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Utopie - Thesen für eine Diskussion
Die schönste Utopie ist zu nichts nutze, wenn das entsprechende Bewußtsein fehlt, das den Menschen befähigt, die Utopie Wirklichkeit werden zu lassen.

Utopie
(Thesen für eine Diskussion)
Einleitung:

Die schönste Utopie ist zu nichts nutze, wenn das entsprechende Bewußtsein fehlt, das den Menschen befähigt, die Utopie Wirklichkeit werden zu lassen.

Nach meiner Auffassung benötigt eine politische Diskussion, die sich mit Zukunftsfragen beschäftigt, einen Grundkonsens hinsichtlich Weltanschaulicher Fragestellungen. Dabei geht es zunächst um eine Abklärung: wie schauen wir uns denn diese Welt an, mit welchem Bewusstsein und welchen Denkgewohnheiten.

Eine Gesellschaftskritik, eine mehr oder weniger allgemeinverbindliche, gibt es heute nicht, wir müssen damit nochmal von vorne beginnen.

Das Einbeziehen von Weltbildfragen dürfte diese Gesellschaftskritik erheblich verändern.. Eine neue Weltsicht macht andere Grundübereinkünfte notwendig. Darüber was das bedeutet, muss man sich verständigen. Ich denke es gilt herauszufinden, warum die Menschheit zu blöd ist, ihren Kram geregelt zu kriegen und das wo es fast möglich erscheint mit entsprechender Maschinenpower eine paradiesische Welt aufzubauen.

Das ist natürlich keine neue Fragestellung, aber die traditionellen Antworten reichen heute nicht mehr aus.

Die Menschheit kann längerfristig nur dann überleben, wenn sie ihre Wertesysteme grundsätzlich ändert. Sie sollte ihr ganzes Wissen zusammennehmen, um daraus ein neues Gesellschaftsmodell zu formen.

Die Ausgangsthese ist die, dass eine Gesellschaft Utopien braucht, also Vorstellungen über die Art und Weise wie sie funktionieren soll. Zukunftsvorstellungen über die menschliche Gesellschaft beinhalten immer auch eine Wertediskussion, eine Analyse der herrschenden Werte und zukünftige Werte. Keine Gesellschaft kommt ohne Wertesystem aus. Welches Wertesystem streben wir an ?

Vermutlich bezieht diese Diskussion ihre Energie aus dem permanenten Widerspruch: Individuum und Gesellschaft. Deshalb kann sie niemals beendet sein. Ganz im Gegensatz zum derzeitigen Trend, Schluss mit Utopievorstellungen, einfach das zu leben bzw. vorzuleben, was man so anstrebt. Diese Einstellung dürfte auf schlechte Erfahrungen mit vergangenen Verheissungen zurückzuführen sein, in denen Utopie und Ideologie verschmelzen.

Ein neuer Ansatz kann deshalb nur im Bewusstsein dieses Zwiespalts gelingen.

Die 2. These ist die, dass wir als Menschen aufgrund unserer biologischen Ausstattung die Welt in der wir leben, wahrnehmen. Wie diese Wahrnehmung funktioniert, darüber gibt es heute Vorstellungen, die von den traditionellen gänzlich verschieden sind.

Spekulationen darüber, wie der Mensch die Realität wahrnimmt, sind Bestandteil der europäischen Philosophiegeschichte.(Erkenntnistheorie). Die auch heute gängige Vorstellung ist die, wir blicken alle auf denselben Bildschirm. Die Realität bildet sich in unserem Bewusstsein ab. Heute entwickelt sich bereits ein ganz anderes Modell: Wir setzen die Welt durch einen aktiven Vorgang in unseren Gehirnen zusammen nach individuellen Vorgaben; z.B. div. Lerninhalte.

Auf den ersten Blick sieht das nach nichts Besonderem aus. Im Klartext heisst das aber, dass jeder Mensch in seiner eigenen Wirklichkeit lebt und objektive Aussagen über die Wirklichkeit nur in Form von Modellen gemacht werden können.(Kosmos, Urknall, Zeit etc.). Selbstverständlich gilt das auch für die Wahrnehmung der Gesellschaftlichen Realität; sie ist subjektiv.

Dies ist das entscheidende Argument gegen alle Lehren, die eine einzige, möglicherweise auch ewige Wahrheit verkünden. Die Wahrheit ist relativ und hängt vom Standpunkt des Beobachters ab ( um es mit Einstein zu sagen ).

Der Blick auf den Tatbestand der Wahrnehmung erfordert demnach eine neue Herangehensweise bei der Entwicklung und Propagierung von Utopievorstellungen.

Auch der Hinweis auf Götter, Religionen, die Natur, oder die Wissenschaft macht aus einem menschlichen Gedanken keine allgemeingültige Wahrheit aus der dann Machtansprüche abgeleitet werden. z.B. die richtige und die falsche Linie bzw. Theorie.

Diese Gedankengänge sind nicht neu. Wir finden sie z.B. bei E. Kant.. Kants Gedanken werden so durch die moderne Hirnforschung untermauert.

Wenn wir als Menschen die "wahre" Realität schon nicht erkennen können, so verhält sich das mit der von Menschenhand gemachten Wirklichkeit ganz anders: auf sie haben wir Einfluss. (Kants 2. These).

Daraus folgern wir, alle Versuche, Tatbestände und Verhältnisse innerhalb der menschlichen Gesellschaft als Folge von Schicksal, Naturgewalten, oder Wetter, etc. wie Armut, Krieg, Hunger, Krankheit etc. darzustellen, können entlarvt werden.

Zwar ist das auch nicht neu aber durchaus aktuell. Zwei wichtigen Bereichen der Gesellschaft werden heute solche naturhaften Hintergründe zugeordnet, obwohl sie menschengemacht sind: die Wirtschaft und das Geld.

Das Bewusstsein von diesen Zusammenhängen ist notwendig, um klar zu machen, dass es nicht darum geht, eine neue Lehre zu verkünden oder eine alte Ideologie aufzupeppen.

Dies ist eine weitere Voraussetzung für einen neuen Ansatz.

Die 3. These soll sich auf die eben erwähnten (kulturell bedingten) Lerninhalte, die die Wahrnehmung beinflussen, beziehen.

Klammert man den Bereich der sensorischen Wahrnehmung aus, so kann man statt Wahrnehmung auch "die Sicht der Dinge" sagen. Diese Sicht wird geprägt vom jeweiligen Weltbild. Bekanntermassen ist dies von der jeweiligen Kultur abhängig. Das Weltbild beinhaltet auch die Basics mit denen wir unsere Existenz erklären: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin und wie sieht der Ort aus, an dem das stattfindet.

So war z.B. Himmel, Hölle und Schöpfung das entsprechende mittelalterliche Weltbild. Dass sich danach auch die Gesellschaft organisiert und strukturiert bis in den Alltag hinein, diese Sicht ist in unserer materialistisch geprägten Zeitepoche weitgehend verloren gegangen: Motor der Geschichte ist primär die Ökonomie und nicht die Ideen und Vorstellungswelten. Das Sein bestimmt das Bewusstsein und nicht umgekehrt.

Wie jedoch das Bewusstsein das Sein bestimmt, kann man sich folgendermassen vorstellen: Die Religion muss verwaltet und verkündet werden, also bringt sie die Institution Kirche hervor und alle anderen wie Klöster, Schulen, Armen- und Siechenhäuser, es werden Kathedralen und Häuser für die Pfaffen gebaut, es werden Gesetze formuliert, eine bestimmte Wirtschafts- und Geldordnung erlassen und eine Ordnungsmacht installiert. Die Religion materialisiert sich in gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen.

Heute ist es das naturwissenschaftliche Weltbild, welches die Religion abgelöst hat und unsere Gesellschaft strukturiert. (Inzwischen überlagert es alle anderen Kulturen).

Die Beschäftigung mit den Fundamenten dieses Weltbildes ist ebenfalls eine notwendige Voraussetzung für das Projekt Utopie.

Stichwortartig soll hier folgendes erwähnt werden :

"Alles Leben kommt aus der Materie" (Ursuppe) ist die Kernaussage der materialistischen Weltsicht. Geburt und Tod haben dadurch ihre spirituelle Bedeutung verloren. Dass der Mensch darauf mit Verdrängungsangst reagiert, ist in vielen Schriften analysiert worden, ebenso die Folgen auf sein Verhalten ("nach mir die Sintflut") und die Auswirkungen auf die Zukunft (Atommüll).

Verbunden mit der mechanistischen Weltauffassung (der Kosmos ist ein Uhrwerk) wird alles Lebendige zur Biomaschine. Die ganze Technik beruht auf diesem Weltmodell. Wenn aber das Modell mit der Wirklichkeit verwechselt wird, dann entsteht blindes Vertrauen in die Technologie. Gentechnik ist hier das Beispiel.

