Libertad Verlag
Anarchie...was sonst?
   Suche Gruppen Themen Links Foren Bücher Start   
Anarchie - Theorie
Login
Neue Beiträge
Spammer
Blättern:
1 .. 64 65 66 [67] 68 69 70 .. 79
Ich bin neu.... wollte mich eben vorstellen...
Cannabis-Anarchist (11)
19.08 - 18.09
(Alles)
Einiege Verständnissprobleme mit der A.
skyline (32)
03.09 - 18.09
(Alles)
Slime-Musik
Cannabis-Anarchist (6)
20.08 - 18.09
(Alles)
links oder nicht?
AntiHirn (9)
10.09 - 18.09
(Alles)
Kommunismus und Eigentum im Anarchismus
Chomjak (27)
11.09 - 17.09
(Alles)
Geisteskranke.
Dude.L0ve (9)
15.09 - 17.09
(Alles)
Kommunistischer-Anarchismus
DasIndividuum (7)
10.09 - 13.09
(Alles)
probleme mit dem anarchismus!!
kommunist (2)
13.09 - 13.09
(Alles)
Was ist Links?
SB (3)
08.09 - 09.09
(Alles)
Marxismus vs Anarchismus
Wladimir-Lenin (33)
08.08 - 04.09
(Alles)
Blättern:
1 .. 64 65 66 [67] 68 69 70 .. 79

Mail: beni@anarchie.de

Jugendschutzbeauftragter:
B. Huber

Vorladungen bitte per Email
an obige Adresse - Danke.

Sie wollen mich anzeigen?
Wenden Sie sich an die
Staatsanwaltschaft München I
z. H. Herrn StA Beß
Linprunstrasse 25
80535 München
Tel. +89/5597-4829
Fax. +89/5597-5145

Sie wollen Anarchie.de finanziell unterstützen?
Bitte hier klicken um die Spende mit Paypal zu verschicken:

 Danke!

Session ID: -1
User -1
Name
ModHits: 1
Kommunismus und Eigentum im Anarchismus
Titel Name Zeit
Kommunismus und Eigentum im Anarchismus Chomjak  11.09.2002
 |-LOL ! Chomjak, dieser Text stammt von Anarcho-Kapitalisten Anti-Capitalist  11.09.2002
 |    |-Keine Argumente Anti-Capitalist?Nur Sprüche? Chomjak  11.09.2002
 |-Tut mir leid freier mensch  11.09.2002
 |    |-wenn freie menschen sich selbst einsperren Chomjak  11.09.2002
 |-oder gar über Anarchismus... (ot) freier mensch  11.09.2002
 |-Anwürfe snake  11.09.2002
 |    |-Einwuerfe Chomjak  11.09.2002
 |        |-Kann man als Anarchist überhaupt Anti-Kommunist wie Chomjak sein? ;-) Anti-Capitalist  11.09.2002
 |        |    |-ich - die kleinst minderheit der welt eine sekte? Chomjak  12.09.2002
 |        |        |-Stimmt, um eine Skete zu gründen braucht man mindestens 2 Personen Anti-Capitalist  12.09.2002
 |        |            |-Sekte (oT) Anti-Capitalist  12.09.2002
 |        |            |-und...? Chomjak  12.09.2002
 |        |                |-Re und...? Knallkörper  12.09.2002
 |        |                    |-Re und...? Chomjak  12.09.2002
 |        |                        |-Nö , aber Knallkörper  12.09.2002
 |        |-Wissenschaft snake  12.09.2002
 |            |-dann baut man welche :-D Chomjak  12.09.2002
 |                |-Tolles Argument,Chomjak! Von Bedürfnisproduktion wohl keine Ahnung,wa? (oT) snake  12.09.2002
 |-Einwände beni  11.09.2002
     |-jupp, aber ...?!? JCDenton  11.09.2002
     |-Einwände Chomjak  12.09.2002
         |-Chomjak, rette uns !! Anti-Capitalist  12.09.2002
         |    |-anticapitalist hat recht - wie immer Chomjak  12.09.2002
         |- verantwortlichkeit Knallkörper  12.09.2002
         |    |-Besitz und Nutzungsrechte freier mensch  13.09.2002
         |-nochmal freier mensch  17.09.2002
Kommunismus und Eigentum im Anarchismus
ALLES ANZEIGEN
Chomjak - 11.09.2002

von Stefan Blankertz, Prof. Dr., geb. 1956,

http://www.eifrei.de/ Archiv/ Inhalt_04/ 04-KommunismusundEigentum/ 04-kommunismusundeigentum.html

(...)

