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Proletarischer Internationalismus und Revolutionärer Kampf HIER UND JETZT
Strategien gegen den Imperialismus wurden auch vor 25 Jahren schon heiß diskutiert, Beitrag der temporären Organisation AAU (Anarchistische Arbeiter-Union)

Zu Anfang wirft sich gleich die Frage auf, was und wer ist das Proletariat heute in den Industrienation, ist es das industrielle Proletariat (20% der Lohnabhängigen), oder sind es auch die anderen Erwerbstätigen? Gehören auch die Jobber, Schüler und Studenten (die gezwungen sind nebenher zu arbeiten), Teile der Intellektuellen und Nichterwerbstätigen (Industrielle Reservearmee) wie Hausfrauen, Schüler, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger dazu? Dieser Komplex müsste eigentlich vorher geklärt werden. Doch das würde den Rahmen eines Artikels sprengen, deshalb beschränken wir uns auf drei Thesen im Zusammenhang mit dem internationalen Klassenkampf und auf Schlußfolgerungen für unseren Kampf hier.

These 1: Proletarischer Internationalismus heißt für uns vorrangig den Kampf im eigenen Land voranzutreiben.

Ein großer Teil der revolutionären Linken gab früher und zum Teil heute noch dem internationalen Aspekt im weltweiten Befreiungskampf ein zu großes Gewicht. Das führt z.T. bis dahin, daß vertreten wird, daß von der BRD aus vorwiegend der Befreiungskampf in der 3. Welt unterstützt werden soll. Dies halten wir aus mehreren Gründen für völlig falsch. Wie ein Fluß ohne seine Quelle nicht fließen, existieren kann, kann auch eine internationale Strategie, der internationale Kampf, ohne seine Quelle, den nationalen Kampf, nicht existieren. Einige Leser stört sicher bereits jetzte die Verwendung des Wortes „national“. „National“ ist jedoch nur die Form unseres Kampfes, der Inhalt ist jedoch international. So hat das ganze auch nicht das Geringste mit Nationalismus gemeinsam. Zu dieser uralten Diskussion noch ein Zitat von Mao: „Wer eine ausschließlich internationale Strategie vertritt, versteht gerade deshalb nichts von Internationalismus, weil er nichts von der nationalen Befreiung versteht, das ist fast schon tragisch“. In diesem Zusammenhang wollen wir mal darauf hinweisen, daß es im Sinne des des Internationalismus wäre, statt „Brigaden für Nicaragua“ oder „Waffen für El Salvador“ zu fordern, selbiges für Westdeutschland zu propagieren. Ersteres allein beruhigt wohl des pseudo-revolutionäre Bewußtsein und bei der Rückkehr läßt man sich dann schnell wieder in das System hier eingliedern. Oder statt an „Brot für die Welt“ spendet man ein paar Groschen für Guerilleros in El Salvador, anstatt hier eine Front gegen Imperialismus und Kapitalismus aufzumachen. Falsch verstandener Internationalismus hatte auch den Strategien des westdeutschen Kapitals zur Zersetzung des Klassenbewußtseins hierzulande zugearbeitet. Denn Klassenbewußtsein kann nicht aus einem sozialarbeiterischen Verhältnis zur 3. Welt entspringen, sondern nur aus den eigenen Erfahrungen mit Unterdrückung und Ausbeutung. Das System hier befindet sich zwar in einer Umstrukturierung, das heißt aber nicht, daß Unterdrückung und Ausbeutung hier nebensächlich oder erträglich wären, es läuft nur ein wenig anders ab als in der 3. Welt.

These 2: Der Kampf der Völker der 3. Welt ist vorrangig antiimperialistisch/national unser Kampf in den Metropolen ist vorrangig antikapitalistisch.