Die Idealisierung der aus dem Menschen herausgelösten unabhängigen Vernunft ( Descartes) im Kontext mit den vorher erwähnten Denkweisen entfremdet den Menschen von der Natur (dazu gehört auch seine eigene). Die Folgen sind bekannt.

Es gibt eine Reihe von Denkgewohnheiten, die als "naturgegeben" hingenommen werden und sich deshalb einer Untersuchung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf menschliches Verhalten oder auf die Gesellschaft entziehen. Wem ist schon bewusst, dass auch der Zeit eine Idee zugrunde liegt. "Unsere" Zeit ist die Idee des Zeitstrahls mit Anfang und Ende.( Urknall ). Dies stützt erheblich unsere Vorstellung von Fortschritt (Fortschrittsglaube).

Bekanntlich funktioniert die wissenschaftliche Methode, das derzeitige Mittel mit dem wir die Welt erforschen und erklären, nach dem Prinzip, den Untersuchungsgegenstand auseinandernehmen, in seine Bestandteile zerlegen und mit Hilfe mathematischer und logischer Methoden wieder zusammenzubauen. Diese Methode ist keineswegs nur etwas für Wissenschaftler. Es ist die kulturell erworbene Art und Weise mit der wir die Welt beurteilen. Die Schule vermittelt uns das ( Aufsatz : beschreibe eine Unfallstelle (z.B.) ). Auch hier kommt nicht die Realität dabei heraus, sondern nur ein Abbild, ein Modell.. Die Erkenntnisse, die es z.B. über die Gene gibt , auf denen ja die Gentechnik beruht, werden als "wahr" angesehen, Zweifel, dass das Modell unvollständig sein könnte, kommen nicht auf.

Das Bewusstsein darüber (was tun wir da eigentlich) also die kritische Distanz ist wichtig, wenn der neue Ansatz wirklich neu sein soll.

Die Mikroelektronik wie sie heute die Menschliche Gesellschaft prägt wie einst die Dampfmaschine bedient sich bekanntlich der Ja/Nein- Logik. Abgesehen davon, dass jeder Organismus eine gut-schlecht, heiss-kalt etc.-Entscheidung im Bedarfsfall trifft, begünstigt diese mathematische Logik ("der Ausschluss des Dritten" -Aristoteles) als verinnerlichte Denkgewohnheit die entweder/oder- Entscheidung auch als "das ausschliessende Denken" bezeichnet. Es gibt nur das wahr oder nicht wahr.

Als Grundlage politischer Strategien ( richtig/falsch, Freund/Feind ) ist das völlig ungeeignet wie man an endlosen Grabenkämpfen und Abgrenzungen politischer Gruppen beobachten kann. Hier hat die Unfähigkeit mit Widersprüchen umzugehen ihre Ursache, weil die lebendige Wirklichkeit meistens ein ja-aber beinhaltet und selten eindeutig ist.

Aus der Geschichte ist uns dieser unvereinbare Gegensatz bekannt, in dem die einen meinen, der Mensch sei ausschliesslich ein Kulturwesen, während die andere Seite behauptet er sei ein Naturwesen. Heute lösen wir diesen Widerspruch auf, indem wir sagen: er ist beides - aber warum, dürfen wir das ? denn es gibt genügend Leute, die damit nicht einverstanden sind und hier den Begriff Biologismus ins Spiel bringen. Hierbei geht es um weltanschauliche Denkgewohnheiten.

Dieser Zusammenhang muss erst ins Bewusstsein gebracht werden. Insofern ist es Teil der Utopiediskussion .

Erwähnt werden müssen noch zwei Beispiele aus dieser Reihe. Komplexität und die statische bzw. dynamische Weltsicht.

" Die Welt wird immer komplexer". Sie war es immer schon nur scheint sie uns mit zunehmender Informationsfülle komplexer. Um das für uns durchschaubar zu machen, greifen wir auf gelernte Strategien zurück und das heisst wir begeben uns auf die Suche nach Ursache-Wirkungsketten mit den Mitteln der alten Physik (Newtonsche Mechanik). Diese Methode hat sich tausendfach bewährt. Die Ursache liegt in der Vergangenheit, die Wirkung in der Zukunft, also schön nacheinander, erst die Ursache, dann die Wirkung. Selbstverständlich ? Keineswegs. In lebendigen Systemen, dazu gehören auch Abläufe, Aktivitäten innerhalb der menschlichen Gesellschaft , ist das anders : Die "Wirkung" kann auch zurück auf die Ursache wirken. In der Maschinenwelt ist das eine ernste Funktionsstörung, in der lebendigen Welt der Normalfall. Schon haben wir ein Problem und blicken nicht mehr durch.

Noch etwas ist hier wichtig: lebendige Systeme sind dynamisch, einem steten Entwicklungsprozess unterworfen unser Weltbild aber ist statisch an der Newtonschen Mechanik orientiert. Ruhig ziehen die Planeten ihre geordneten Bahnen um die Sonne nach ewigen Naturgesetzen. Stimmt nicht ! Es ist das reinste Chaos und nichts bleibt wie es war; schlimmer noch , es ist nicht berechenbar, man kann nur mit gewissen Wahrscheinlichkeiten rechnen.

Obwohl das alles bekannt ist, ist der Umgang mit komplexen Problemen meistens reichlich linear und eindimensional. Der Glaube an die alte Physik und ihre Sichtweise sitzt tief, obwohl die moderne Grundlagenforschung längst weitergezogen ist. Man sucht immer noch nach möglichst einer Ursache für ein Problem - wer ist schuld - und erlebt die Welt in Einzelteilen. Arbeit, Freizeit, Familie. Schon in der Schule wird die Welt zerteilt: Deutsch, Rechnen, Erdkunde, Biologie.... Am Ende ist das Individuum von allem abgetrennt und in sich selber zerrissen, desorientiert.

Der individuelle menschliche wie auch gesellschaftliche Entwicklungsprozeß unterliegt ständiger Veränderung. Er ist dynamisch und schafft stets Neues aus dem Alten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für die Gesellschaft, sich ständig zu erneuern. Das Verständnis von Gesellschaftsordnung aber ist statisch und behindert jede Entwicklung. An seine Stelle soll ein dynamischer Ordnungsbegriff treten, in dem Ordnung aus der Vielfalt veränderlicher und miteinander verbundener Prozesse entsteht.

Mit dieser Aufzählung soll verdeutlicht werden, dass wir mit unserem traditionellen Weltbild nicht weiterkommen, weil es die komplexen und sich ständig veränderten lebendigen Wirklichkeiten nicht ausreichend beschreibt. Allerdings haben sich bereits Denkmodelle herausgebildet, mit der sich die Wirklichkeit besser beschreiben lässt. Die Kenntnis davon ist unabdingbar für jede Art von Zukunftsvisionen.

Die 4. These behauptet, dass wir uns in einem historischen Zeitabschnitt befinden, in dem Anzeichen für einen Epochewechsel auszumachen sind.

Kopernikus, Kepler, Galilei wollten nur bessere Katholiken sein. Was sie herausfanden, leitete eine neue Epoche ein. Vergleiche sind mit naturwissenschaftlichen Entdeckungen des 20.Jhdts. möglich : Relativitätstheorie (alles ist relativ), Quantenmechanik (im subatomaren Bereich gelten andere Gesetze ). Die Wirklichkeit ist nicht "wohl geordnet", sondern Chaos.

(Das schöne Freund-Feind- Gleichgewicht des Schreckens, Ost gegen West gibt es auch nicht mehr.)

Die Beschäftigung mit ökologischen Themen fördert am Beispiel der in der Natur vorkommenden vielfach vernetzten Prozesse das Denken in komplexen dynamischen Zusammenhängen. Mit neuen Methoden wie der Kybernetik lassen sich diese besser verstehen.

Die Ja/Nein-Logik wird erweitert durch die Fuzzy-Logik, einer Logik, die näher an der Wirklichkeit ist, weil sie Zwischenschritte zulässt. Also: etwas mehr richtig oder etwas weniger falsch und nicht bloss ja-nein.

Der Blick vom Mond auf die Erde fördert eine Gesamtschau auf die Menschheit und seine Rahmenbedingungen. Er birgt die Chance zu einem Emanzipationsschritt, durch den der Mensch eine höhere Abstraktionsebene erreichen könnte, indem er aus sich heraustritt und sich quasi von aussen betrachtet und sich fragt: Was bin ich und was tue ich ? Es ist das, was in der Hirnforschung schon begonnen hat: Das Gehirn erforscht sich selbst.

Epochewechsel ist immer ein Paradigmenwechsel, d.h. es findet ein Weltbildwandel statt und darauf sollen die hier aufgeführten Beispiele hinweisen.

