| Münchner Sicherheitskonferenz ist jetzt "Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz (gemeinnützige) GmbH"
Bei der Umfirmierung der Sicherheitskonferenz in dem Versuch sie als gemeinnützig darzustellen, stoßen folgende Punkte auf:
Im Firmennamen taucht das Wort „Stiftung“ auf, doch ohne das sonst übliche Organe einer Stiftung existieren wie z.B.: Vorstand, Beirat, Kuratorium. Herr Ischinger scheint für alles selbst zuständig zu sein. Ich kenne eigentlich keine Stiftung, die ohne solche Organe auskommt. Durch einen entsprechend großen Beirat versucht man in der Regel, Offenheit und Überparteilichkeit zu erreichen. Durch ein Kuratorium aus mehreren Personen soll die vernünftige Projektierung der Vorhaben gesichert sein. Hier sieht alles nach einer Privat“Stiftung“ von Herrn Ischinger aus, der sie ja durch seine Anteile faktisch „besitzt“.
Bei der Durchführung der Münchner Sicherheitskonferenz fällt ferner auf, daß sie von Firmen gesponsert wird wie Daimler-Chrysler AG, Siemens AG, Thyssen Krupp AG, Lufthansa AG, DASA, KMW Krauss- Maffei Wegmann, Hoesch-Krupp, Axel Springer AG, Dornier GmbH, Esso, Bayer AG, Allianz Deutschland AG, Siemens AG, Linde Group, VW, BMW, Hoechst AG, Ruhrgas AG, RWE, AREVA, THALES, Deutsche Post AG u.a.
Hauptsponsor der diesjährigen Sicherheitskonferenz ist dabei die Linde Group. Das Sponsoring der Konferenzen durch oben genannte Firmen sowie die Teilnahme zahlreicher Vertreter aus der Wirtschaft lassen die Münchner Sicherheitskonferenz eher als Konferenz zur Abgleichung von wirtschaftlichen, politischen und militärischen Interessen erscheinen, vielleicht gar als Konferenz, wo wirtschaftliche Interessen in Politik und Militär hineingetragen werden sollen.
Nur hat solches Verhalten nichts mehr mit Gemeinnützigkeit zu tun. Es geht wohl darum, daß die betroffenen Firmen Ihre Ausgaben nicht nur steuerlich absetzten wollen, sondern sogar zum Teil vom Finanzamt zurückerstattet bekommen wollen.
Auch die Person von Herrn Ischinger selbst sollte betrachtet werden, da er nach derzeitigen Stand der Alleinbesitzer der Münchner Sicherheitskonferenz ist. Herr Ischinger gehört zu den weltweit einflußreichsten Personen, er ist u.a. Mitglied in folgenden Institutionen und Kreisen:
Trilaterale Kommission
Bilderberg-Treffen
Atlantik-Brücke
Bergedorfer Gesprächskreis
Die Teilnehmerlisten von obigen Vereinigungen sind immerhin öffentlich zugänglich. Bei der Durchsicht fällt auf, daß auch hier sich überwiegend Leute treffen, die Firmen und Konzerne entweder
direkt vertreten oder aber seit Jahren als Lobbyist auftreten.
Herr Ischinger selbst ist weiterhin Generalbevollmächtigter für Regierungsbeziehungen der Allianz SE, München, sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz Deutschland AG und im European Advisory Council von Investcorp, London/New York.
Weiterhin ist er im diplomatischen Dienst mit dem Rang eines Botschafters verblieben.
Seine genauen wirtschaftlichen Funktionen müssen im Übrigen dringend wegen der gleichzeitig weiteren Ausübung seiner diplomatischen Tätigkeit genau unter die Lupe genommen und öffentlich gemacht werden.
Der Zweck der Münchner Sicherheitskonferenz ist laut Satzung "die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens".
Nachdem nun Wolfgang Ischinger der alleinige Gesellschafter ist, ist es untersuchungswürdig, wie
Wolfgang Ischinger sich in der politischen Realität verhält und ob konkrete Aussagen und Handlungen eine gemeinützige Funktion der Münchner Sicherheitskonferenz überhaupt vermuten
lassen können.
Im „Monthly Mind September 2011 – Libyen und die Folgen“ (1) wird klar, daß Herr Ischinger auch ein Unterstützer der NATO-Intervention in Libyen war und ist. Die Kriegshandlungen in Libyen haben
Bislang zu ca. 100.000 Toten geführt, von den Verletzen, Flüchtlingen, Deportierten sowie den Zerstörungen des Landes gar nicht zu reden (2).
