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Räteprinzipien & die revolutionäre Linke
Ein in Münchner 1.-Mai-Zeitung unerwünschter Artikel

Wenn man heute von Rätedemokratie spricht, wird man schnell belächelt. Alles Schnee von gestern?
Ein/e Reformist/in und Parteigänger/in wird kaum den Ast absägen auf dem er/sie sitzt. Auch beinharte Bolschewisten sollten mit Vorsicht zu geniessen sein. Die Zentralisation aller sozialen und sonstigen Güter in Händen eines Staates hat seine Folgen für uns und unser Ziel des (libertären) Kommunismus bis heute spürbar hinterlassen. Gegen alle autoritären, zentralistischen und totalitären Bestrebungen bleibt das Prinzip der Räte als Basisorganisationen unsere wirksamste Waffe:
imperatives Mandat sichert den Einfluss jeder Stimme
Rotation von Ämtern und Mandaten verhindert Machtanhäufung
Jederzeitige Abwählbarkeit eines Mandatsträgers schützt vor ihrer Verselbständigung
Aber all diese Ansätze können auch von selbst kaputt gemacht werden. So geschehen, als auf dem Rätekongress nach der Novemberrevolution 1918 der Machtübernahme durch die Sozialdemokraten, dem „Rat der Volksbeauftragten“ zugestimmt wurde. Einzelne ausgerufene Räterepubliken, z.B. hier in Bayern, überlebten nur kurze Zeit auf Grund der Uneinigkeit der revolutionären Kräfte: SPD und USPD vertraten den Parlamentarismus, waren aber auch an der Räterepublik beteiligt. Die AnarchistInnen beanspruchten die vollständige Räteautonomie, die SpartakistInnen wollten mit den Sozialdemokraten nicht zusammen arbeiten und riefen die zweite Räterepublik aus, mit anfänglicher anarchistischer Beteiligung, um dann im Mai 1919 in Strömen von Blut zu ersaufen, nachdem die exilierte „offizielle“ SPD-Regierung in Bamberg die praefaschistischen Freikorps und die Reichswehr schickte. Der Staat wurde nicht vollständig beseitigt.
In Spanien traten die AnarchistInnen sogar in die Regierung ein und zerstörten dadurch alles wofür sie Jahrzehnte gekämpft hatten. Die von der Basis immer weiter abgehobene „Führung“ der Massengewerkschaft CNT würgte sogar den Aufstand 1937 gegen die Bolschewesierung, gegen den Willen dieser Basis ab, da sie dadurch die Einheit der antifaschistischen Kräfte schwinden sah, obwohl die an der Regierung etablierten StalinistInnen der PSUC die AnarchistInnen und RätekommunistInnen langsam wegsäuberten.
Einzig und schien die Rätedemokratie in der Ukraine 1919 – 21 zu funktionieren. ArbeiterInnen und Bauern konnten ihre Dörfer selbst verwalten, beschützt vor dem Eindringen der Bolschewiki durch die Partisanenguerilla der Machnowstschina, die nachdem sie nach der Revolution die alten Machthaber vertrieb, in den befreiten Gebieten den AnarchoKommunismus einführte. Weite Teile der Ukraine waren autonom, aber föderativ organisiert. 1922 machte die Rote Armee alles platt und stellte die Gebiete unter bolschewistisches Diktat.

Im Augenblick sieht es nicht gerade danach aus, als ob wir in nächster Zeit Zeugen solcher Ereignisse werden. Wir sollten verhindern die historische Rätebewegung zu glorifizieren. Stattdessen sollten wir aus den Fehlern dieser Zeit lernen. Was haben wir gelernt? Dass wir uns nicht mehr von reformistischen Strömungen verraten lassen? Dass wir jede Staatsgewalt ablehnen, auch wenn sie im Namen der Unterdrückten errichtet wurde? So weit, so gut. Doch was können wir als Alternative dagegen bieten? Auf jeden Fall den antiautoritären Ansatz der Basisorganisationen!
Gegenwärtig ist die Anarcho-Bewegung speziell im Süden der BRD schwach und dazu nur ansatzweise vernetzt. Wir alle sind aktiv in verschiedenen Teilbereichskämpfen und wir sollten uns fragen, ob in unseren Gruppen die oben genannten Prinzipien vorzufinden sind. Diese Prinzipien haben nicht nur den „optischen“ Effekt, dass Aussenstehende unsere Ziele in der Organisationsweise schon sehen und spüren können, sondern auch den praktischen, da in revolutionären Situationen die sofortige Erneuerung des sozialen Lebens und v.a. der ökonomischen Verhältnisse erforderlich ist, um totalitären Tendenzen einen Riegel vorzuschieben und die Vollendung der sozialen Revolution hin zum Kommunismus zu ermöglichen!
Es ist auch ein Vorteil in verschiedenen Bereichen aktiv zu sein, solange niemand den seinen als den Wichtigsten beansprucht. Im autonomen Antifa-Spektrum sind antiautoritäre Strukturen weitgehend gewährleistet, allerdings besteht dort auch auf Grund der meist notwendigen Konspirativität die Gefahr der Bildung verdeckter, hierarchischer Strukturen. Wer im antimilitaristischen Bereich aktiv ist wird eher das Problem endloser Diskussionen mit irgendwelchen Blumenträgern haben. Bewegungen gegen soziale Verschlechterung(Agenda 2010, Montagsdemos) werden meist von traditionellen Organisationen wie Gewerkschaften, Parteien und Splitterparteien versucht zu vereinnahmen. Wo Basisdemokratie leichter zu praktizieren wäre sind Stadtteilgruppen und Betriebsgruppen.
Um insgesamt aus der Defensive heraus zu kommen, wäre es auch nötig dogmatische Denkmuster auf zu knacken. So muss es z.B. möglich sein gleichzeitig innerhalb der traditionellen Gewerkschaften aktiv zu sein, als auch kämpferische Verbände unabhängig davon zu errichten. Zersplitterung und gegenseitiges Misstrauen in der radikalen Linken müssen überwunden werden. Dies setzt allerdings eine gewisse revolutionäre „Glaubwürdigkeit“ voraus, die sich nicht auf verbale Bekenntnisse beschränkt. Genauso wie wir mit anderen Revolutionären zusammen arbeiten sollten, die ähnliche Ansätze vertreten, dürfen wir uns nicht auf eine einzige Aktionsform beschränken: nüchterne, zähe Betriebsarbeit und Sabotage, zur Schau stellen von Widersprüchen durch Spassguerilla und Angriffe auf die herrschenden Verhältnisse durch militante Aktionen etc……..