Jede Zeitepoche bringt aber auch ihre spezifischen Gesellschaftsordnungen hervor, denen immer eine Entwicklungsphase von Ideen vorangeht. In diese Entwicklung können wir eingreifen. Dabei braucht nicht alles neu erfunden zu werden, es steht ein reichlicher Ideenpool zur Verfügung. Daraus gilt es ein Gedankengebäude zu errichten und öffentlich zu machen, denn nur was im öffentlichen Bewusstsein auftaucht, ist politisch relevant.

Wie werden diese neuen Gesellschaftsordnungen aussehen ?

Ein Hinweis ist an dieser Stelle notwendig: Weltbildfragen sind kulturabhängig. Das hier Gesagte bezieht sich deshalb (teilweise) auf den abendländischen Kulturkreis und kann deshalb beispielsweise nicht auf China übertragen werden. Trotzdem ist es denkbar ein globales Wertesystem zu entwickeln, in das alle Kulturen einwilligen können.

Die 5. These wendet sich dem Menschenbild zu.

Angesprochen wurde schon der Gegensatz Kultur-, NaturWesen. Die Entweder-oder Sichtweise hatten wir schon aufgelöst zugunsten einer sowohl als auch Entscheidung. Der Mensch ist also beides.

Der Mensch ist Teil der Natur und von ihr abhängig (Geld kann man nicht essen). Die aus diesem Bereich stammenden Grundbedürfnisse sollten optimal befriedigt werden. Das wä re die Forderung an eine zukünftige Gesellschaft. Ganz oben auf der Liste steht: Eine Garantie zur Sicherung der materiellen Existenz des Individuums.

Der Mensch im abendländischen Kulturkreis muß sich seiner Naturhaftigkeit bewußt werden. Die Grundlage allen Lebens ist auch seine Existenzgrundlage. Darin liegt auch seine Abhängigkeit von der Natur begründet

Die materiellen und geistigen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit sich das Individuum kollektiv artikulieren und verantwortlich handeln kann. Indem es seine Selbstverantwortlichkeit erkennt und Verantwortung für den Zustand und die Qualität der Gesellschaft übernimmt.

Im Bereich wo der Mensch "Teil der Kultur" ist, gibt es entsprechende Grundbedürfnisse. Bildung, schöpferische Arbeit, Kommunikation etc. Darüber ist schon viel nachgedacht und geschrieben worden.

Was dabei allerdings meist vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass der Mensch ein Doppelwesen ist: der weibliche und der männliche Mensch. DER MENSCH damit ist (fast) immer der männliche gemeint. Das Menschenbild ist rein männlich. Unter dem Gesichtspunkt muss die ganze Bedürfnisdiskussion neu aufgerollt werden, weil anzunehmen ist, dass zwischen männlichen und weiblichen Bedü rfnissen zu unterscheiden ist. Das Ungleichgewicht zwischen männlichem und weiblichem Prinzip dürfte für viele Fehlentwicklungen verantwortlich sein. Die Natur ist weiblich. Solange der Mensch von seiner "Umwelt" spricht, die er z.B. nicht zerstören sollte, hat er es nicht begriffen, dass er mitten in dieser Welt steht, die Umwelt sich in ihm selbst befindet. Möglicherweise hat das Abgetrenntsein von der Natur mit diesem Ungleichgewicht zu tun..

Das Patriarchat ist ein uralter kulturü bergreifender globaler Ordnungsfaktor.

Allerdings ist die Diskussion immer noch stark geprägt von dem entweder-oder Prinzip, Matriarchat gegen Patriarchat.

Ein neuer Ansatz ist notwendig.

Ging es bisher wesentlich um Bewusstseinsinhalte, soll in der 6. These die Ökonomie angesprochen werden. Allerdings ist das Thema ohne Fachwissen kaum zu bearbeiten und sollte deshalb gesondert analysiert werden.

Viele glauben auch heute noch, dass mit der Marxschen Kapitalismuskritik bereits alles gesagt ist. Es scheint aber eher unwahrscheinlich, dass eine Theorie, die sich im 2.Jahrhundert ihrer Existenz befindet, immer noch volle Gültigkeit haben soll. Möglicherweise steht hier die schon erwähnte statische Weltauffassung dahinter, die sich gegen jede Entwicklung stemmt. Es wird immer noch als Tugend angesehen, wenn jemand an seiner einmal erworbenen Überzeugung festhält. Jedenfalls ist Kapitalismus eine in der Menschheitsentwicklung relativ neue Erscheinung. Marktwirtschaft und Geldordnung sind dagegen mindestens 6000 Jahre alt. Marktwirtschaft ist nicht gleich Kapitalismus. Diese Unterscheidung verschwimmt zusehens.

Der Vorschlag alle zu Enteignen und die gesamte Wirtschaft von Bürokraten steuern zu lassen, können wir abhaken, das hat nicht funktioniert. Was macht es heute für einen Sinn einen Unternehmer zu enteignen, dessen einziges Produktionsmittel ein PC ist und dessen einziger Angestellter er selbst ist ? Kapitalist und Prolet in einer Person, Profit und Ausbeutung eingeschlossen. Die Geißelung des Profits könnte sich als falsch erweisen. Ohne Gewinn läuft kein Geschäft, gibt es keine Entwicklung. Einen Gewinn auf dem Markt zu erzielen, demgegenüber steht dasselbe Eigeninteresse des Konsumenten, der möglich günstig kaufen will. Solange es eine freie Entscheidung bleibt, ist es in Ordnung.

Warum nicht ein System erfinden, in dem nicht die Reichen arm werden sollen, sondern die Armen reich ? Es geht nicht ? Es geht aus dem einfachen Grund, weil der Markt ein Menschenwerk ist und es kein Schicksal ist arm oder reich zu sein; aber es gibt einen natürlichen Mangel ? Keineswegs, es ist von allem genug da.

Wenn die Nordamerikaner beschliessen, wir fliegen auf den Mond, dann fliegen sie. Wenn die Deutschen sagen, wir machen jetzt einen Weltkrieg, dann machen sie den. Sie hätten auch sagen können: wir bauen jeder Familie auf diesem Globus ein Häuschen soviel hat nämlich der 2. Weltkrieg gekostet. ( die benötigten Handwerker waren damit allerdings auch weg ).

Das Ziel der menschlichen Produktivität muß sich an neuen Werten orientieren. Der materielle Wohlstand ist nicht oberstes Ziel, sondern das Wohlbefinden im Sinne echter Lebensqualität. Arbeiten, die unbedingt zum Leben notwendig sind, dürfen nicht unterbewertet werden,(wie z.B. Kindergebären, erziehen, ausbilden, Kranken und Altenpflege) statt die Arbeiten im Bereich der industriellen Produktion besser zu bezahlen.

Die industrielle Produktion muss in einen ökologischen Kreislauf integriert und nicht auf fortschreitendes Wachstum und den möglichst schnellen Verschleiss ihrer Produkte programmiert werden. Der Planet Erde ist kein "offenes System", er ist begrenzt; grenzenloses Wachstum ist eine tödliche Unmöglichkeit und doch ist es als Mechanismus in unser Wirtschaftssystem insbesondere in die Geldordnung eingebaut.

Erreicht werden kann dies unter anderem durch eine Neubestimmung des Geldes. Das Geld als öffentliches Tauschmittel und nicht als privates Macht-und Besitzmittel.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks macht sich die Auffassung breit, die Wirtschaft wird von sogenannten Marktkräften gesteuert, als handele es sich um einen physikalischen Vorgang, in den man möglichst wenig eingreifen darf. Wie schon erwähnt ist es mit dem Geld das gleiche, es wird als eine unveränderliche Grösse angesehen, vergleichbar mit kg oder Meter.

Das muss als falscher Glaube entlarvt werden.

Danach ist der Eingriff auf Wirtschaft und Geldordnung erwünscht. Es gibt eine Reihe von diesbezüglichen Vorschlägen, die in die Utopiediskussion einbezogen werden sollten. Einschliesslich die sogenannte Bodenfrage, also die Frage: wem gehört die Erdoberfläche ?