Meine These lautet: Systematisch betrachtet darf es gar nichts Trennendes geben, solange beide Seiten – die Ablehner wie die Befürworter von Eigentum – wirklich Anarchisten sind, d.h. Herrschaftslosigkeit anstreben.

Den Beweis für die These von der Einheit des Anarchismus werde ich in drei Schritten führen:

1. Im ersten Abschnitt analysiere ich den Begriff der »freier Vereinbarung«, den der führende Theoretiker des anarchistischen Kommunismus, Peter Kropotkin, geprägt hat. Mit dem Begriff »freier Vereinbarung« beschreibt Kropotkin, wie die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen in der von ihm angestrebten Gesellschaft entstehen.

2. Im zweiten Abschnitt gehe ich auf den historischen Kontext ein, in welchem Kropotkin (und Proudhon) ihre Ablehnung des »Eigentums« entwickelt haben. Damit zeige ich, daß sie unter »Eigentum« etwas völlig anderes verstanden haben als die Anarchokapita-listen.

3. Im dritten Abschnitt verweise ich auf die für die »Kommunisten« und »Kapitalisten« im Anarchismus gemeinsame Zurückführung der ökonomischen Ausbeutung auf den Staat (anstatt auf den Markt).


Die freie Vereinbarung

Stellen wir uns vor, ich treffe die Vereinbarung mit der Emma-Goldman-Memorial-Kommune, ihr bei der Konfiguration ihres Computersystems behilflich zu sein. Wir machen ab, daß ich Dienstag um 10 Uhr komme und den Tag über mit ihnen an ihrem Problem arbeite. Nehmen wir an, daß ich von etwas weiter weg wohne und den Bus der Errico-Malatesta-Kooperative nehmen werde.

Diese Vereinbarung setzt einiges voraus. Zunächst muß ich Herr über mich selber sein: Niemand hat die Gewalt über mich, mir vorzuschreiben, daß ich einen anderen Termin wahrnehmen solle. Oder in der Sprache der Ökonomie: Ich muß, um eine Vereinbarung eingehen zu können, der Eigentümer meiner selbst sein.

Aber das Selbst-Eigentum ist nicht die einzige Voraussetzung. Wenn ich den Bus nehmen will, muß der Betreiber des Busses, die besagte Errico-Malatesta-Kooperative, sicher sein, daß sie über den Bus verfügen kann. Es darf nicht sein, daß in der Zwischenzeit irgendjemand den Bus nach dem Grundsatz »jedem nach seinen Bedürfnissen« beansprucht. Denn dann würde ich ewig auf den Bus warten, der mich zur Emma-Goldman-Memorial-Kommune transportieren soll. Das heißt, wiederum übersetzt in die Sprache der Ökonomie: An dem Bus muß Sondereigentum bestehen. Unter Sondereigentum ist zu verstehen, daß der Betreiber des Busses das Recht hat, über die Nutzung zu bestimmen (und im Umkehrschluß: eine andere als die von ihm gewünschte Nutzung auszuschließen). In gleicher Weise muß die Computeranlage der Emma-Goldman-Memorial-Kommune Sondereigentum sein. Schließlich stände ich ziemlich blöd da, wenn ich den weiten Weg gekommen wäre, nur um festzustellen, daß das John-Most-Kollektiv zwischenzeitlich Anspruch auf die Computer angemeldet und sie kurzerhand abgebaut und mitgenommen hatte.

