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Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Montag, 11. April 2005:
I. Diskussion > Gewerkschaften und die neuen alten Rechten
a) Gewerkschafter als Opfer: Die Kommenden - This Account Has Been
Suspended
Wir haben uns an dieser Stelle bereits bedankt, bei Menschen und
Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich tagtäglich
gegen Nazis zu wehren, sie zu beobachten und juristisch zu bekämpfen.
Eine der Institutionen, an die sich die Nürnberger Betroffenen
gewandt haben, das jugendschutz.net,
http://www.jugendschutz.net
Mitglied im International Network Against Cyberhate
http://www.inach.net/
Siehe zu diesem auch für alle anderen im Antifa-Bereich Tätigen
interessanten Kooperationspartner die aktualisierte Dokumentation von
Ralf Pandorf und Mag Wompel vom 08. April 2005
http://www.labournet.de/ diskussion/ rechten/ opfer/ kommende.html
b) Politik verharmlost systematisch Neonaziterror
"Wir wollen und wir werden nicht zulassen, dass Unrecht und Gewalt,
dass Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wieder eine
Chance bekommen", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder im
Nationaltheater Weimar bei der zentralen Gedenkfeier zur Befreiung
der nationalsozialistischen Konzentrationslager vor 60 Jahren. Er
sehe "im Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus eine
bleibende moralische Verpflichtung Deutschlands", so Schröder weiter.
Schön gesprochen. Leider sieht die Realität anders aus. Statistiken
werden geschönt und Gewalttaten mit rechtem Hintergrund werden
bagatellisiert, Ulla Jelpke sieht die Situation völlig anders und
beschuldigt die Bundesregierung, das Problem des Neofaschismus
konsequent herunterzuspielen. Artikel von Ulla Jelpke in junge Welt
vom 09.April 2005.
http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-09/ 004.php
II. Diskussion > (Lohn)Arbeit > sozialpolitische Aktionen und
Proteste > Aktionen gegen Ein-Euro-Jobs
"Ein-Euro-Jobber müssen sich organisieren"
Erwerblosenrat von ver.di in Hamburg will Interessenvertretung
gründen. Auch Tarifverhandlungen werden angestrebt. Interview in
junge Welt vom 09.April 2005 von Andreas Grünwald mit Klaus
Hauswirth, der den Hamburger Erwerbslosenrat im Landesbezirksvorstand
der Gewerkschaft verdi vertritt.
http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-09/ 020.php
III. Diskussion > (Lohn)Arbeit > Realpolitik > Arbeitsamt und
Arbeitszwang > Bundesanstalt für Arbeit - Agentur wofür?
Beschäftigte der BA wurden überprüft
Es sieht nicht so aus, als hätte die Agentur für Arbeit großes
Vertrauen in seine Mitarbeiter und erst recht nicht in seine Kunden.
Letztere wurden ausgefragt, um auch noch an den letzten Pfennig
Erspartes zu kommen, erstere mussten vor dem Start von Hartz IV
Sicherheitserklärungen abgeben. "Die mit den Anti-Terror-Gesetzen
erweiterten Eingriffsrechte der Sicherheitsbehörden sind genutzt
worden, um den Start der Arbeitsmarktreform Hartz IV abzusichern." So
Thomas Maron in seinem Artikel in der Frankfurter Rundschau vom
8.April 2005.
http://www.frankfurter-rundschau.de/ fr_home/ startseite/ ?sid =ea80fcc3549a45b0e73f2ce985d0eba1&cnt=658594
Aus dem Text:" Der vertrauliche Evaluierungsbericht der
Bundesregierung, der der FR vorliegt, dokumentiert , dass im
Wirkungsbereich des Wirtschaftsministeriums auffallend viele
Beschäftigte überprüft worden sind, nämlich 1544. Der Bericht =
liefert
zugleich die Begründung: "Die verhältnismäßig hohen Fallzahlen =
(...)
sind auf einen hohen Überprüfungsbedarf bei der Bundesagentur für
Arbeit im IT-Bereich zurückzuführen. Die sensible öffentliche
Reaktion auf ‚Computer-Pannen' bei dem Start von ,Hartz IV' Anfang
2005 unterstreicht, dass die Beeinträchtigung dortiger
Aufgabenwahrnehmung - die für das Funktionieren des Gemeinwesens
unverzichtbar ist - erhebliche Unruhe in erheblichen Teilen der
Bevölkerung entstehen lassen würde."