Einige werden vielleicht sagen, antiimperialistisch und antikapitalistisch, das liefe doch auf das gleiche hinaus. Richtig ist, daß der Imperialismus ohne den Kapitalismus nicht existieren kann. Doch ist das umgekehrt genauso? Der Kapitalismus verschwindet nämlich nicht automatisch durch den antiimperialistischen Kampf, sondern die Niederlagen im antiimperialistischen Kampf veranlassen den Kapitalismus, den Imperialismus umzustrukturieren und in eine neue Form umzuwandeln. Für die Völker der 3. Welt ist es eine historische Notwendigkeit erstmal hauptsächlich antiimperialistisch/national zu kämpfen und dann erst zum antikapitalistischen Kampf zu kommen. Für uns aber, in einem spätkapitalistischen Land kann unser Kampf nur antikapitalistisch sein. Der Antiimperialistische Kampf greift an den Ästen des Imperialismus an und der antikapitalistische greift an den Wurzeln an. Die Wechselwirkung des antiimperialistischen und antikapitalistischen Kampfes aufeinander ist zu groß , als daß es voneinander getrennt werden könnte, doch heißt es für uns, zu differenzieren und im Sinne der weltweiten sozialen Revolution das Richtige zu tun. Betrachtet man die Befreiungskämpfe im letzten Vierteljahrhundert in der 3. Welt, dann sieht jeder, daß es vorrangig erst einmal nur nationale Befreiungen waren. Je nach Stärke der sozialistisch-revolutionären Kräfte wurde dann z.T. versucht, die Revolution weiterzuführen, oder es gab Rückschläge bis dahin, daß auch der Expansionismus wieder Fuß fassen konnte. Als aktuelle Beispiele können u.a. China, Vietnam und der Iran aufgeführt werden. China zeigt deutlich offene Entwicklungstendenzen hin zum entwickelten Kapitalismus. Nach außen Annektion von Tibet und Aggression gegenüber Vietnam. Vietnam, das aber wiederum seinerseits Kambodscha annektiert hat und Laos in Abhängigkeit hält. Mit der auch von allen fortschrittlichen Kräften im Iran getragenen Revolution gegen den Schah und gegen den Imperialismus wurde zwar eine nationale Befreiung erreicht, danach wurden aber bald alle sozial-revolutionären Kräfte stark unterdrückt. Selbst Nicaragua kämpfte vorrangig nur antiimperialistisch gegen die Figur Samoza mit dem (nationalen) Kapital werden Kompromisse gemacht. In beiden Ländern, besonders im Iran, gibt es auch (wieder) imperialistische Tendenzen, siehe Krieg gegen den Irak und Unterdrückung von Minderheiten, seien es Kurden oder religiöse Minderheiten im Iran oder Indianer in Nicaragua. Dies zeigt auch die Notwendigkeit eines permanenten revolutionären Prozeßes, diesen anzutreiben wird leider zu oft vernachlässigt. „Die Weltrevolution kann nur siegen, wenn das Proletariat der kapitalistischen Länder den Befreiungskampf der Völker der kolonialen und halbkolonialen Länder und das Proletariat der Kolonien und halbkolonialen Länder den Befreiungskampf des Proletariats der kapitalistischen Länder unterstützt“, diese These von Lenin ist richtig. Trotz des gegenseitigen Unterstützens (proletarischer Internationalismus) hat Lenin dann auch dem Proletariat in den Industrienationen aufgrund der Entwicklung der kapitalistischen Widersprüche im inneren der imperialistischen Staaten die Führung in der Weltrevolution zugedacht. Auch dies ist im Kern richtig auch wenn der Begriff „Führung“ nicht falsch verstanden werden darf. Klar ist, daß die antiimperialistischen Kämpfe in der 3. Welt Teil der weltweiten sozialen Revolution sind, aber sie können nicht Hauptorientierungspunkt für uns sein. Antiimperialistischer Kampf heißt für uns, hier und heute an den Widersprüchen des kapitalistischen Systems anzusetzen.

These 3: Es gibt kein einheitliches imperialistisches Gesamtsystem, keinen monolithischen imperialistischen Block.

