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| Revolutionäre in die Gewerkschaften? |
| Redebeitrag aus AnaRKomM am Münchner Revolutionären 1. Mai 2008
Ist es für eine revolutionäre Bewegung sinnvoll sich in Gewerkschaften zu organisieren?
Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden.
Innerhalb der DGB-Gewerkschaften gibt es an der Basis viele fortschrittlich eingestellte Menschen und Initiativen die von dort ausgehen und oft unterstützenswert sind.
Wir sehen aber, dass die DGB-Gewerkschaften quasi zum Mitverwalter dieses kapitalistischen Systems geworden sind. Viel eigentlich revolutionäre Energie geht verloren bei dem Versuch innerhalb der DGB-Gewerkschaften etwas zu ändern. Letztendlich darf man in einem vom Staat kontrollierbaren Rahmen etwas agieren, z.B. ein paar Prozente mehr Lohn fordern.
Immer wieder verlassen Tausende und Zehntausende Mitglieder frustriert die DGB-Gewerkschaften wenn sie wieder einmal verarscht wurden. Leider ohne sich Alternativen zu suchen oder gar aufzubauen.
Sind so genannte Basisgewerkschaften eine Alternative?
Auch diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden.
Jede Gewerkschaft, und wird auch tausendmal von Basis geredet, entfremdet sich allein durch Ihre Existenz ein Stück weit von Ihren Mitgliedern und produziert Führungsstrukturen. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, wir leben im kapitalistischen System und auch Organisationen die dagegen ankämpfen sind in ihrem Sein und damit auch mit ihrem Bewusstsein in dem System behaftet. Vielleicht sind Basisgewerkschaften zumindest ein temporärer Ansatz in manchen Betrieben soweit sie sich nicht den Vorgaben und Richtlinien eines Dachverbandes unterwerfen müssen und alles und wirklich alles an der Basis selbst entschieden werden kann.
Nur eine kämpfende Bewegung kann Schritt für Schritt Alternativen erleben und auch leben und so vorwärts kommen. Eine wirklich selbstverwaltete Gesellschaft braucht kein Korsett vonOrganisationen, und nennen sie sich auch sozialistisch und revolutionär.
Dies gilt in gewissen Maß auch schon im Kampf. Jede revolutionäre Organisation muß bereit sein sich von dem Moment an selbst aufzulösen, in dem die Menschen beginnen die Alternativen leben zu wollen und zu leben.
Revolutionäre und sozialistische Organisationen die den Menschen bestimmte Strukturen aufzwängen wollen stehen unter Umständen auf der anderen Seite der Barrikade. Solange sie unterstützend und begleitend in Kämpfe eingreifen wirken sie vielleicht positiv.
Aber nur soweit sie Selbstorganisationsansätzen nicht im Weg stehen. Wie in diesem Beispiel:
Wenn Tausende von Schülern z.B. bei Beginn des Irak-Krieges vor dem Münchner US-Konsulat stehen tun sie das richtige und brauchen keine Führungsorganisationen. Schlimm nur, dass nicht wenige eigentlich revolutionär gesinnte Organisationen die Aktionen gegen den Irak-Krieg in München im Jahre 2003 im Sinne des Systems auf
geordnete Bahnen zurück führten. Sie schadeten so einen tatsächlichen Widerstand.
Statt vor Konsulate und Kasernen zu gehen wurden die
Menschen überredet sich immer wieder auf dem Münchner Marienplatz zu versammeln. Dies hatte zur Folge, dass das Interesse schnell verfolg und von mal zu Mal weniger Menschen dorthin kamen.
Sollte es zu wirklichen Streiks und Kämpfen von ganzen
Belegschaften und Bevölkerungsgruppen kommen, so dürfen auch revolutionäre Organisationen diesen Kampf nicht kanalisieren, sondern es muß klar sein:
ALLE MACHT DEN RÄTEN!
FÜR DIE GENERALISIERTE SELBSTVERWALTUNG!
Artikel hier erfasst: 30.04.2008
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