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[LabourNet Germany] Neu am Mittwoch, 27. April 2005

Liebe KollegInnen,

neu im LabourNet Germany am Mittwoch, 27. April 2005:

I. Diskussion > (Lohn)Arbeit > Aktionen und Proteste > Aktionen gegen 1-Euro-Jobs

Protestaktion gegen 1-Euro-Jobs in Bielefeld-Bethel

"Nach einer Aktion gegen die Bielefelder REGE und der Agenturschlußkampagne hat die Bielefelder Gruppe "Blaues Wunder" gestern eine neue Aktion gegen Hartz IV und 1 Euro Jobs durchgeführt. Wir haben vor der Hauptverwaltung der von Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld (vielleicht besser bekannt als Bethel) gegen die Einrichtung von 1-Euro-Jobs in Bethel demonstriert. Im Vorfeld hatten wir mit einem offenen Brief auf ein Positionspapier des Vorstands von Bethel zu 1-Euro-Jobs reagiert. In dem Positionspapier hatte dieser angekündigt, 1-Euro Jobs anzubieten. Trotz auch durchaus kritischer Töne wurde diese Entscheidung mit der üblichen Argumentation ("Freiwilligkeit", "Integration in den Arbeitsmarkt", ...) begründet. Bislang bietet Bethel 110 Stellen in Kooperation mit der Bielefelder ARGE ("ArbeitPlus") an; darüber hinaus ist es den mehreren hundert Teamleitungen innerhalb von Bethel freigestellt, selbstständig 1-Euro-Stellen zu beantragen" Kurzbericht (mit Bildern) über eine Aktion des Blauen Wunders in Bielefeld-Bethel von "Blaues Wunder Bielefeld" vom 27.04.2005 bei indymedia http://de.indymedia.org/ 2005/ 04/ 113139.shtml Kontakt: blaues.wunder.bielefeld@web.de

Treffen: alle zwei Wochen Dienstags um 20.00 Uhr in der "Bürgerwache am Siegfriedsplatz", nächster Termin ist der 03.Mai!

II. Diskussion > (Lohn)Arbeit > Realpolitik > prekäre Arbeit > Aktionen der Prekären

a) Für globale Bewegungsfreiheit / Gleiche Rechte für alle. NoLager goes Euromayday: 1. Mai 2005 Hamburg Im europäischen Aufruf zum europaweiten Aktionstag am 2. April wurde ein ausdrücklicher Brückenschlag zwischen globalem Lagersystem und Prekarisierung (in der Arbeitswelt) hergestellt. Das nolager-Netzwerk hat diesen Ball aufgenommen, es ruft zum euromayday in Hamburg auf http://idash.org/ ~nolager/ nolager/ ?q=node/ 231 b) Euromayday 2005 - ein Sonntag für globale Rechte

Le Monde Précaire, revue de la collaboration précaire, erscheint am Ersten Mai zum einhundertneunzehnten Jahrestag des Haymarket Riot in Chicago, Illinois. Die pdf-Datei steht bei Kannak attak zur Verfügung http://www.kanak-attak.de/ ka/ down/ pdf/ emd05_web.pdf c) Sehr empfehlenswert: die NetParade des Euromayday005 http://www.molleindustria.it/ netparade/ III. Branchen > Auto > DaimlerChrysler

a) Sindelfingen:

Was tun? Betriebszeitung von kämpferischen Arbeiterinnen und Arbeitern bei Daimler Chrysler Sindelfingen, Ausgabe 32 zum 1. Mai 2005 http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ dc/ sindel/ wastun9.pdf U.a. mit folgenden Beiträgen: "Auf dem Rücken der Belegschaften! Nicht mit uns!"; ""Leichter Leben" - ohne Kapitalisten"; "Der Papst ein Freund der Arbeiter, Armen und Ausgebeuteten?"

b) Argentinien

Videos zu DaimlerChrysler von kanalB. Siehe die Übersicht zu mehreren Videos http://kanalb.org/ topic.php?clipId=117 IV. Branchen > Auto > Mazda

Mazda schüchtert ein

Leverkusen: In Europazentrale des Autobauers droht kämpferischer Betriebsratsvorsitzender die Amtsenthebung. Artikel von Roswitha Müller in junge Welt vom 26.04.2005 http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-26/ 015.php Aus dem Text: "Der Geschäftsleitung der Europazentrale des japanischen Autobauers Mazda in Leverkusen ist die örtliche Betriebsratsvorsitzende, Elke Köneke, offenbar ein Dorn im Auge. Im März diesen Jahres wurde ihr und dem Betriebsrat von der Unternehmensspitze eine Klage auf Amtsenthebung der Beschäftigtenvertreterin zugestellt. Beim Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Leverkusen in der vergangenen Woche machte der Richter zwar deutlich, daß das gerichtliche Vorgehen des Unternehmens gegen seine Mitarbeiterin voraussichtlich erfolglos bleiben werde, die Geschäftsleitung zeigte dennoch keine Bereitschaft einzulenken. (...) Mazda hat zum Ende diesen Jahres seine Mitgliedschaft im Unternehmerverband gekündigt. Vor diesem Hintergrund erweckt das Vorgehen der Unternehmensleitung den Eindruck, als ginge es hauptsächlich darum, die Arbeit des Betriebsrates zu behindern und Druck auf die Belegschaft auszuüben...."

