Bilanz von Metallern an der Basis bei DaimlerChrysler
Untertürkheim als 24seitige Broschüre mit der kritisch kommentierten
Betriebsvereinbarung "Zukunftssicherung 2012". Die beigefügte CD-ROM
enthält:
Die Betriebsvereinbarung im Originaltext; ?Die Betriebsvereinbarung
kritisch kommentiert; ?2 Filme: Aktionstag 15.7. 2004 / TV News
15.-25.7.2004; ?Fotos vom Aktionstag 15.7.04; ?IGM droht Aktivisten;
?Kontroverse in der IG Metall; ?Unsere Flugblätter; ?50 ausgewählte
Zeitungsartikel
Im LabourNet Germany hieraus verfügbar:
a) Umschlag der Broschüre (pdf)
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ dc/ s/ erpresswerk.pdf
b) und die Umschlagsinnenseite samt Inhaltsverzeichnis (pdf)
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ dc/ s/ erpresswerk2.pdf
c) Sowie das Vorwort (pdf)
"Wir möchten euch mit diesem Heft und der CD-ROM eine Dokumentation
unseres gemeinsamen Kampfs gegen die Erpressungspolitik des
DaimlerChrysler-Vorstands zur Verfügung stellen. Wir meinen: diese
Auseinandersetzung war nicht irgendeine, sondern die schärfste, die
diese Belegschaft mit dem Konzern bisher geführt hat. Nie war die
Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen so kämpferisch, noch nie
war die Bereitschaft ,noch viel weiter zu gehen, so groß - auch ohne
offiziellen und "legalen" Streik...."
http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ dc/ s/ erpresswerkvw.pdf
Bezug gegen Spende ab 5,00 € über: Michael Clauss, Palmenwaldstraße
54, 73733 Esslingen (Schein in den Umschlag stecken) oder per
Überweisung an Michael Clauss, LBBW, Kto 6662844, BLZ 60050101. In
beiden Fällen Name und Adresse nicht vergessen! Der Versand beginnt
in 2 Wochen
V. In letzter Minute: Unzitat des Tages:
"Dies ist nicht die Zeit der krachenden Tarifrunden"
IG-Metall-Vize Huber gegenüber dem Stern in dessen Meldung vom 03.
November 2004
http://www.stern.de/ politik/ deutschland/ index.html?id=531807&nv =hp_rt_al
Genauso preiswürdig:
"Eine Mitbestimmung am Katzentisch, wie Rogowski sie sich ausmalt,
werden die Gewerkschaften niemals mittragen. Es wird doch wohl
niemand glauben, dass wir als Alibi für das ungehinderte Schalten und
Walten der Geschäftsleitungen herhalten." Oder "Wenn sich Leute wie
Rogowski durchsetzen, wird das zu einer echten Radikalisierung im
Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeben führen mit all den
Verrücktheiten, die niemand wollen kann." (beide ebd.)
VI. Hinweis in eigener Sache
Erneut und verstärkt wird meine Adresse <mag.wompel@labournet.de> für
den Virenversand missbraucht, daher nochmals: e-mails mit Betreffs
wie Re: Thanks :); RE: Protected message; oder Re: Thanks usw. samt
Anhängen sind nicht von mir und ungeöffnet zu löschen!
Lieber Gruss, Mag
P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter
http://www.labournet.de/ news/ den Newsletter im html-Format öffnen und darüber problemlos surfen!
--
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah,
gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and
unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
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MIME-Version: 1.0
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LabourNet mailing list
LabourNet@labournet.de
http://labournet.de/ mailman/ listinfo/ labournet
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03.11.2004
Labournet