Ein grosses Problem unserer Defensive besteht ebenfalls in dem Mangel an dem, was die Gegenseite als „rechtsfreie Räume“ bezeichnet. Dort können politische Projekte vor einem staatlichen Zugriff einigermassen gesichert entstehen und betrieben werden. Durch ein gemeinsames Rückzugsgebiet können verschiedene Teilbereiche und Aktionsformen wachsen, sich gegenseitig unterstützen und vernetzen, wofür als Organisationsform das imperative Mandat und die Rotation usw. mal wieder anbietet. Es ist also auch wieder an der Zeit autonome Zentren zu erkämpfen!

Sollte sich eine Revolte zur revolutionären Situation entwickeln und wir (alle) siegreich sein, gilt es den alten Machtapparat sofort zu zerstören und parallel dazu neue Strukturen durchzusetzen, die wir schon über Jahre hinweg bei uns selbst praktiziert haben: Stadtteilkomitees für die öffentliche Versorgung und Verteilung, Fabrik- und Betriebsräte, Landwirtschaftskommunen für die Produktion usw… Zusätzlich müssen dezentrale Milizen gebildet werden, um die alten und potentielle neue Machthaber zu unterdrücken, denn letztere werden nicht einfach klatschend daneben stehen, sollten ihre Vorrechte auch nur im Geringsten angetastet werden. Sie werden mit aller Gewalt die Demokratie zu verhindern versuchen und werden die faschistischen Kettenhunde von der Leine lassen, wenn sie es nicht schon längst getan haben!
Die Bolschewisten werden sagen, dass wir dann immer noch Lichtjahre vom Kommunismus entfernt sind. Natürlich kann der Kommunismus vollständig nur mit einer weltweiten sozialen Revolution verwirklicht werden, aber im Gegensatz zu den Autoritären werden wir nicht auf die Avantgarde warten, die(mit der Zustimmung der gesamten Bevölkerung, versteht sich) die Revolution vorantreibt und dann institutionalisiert durch einen bzw. ihren Staat, um ihn dann sicherlich wieder absterben zu lassen. Die Vergangenheit lehrt uns was das im Endeffekt bedeutet. Die Bürokratie genügt sich selbst! Lieber schaffen wir kleine Keimzellen und autonome, regionale Strukturen für einen weltweiten, sozialen Umsturz und der Kommunismus ist so fern schon nicht mehr!!
Dies ist natürlich kein Patentrezept. Es sollte eher als Anstoss für künftige Debatten gesehen werden. Fest steht, so wie es ist kann es nicht bleiben! Wir müssen bereit sein unsere Herangehensweise zu diskutieren und nötigenfalls zu kritisieren und uns nicht hinter Statuten und Klauseln von 1920 verstecken. Die Gesellschaft verändert sich laufend und das Kapital besitzt mehr Macht als es jemals hatte und blässt zum Angriff auf die Lohn empfangenden Massen. Das Proletariat ist verbürgerlicht und somit als einheitliche Klasse nicht mehr existent. Die Klassenzusammensetzung ist heute viel feinschichtiger und komplexer.
Unser Ansatz ist nicht schlecht, er muss nur verfeinert und stetig weiter entwickelt werden, immer weiter bis zur sozialen Revolution und zur Rätedemokratie, und von da ab bis zum Kommunismus und somit zur Anarchie!
Antiautoritäre aller(noch)bestehender Länder, vereinigt euch international gegen das Kapital!!
Wir haben nichts zu verlieren, ausser unsere dogmatischen Kletten!!

Feuer & Flamme für jeden Staat !!

AnaRKomM

Artikel hier erfasst: 13.08.2006

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