Siehe dazu auch die Meldung der IG Metall Leverkusen http://www2.igmetall.de/ homepages/ leverkusen/ aktuelles.html#amtsentheb ung

V. Branchen > Auto > Opel Bochum

Betriebsvereinbarung Restrukturierung Werk Bochum vom 14. April 2005 (pdf) http://www.labournet.de/ branchen/ auto/ gm-opel/ bochum/ zv2010bv.pdf VI. Internationales > Sudan

Die UNO-Resolution 1593 - Fortsetzung des Kolonialismus und der Rassentrennung

Damit Menschenrechtskrieger jeglicher politischen Couleur hinterher nicht wieder sagen können, es habe halt sein müssen, alle hätten es gewollt: Die Resolution der (regierungsnahen!) Sudan Workers Trade Unions Federation (SWTUF) gegen die UNO-Resolution und die Entsendung ausländischer Truppen. Die SWTUF ist dem WGB angeschlossen und verweist in dieser Erklärung - als Alternative zu "robusten" (deutsch: mörderischen) Militäreinsätzen - nicht nur auf die langjährigen eigenen Friedensbemühungen, sondern insbesondere auch auf die Arbeit der "Organisation of African Trade Union Unity" (OATUU) - die Afrikanische Organisation für Gewerkschaftseinheit, die eigene Vorschläge zur Lösung der gewaltigen Probleme erarbeitet habe. Die (englische) Erklärung "The United Nations' Security Council's resolution No. 1593 - A continuation of neocolonialism and racial segregation" der SWTUF vom 9.April 2005: http://www.labournet.de/ internationales/ sd/ swtuf.html VII. Internationales > Südafrika > Gewerkschaften in Südafrika

Gewerkschaftskrise akut

Die Regierungsbeteiligung der Gewerkschaften in Südafrika hat, speziell in den letzten Monaten, dazu geführt, dass die generelle weltweite Gewerkschaftskrise in diesem Land besonders heftige Entwicklungen zeugt: Die Communication Workers Union (CWU), 1996 bei der Telecom (und der Post) gegründet, hatte 1999 noch 68.000 Mitglieder. Ende 2004 war diese Zahl halbiert: 35.000, und da der Apparat gross ist, beudetet dies Millionenschulden (laut CWU-Angaben 1 Million Rand im Monat). Wie weit das "eigene Schuld" ist - schliesslich hatte die Gewerkschaft den laufenden Personalreduzierungen immer wieder zugestimmt - sei an dieser Stelle (zunächst einmal) dahingestellt, die internationale UNI-Föderation allerdings hatte noch im März 2005 ein Abkommen bejubelt, das die Zahl des weiteren Stellenabbaus reduzierte... Der COSATU-Generalsekretär Zwelinzima Vavi gab bekannt, das Exekutivkomitee des Gewerkschaftsbundes werde auf seiner nächsten Sitzung über die Auflösung der CWU entscheiden (seit dem Kongress 2003 kann die COSATU Einzelgewerkschaften sowohl auflösen als auch "zwangsverschmelzen"). Der (englische) Artikel "Telecoms Union to Disband" von Matuma Letsoalo in der südafrikanischen Zeitung "Mail and Guardian" vom 22.April 2005 im Portal "Allafrica": http://allafrica.com/ stories/ 200504220651.html VIII. Internationales > Großbritannien > Privatisierung

Kein Verlaß auf Labour

"Britische Gewerkschaft setzt sich mit einer Kampagne für die Abschaffung der Bahnprivatisierung ein. Am Wochenende demonstrierten Hunderte Mitglieder der RMT für die Rücküberführung der Bahn in Gemeineigentum. Die Demonstration ist Teil einer landesweiten Kampagne. Umfragen zufolge unterstützen 75 Prozent der britischen Bevölkerung das Ziel der Gewerkschaft. Die RMT gehörte zu den Gründungsorganisationen der Labour-Partei, wurde aber aus der Partei ausgeschlossen". Ein Interview von Christian Bunke mit Bob Crowe, Generalsekretär der britischen Eisenbahnergewerkschaft RMT, aus junge Welt vom 26.04.2005. http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-26/ 023.php IX. Internationales > Großbritannien > Arbeitskämpfe > Dockers