Artikel hier erfasst: 21.05.2001

Kommentare
26.04.2002 thomas ziegler: oh mann... lang...
endlose diskussionen...

die die haben wollen immer mehr...

an anderer stelle steht:
ich hab mein sach auf "nichts" gestellt...
wer das lebt ist qualifiziert mitzudiskutieren, weils ein tun ist nicht nur reden... (das finanzamt hilft mir derzeit das bei mir umzusetzen...)
27.04.2002 einer: hm?
wobei genau hilft dir das finanzamt, thonmas?
etrschliesst sich mir nicht sofort aus deinem text...

noch ein link zum schluss: http://www.coforum.de -gelebte alternativen zum kapitalismus
05.08.2002 E: Utopie
Es gibt keine Utopie... es gibt mindestens eine Millionen! Die einen wollen herrschen, die anderen frei sein und wieder andere wollen nur fernsehn... und wer sind wir anderen vorzuschreiben was sie wollen sollen?
10.08.2002 arcade: naja...
Meine Utopie ist dann eben mal so das wir alle die Herschen wollen auf eine Insel sperren oder überzeugen und fertig. Und alle anderen können z.B. auch in nem Herrschaftsfreien System schön Fernsehen...
15.08.2002 Laura0000: ---
natürlich ist ein herrschaftsfreies leben das beste da jeder seine individualität ausleben kann,bloß leider sind da immer noch zu viele die herrschen oder beherrscht werden wollen.so wie die menschen heute denken sind sie meistens nicht fähig so frei zu leben weil sie maßstäbe und klare regeln brauchen.man müsste den menschen von klein auf ein anderes bewusstsein geben,d.h. solche sätze wie "was sollen denn die nachbarn denken" z.b. dürften nicht mehr vorkommen.so würde sich das bewusstsein ändern und die menschen reif für eine herrschaftslose gesellschaft werden.
30.10.2002 Matthias42: und dann? - (von wegen friede, freude, eierkuchen...)
was dann - wenn die menschen es rein hypotetisch zu einer herrschaftslosen gesellschaft, also Anarchie, gebracht haben? Jeder ist glücklich und zufrieden, kann sich selbst ausleben und braucht keinen gedanken an andere verschwenden..? du denkst doch wohl nicht wirklich, dass das funktionieren kann, selbst wenn das bewusstsein der menschen durch andere erziehung dahingehend verändert/(verbessert?) worden wäre, wäre gerade die individualität, die ja jeder (halbwegs gescheite mensch) frei ausleben möchte, die entscheidende hürde zur krone der geistigen evolution, der anarchie. der EINZIGE weg dahin ist die geistige überzeugung des einzelnen, und zwar jedes einzelnen -> und das kann widerum nur durch wertneutrale (und nicht sensationsgeile) AUFKLÄRUNG erreicht werden. den ersten schritt müssen jedoch nicht die medien selbst tun, sondern (genauso wie den letzten) DIE MENSCHEN SELBST(!), da die medien auch nur durch die Verbraucher bestimmt werden (<-Angebot gleich nachfrage). was also das wichtigste ist, was wir jetzt tun können, ist ein kritischer verbraucher zu sein/werden, uns nicht länger der breiten masse anzuschließen, die sensationsgeil in ihren sesseln hockt und sich mit vorgekauten infos aus der glotze berieseln lässt, denn wir müssen lernen, wieder mit unseren eigenen augen zu sehen und unser urteilsvermögen nicht verkümmern zu lassen, amen.

-übrigens ist 42 nicht mein alter(das wäre 16), sondern der sinn des lebens-
13.02.2003 dieter: schöne neue welt
Schöne neue Welt, oh schöne neue Welt, die solche Bürger trägt, las uns gleich aufbrechen. Wir leben heute in einer Welt, in der Utopien wirklich war werden, Huxsley hatte in den 1930igern eine Utopie von einer drogenverseuchten unterhaltungsgesellschaft aufgestellt und sie ist war geworden. Oder 1984 alle Zonengeschädigten kennen den großen bruder aus moskau. oder die einschienenbahn, sie fährt wirklich. Was heute das problem ist, es gibt keine Utopien mehr. Ein herrschaftsfreies Leben ist eine Idee. Um eine Utopie daraus zu machen müsste sie geschickt verpackt werden, damit eine fazination davon ausgeht, welche die menschen in ihren bann zieht. Ich weiß nicht wie das zu wege gebracht werden kann, aber wenn das gelingt, so wird über kurz oder lang die utopie zur realität. schließlich sind menschen auch bis zum mond gekommen. die erste these halte ich somit für schwachsinn, denn jenes eingeforderte bewußtsein speist sich aus dem glauben an eine ütüpüsche zükünft.
Übrigens aus einer plenummäßigen weltanschauungsdiskussion wird keine utopie entstehen, denn Utopien sind am anfang immer einzelmeinungen eines außenstehenden und meinungen sind wie arschlöcher, jeder hat eine.
09.05.2003 Bevo Maddox: Illusionen über die menschliche Natur?
Da ist von UTOPIE und WIR die Rede, von Menschen die Herrschen wollen (& angeblich welche die das nicht wollen) usw. Es ist die ewige sich im Kreis drehende Anarchistendiskussion seit über 150 Jahren. Ein Blick in die menschliche Geschichte zeigt, das es immer nur KURZE SOMMER DER ANARCHIE gab, und da ist die Frage, wiwiel wurde davon (utopisch) schön geredet. Man sollte sich über die menschliche Natur keine Illusionen machen. Das klingt pessemistisch? Gegenfrage: warum haben Optimisten immer etwas naiv dümmliches an sich? heisst das jetzt nix Anarchie hier/jetzt & in Zukunft? Ich weiß es nicht. Richtig finde ich trotzdem eine anarchische Grundhaltung: sich als Sklave des herrschenden Systems empfinden (& dagegen rebbelieren, subtil-agieren usw., wie auch immer)und nicht als Teil des Systems (so wie das Wladimir Kaminer so schön ausdrückte. Auch sollten sich die Anarchisten die (mit gutem recht) gegen Herrschaft sind aber ganz realistisch fragen, ob sie als Mensch nicht auch durchaus Herrschaft ausüben oder manchmal das Verlangen danach haben! Das selbe gilt für den Begriff der Hierarchie: kann es eine hierarchiefreie gesellschaft geben oder führt sich das nicht von selbst adabsurdum!? Was kann man tun: vielleicht ist es ja schon was wert das Vorhandensein von Hierarchie (auch subtiler, da wo sie ideologisch geleugnet wird)aufzuzeigen, zu problematisieren & zu schauen wo sie berechtigt oder unberechtigt ist. Also was bleibt ist für mich eine individualanarchistische Haltung als Anarch, die sich gegen den Staat als Versklavungsmaschinerie des Individuums richtet und auch durchaus gegen die Gesellschaft, da wo sie sich mit dem Staat identifiziert. Da braucht es erstmal keiner Utopie & auch nicht einem gutmenschendeln Gesülze von Gleichheit (im Sinne von Gleichförmigkeit/Gleichmacherei der Marxisten u. a.).
26.05.2003 Patrick: 
Utopie is ´ne geile Sache ABER sollten wir nicht lieber Überlegen wann und wie WIR (die NEUEN) die Regierungen Dieser Welt dazu bringen ihre Ärsche aus den Sesseln ihrer unergründlichen Macht zu erheben und die welt sich selbst regeln zu lassen???
Brauchen WIR ABC WAFFEN???
Können wir vieleicht unsere verkackte Kaufkraft bündeln um ein riesiges Stück Land zu kaufen und dort unseren Staat zu errichten? Ist Anarchia käuflich? Ich weiß das ich ca der 100 milliardenste Typ bin der das will aber wieviel ist drin? bitte antwortet mir und sagt mir was euch dieser Traum wert ist?
26.05.2003 Patrick: E-mail adresse
Puettbach.t@t-online.de
08.06.2003 Sihaya: An alle Anarchisten und Andere
Ich bin nicht hier um noch eine eigene Meinung zu verbreiten, im Gegenteil, ich will von euch lernen.
In meinem Bekanntenkreis war keiner in der Lage mir Theorie und Praxis einer Anarchie befriedigend zu erklären. Wie denn auch, sie haben auch nicht damit zu tun gehabt.
Hier aber bin ich hoffe ich am richtigen Ort um mir alles von Kennern erklären zu lassen, sollte zumindest so sein.
Was ist nun wirklich das Prinzip der Anarchie? Wie funktioniert sie in der Praxis?
Ich will mal das Problem überspringen, wie man überhaupt eine Anarchie bewerkstelligen könnten, darauf wird ich schon noch früh genug kommen. Aber angenommen wir hätten schon diese Anarchie, wie funktioniert sie?
Recht? Schutz der Schwächeren? Eigentum? Menschenrechte? Ordnung/Chaos? Zusammenarbeit? Forschung? Fortschritt? Wirtschaft? Arbeit? usw usw, wie mir gerade so einfällt, verbreitete Assoziationen mitgezählt, aber auch die anderen Aspekte, die mir entgangen sind.
Fangt einfach mal an, was ich nicht verstehe werd ich schon nachfragen.


