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(de) BBB, Die Torte Casarini und ein paar strategisch Gedanken (en)

A - I N F O S N E W S S E R V I C E http://www.ainfos.ca/ http://ainfos.ca/ index24.html > From "dr.woooo" <dr.woooo@nomasters.org> > Übersetzung von Uli; from http://slash.autonomedia.org/ analysis/ 03/ 05/ 10/ 175240.shtml Biotic Baking Brigade - Ricotta-Division, "Süßer Ungehorsam" [Sorry, zahlreiche küchenspezifische Wortspiele konnte ich leider nicht übersetzen. Schluckt es.] "Materialismus ist weiblich" http://italy.indymedia.org/ uploads/ lucapie.mov Die allermeisten unserer Torten sind natürlich für die Schurken in Konzernen und Regierungen reserviert. Aber antiautoritäre Tortenwürfe können auch eine von vielen nützlichen Taktiken im Umgang mit Leuten wie "linken" Führern (Luca Casarini), Bossen (Arbeiterpartei-Präsident José Genoino in Porto Alegre, Brasilien), sozialistischen Wichsern (Alex Callinicos, Obermacker der Socialist Worker Party, von AntikapitalistInnen in Bristol, GB, mit Eiern beworfen), Ausverkaufs-"Umweltschützern" (Carl Pope, Präsident des Sierra-Clubs), verlogenen ReporterInnen (Jennifer Jolly, Fox TV) und Spitzeln (Möchtegern-Ökospion Barry Clausen) sein.

Die Ricotta-Division hat soeben die folgende Erklärung herausgegeben, die ein paar Dinge bezüglich der Torte auf Casarini für diejenigen klarstellt, die sich in den italienischen Bewegungen nicht so auskennen.

Vorwärts nach Évian und Thessaloniki! Mit Solidarität und Respekt, die Biotic Baking Brigade

Am 4. Mai 2003 wurde Luca Casarini, Führer der Disobbedienti [Ungehorsamen], eines wichtigen Teils der italienischen antikapitalistischen Bewegung, in New York mit einer Torte beworfen. Mit diesem sanften Bruch der Tischmanieren erhielt Casarini den gerechten Nachtisch für den Schaden, den er der Bewegung in Italien zugefügt hat.

Eine geworfene Torte ist ein einfacher Akt mit vielschichter Bedeutung. Die Grundlage dieser Torte war ein Akt weiblicher Zärtlichkeit, um die Kluft zwischen der Rhetorik der Disobbedienti und ihrer wirklichen Praxis zu verdeutlichen. Einigen US-AktivistInnen ist bewußt, daß die Ideen der Disobbedienti sehr anziehend sind, und die weltweite antikapitalistische Bewegung wurde durch viele Aktionen von "Tute Bianche" und "Ya Basta" (die sie bis 2001 verkörperten) inspiriert. Zu Hause hat das machomäßige, unverantwortliche Verhalten der Disobbedienti dazu geführt, daß sie bei vielen ihrer ehemaligen UnterstützerInnen Vertrauen und Ansehen verloren haben. Einst Kristallisationspunkt der massiven "no global"-Bewegung in Italien, haben die Disobbedienti es nicht geschafft, die vielfältigen Mengen, zu deren Inspiration sie beigetragen hatten, durch ihr Beispiel zu führen.

In Italien bedarf diese Torte keiner weiteren Erklärung. In den USA gibt es aber eine gewisse Verwirrung darüber, warum manche Leute keine Disobbedienti mögen. Wir fangen also am besten mit drei von den Punkten an, für die die Disobbedienti NICHT kritisiert gehören (und eher eine Torte auf dem Tisch als im Gesicht verdienen):

1. Ihr theoretischer Ansatz. Die Disobbedienti haben viel dafür getan, leckere Theorien von den Unis zurück auf die Straße zu holen, die sie zuerst hervorgebracht haben.

2. Die Tatsache, daß sie direkte Aktionen und Kampagnen planen. Es muß zu ihren Gunsten gesagt werden, daß die Disobbedienti Sachen erledigen. Auch die Zielrichtung ihrer Aktionen ist gut: Hausbesetzungen organisieren, Flüchtlingsinternierungslager schließen, kapitalistische Gipfel und Militärzüge angreifen, das sind lauter köstliche Ideen.

3. Ihr Wunsch, eine bessere Welt zu schaffen. Trotz aller Familienstreitigkeiten unterstützt die gesamte italienische Bewegung einhellig Disobbedienti, wenn der Staat, Faschisten oder kommerzielle Medien irgendwelche Verschwörungen gegen sie zusammenrühren (wie sich im November 2002 nach der Verhaftung von Caruso gezeigt hat).

Aber warum dann die Torte auf Casarini?

