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Göteburg: Eine erste Analyse

Eine erste Analyse Von : AFA Stockholm Ort : Göteburg Datum: 20.06.2001<p>Eine erste politische Analyse der Ereignisse rund um den EU-Gipfel in Göteborg von der Antifa in Stockholm. Der Text erschien am 19.6. im schwedischen linken Webportal www.motkraft.net <http://www.motkraft.net>, die Übersetzung ist alles andere als fehlerfrei und erfolgte spontan nach bestem Wissen. Drei Tage, die Europa schadeten Wir hätten niemals gedacht, dass die Proteste in Göteborg so sein würden. Die Ereignisse haben das Establishment - Medien, Polizei und PolitikerInnen - in einen Schockzustand versetzt. Und Schock ist noch das annäherndste, womit man den Zustand unserer Bewegungen beschreiben kann, die an den Protesten in Göteborg teilnahmen. Wir werden lange brauchen, zu verstehen, was dort passiert ist. Wir haben bei Motkraft [ein linkes Internetprojekt in Schweden] versucht, täglich über das zu berichten, was während des Gipfels in Göteborg passiert. Unsere Texte waren oft bloße Aneinanderreihungen der Ereignisse, wir haben keine Zeit gefunden, anzuhalten, nachzudenken und das Geschehene zu analysieren. Dies hier ist ein erster Versuch, ein übergreifendes Bild zu zeichnen. Denn ein alternatives Bild ist notwendig, wenn man sieht, wie einheitlich pechschwarz die Schilderungen der etablierten Medien von den Protesten waren. Noch einmal hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, über unabhängige Medien zu verfügen. Denn das Bild der kommerziellen Medien ist klar: Sie verteidigen das Eigentum mehr als die Menschen. Sie sind mehr empört über eingeschlagene Schaufenster, als über Übergriffe gegen soziale Bewegungen oder über angeschossene DemonstrantInnen. In den letzten Tagen hat es [in Schweden] keinen Raum für soziale Bewegungen gegeben, ihrer Empörung Gehör zu verschaffen und ihre Sichtweise deutlich zu machen. Die meisten Artikel sind von solch mieser Qualität, dass sie ebenso gut alle Pressemitteilungen der Polizei direkt abdrucken könnten. Wir warten immer noch darauf, dass sich die ersten kritischen Stimmen erheben. Göran Persson [der schwedische Ministerpräsident] hat im Fernsehen versucht, uns als eine Armee darzustellen - mit viel besseren Waffen, großen ökonomischen Ressourcen und gut organisiert. Alle, die mit uns in Kontakt gekommen sind, wissen, dass nichts davon wahr ist. Der Teil der außerparlamentarischen Linken, zu dem wir gehören, ist in losen Netzwerken organisiert. Die internationale Organisierung passierte dadurch, dass wir per E-Mail Einladungen verschickten und dass wir herumreisten und auf Treffen in Europa Apelle hielten, wie bei der LL-Demo in Berlin und beim PGA-Treffen in Mailand. Das ganze Frühjahr über haben wir Soliparties organisiert, um etwas Geld zu bekommen und das meiste haben wir aus eigener Tasche bezahlt. Wir haben keine Zuschüsse für unsere Tätigkeiten bekommen. In den Medien wurden wir als ein Anhängsel der ?seriösen? Proteste dargestellt. Auch dieses Bild hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Wir haben einen großen Teil der Aktivitäten vor dem Gipfel organisiert, unter anderem durch unsere aktive Teilnahme am großen Bündnis ?Göteborgsaktionen 2001?. Dieses Bündnis wäre ohne die Arbeit der libertären Linken unmöglich gewesen. Unsere Aktivitäten wurden mit den Krawallen, mit Gewalt und mit Vermummung verbunden. Ironischer weise gerade zu einem Zeitpunkt, an dem wir neue Wege des Protestes jenseits der Straßenschlacht suchten. Ya Basta entwickelte das White Overall-Konzept um aus der Sackgasse zu kommen, in die sie die italienische autonome Bewegung sahen. Im Norden waren sowohl ?Globalisering Underifrån? [Globalisierung von unten] als auch die AFA [autonome Antifa] von diesen Formen inspiriert. Wir entschieden uns, mit einer bedeutend größeren Offenheit zu arbeiten als sonst. Wir planten fantasievolle Blockaden, bei denen wir uns friedlich hineinschieben wollten mit Körperschutz, um nicht von den Polizeiknüppeln verletzt zu werden. Aus diesen Aktionen wurde nichts. Der Einsatzleiter der Polizei, Håkan Jald 20.06.2001

aktuell@nadir.org

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