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(de) Argentinien: Dokument ueber den 19. und 20. Dezember 2001 (ca)

A - I N F O S N E W S S E R V I C E http://www.ainfos.ca/ http://ainfos.ca/ index24.html DER KAMPF GEHT WEITER Drei Jahre sind vergangen seit dem Volksaufstand, der von den beschäftigten und arbeitslosen ArbeiterInnen und vom armen Volk am 19. und 20. Dezember 2001 durchgeführt wurde, mit dem sie durch die Mobilisierung der Bevölkerung die amtierende Regierung stürzten und danach noch vier weitere Präsidenten, was eine phänomenale Krise im Inneren der Bourgeoisie auslöste. Während des genannten Zeitraums kämpften die Volksmassen unerschrocken gegen Hunger, Elend, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, gegen die Staatspolitik, die immer ungerechter wurde und auf dem Rücken der ArbeiterInnen und des Volkes ausgetragen wurde.

Der hartnäckige Widerstand des Volkes hielt sie in vielen Fällen davon zurück, die Elendswirtschaft der einfachen Leute hart zu treffen, und das wurde erreicht durch die ständige Mobilisierung der ArbeiterInnen und des einfachen Volkes.

Der Kampf ist nicht zu Ende, er hat vielmehr noch kaum begonnen.

Der Aufstieg Kirchners zur Präsidentschaft erzeugte bei der Masse des einfachen Volkes während einer kurzen Zeit Erwartungen und Hoffnungen, aber die Praxis hat gezeigt, daß diese völlig unbegründet waren, weil es eben keinen Kapitalismus mit menschlichem Angesicht gibt, er ist wild, und sein einziges Ziel ist es, für die kapitalistische Klasse mehr Reichtümer zu erzeugen. Und darum ist im Land die Arbeitslosigkeit gestiegen, die Kaufkraft der Löhne ist nachweislich gesunken, der Hunger betrifft die Mehrzahl der Familien der ArbeiterInnen und kleinen Leute, während sich die Bourgeoisie weiter am Leiden und am Blut der Arbeiterschaft bereichert.

Es ist so, daß trotz der offiziellen optimistischen Propaganda, daß es dem Land besser geht, daß das Volk seine Situation verbessert, und trotz der verschiedenen "Versuchsballons" über magische Umkehrungen, die verschiedene Nationen in Argentinien entwickelt haben, sie keinen Konsens erreicht haben und die ArbeiterInnenkämpfe, die am Jahresanfang zugenommen hatten, mit größerer Heftigkeit als je zuvor weitergingen.

Staatsangestellte, Lehrpersonal, Telekomangestellte, ArbeiterInnen der U-Bahn und des Lebensmittelsektors, Arbeitssuchende usw., sind wahre Beispiele dafür, daß der Kampfgeist, der am 19. und 20. Dezember entzündet wurde, weiterlebt, trotz der großen Anstrengungen des Staates, ihn vollständig auszurotten, mit dem ganzen Repressions- und sozialen Herrschaftsapparat, den er besitzt, um den ArbeiterInnen- und Volkswiderstand zu brechen.

Das Volk ist Zeuge davon – politische Gefangene des Kampfes, Tausende von Verurteilten, Tote, Verletzte, all das ist das Ergebnis der Repression, die der Staat gegen die arbeitenden Massen und das einfache Volk ausübt.

Trotzdem ist die Bewegung des einfachen Volkes von der Repression des Staates nicht besiegt worden.

Das ist so, das sieht man in letzter Zeit am Triumph des Telefonica-Streiks, am hartnäckigen und unbeugsamen Kampf der U-Bahn-ArbeiterInnen und des Lehrpersonals von Buenos Aires, der Arbeitslosen und Beschäftigten in Santa Cruz, die trotz der erlittenen brutalen Repression nicht niedergeschlagen werden konnten und weiter für Lohn und Arbeit kämpfen, trotz der politischen und gewerkschaftlichen Kampfpause, die die Gewerkschaftsbürokratien der drei Arbeiterzentralen ausgerufen hatten.

Heute, drei Jahre nach dem Volksaufstand vom 19. und 20. Dezember 2001, zahlt das Volk weiter für seinen unbeugsamen Geist mit mehr Blut unserer Brüder und Söhne im gesamten Land. Wir trauern unsere Genossen, aber wir kämpfen weiter, damit die Rebellion vom 19. und 20. sich entwickelt und wir den Traum all der Gefallenen erfüllen, der Gefangenen, der Verurteilten und des gesamten arbeitenden Volkes, nämlich die absolute Emanzipation aller Unterdrückten zu erreichen.

Wir Libertären KommunistInnen kämpfen Schulter an Schulter mit dem einfachen Volk, betonen die Notwendigkeit der Einheit der ArbeiterInnen und des einfachen Volkes, bauen die ArbeiterInnen- und Volksmacht von unten nach oben auf, ohne jegliche Delegation an irgendeinen politischen Apparat, damit Basisversammlungen als strengste Ausübung der Basisdemokratie entscheiden. Deswegen schlagen wir vor und kämpfen für:

* Die Freiheit aller politischen Gefangenen des Kampfes und die Rehabilitierung der Tausenden von ArbeiterInnen und Arbeitslosen, die für den Kampf verurteilt wurden.

* Für eine Erhöhung der Löhne und dafür, daß der Lohn dem Bedarf der Familien entspricht, indiziert durch die monatliche Inflation.

* Für den Sechs-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich.

* Für die Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung.

* Für die aktive Solidarität aller Kämpfe der ArbeiterInnen und des einfachen Volkes, Fabrikbesetzungen usw., die sich entwickeln, und für die Koordination aller erwähnten Kämpfe.

Diese grundsätzlichen Losungen, die vom CCL vorgeschlagen werden, können nur von den ArbeiterInnen und dem einfachen Volk umgesetzt werden, indem sie die Werkzeuge ihrer Basis anwenden, und nicht durch irgendeine politische Vermittlung, sondern nur durch direkte Aktion und die Konfrontation mit dem System, das uns unterdrückt.

COLECTIVO COMUNISTA LIBERTARIO (Libertär-kommunistische Gruppe) Buenos Aires, Dezember 2004.

http://www.ainfos.ca/ 04/ dec/ ainfos00239.html (ca) Argentina: Documento sobre el 19 y 20 de diciembre de 2001 (en) From Colectivo Comunista Libertario

Date Wed, 15 Dec 2004 21:05:43 +0100 (CET)

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17.12.2004

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