26.06.2003 adam macht pause: sihaya re
in der anarchie ist ein zusammenleben nur möglich wenn alle auch alle tragen. für andere freiwillig da sind. in einer anarchie ist es nicht möglich jemand für etwas verantwortlich zu machen somit gibt es keine sicherheit in bezug auf arbeit, rechte, wohnung, sicherheit. den markt regiert die nachfrage und somit regiert sie die anarchie. wenn anarchie bedeutet seinen trieben nachgehen dann wird sie auch nicht alle glüklich machen.
ich stelle mir anarchie vor mit viel selbstdisziplin, selbstbestimmung durch unabhängigkeit im denken und wünschen. das basiert widerrum auf selbstdisziplin und nächstenliebe freude am leben. anarchie ist keine utopie wenn man bereit ist ein teil seiner freiheit aufzugeben für ein bestimmtes ziel. das ziel verfollgen und es erleben währe mir schon wichtig. mag sein das es sich nicht sehr anarchistisch anhört aber eine funktionierende anarchie ist eine der strengsten ordnungen des sozialen lebens.
23.09.2003 Aleksi Hyrrä : Freiheit ist die einzige die zählt, Freiheit ist die einzige die fehlt !
Wir Anarchisten sollten alle zusammenlegen und uns eine Insel kaufen und dort unseren eigenes Land gründen. Wenn uns schon viele Leute für verrückt halten, dann machen wir eben unser eigenes Ding. Ich habe kein Problem damit, dass es eine Insel geben sollte wo "wahre Anarchisten" leben. So "nerven" wir die "Gesellschaft" nicht mit unseren Ansichten. Lasst die anderen machen wie sie es wollen und lasst uns so machen wie wir wollen. Ganz einfach, oder? Dann gibts auch keine Konflikte. Das ist meine Utopie.
12.11.2003 An-Archia: jaa, bin auch dafür :))
Gehen wir alle auf ne Insel und organisieren wir uns und unseres freies Leben selber...das wär wunderschön :)!
15.12.2003 Radikaler Pazifist: Wir brauchen keine Insel
Man sollte sich trauen, sich den Lebensraum für die Anarchie einfach hier und jetzt nehmen (leicht gesagt)

Siehe dazu auch meinen Beitrag im Forum Anarchie-Theorie: "Anarchie muss nicht zum Scheitern verurteilt sein."

Interessant am Ausgangsbeitrag und mit entscheidend für den Misserfolg bisheriger "Menschheits-Befreiungsversuche" ist m.E. der Unterschied zwischen Utopie und Ideologie!
31.12.2003 motivierter Realist: Utopie muss realisierbar sein
die Utopie muss so greifbar und realisierbar sein, dass es sich für jeden Menschen sofort als vorteilhaft erweist und damit seine Motivation weckt. Vorher kann man nicht erwarten, dass eine Revolution von unten uns die Befreiung von Überwachungsstaat und Arbeitszwang bringt!
Im neuen Jahr gehen wir´s gemeinsam an! Also dann... Prost Neujahr!!!
17.03.2004 Zarathustra: tragödie = gottes 10 verbote
spätestens seit moses taschenspielertrick mit den 10 verboten geht die entwicklung der menschlichen kultur gegen seine natur. du sollst nicht.... da werden 10 verbote beschrieben, welche im grunde unser heutiges denken bestimmen. freiheit und eigenverantwortung dümpeln dahin, das jüngste gericht entscheidet. erst kant hat mit seinem imperativ wieder den wert der eigenverantwortung gestärkt ... doch inzwischen hatten wir staaten und gewachsene gesetze - meint, der kantsche imperativ war bei seiner benenneung im späten 18jahrhundert weiter in der utopie als jemals zuvor.

mit der aufarbeitung der verbesserung muss bei moses und dessen 10 verboten begonnen werden - alles andere führt bestehende wege fort.

so lange es noch mehrheiten gibt, die ernsthaft überzeugt sind, dass verbote und gesetze unabdingbar und wichtig sind, solange gibt es keinen fortschritt.

angst machen wirkt dabei stets kontraproduktiv und stärkt das prinzip ordnung.

also sprach zarathustra
18.03.2004 ilse: kommentar insel
Beim surfen bin ich auf die texte zu anarchie gestossen, wobei mir einer besonders auffiel. Wir sollten alle zusammenlegen und eine insel kaufen, um dann die anarchie dort zu leben.
Ich kann gut vertehen, dass in unserer gesellschaft mit ihrer kälte einerseits und der zuneh-
Menden armut andererseits die fluchttendenzen zunehmen. Doch ist die lösung der insel nicht nur mentalität, vielmehr ein riesiger irrtum.
Aus der isolationforschung ( als antiaufstandsprogramm ) ist bekannt, dass gruppen ,d ie sich selbst genügen innerhalb kurzer zeit nicht nur reizarmut zerbrechen. Diese gruppen entwick-
Eln eine agressivität untereinander die zur gegenseitigen zerfleischung führt. Ausserdem ist mitlerweile auch bekannt, dass es in der isolation ( ob von anderen gruppen oder organisatio-
Nen - oder legal/illegal – ist nicht scheißegal! ) nur noch um selbstbestätigungen geht.
Es ist vondaher eigentlich davon auszugehen, dass eine gruppe die sich auf eine insel zurück-
Zieht früher oder später sich nicht nur um sich selbst dreht ( nach uns die sinnflut ) , vielmehr aus reizarmut in melancholie verfällt und sogar selbstmorde nicht ausgeschlossen sind. Eben –
So wenig , wie gegenseitiges töten vorkommen kann. ( bürgerlich mord genannt.).
Dazu gibt es auch schon gute primär-literatur : „ der schachspieler „ oder direkt zur isolaltions
Haft. Oder auch fachliteratur zur aufstandsbekämpfung , wo sehr deutlich beschrieben ist, dass die einzelnen oder auch gruppen in isolation genommen werden sollen, weil sich dann die problematik des widerstandes von selber löst. Da die einzelnen „mitgleider“ sich gegen –
Seitig in die ideologische enge treiben.
Herrschaftsfrei und gleichberechtigt verkehrt sich in der isolation in das gegenteil.
19.03.2004 Zarathustra: isle komment
hast ja nicht ganz unrecht mit deinen inselanmerkungen .... aber es kommt auch auf die größe der insel sowie anzahl und konstellation der personen und die zu erfüllenden aufgaben an ....

"wie gegenseitiges töten vorkommen kann. (bürgerlich mord genannt.)" ... auf einer der letzten "inseln" die 1492 neu gefunden wurde, wird dieses gegenseitige töten bis heute praktiziert ..... bei den einen wird es mord, bei den anderen hinrichtung genannt .. obwohl es immer das selbe ist ...

also sprach zarathustra


19.03.2004 ilse: inselträume
ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es psychologen gab und gibt, die zur isolation geforscht haben und es völlig egal war wie groß die gruppe ist. und wenn du mal an die inhaftierten aus den bewaff-neten kämpfen denkst, die in isolations sassen, da gab es nicht nur politische auseinandersetzung. da gab es auch bis heute tabuisierte agressionen.
die aufgaben waren da sicherlich gleichgesinnte.
auf einer insel geht es in erster linie um den anbau der ernährung. aber : vor jahren hat es in der taz mal einen artikel zu einer gruppe gegeben, die sich eine insel gekauft hatte. leider weiß ich nicht mehr so genau in welchem jahr das war. die waren dort auch inder hauptsache mit nahrung beschäftigt.abgesehen davon, dass der kauf einer insel illusion ist. denke ich tatsächlich, daß es egal welche aufgaben warten, nach kurzer zeit spannungen aufkommen , weil der output fehlt.grüß dich.
22.03.2004 Chemo: egal wie viele?
ich denke der wesentliche unterschied zwichen der besiedlung einer insel und der isolationshaft ist, dass man freiwillig auf die insel geht und jederzeit zurückkann
außerdem kann man nicht wirklich von isolation sprechen - ich denke wir reden eher von einer gruppe die schon etwas größer als 500 leute ist (ansonsten gäbe das ja schon fortpflanzungsmäßig früher oder später ne menge probleme)
den vergleich mit der isohaft finde ich etwas abstrakt...

aber: man kann nicht einfach so ein stück land kaufen und ne neue gesellschaft einrichten, das würde kein land dieser welt mitmachen und ist legal gar nicht möglich!
(es sei denn ihr nehmt die marshal-inseln - atomwaffentestgebiet *g*)
24.03.2004 Zarathustra: freie insulaner ..
sind keine isolationshaftierte ... der vergleich hinkt stark.
aber, es muss nicht zwingend ne insel sein - alternative refugien gibt es überall; mir sind solche orte auch hier bekannt.
schade dass du nicht auf die 1492er insel und meinen mord/ hinrichtungshinweis eingegangen bist !