1. Schaut Euch mal an, was die backen. Trotz ihrer antiautoritären Rhetorik haben die Disobbedienti eine hierarchische Struktur mit strikter Arbeitsteilung und Machthunger. Dieser Ansatz hat negative Kritiken bekommen, sogar von früheren GenossInnen. Noch schlimmer: ihr Rezept taugt nicht für ein leckeres Soufflé, da die Nicht-Disobbedienti-Zutaten in der Bewegung es nicht mögen, wenn ihre Aromen unter der Glasur verschwinden. Die Disobbedienti gehen keine gleichberechtigten Bündnisse ein, sondern versuchen stattdessen, bereits etablierte Centri Sociali (besetzte Häuser) zu übernehmen, ohne jede Rücksicht auf örtliche Geschmäcker. Seit er an der Macht ist, serviert Casarini ständig riesige Portionen ungesäuerte Autorität und übergekochtes Testosteron, im Gegensatz zur viel gesünderen nordamerikanischen Diät von direkter Demokratie und Konsensprozeß. Das untergräbt die Lebenskraft und Autonomie der Organisierung vor Ort und hat in der Bewegung zu allergischen Reaktionen und Verstopfung geführt.

2. Achtet auf das Haltbarkeitsdatum, nicht auf die Verpackung. Die theoretische Frische der Disobbedienti spiegelt sich leider nicht in ihren direkten Aktionen wider. Die entsprechen gewöhnlich dem altbackenen Format der vertikal organisierten Demo, das von "no-global"-AktivistInnen rund um die Welt längst verworfen wurde. Bei Demos steht Casarini auf einem Lastwagen und sagt den Leuten, was sie zu tun haben, ein Ansatz, an dem viele TeilnehmerInnen keinen Geschmack finden. Die Kreativität und Gemeinsamkeit der Demo wird eingeschränkt, weil die "Führer" keine Vorschläge von den Leuten akzeptieren, selbst wenn klar ist, daß der Ansatz mit ihren Ausstechförmchen nicht funktioniert. Diese Behandlung der vielfältigen Menge als "Masse", die herumkommandiert werden kann, widerspricht genau der Theorie, die die Disobbedienti populär gemacht haben.

3. In Italien gibt es keine Comandanta Ramona. Tute Bianche und Ya Basta wurden zwar anfangs vom Zapatismus inspiriert, aber bei der Übersetzung muß irgendwas verlorengegangen sein, denn anders als die Zapatistas schaffen die Disobbedienti keinen Platz für Frauen. Ihr Führer ist ein ultradominanter Mann, und sie verstärken traditionelle Geschlechterrollen nicht nur für Frauen (die ignoriert werden), sondern auch für Männer (bei denen Kritik als Bedrohung der Stellung des Disobbedienti-Alpha-Männchens betrachtet wird). Das hat dazu geführt, daß die politische Diskussion von einem Fest der Ideen mittlerweile zu einem Kopfnickwettbewerb verkommen ist.

4. Eine Torte ins Gesicht ist in Wirklichkeit eine Deeskalation! Diese Aktion war auch eine Methode, um die Militarisierung der Bewegung zu parodieren, da die Disobbedienti zu einer Atmosphäre beigetragen haben, in der AktivistInnen ihre Konflikte körperlich und nicht mit Worten austragen. Casarini hat den süßen Kern der Bewegung mit einer dicken Kruste von Schlägertypen eingehüllt, die vielleicht nützlich sind, wenn es darum geht, Faschos abzuwehren und sich auf der Straße durchzusetzen, die aber bei der Behandlung von Meinungsverschiedenheiten mit anderen AktivistInnen eine Katastrophe sind. (Ein vielsagendes Beispiel ist der absurde Kampf, der kürzlich bei einem Treffen in Livorno ausgebrochen ist, wo Casarini und sein Gefolge von einer örtlichen Posse linker Hools, die noch machomäßiger drauf waren, aus der Stadt gejagt wurden. Die Einstellungen beider Gruppen sind lächerlich und wären unter AktivistInnen in den USA ironischerweise undenkbar, trotz der Tatsache, daß "Gewalt so amerikanisch ist wie apple pie").

Diese Erdbeercremetorte ist eine herbe Kritik der bitteren Widersprüche, die die Disobbedienti zu ihrem eigenen schlimmsten Feind werden lassen haben. In Italien kommt die Bewegung prima ohne ihre Führung aus (Generalstreiks, Massendemos, blühende alternative Medien), aber die Disobbedienti könnten eine Menge beitragen, wenn sie nur ein bißchen bescheidener wären. Es mag nach Süßstoff klingen, aber die Bewegung braucht Nahrung und Liebe, die Disobbedienti genauso wie alle anderen. Gegen die wirklich führenden Kräfte von Kapitalismus und Krieg brauchen wir eine konkrete, antiautoritäre, nicht-sexistische Bewegung, mit allen nötigen Zutaten.

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12.05.2003

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