Die Tatsache, daß das kapitalistische System aus seiner Eigendynamik zahlreiche Wiedersprüche gesetzmäßig und ständig neu hervorbringt, die sich auf allen anderen Ebenen auswirken und die Tatsache, daß es nationale und historische Widersprüche innerhalb der imperialistischen Mächte gibt, wird vor allem von Genossen aus „antiimperialistischen“ Kreisen negiert, übersehen oder für irrelevant gehalten. Dies kann dann leicht zu Fehleinschätzungen für den revolutionären Kampf hier führen. Die Tendenz zur Monopolisierung als grundsätzliche Eigenschaft des Imperialismus streitet niemand ab. Doch Monopolisierung heißt auch, daß sich der Konkurrenzkampf auf höherer Ebenen fortsetzt und daß sich dadurch die Bedingungen der einzelnen Länder erst recht auseinanderentwickeln. Schon innerhalb der EG gibt es genügend Widersprüche. Die Herrschenden können nicht einfach so von ihren Chefetagen aus Strategien und Projekte entwerfen und dann Punkt für Punkt durchsetzen. Die Wirklichkeit des Kapitalismus und dessen Krisenlösungsstrategien ist, daß ständig neue Widersprüche aufkommen, die die imperialistischen Projekte behindern in Frage stellen, verändern. Durch die Reduzierungs des Gesamtsystems auf die militärische Ebene wird die Illusion verbreitet, daß das Gesamtsystem rein militärisch besiegt werden könne. Zusammenarbeit auf der Ebene der Repression wird dann zusätzlich noch isoliert gesehen und überbewertet. Daß imperialistische Staaten auf der Ebene Repression gegen Guerilla und revolutionären Widerstand eng zusammenarbeiten ist nicht einmal etwas Neues. Unmittelbar nach dem Attentat eines Anarchisten auf die Kaiserin Elisabeth von Österreich am 10. Sept. 1898 hatte die italienische Regierung Vertreter der europäischen Staaten zu einer Konferenz nach Rom (November 1898) eingeladen um ein detailliertes Konzept zur gemeinsamen Bekämpfung des Anarchismus auszuarbeiten. Ergebnis war dann ein internationes Abkommen, was Auslieferungsverträge etc. enthielt. Oder noch früher, 1871 wurde die Pariser Kommune gemeinsam vom deutschen und französischen Staat zerschlagen. Konterrevolutionäre Zusammenarbeit ist also keine neue Qualität der Aufstandsbekämpfung, damit ist und war jeder Revolutionär konfrontiert. Dem einheitlichen imperialistischen Block wird dann allzuoft ein einheitlicher revolutionärer Block gegenübergestellt. Auch dies ist falsch. Die Sowjetunion und andere „sozialistische“ Länder mögen zwar aus eignen Interessen Befreiungsbewegungen punktuell unterstützen, genauso oft aber sind sie schon Revolutionären in den Rücken gefallen. Klar ist, daß wir Widersprüche zwischen den „imperialistischen“ und den „sozialistischen“ Staaten ausnützen werden, klar ist aber auch, daß die Sowjetunion usw. ebenfalls eine soziale Revolution bitter nötig haben. Die soziale Revolution dort muß allerdings von den Menschen dort ausgehen und kann von hier aus nur unterstützt werden.

Schlußfolgerungen und Perspektiven

Die Strategie und Taktik des revolutionären proletarischen Internationalismus muß sich heute sch on auf allen Ebenen (Betriebe, Gewerkschaften, Stadteile, breite Bündnisse…) als dezentraler Widerstand organisieren bis hin zu militanten Aktionen. Dabei internationale Zusammenarbeit und Koordinierung der Kämpfe auf allen Ebenen. Es müssen schon heute viele unabhängige Strukturen… entstehen, wovon einige auch militante Angriffe führen müssen. Die Taktik der Nadelstiche auf allen Ebnen und der breite revolutionäre Massenkampf müssen sich wechselseitig befruchten und zu einer breiten revolutionären Front zusammenschmelzen. Nur eine durch die unterdrückten und ausgebeuteten Massen getragene Revolution wird erfolgreich sein und das System des Imperialismus und Kapitalismus zerschlagen. Die Organisierung dieses internationalistischen Kampfes muß genauso dezentral und nur mit taktischen und gesamtstrategischen Koordinierungen ohne Kader und Führungspartei vonstatten gehen, da sich sonst evtl. wieder eine neue Führerschaft bzw. Autoritäten herauskristallisieren. Das kapitalistisch/imperialistische System in den hochentwickelten Industrieländern befindet sich unseres Erachtens am Ende seiner Entwicklung. Die sich jetzt vollziehende produktionell/technische Revolution wird die gesamte Klassenstruktur verändern. Nicht was produziert wird, sondern wie produziert wird, verändert die ökonomischen/sozialen Strukturen der Gesellschaften, so auch Karl Marx. Da diese Veränderungen der objektiven Bedingungen nicht ohne das revolutionäre Subjekt auskommen und in wechselseitiger Beziehung stehen, möchten wir nochmals klarstellen: Die Revolution machen die Massen und nicht der Alleinlauf der ökonomischen Veränderungen. Wir behaupten, dass sich uns aufgrund dieser Entwicklungstendenz die historische Chance bietet in absehbarer Zeit dieses System zu stürzen, und sich dadurch die Möglichkeit ergibt, die Ausbeutung des Mensch durch den Menschen zu beseitigen und eine wirkliche freie und autoritätslose Gesellschaftsform zu gestallten.

Beitrag der AAU (Anarchistische Arbeiter-Union) in der gemeinsamen Beilage verschiedener revolutionärer/sozialistischer Organisationen Nr. 2, 4. Jahrgang (Juni 1987)

Als Quellen wurden angegeben:
1.) „Die Welt, wie wir sie sehen“, aus gesammelte Texte der Bewegung 2. Juni, Band 2
2.) „Für den Kommunismus“, Kritikpapier zum antiimperialistischen Kongress in FFM
3.) Einige Werke vom Marx, Lenin und Mao

Artikel hier erfasst: 26.06.2012

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