Im »gibt« des kommunistischen Grundsatzes, nämlich »jeder gibt nach seinen Fähigkeiten«, steckt sogar noch der ökonomische Eigentumsbegriff: Denn wenn eine Person etwas »gibt«, dann muß sie über das »etwas« verfügen. Oder andersherum: Gäbe es kein Eigentum, dann wäre die Aussage »jeder gibt nach seinen Fähigkeiten und jeder nimmt nach seinen Bedürfnissen« tautologisch: Wenn die Fähigkeiten von mir nicht mein Eigentum wären, könnte sie jeder, der sie braucht, »nehmen«. Das ist selbstverständlich eine unsinnige Aussage: Wenn ich nicht will, daß meine Fähigkeiten von jemandem genutzt werden, dann werde ich die Arbeit verweigern. Nach Möglichkeit werde ich meine Fähigkeiten gar nicht erst bekannt machen oder gar nicht erst erwerben. In der Sprache der Soziologie: Die Vergesellschaftung von Fähigkeiten ist immer freiwillig.

Nun mag ein Kommunist einwenden, daß die Verneinung von Eigentum nicht den Alltag der wirtschaftlichen Beziehungen regele, sondern nur den Mißbrauch von Eigentum betreffen solle. Um in dem Beispiel zu bleiben: Die Errico-Malatesta-Kooperative setzt ihren Bus nicht ein, verweigert aber auch dem John-Most-Kollektiv, ihn zu benutzen. In diesem Fall, so die gängige Argumentation von Kommunisten, hätte das John-Most-Kollektiv das »Recht«, den Bus der Errico-Malatesta-Kooperative zu nehmen, wenn das Kollektiv ihn braucht.

Hört sich gut an. Jedoch: Es leuchtet sofort ein, daß in diesem Falle die Vereinbarung nicht mehr »frei« ist. Es liegt vielmehr überhaupt keine Vereinbarung vor, denn die Errico-Malatesta-Kooperative hat es ja explizit abgelehnt, den Bus dem John-Most-Kollektiv zur Nutzung zu überlassen. (Warum wohl?)

Um über die kommunistische Auffassung entscheiden zu können, müssen wir den Fall noch etwas genauer analysieren: Es liegen zwei gegensätzliche Willensäußerungen vor. Das John-Most-Kollektiv »will« den Bus nutzen, die Errico-Malatesta-Kooperative »will« das nicht zulassen. Die Frage lautet nun, wer in diesem Konflikt Recht hat. Das Eigentumsrecht ist auf der Seite der Errico-Malatesta-Kooperative, die »kommunistische« Auffassung gibt dagegen dem John-Most-Kollektiv recht.

Legen wir in diesem Fall die »kommunistische« Auffassung zugunde, wird die Sicherheit des Transportes überhaupt verneint. Die Errico-Malatesta-Kooperative hat mit mir vereinbart, mich mit ihrem Bus zur Emma-Goldman-Memorial-Kommune zu transportieren und »will« diese Vereinbarung einhalten. Das John-Most-Kollektiv aber empfindet die Einhaltung dieser Vereinbarung als nicht so wichtig, wie das, was es selbst mit dem Bus erreichen »will«. Also sieht sich das Kollektiv im »Recht«, den Bus zu nehmen.

Die unausweichliche Folge der Regel gegen das Eigentum ist, daß Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden müssen. Es gibt ein knappes Wirtschaftsgut, den Bus, über das zwei Nutzer verfügen wollen. Aber es gibt keine Eindeutigkeit, wessen Willen »höher« steht oder wessen Gründe »besser« sind. In der kommunistischen Auffassung müßte eine dritte Instanz diese Entscheidung treffen. Und diese dritte, höhere Instanz hat systematisch gesehen notwendig staatlichen Charakter: Sie steht außerhalb der vereinbarten Beziehung und kann sich ohne Zustimmung der Betroffenen durchsetzen. Verneinung von Eigentum kann es ohne Staat – und da haben die Marxisten nun einmal leider das tiefsinnigere Verständnis von Kommunismus – nur unter der Voraussetzung geben, daß kein Wirtschaftsgut knapp wäre.
(...)
weiter unter:

http://www.eifrei.de/ Archiv/ Inhalt_04/ 04-KommunismusundEigentum/ 04-kommunismusundeigentum.html