IV. Diskussion > (Lohn)Arbeit > Realpolitik > Arbeitsmarkt > Statistik
Weise spricht von 6,5 Millionen Arbeitslosen
Ende Januar 2005 sagte Bundeswirtschaftsminister Clement, jetzt komme
"die ganze Wahrheit über den deutschen Arbeitsmarkt ans Licht, die
Zeit der Dunkelziffern vom Arbeitsmarkt ist vorbei." Na endlich, so
mochte man sagen. Anfang Februar erzählte uns BA-Chef Frank-Jürgen
Weise, dass die Arbeitslosigkeit nicht größer geworden sei, "sie ist
lediglich umfassender abgebildet und transparenter geworden". Auch
nicht schlecht. Am 1.April waren offiziell 5,176 Millionen ohne Job.
41 000 weniger als im Februar, so musste Weise vor 10 Tagen mitteilen
und Clement erzählte allen, ob sie es hören mochten oder auch nicht,
der "Zenit sei überschritten, der Trend dreht sich jetzt".
Jetzt räumt BA-Chef Weise öffentlich ein, dass die tatsächliche
Arbeitslosenzahl in Deutschland weitaus höher ist als offiziell
ausgewiesen. "Ich hatte nicht den Mut, an dem eingeübten Ritual etwas
zu ändern und 6,5 Millionen zu nennen", sagte er und fügte hinzu. "Es
sind weitere Arbeitslose in Maßnahmen und weitere, die sich gar nicht
mehr bei uns melden". Die Redaktion des LabourNet ist erschüttert
über so viel Mut zur Ehrlichkeit und verweist auf einen Artikel und
weitere Informationen von Stefan von Borstel in Die Welt vom 08.April
2004.
http://www.welt.de/ data/ 2005/ 04/ 08/ 662790.html?search =weise+arbeitslosenzahl&searchHILI=1
V. Diskussion > (Lohn)Arbeit > Realpolitik > Hartz IV > 1-€-Jobs
Ein-Euro-Jobs geraten außer Kontrolle
Cui bono oder wer verdient? 1-€-Jobs sind die Lösung, so hört man
landauf landab von den üblichen Verdächtigen. Fragt sich nur für =
wen?
Die Antwort auf die Frage hat jetzt sogar die Welt am Sonntag
gefunden. "Die Kommunen machen mit den Zusatzjobs gute Geschäfte.
Doch viele Firmen verlieren Aufträge", so beginnt ein Artikel von
Sonja Banze in der Welt am Sonntag vom 10.April 2005. Aus dem Text:
"...Billige Arbeitskräfte kommen den Kommunen und Wohlfahrtsverbänden
gerade recht. Nach Berechnungen des Instituts für Urbanistik häufen
Städte und Gemeinden bis 2009 einen Investitionsstau von 650
Milliarden Euro an. Seit Anfang der neunziger Jahre haben sie die
Zahl ihrer Beschäftigten halbiert. Da bleibt viel Arbeit liegen und
wird vieles ‚zusätzlich'(...) Bisweilen entgleist die Regelung ins
Paradoxe: Im niedersächsischen Städtchen Ronnenberg machte sich ein
Arbeitsloser selbständig mit einem Einkaufservice für Senioren, eine
von der Arbeitsagentur geförderte Ich-AG. Er ärgert sich noch heute,
daß sein Geschäft ihm ausgerechnet durch die Stadt kaputtgemacht
wurde, die für denselben Service eine Ein-Euro-Kraft anstellte.