also sprach zarathustra
29.03.2004 ilse: insel und kommentare
gegenseitiges töten finde ich grauenvoll, vorallem wer bestimmt wann und warum getötet wird. das ist todesstrafe oder du mußt mal sagen wie das mit dem töten gemeint ist. ich weiß, daß es bei den innuit noch heute oftmals gehandhabt wird, daß, wenn nahrung knapp wird , alte und kranke dem ewigen eis überlassen werden. nicht umsonst sind wir in der übrigen zivilisation ja eigentlich eine solidargemeinschaft. aber ansonsten, es haben leute eine insel gekauft und leben dort ein alternatives leben. ich weiß nur nicht mehr in welchem jahr . sie geben ihren aufenthalt nur deshalb nicht bekannt, damit nicht ein alternativtourismus einsetzt. davon wollen sie verschohnt bleiben. von tötungen dort ist nichts bekannt. grüsse
29.03.2004 ilse: für chemo egal wieviele
wer sagt denn, daß sich da fortgepflanzt werden will oder soll? vielleicht gibt es ja auch mal einen gebärstreik, weil die umwelt auch eine insel betrifft, da die atmosphäre für sie gleichermaßen gilt.
und die erdumhüllung bekanntermassen schon heute im eimer ist.
02.04.2004 Der Gedankenspieler: Lebe deine Träume
Hallo Chemo und überhaupt!
Was meine Einstellung zu Utopien ist, steht bereits in der Überschrift. Ich denk erst mal prinzipiell ist viel erreichbar wenn viel getan wird. Was die Idee der Insel betrifft: Ich dachte, wir wollten den Leuten zeigen, wie eine bessere Gesellschaft aussehen könnte- warum sollten Anarchisten aufeinander losgehen? Diese erwähnten Gruppenstudien sind veraltet und an dieser Stelle untauglich, weil meist Menschen dabei beobachtet wurden, die aus der Masse herausgegriffen wurden.-Also größtenteils Menschen, die die Werte Konkurrenz, Prestigedenken, Eigennutz etc. durch ihr soziales Umfeld eingetrichtert bekommen haben und sie selbst verinnerlichten. Es gibt auch Studien mit Gruppen, die bedeutend erfolgversprechender ausgesehen haben. Wenn die Gruppe aufeinander angewiesen war in einer bestimmten isolierten Situation, schweißte es meist die gesamte(!) Gruppe zusammen. Noch bessere Ergebnisse, gab es mit emotional intelligenteren Leuten. SO viel dazu. KAnn sein, dass nur Spinner auf jene Insel kommen würden- kann aber auch sein, das diese Insel funktioniert und den anderen Menschen in der Welt eine romantische Vorstellung ("einsame Insel") von Anarchisten/ Anarchie vermittelt. Vorurteile werden abgebaut. Das sind jetzt Möglichkeiten, die wahrscheinlich in nicht erreichbarer Ferne liegen (Es gibt einfach keine unbesiedelten oder unüberwachten Inseln mehr, die groß genug sind)- aber dennoch möglich sind. Besser und einfacher, denke ich, wäre es, bereits bestehende Strukturen in unserem Umfeld zu nutzen, zu verbessern oder neue Strukturen aufzubauen und diese alle wiederum je nach Bedarf zu vernetzen. Vielleicht können wir uns diese Insel ja mitten in der Gesellschaft aufbauen? Hier irgendwo in der Wallachei (muss nich in unbedingt in Teutschland sein) billiges Land kaufen, zusammen mit ein paar Freunden es bewirtschaften und versuchen ähnliche Gemeinschaften (solche gibt es schon- kleiner Tip: Schenkerbewegung: über 0179/4072506 (Haus der Gastfreundschaft)erreichbar- lustige Menschen in MV, die ohne Geld leben) zu kontaktieren- schon bildet sich vielleicht nach und nach ein wirtschaftliches Geflecht heraus, welches unabhängig vom jetzigen Kapitalmarkt funktioniert (Geld muss ja ních abgeschafft werden- wir sollten uns nur klarmachen, dass auch ein 500€-Schein fast nur aus Baumwolle besteht). Leider stehen heute noch viele alternative Projekte separat für sich. Vielleicht aber auch ganz gut. So gibt es viele mögliche Verknüpfungspunkte- und es kann noch viel ausprobiert werden. WIe auch immer. Möglich ist vieles, wer macht mit möglich?
09.04.2004 ilse: gedankenspielerl, lebe deine träume
gern, nur wird/werden jenseits der sozialisation, der wir ALLE unterlagen/noch liegen, von konkurrenzdenken-dominanzverhalten und ähnlichem, auch noch die sogenannten sachzwänge vergessen. was mir imer wieder auffällt ist die tatsache, dass es den schreiber/innen stets um sich selbst geht. oder im besonderen fall noch die freundinnen/freunde nie geht es um die ganz "normalen" nachbarn zum beispiel, die eigenen eltern und andere anverwandte. hauptsache ich mach mein ding, hab mein "glück",meine zufriedenheit. ich wüßte gern wie es mit dem rest der welt aussieht. wenn ich heute in den irak schaue und sehe wie mit der kraft der verzweiflung eine selbtmordaktion nach der anderen abgeht, dann vergeht mir auch die lust auf die eigene insel. schon adorno hat mal sehr richtig gesagt:" solange auch nur eineinziger mensch auf der welt hungert, leidet und unglücklich ist, solange kann es kein subjetives glück geben."(minima memoralia) schade das du nicht gesagt hast von wann die studien sind, auf die du dich beziehst. es sei dir daher als NEUESTES das buch von gabriele rollnick empfohlen: < keine angst vor niemand < in dem sie auf KLEIN-gruppen isolation eingeht! wie gesschrieben:
kleingruppe so weit ich weiß meint sie vier oder fünf.schöne zeit euch allen
12.04.2004 Event-Horizon: ...reif für die insel
wie schön,das ich mit meinem "inseltraum" nicht alleine bin.
Der kauf einer Insel ist nicht unmöglich,vor einigen Jahren hat ein Bekannter von mir sehr intesiv mit diesm Gedanken gespielt und nur weil seine Frau schwere Bedenken hatte,hat er davon abgelassen. Die Malediven bestehen aus rund 1200 kleinen und grösseren Inseln von denen gerade 200 bewohnt sind. Seine Insel sollte damals 20.000 DM kosten.Bei Rückfragen bitte den Botschafter von Sri lanka kontakten,der ist auch für die malediven zuständig.
auch ich suche seit längeren ein paar menschen,die ihre "geliebte heimat" aufgeben wollen,um etwas in dieser richtung auf die beine zu stellen.wenn also jemand ernsthaft mit dem gedanken spielt das durchzuziehen,dann bitte bescheid geben!!!
21.04.2004 ilse: utopie-inselträume
utopie – utopia – utopiechen - oder was sonst?
Wie soll es sein ? was kann es sein ?
Gibt es das ? - kann das gehen ?
Wann- und – wie – und wo – und wer- und was – und generell wie bitte ?

Ein ort, viele menschen, eine idee !