IDC fordert die TGWU auf, Liverpooler Streibrecher nicht zu organisieren 10 Jahre ist der Kampf der Liverpooler Docker nun schon alt - die Hunderte aus politischen Gründen Entlassenen haben nie aufgehört, dagegen anzugehen. Und: Bisher war es Konsens britischer gewerkschaften, jene nicht zu organisieren, die an ihrer Stelle dort arbeiten. Diesen Konsens will jetzt die TGWU brechen - was vom "International Dockworkers Council" heftig kritisiert wird.Die (englische) Meldung "The IDC asks the TGWU not to accept the Liverpool scabs as members" vom 21.April 2005 bei "LabourNet UK": http://www.labournet.net/ docks2/ 0504/ liverpool1.htm X. Internationales > Italien > Gewerkschaften

Gewerkschaftliche Mitgliederentwicklung in Italien

Vor kurzem gaben der größte und der zweitgrößte italienische Gewerkschaftsbund, die sozialdemokratische bis linkssozialdemokratische CGIL und die christdemokratische CISL ihre Mitgliederzahlen für das Jahr 2004 bekannt und erläuterten die Trends der Mitgliederentwicklung. Da dies in der BRD ein hoch aktuelles und recht brisantes Thema ist, dürfte es von Interesse sein, wie sich die Dinge in einem anderen zentralen EU- und G8-Staat entwickeln. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass diese Zahlen immer auch ein wenig geschönt, im Wesentlichen aber aussagekräftig sind. (Ein beliebtes Mittel zu Verbesserung der Bilanz ist z.B. bereits im Januar verstorbene Mitglieder noch bis Sylvester weiter als Mitglied zu führen - angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der CGIL- und CISL-Mitglieder Rentner sind, ein nicht unwesentlicher Faktor.) Andererseits verlängert sich die Mitgliedschaft in den italienischen Gewerkschaften (genau wie bspw. bei den Parteien) nicht automatisch, sondern muss jedes Jahr ausdrücklich erneuert werden. 2 Artikel aus der unabhängigen linken, aber der CGIL kritisch verbundenen, italienischen Tageszeitung "il manifesto" vom 10.3. 2005, in der Übersetzung von der Antifa-AG der Uni Hannover & Gewerkschaftsforum Hannover. http://www.labournet.de/ internationales/ it/ mitglieder.html XI. Internationales > Österreich

Frauen in Österreich fordern "ganze Löhne"

"Gewerkschafterinnen des ÖGB starten Kampagne für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt. Arbeiterinnen haben in den vergangenen vier Jahren in Österreich ein Minus beim Nettoeinkommen von 11,1 Prozent (Männer: minus 5, 9 Prozent) hinnehmen müssen. Die Einkommen der Beamtinnen stagnieren; weibliche Angestellte haben seit 2000 etwa zwei Prozent ihres Nettoeinkommens verloren. Die Steuerreform 2005 wird die Einkommensunterschiede weiter verschärfen..." Artikel von Lisl Rizy in junge Welt vom 22.04.2005. http://www.jungewelt.de/ 2005/ 04-22/ 012.php XII. Internationales > Niger

Soziale (Elends-)Revolte: "Kein Darben für Uran"

"Nach Angaben des UN-Entwicklungsprogramms UNDP handelt es sich um das ärmste Land des Planeten. Andere Quellen, wie das jährlich erscheinende französische Wirtschaftslexikon Atlaséco, stufen den Niger jedenfalls in das Dutzend ärmster Länder ein. 63 Prozent der Bevölkerung des, mit insgesamt 11 Millionen Menschen nicht sehr dicht besiedelten, Landes leben mit weniger als einem Euro am Tag.(...) Auf Druck des IWF und der Weltbank hin wurde am 14. März dieses Jahres eine Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent auf alle Grundversorgungsgüter - Wasser, Mehl, Zucker, Milch, Speisöl und Strom ­eingeführt. Auf dem Schwarzmarkt schlugen die daraus resultierenden Preissteigerungen noch stärker durch: Die realen Preise für die Grundnahrungsmittel Reis und Hirse stiegen um 50 Prozent. Daraufhin brachen heftige soziale Proteste aus...." Langfassung eines Artikel von Bernard Schmid (Paris), zuerst erschienen in Jungle World vom 27.4.2005 http://www.labournet.de/ internationales/ ne/ schmid1.html Lieber Gruss, Mag und Ralf

P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter http://www.labournet.de/ news/ den Newsletter im html-Format öffnen und darüber problemlos surfen! -- LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi

LabourNet mailing list LabourNet@labournet.de http://labournet.de/ mailman/ listinfo/ labournet 27.04.2005

Labournet

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