Gegen die schwedische Regierung ist im übrigen bereits Anklage eingereicht worden, weitere Anklagen anderer Regierungen und Entscheidungsträger werden folgen. (3)
Vielleicht gehört Herr Ischinger wie viele andere ebenfalls auf die Anklagebank. Die Afrikanische Union hatte eine Reihe von Initiativvorschlägen gebracht, um die Kämpfe in Libyen zu beenden,
aber Entscheidungsträger und Politiker aus den USA und Europa, u.a. Herr Ischinger, verfolgten eine
Politik des Krieges. Wenn Herr Ischinger die Satzung seiner eigenen GmbH ernst genommen hätte,
hätte er Gespräche mit allen Konfliktparteien suchen müssen, anstatt die Niederbombardierung Libyens zu vertreten.
Ebenfalls im „Monthly Mind September 2011 – Libyen und die Folgen“ (1) äußert sich Wolfgang Ischinger zu Syrien: „… Syrien, wo die Regierung seit Monaten einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt? Kann man Assad stoppen? Fraglos hat auch der Widerstand in Syrien unsere politische Unterstützung verdient.“ Wer sich genau mit der Lage in Syrien beschäftigt, erkennt, daß der Konflikt durch bewaffnete, terroristische Gruppen von außen zu einem Bürgerkriegsinferno gebracht werden soll. Auf die syrische Regierung hört niemand, Präsident Assad hat sich kürzlich sehr genau und umfassend geäußert. (4) Durch die undifferenziert Aussage von Wolfgang Ischinger, daß
der Widerstand in Syrien unterstützt werden soll, gehört Wolfgang Ischinger als Unterstützer von terroristischen Organisationen hinter Gitter, in jeden Fall können seine Handlungen nicht gemeinnützig sein. Ob Herr Ischinger selbst daran glaubt, daß es in Syrien um Demokratie geht oder nicht (5), (6) spielt dabei keine Rolle.
Herr Ischinger gehört wohl auch zu denen, die glauben oder behaupten, daß der Iran Atomwaffen besitzen, denn er fordert: „Die Möglichkeiten, den Sanktionsdruck auf Teheran weiter zu erhöhen, sind noch lange nicht ausgeschöpft.” (7) Die Folgen der einer Embargopolitk gegenüber dem Iran würde dann genauso wie wie vor dem Krieg gegen den Irak das irakische Volk nun das iranische Volk zu spüren bekommen. Auch wenn Ischinger noch nicht für einen Krieg gegen den Iran spricht, übernimmt er die konstruierten Vorwürfe und gehört zu denen, die zur Jagd blasen. (8)
FAZIT:
Wolfgang Ischingers GmbH verdient es nicht, sich gemeinnützig nennen zu dürfen. Er vertritt die Interessen von Konzernen, vertritt uneingeschränkt die Interessen der Bundesregierung und gehört nicht zu denen, die Ausgleich und Diskussion suchen, wie sich an den Beispielen Libyen, Syrien und Iran zeigt.
(1) http://www.securityconference.de/ Monthly-Mind-Detailansicht.67+M564dcae8908.0.html (2) Libya Dr. Hamza said in his speech that there are:160,000 dead Libyans (including all sides);60,000 dead from Libyan army;40,000 handicapped;1,8 milions refugees; Quelle: http://libyasos.blogspot.com (3) http://globalciviliansforpeace.com/ 2011/ 11/ 11/ the-government-parliament-and-military- forces-of-sweden-reported-for-war-crimes-in-libya/
(4) http://libyanfreepress.wordpress.com/ 2012/ 01/ 12/ syria-will-remain-free-president-bashar-al-assad-speech-on-january-10-2012-full-english-text/ (5) http://www.voltairenet.org/ Der-Beschluss-Syrien-anzugreifen (6) http://www.voltairenet.org/ Lugen-und-Wahrheiten-uber-Syrien (7) Gespräch mit der Rheinischen Post im November 2011.
(8) http://www.globalresearch.ca/ index.php?context=va&aid=28477 Planen USA und NATO einen "präemptiven Atomkrieg" gegen Iran?
Beitrag vom Februar 2012
Artikel hier erfasst: 24.04.2012
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