Morgens um 4.00 uhr aufstehen, die kühe melken und füttern für die menschen, die noch milch trinken, käse und quark essen, und all diejenigen, die immer noch süchtig nach joghurt sind. Andere leben schon nur noch von körnern jeder art, obst und gemüse, öl und nüssen. Alles aus eigenem anbau –des ökologischen systems willen. Beim anbau und essen bereiten wird auf jing und jang geachtet. Bedeutet : in gleichen maße obenerdig und untererdig. ( kartoffeln und kohl, radieschen/gurken und kolrabi in gleichem maße wie möhren , zwiebeln, knoblauch, tomaten, spargel usw. usw. ).
Mehrwert wird nur produziert um tauschen zu können, wie mit dem alternativen schreinereibetrieb zb., der uns möbel aller art liefert. Der tauschwert der nahrungsmittel wird von uns im plenum festgesetzt, an dem auch unsere kinder gleichberechtigt teilnehmen. Wolle kommt von den eigenen schafen, und gewebt wird in unserer weberei. Anderes rohmaterial zur herstellung von kleidung kommt von unserem baumwollfeld. Bettwäsche, handtücher, unterwäsche und oberbekleidlung wird ebenfalls von uns in der eigenen weberei und stoffverarbeitendem betrieb hergestellt. Wegen der gleichberechtigung können unsere männer nicht nur weben, vielmehr auch sticken und stricken, kochen, backen und nähen. Frauenspezifische berufe oder berufung gibt es nicht mehr in unserer gesellschaft.
Im winter leben wir von dem selbsteingeweckten, in landmieten überwinterndes obst und gemüse und getrocknetem.
Unsere kinder werden von all denen betreut im rotationsverfahren, die mit kindern arbeiten und leben wollen. Das steht den einzelnen mitlebenden frei.
Unterrichtet werden unsere kinder in den eigenen freien schulen. Herkömmliche sich frei nennende schulen richten sich doch überwiegend nach dem von kulturministerien vorgegebenem stoff. Implizit der vielfältigen geschichtsfälschungen. Ausserdem unterliegen auch sie dem zensur-straf-und belohnungsprinzip. Das ist bei uns aufgehoben. Gelernt wird im täglichen leben, und abstrakte vermittlung geschieht nach dem lustprinzip.
Die wärme im winter kommt aus alternativen heizsystemen wie, sonne –wind –wasser – und stalldung.
Da wir nicht autoritär vorgehen wollen, gibt es auch noch andere tierhaltung, für diejenigen, die im lernpro-
Zeß sich befinden um vegan oder vegetarisch zu essen. Es gibt bei uns noch fleischessende menschen.
Da wir das tauschprinzip in unserem leben integriert haben, müssen unsere betriebe k a u m - manche gar nicht mehr – gewerbesteuern und/oder lohnsteuern zahlen. Altersversorgung zahlt niemand in staatliche kassen ein, da wir davon ausgehen, dass die jüngeren die alten versorgen werden, wenn diese es nicht mehr allein können.
Medikamente werden hauptsächlich selbst aus naturrohstoffen aller art hergestellt, lnur in notfällen wird außerhalb der gemeinschaft medizin beschafft. Die eine apotheke liefert, die dafür von unserer imkerei beliefert wird. Kranhausaufenthalte werden ähnlich ausgehandelt, dafür haben wir aßer schreinerei und weberei noch betriebe wie : bäckerei-achuhmacherei-holzverarbeitungsbetriebe-lebensmittelkonservierungsbetrieb und lebensmittelherstellung und eine mühle. Holz wird im eigenen wald geschlagen, der umgehend nach dem schlag wieder aufgeforstet wird. Unser lebens- und arbeitsprinzip ist : jede-r nach ihren-seinen bedürfnissen , und jede-r nach ihrem/seinem fähigkeiten.
Aus vorherigen gesellschaften anerzogene deformierte bedürfnisse werden negiert, und als menschenfremde bedürfnisse therapiert. ( die teilnahme an therapien sind allerdings auf der basis der freiwilligkeit in freier kooperation organisiert.!).ebenso werden neurotische störungen und charachtereigenschaften in lernprozessen verändert. ( allerdings o h n e das es sich dabei um seelsichen stripteas handeln darf.). auch hier gilt die freie kooperation. Kriegsdienst wird generell verweigert.
Arbeitszeiten, arbeitsweisen und die mengen der herzuste4llenden waren werden im monatsplenum festgelegt von allen bewohnerInnen des lebensprojektes. Privatbesitz an produktionsmitteln gibt es nicht mehr, und persönlicher besitz beschränkt sich auf güter im persönlichen wohnbereich. Kleinfamilie mit autoritären alternteilen – oder auch liberalisierten – gibt es nicht mehr, ebenso wenig privater wohnbesitz.
Ausbeutung von arbeitskraft ist bei solchen strukturen nach unseren erfahrungen ausgeschlossen, und selbst nichtarbeitende menschen im sinne von mehrwertschaffenden warenproduktion sind im solidarischen verband integriert. Sie werden von der gemeinschaft getragen. Behinderte menschen entscheiden einzig und allein selbt ob und wie viel sie arbeiten wollen oder können. Vorschriften, bandarbeit und sollerfüllungen gehören der vergangenheit an. Wir sind auch sehr darum bemüht den wider spruch von kopf- und handarbeit aufzuheben. Den widerspruch von stadt zu land wollen wir noch nicht aufheben, da ein austausch mit anderen menschen die nochin kapitalisltischen produktionsprozessen stecken sich als schwierig erwiesen haben.

Dies modell einer alternativen lebensgemeinschaft ist niedergeschrieben worden nach einem anarcha-feministischen treffen im jahre 1994, und stellt eine zusammenfassung dar von träumen, wünschen und utopischen vorstellungen.
Ich habe den text - heute im jahre 2004 – nur in formulierungen etwas verbessert. Ansonsten ist es der text der im berliner A-KURIER erschienen ist, der leider den weg allen vergänglichen gegangen ist, wenn kein interesse mehr vorhanden ist.
01.05.2004 Zarathustra: wecken um 4 ?
oder aufstehen um 4 - da mach ich nicht mit ... diese sogenannte "herrgottsfrühmenschen" sind nicht teil meiner vorstellung einer besseren welt.... ich hatte schon das "vergnügen" so eine landgemeinschaft als urlauber über jahre beobachten zu dürfen ... es stimmt, einige zeit hat es funktioniert ... nach 15 jahren hat nahezu nix mehr funktioniert -

aber wo die besteuerung von arbeit nicht kategorisch ausgeschlossen ist, da ist nicht gut sein ...

wer glaubt männer und frauen wären gleich, der geht weit an der natur vorbei - und wird an ihr untergehen !

also sprach zarathustra
31.05.2004 ilse: wecken um vier
niemand weckt, es stehen die menschen von allein auf. oder eben nicht. das männer und frauen vond er anatomie gleich sind hat niemand behauptet. es geht um gleichberechtigung und nicht um die faschistoide gleichmacherei. wenn es irgendwo nicht funktioniert hat, dann muss es beim nächsten versuch nicht genau so sein. ausserdem , sollte in einer befreiten gesellschaft auch ein frühaufsteherIn platz haben, sonst ist es keine befreite welt. wieder nur einer oder mehrere die autoritär bestimmen wie andere zu sein haben. das erleben wir im extrem fall gerade an der US-administration im irak. nein danke! allen eine schöne zeit. ilse.
11.07.2004 Zarathustra: inselträume um vier
klar darf es frühaufsteher geben ... aber deine inselträume tragen viel feminismus in sich - von dem allein kein fortbestand ausgehen wird ...

die suche nach der natur des menschen darf nicht enden wo der feminismus steht - sie muss bis dorthin gehen wo die menschen stehen !

