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Spektakel der IG Metall
Statt 8% maximal 3,2% tarifwirksame Erhöhung

Die diesjährige IG-Metall-Tarifrunde ist gelaufen, Zug um Zug werden die jeweils zuständigen Tarifkommissionen den Abschluß durchnicken.
Durch die Laufzeit von 18 Monaten ergiebt sich eine tarifwirksame Erhöhung von 3,2 % und auch dies nur dann wenn es nicht zu einer betriebsinternen Verschiebung der 2. Erhöhung im April 2009 von 2,1% kommt. Denn auch diese Möglichkeit ist Bestandteil des Vertrages. Fest steht nur die Erhöhung von 2,1 % im Februar 2009.
Die Einmahlzahlung von 510,00 Euro (brutto) für die Monate November, Dezember und Januar ist ein kleines Zückerchen, das den Leuten aber schnell auf der Zunge zergehen wird.
Und die Einmalzahlungen für die Monate Mai bis Dezember 2009 sind bei der untersten Lohngruppe nur rund 7,00 Euro (brutto) pro Monat wert
Die europäische Zentralbank rechnet für 2009 mit 2,2 % Inflation und für 2010 mit 2,0 %. Da die zweite Erhöhung um bis zu sieben Monate verschoben werden kann, also theoretisch bis November 2009, kann es sogar bezüglich der Tariflohntabellen zu einen Reallohnverlust kommen, wenn die Laufzeit des Vertrages bis zum April 2010 berücksichtigt wird.
Selbst wenn denn die 4,2% Erhöhung wirksam werden bringt das in der niedrigsten Entgeldgruppe nur 74,00 Euro brutto. Aber eben vielleicht erst im November 2009.
Die Schere zwischen den unteren und den oberen Lohngruppen in den Tarifen geht wie beim letzen Mal wieder ein Stück weiter auseinander. Die, die es am Nötigsten haben bekommen am wenigsten.
Die IG Metall demontiert sich durch Zitate wie “ein Arbeitskampf wurde vermieden” und durch die starke Diskrepanz zwischen der Forderung und dem tatsächlich Erreichten immer mehr selbst.
Wahrscheinlich stecken die Streikgelder in Fonds, die nichts mehr wert sind. Die Eventagenturen, die im Auftrag der IG Metall mehr und mehr an Stelle von selbstorganisierten Aktionen treten verdienen gut und die Mitgliederinnen und Mitglieder der IG Metall sind nur noch Kulisse für die durchgeführten Rituale und durchorganisierten Events zu dem jeweiligen Ende der Laufzeiten der Tarifverträge.
Insider wissen dass es keine realen Vorbereitungen für richtige Streiks über die Warnstreiks hinaus gab.
Also ein von Anfang bis Ende ein abgekartetes Spiel der Funktionäre.
Für die kommenden Austrittswellen kann Mensch nur Verständnis haben.
Leider fehlen die Alternativen, und die Alternative kann nur die selbständige Organisierung der Arbeiteinnen und Arbeiter sein. Sich einfach nicht mehr vertreten lassen sondern sich selbst vertreten.

(Diskussionsbeitrag aus AnaRKomM)

Artikel hier erfasst: 15.11.2008

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