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:gehört:
Geigerzähler: Dagegen!
(CD im Eigenvertrieb, 5 EURO)
Schon im Kindesalter wurde Pauls musikalische Begabung entdeckt und
staatlich gefördert. Er mußte Geige spielen lernen.
Statt der Liebe zur klassischen Musik erwachte in ihm jedoch bald eine
Vorliebe für den Punkrock - eine immer noch anhaltende Liebesbeziehung.
Ein paar Jahre lang bearbeitete er bei der Friedrichshainer Punkband
"Köterkacke" die Geige. Nachdem er damit bewiesen hatte, daß auch eine
Geige mit Punkrock vereinbar ist, begann er auf Solopfaden unter dem Namen
"Geigerzähler" zu wandeln.
Nach unzähligen (spontanen) Gigs in linken Kneipen und auch kürzlich in
einer Arbeitsagentur anläßlich der Agenturschluß-Aktion hat er sich in der
Berliner Scene einen Ruf erspielt, den er mit seinem in Eigenproduktion
November 2004 herausgebrachten Debütalbum "Dagegen!" sicher festigen wird.
Bereits vor zwei Jahren hat "Geigerzähler" einen Vorgeschmack auf sein
musikalisches Schaffen mit einem Samplerbeitrag (Die "Linken" von heute)
auf der Soli-CD der anarcho-syndikalistischen FAU für die "International
Solidarity Conference 2002" gegeben.
In einem ironisch-kritischen Stil greift Geigerzähler sowohl die typischen
Marotten der linken und Punkrock-Subkultur (Punkerliebe, Stagnation, Sein
wie sie) als auch tagesaktuelle Geschehnisse wie die Arbeitsmarktpolitik
der rot-grünen Bundesregierung (Deine Firma, Ballade von der Senkung der
Lohnkosten) auf. Es sind Themen wie Arbeitslosigkeit, linke Debatten,
Plenastrukturen und die Nähe einiger Alt-Linker zur Esoterik, die ihn
bewegen und ankotzen. Die Songs treffen zielgenau ins Schwarze, aber
manchmal verfällt "Geigerzähler" leider auch in oberflächliche Äußerungen.
"Liebst du Sharon oder Arafat - Ich sag dir - du kannst mich mal"
(aus dem Song: Lasst mich in Ruhe).
Neben seinen eigenen Songs finden sich noch drei literarische Klassiker in
seinem Repertoire (Erich Mühsam, Frank Wedekind, Kurt Tucholsky) und ein
paar Coverversionen ("Fluchtweg": Black Riding Underground, "Köterkacke":
Truppen von morgen).
Trotz kleinerer Schwächen ist ein nettes Album für Menschen aus dem linken
und anarchistischem Spektrum dabei herausgekommen. "Geigerzähler"
kommentiert gekonnt auf eine ironisch-witzige Weise jenseits von
studentisch-linken Terminologien die Zustände der Gesellschaft und der
Szene.
Kontakt / Bestellung: hundekot@gmx.net
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04.02.2005
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