also sprach zarathustra
07.12.2004 Grinsekind: Inselkommentar
Das mit der Insel ist zwar eine schöne Utopie, grins, aber wie wird entschieden, wer auf dieselbige darf??? oder darf jeder auf die Insel......das würde bedeuten, dass es trotzdesen einen Herscher geben könnte; oder dürfen nur diejenigen anlanden, die bezahlt haben.....ich fürchte da gibt es noch einige Dinge zu klären.....aber trotzdem schöne Utopie....grins...
15.12.2004 Ramses: Punk-Film, Diskussion und Biertrinken..
... am Sonntag, 19.12.2004, abends ab 19.30 Uhr im KUZ Kreuz, Fulda.
Mehr Infos unter www.flipmedia.de
01.03.2005 ilse: wenn es hier raus soll beni dann wo anders hin. ist zur raf austellung in berlin
Terror und RAF eine Kunstausstellung in Berlin. Eine ganz persönliche Betrachtung
mit den Augen einer ehemaligen Betroffenen.
ilse schwipper
Wenn man die Austellung betritt wird der Blick zu allererst von einem Regal mit Büchern gefesselt, in dem allerdings auch noch Videofilme stehen. Für meine Begriffe alles recht willkürlich ausgewählt, wie die gesamte Ausstellung in gewisser Beziehung willkürlich gestaltet ist.
In einer vorher grossen Halle befindet sich eine Raumabteilung mit einer Gallerie von Bildern, die Menschen darstellen die a l l e tod sind. Diese Bilder sind abfotografiert von Printmedien und untertitelt lediglich mit dem Namen der Person und dem Sterbedatum. Chronologisch ist einzig die Untertitelung der Todesdaten.
Da die Ausstellung eine Auseinandersetzung mit der RAF, ihrer Geschichte und die darin umgekommenen sein soll, ist es verwunderlich , dass Personen auftauchen
wie Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg,Georg von Rauch und Ulrich Schmücker. Diese Personen waren weder RAF ?Angehörige noch durch RAF-Aktionen zu tode
gekommen.
Will Frau/Mann näheres wissen, muss schon ein wenig gesucht werden. Am Ein ?
gang dieser Abteilung hängen in Deutsch und Englisch in Folie geschweißt Schrift-
en die Auskunft geben sollen über die Personen. Wie ungenau das alles ist , soll hier
nur an einem ein Beispiel angeführt werden.: ? Georg von Rauch 24 Jahre alt, Mitglied revolutionärer Kreise, wurde bei einer Personenüberprüfung am 04.12.1971 in Berlin von einem Polizeibeamten erschossen.? Allerdings ist schon unmittelbar nach dem Tod von Georg von Rauch bekannt geworden, dass der Todesschütze ein Verfassungsschutzbeamter war. Die Vermutung lag nah, dass es nicht mal ein Be-
amter des Berliner Verfassungsschutzes war, geschossen hat das Bundesamt für
Verfassungsschutz die öfter in Berlin illegal operierten in der Zeit.
Diese Bildgallerie wird beendet mit Bildern von Ingeborg Barz ? Ingrid Siepmann und Gerhard Albartus die alle als vermisst ausgewiesen werden. Noch so eine Unge-
nauigkeit, weil zu Gerhard Albartus die *revolutionären Zellen* eine Erklärung ge-
schrieben haben. In dieser Erklärung wird deutlich gesagt, dass G. Albartus von einem palästinensichen Kommando wegen Verrates erschossen wurde. Obwohl das
alles andere als gesicherte Erkenntnis war, dass er Verrat begangen hat. Im Fall von
Ina Siepmann wissen MitstreiterInnen von der *Bewegung 2. Juni*, dass sie bei ei-
nem israelsichen Bombenangriff um`s Leben kam. Das kann auch einem Felix
Enslin nicht entgangen sein, der an der Ausstellung mitgewirkt hat. Lediglich bei Ingeborg Barz gehen die Meinungen über ihre Todesursache auseinander, je nach Weltsicht, Ideologie und Sympathie sowie Zugehörigkeitsgefühl zu einer revolut-
ionären Strömung oder Gruppe, hat sie sich selber getötet oder aber Andreas Baa-
der hat sie erschossen.
Was dann folgt, bei verlassen dieser abgetrennten ?Ahnengallerie?, die die Ausstel-
ler +unsere Toten + benannte, ist erschlagend. Es folgen auf Podesten aufgestellte
Monitore mit reichlich Fernsehmaterial, das über Videofilme abgespielt wird.Es sind Tagesschauausschnitte und Ausschnitte von Sonderberichterstattungen , wobei auch
der ehemalige DDR ?schwarze Kanal? mit Eduard von Schnitzler vorkommt. Über dieser Parade von Monitoren kleben hunderte, wenn nicht tausende von Zeitungs ?
ausschnitten nach Jahreszahlen geordnet. Von 1967 bis 1998 reichen diese Print-
medien. Es ist unmöglich die Fülle von Zeitungsausschnitten zu lesen, wobei auch sehr schnell klar wird, dass bestimmte Zeitungen überwiegen. Vom Stern über den
Spiegel bis zur Frankfurter-Allgemeinen reichen diese Ausstellungsstücke.
Wobei mir eine Zusammenstellung besonders in´s Auge stach: eine Ausgabe des Spiegel vom31, Oktober 1977 mit großformatigen Buchstaben auf der Titelseite:
?Krebs- - Krankheit der Seele?, an die übergangslos Seiten anschlossen mit Be-
richten zur RAF. Was da suggeriert werden soll ist eindeutig : Guerillakampf ist
krank.
Man kann zu den Versuchen des bewaffneten Kampfes in Form von Stadtguerilla-
kampf stehen wie man will , ablehnend aus welchem Grund auch immer. Oder es
als positiven Versuch deuten. Eines ist nicht zu leugnen, diesen Kampf hat es ge-
geben und ist sicherlich nicht zu verstehen über Kunstausstellungen, die eindeutig
den Staat auf die Stirn geschrieben haben. Schon die Betitelung der Ausstellung als
Terror und RAF zeigt, dass eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem bewaff-
neten Kampf nicht gewollt ist. An keiner Stelle der Ausstellung wird eine eindeu-
tige Definition von Terror geliefert und an keiner Stelle werden zu Aktionen Er-
klärungen der RAF ausgestellt.
Lediglich im Keller der Räume , schön hinter Glas gesperrt, liegen Originale von Brochüren ( RAF-texte), Plakate, Zeitschriften (INFO -883) und erfreulicher Weise
die Texte der 1967 in Kraft getretenen NOTSTANDSGESETZE, die noch heute
Gültigkeit haben und nach dem 11.September 2001 Erweiterungen erfahren haben.
Diese Ausstellung ist jedenfalls für Menschen die nichts von der Zeit mitgekommen haben als die RAF , Bewegung 2. Juni und andere bewaffnete Gruppen in´s Leben traten völlig ungeeignet sich mit Geschichte auseinanderzusetzen, weil die Sicht der Künsler verzerrte Bilder wiedergeben. Am deutlichsten wird das an drei gemalten
Bildern im zweiten Stockwerk , das Porträts zeigt die mittig zerstückelt sind. Der Hinweis somit auf Schizophrenie ist unverkennbar.
Angesichts der Tatsache, dass überwiegend staatlich genehme Texte auftauchen in der Ausstellung , ist das Geschrei um diese Ausstellung im Vorfeld nicht mehr nachvollziehbar.
Das ärgerlichste an der Bilderausstellung ? die ein Kunstwerk sein will:
Geschichte ist als Kunstwerk nicht in dieser Art aufzuarbeiten oder zu verstehen.
Filme zur Guerillapolitik der RAF hat es gegeben, es hat Romane gegeben und auch Autobiographien, wie heroisch auch immer oder genau das Gegenteil davon.
Diffamierende Filme hat es auch genug gegeben zu dem Thema :68.er und die Nachfolgende
Bewaffnung von Gruppen.
In dieser Austellung fehlt jeglicher Hinweis auf die Haftbedingungen , die selbst nach Amnes-
tie-International Folter bedeuteten. Isolationshaft und ihre Methoden sind nicht zufällig in den70.er Jahren Exportgut gewesen und der Anti-Guerillakampf Innenpolitik. Dazu fehlt jeder Hinweis. So fehlt auch jeglicher Hinweis auf die noch heute inhaftierten RAF-Miglieder, von denen einige schon 20 Jahre und länger sich in Haft befinden.
Als am Eröffnungstag die Berliner *rote Hilfe* genau darauf aufmerksam machen wollten in dem sie ein Transparent entrollten und etwas verlesen wollten, sind die Betreffenden nicht nur rausgeworfen worden. Vielmehr erhielten sie gleich Haus- und Platzverbot.
Dieses Ereignis sagt mehr über die AusstellungmacherInnen aus als all ihre Beteuerungen in Interview`s , Beschreibungen zur Ausstellung und anderen Stelllungnahmen;sie sind autori-
tär und Staatsbüttel.Unverständlich bleiben deshalb alle Aufregungen aller Coleur über einen
Mythos der angeblich die RAF hofiert und die Opfer ignoriert.

Wenige Häuser entfernt von der Ausstelllung befindet sich eine Kirche. Diese ist leergeräumt worden . Stattdessen befindet sich an den Wänden tausende von Bildern die in Großformat ehemalige Känpfer die Staatsmänner wurden zeigen , und ebenso willkürlich KämpferInnen aus Geurillagruppen.In der Fülle der Bilder befinden sich auch viele unbekannte Personen, allerdings auch die eheamaligen Präsidenten Carter und Clinton. In der Mitte der Kirche ist eine Zelle aufgebaut die begehbar ist. Ihre Wände sind schallisoliert und der Camera-Silens nachempfunden. In solch einer Zelle haben in Köln-Ossendorf Ulrike Meinhof und Astrid Proll über einen langen Zeitraum verbringen müssen.Diese Zelle zeichnete sich dadurch aus,
das nicht einmal das eigene Wort sich widerspiegelte als Ton. Dazu gibt es einen Brief von
Ulrike Meinhof der nicht nur beeindruckt durch seine Emotionalität, vielmehr sehr genau
vermittelt wozu diese Zelle dienen sollte:dem Brechen der Persönlichkeit.
JedeR BesucherIn der Kirche betritt auch diese Zelle. Kommentare von jüngeren Menschen:
?ieh ?gitt wie furchtbar? oder :? die 10 Minuten waren für mich wie eine halbe Stunde? waren
nicht selten zu hören. Allerdings kommt die Mehrheit eher mit dem wohligen Schauer der ge-
fühlten Einsamkeit aus diesem Raum der eine wirkliche Zelle ist.
24.09.2008 heinrichs: Ulrike Meinhof/ Jutta Ditfurth/Ullstein Verlag
Schade,das DU ,liebe Ilse Schwipper,dieses Buch nicht mehr lesen konntest,da du heute vor knapp einem Jahr (27.09.2007)gestorben bist.Dieses Buch ist weit mehr als nur eine Biografie..... es ist lebendige Zeit und Lebensgeschichte,detailgenau und einfühlsam recherchiert von der Mitbegründerin der Partei "Die Grünen/Alternative Liste".. Jutta Ditfurth,die als linke Fundamentalistin etikettiert die Regierungspolitik der heutigen Realos nicht mehr mittragen konnte........Heute ... das heißt für mich nicht mehr und nicht weniger ,als das RAF trendy und chic geworden als 20Millionen Euro teure Kinoversion zu haben ist( Bernd Eichinger ,Stefan Aust) ,--Actionthriller und staatlich konfirmierte Vernunft in einem Abwasch,-und die Realos müssen sich ranhalten,wenn sie wieder mitspielen wollen im großen Staatstheater!-Sprüche und Gutmenschentum anstelle von kritischen Bewußtsein und gelebter Alternative.(unbequem und ergebnisoffen!?)
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