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A - I N F O S N E W S S E R V I C E http://www.ainfos.ca/ <p>liebe freundInnen, liebe genossInnen, im vergangenen februar toetete Werner Braeuner, ein arbeitsloser aus der region bremen (brd), den direktor seines arbeitsamtes. seitdem sitzt er im gefaengnis und wartet auf seinen prozesz. wir - einige freundInnen und korrespondentInnen Werners, einige mitglieder von arbeitslosen- und prekaer-beschaeftigten-komitees in france (frankreich) - wuerden ihm gern helfen. wir glauben, seine handlung zu verstehen, denn die probleme, mit denen er sich konfrontiert sah, sind nicht allzu verschieden von den unseren, oder denen unserer bekannten. wir wissen, dasz es nicht leicht ist, in diesem kontext unterstuetzung/hilfe zu organisieren, denn jede aktion oder unpassende stellungnahme koennte ihm eine vorverurteilung einbrocken. deshalb entschieden wir uns, einen klaren text zu verfassen, der einfache informationen ueber die konkreten umstaende des mordes liefert, und ueber die verflechtung der umstaende, die ihn dazu treiben konnten (seine materiellen schwierigkeiten, sein fragiler psychischer zustand und persoenliche probleme, die seine hoffnungslosigkeit noch verstaerkten); aber auch ueber das, was wir von ihm, seiner politischen aktivitaet und seinen ueberzeugungen wissen. wir halten es darueber hinaus fuer noetig, den gesellschaftlichen kontext dieser tat zu erlaeutern, von der tendenz in der behandlung von arbeitslosen in der brd, und im allgemeinen in europa, zu schreiben. zusammenfassend laeszt sich sagen: wir plaidieren dafuer, angesichts dieser tat nicht mit moralischer entruestung zu reagieren, sondern den immer erbarmungsloseren und autoritaereren charakter des verhaltens der gesellschaft gegenueber denen, die sie marginalisiert, zu beachten; denn dieses verhalten bringt solch irrationale taten hervor. es handelt sich dabei um ein kollektives problem, und die repression - eine repression, die die hueter der ordnung unzweifelhaft ausueben werden, indem sie die tat auf ihre individuelle dimension zu reduzieren trachten - wird nichts an den ursachen aendern. einzig eine radikale gesellschaftliche veraenderung kann der vervielfachung derartiger verzweifelter taten entgegenwirken. wir laden euch ein, diesen text in eurem umfeld zu verbreiten, ihn zu veroeffentlichen, euch oeffentlich zu positionieren und eure eigenen gedanken zu papier zu bringen; auf dasz die stille sich nicht ueber diese geschichte legt wie die gefaengnistueren auf das leben Werners. so koennte eine unterstuetzerInnenbasis und der anfang einer kampagne auf europaeischem niveau entstehen, die, den prozesz (beginn am 2./3. august) im blick, die oeffentliche meinung beeinflussen. die freundInnen Werners in france es ist diese gesellschaftliche logik, die kriminell ist ! am 06. februar 01 toetete Werner Braeuner, ein in verden (bei bremen, brd) lebender arbeitsloser, Klaus Herzberg, den verantwortlichen des oertlichen arbeitsamtes, der seine [Werners] sozialhilfe, und damit seine einzige lebensgrundlage, gestrichen hatte. danach stellte er sich der polizei. wer ist Werner Braeuner ? Werner ist ingenieur, und seit acht jahren arbeitslos. er kaempfte fuer die verkuerzung der arbeitszeit, fuer ein garantiertes einkommen, fuer eine gesellschaft freier individuen, die nicht durch arbeit verstuemmelt sind. von zeit zu zeit uebersetzte er franzoesische texte fuer die deutschen arbeitslosenverbaende. in france war er im milieu der politisch aktiven arbeitslosen fuer seine interventionen auf der [wahl-] liste "ac forum", fuer seinen humor, seine ironie und seine guete, fuer das gefuehl der revolte, das ihn animierte, und sein bildhaftes franzoesisch bekannt. er machte sich bei der regieungslinken nie liebkind. seine stellungnahmen, seine kritiken des vertrauten umgangs der gruenen mit der oel-lobby und des sozialdemokratischen produktivismus erklaeren die stille, die sei
10.06.2001
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