Doch Ein-Euro-Jobs lohnen sich für Kommunen und Wohlfahrtsverbände
nicht nur, weil sie ihnen billige Arbeitskräfte bescheren. Im besten
Fall kassieren die Städte und Gemeinden doppelt. Denn die Jobcenter,
in denen sich Kommunen und Arbeitsagenturen seit Januar gemeinsam um
die Langzeitarbeitslosen kümmern, zahlen jedem Träger, der einen
Zusatzjobber einstellt, eine Pauschale. Bis Ende 2004 lag der Betrag
bei rund 500 Euro, seit Januar kann er beliebig hoch sein und
durchaus auch über 1000 Euro liegen; (...) Der geringste Teil davon ist
der Lohn von 120 bis 180 Euro für den Arbeitslosen..."
http://www.wams.de/ data/ 2005/ 04/ 10/ 671358.html
VI. Internationales > Frankreich
Protestbewegung im Bildungswesen und Besetzungswelle gehen weiter
Auch ideologische Schaumschlägerei nach Zwischenfällen vom März
dauert an. Artikel von Bernhard Schmid vom 11. April 05.
http://www.labournet.de/ internationales/ fr/ schaum.html
VII. Internationales > Sozialpolitik in Großbritannien > Den
Deutschen um Jahre voraus: Die "Reform des Arbeitsmarktes" in
Großbritannien
Die Welt des Oliver Twist. Dem Missbrauch der Sozialfürsorge ein Ende
bereiten. Was eine Novelle der britischen Armengesetzgebung von 1834
mit Hartz IV gemein hat. Artikel von Jörg Roesler in Freitag vom 8.
April 2005
http://www.freitag.de/ 2005/ 14/ 05140601.php
VIII. Internationales > Griechenland
Brüssel lobt, Gewerkschaften protestieren. Nach Erhöhung der
Mehrwertsteuer in Griechenland drohen Kaufkraftverluste und höhere
Arbeitslosigkeit. Generalstreik für den 11. Mai geplant. Artikel von
Heike Schrader, Athen, in junge Welt vom 08.04.2005
http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-08/ 009.php
Aus dem Text: "... Alle drei großen Gewerkschaftsverbände - GSEE, der
Dachverband der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst ADEDY und der
kommunistisch orientierte Gewerkschaftsverband PAME - haben für den
11. Mai einen 24stündigen Generalstreik beschlossen. Giorgos
Mavrikos, Funktionär des Gewerkschaftsverbandes PAME, rief Werktätige
und Gewerkschaftsvertreter dazu auf, "der Logik des Streiks anstelle
der Logik der Zusammenarbeit der Klassen" zu folgen."
IX. Wichtige Ankündigung eines wichtigen Kooperationspartners des
LabourNet Germany
Intensivseminar zum SGB II für die Betroffenen- und Protestbewegung
in NRW am 21. / 22. April in Wuppertal
"Die Jobcenter und ARGEN sind immer noch überwiegend mit der
Zahlbarmachung der ALG II - Leistungen und der Organisation ihrer
eigenen Strukturen beschäftigt. Wenn diese Phase der Strukturierung
abgeschlossen ist, werden die Job-Center mit der Verfolgungsbetreuung
der Arbeitslosen beginnen. Das ist der ihnen von der Politik gesetzte
und gesetzliche Auftrag. Umzugsaufforderungen,
Eingliederungsvereinbarungen, repressive Arbeitspflichten,
Ein-Euro-Jobs und massenweise Sanktionen werden ein Teil der Realität
der Erwerbslosen in diesem Land sein.
Um dieser bedrohlichen Realität Protest und Widerstand
entgegenzusetzen, bietet der Verein Tacheles in Zusammenarbeit mit
Harald Thomé als Hilfe zur Selbsthilfe den Aktiven aus
Erwerbslosengruppen- und Organisationen in NRW ein 2-tägiges
Intensivseminar zwecks fundiertem Überblick und rechtlicher Gegenwehr
zum SGB II an. Mit dem Seminar wollen wir einen Anstoß geben zur
Gründung von Beratungsinitiativen vor Ort und einem Netzwerkes auf
NRW Ebene...." Siehe alle Informationen und Anmeldungskontakte bei
Tacheles - es sind noch Plätze frei!!!!
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/ aktuelles/ 2005/ Intensivseminar.html
Lieber Gruss, Mag und Ralf
P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter
http://www.labournet.de/ news/ den Newsletter im html-Format öffnen und darüber problemlos surfen!
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LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah,
gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and
unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
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LabourNet mailing list
LabourNet@labournet.de
http://labournet.de/ mailman/ listinfo/ labournet
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11.04.2005
Labournet