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Hungerstreik in der Türkei: Symposium mit Alisan Sanli
zum Kampf der Gefangenen um bessere Haftbedingungen in der Türkei
Er nahm am Todesfasten politischer Gefangener in der Türkei teil
und wurde durch Zwangsernährung seiner Gesundheit beraubt.

Das Todesfasten in den Gefängnissen der Türkei hat das 4. Jahr erreicht!

Warum?

Seit dem Militärputsch vom 12. September 1980 werden die politischen Gefangenen gezwungen Einheitskleidung zu tragen und werden lsolationshaftbedingungen

unterworfen. Dies ist ein Angriff auf ihre Menschenwürde und ihre Identität, sie selbst empfinden die Haftbedingungen als Folter.

Drei Jahre nach dem Putsch wurde zur "Reformierung" der Gefängnisse ein Gesetzentwurf eingebracht. Einer der Punkte des Entwurfes beinhaltete die Einheitskleidung der Gefangenen. Trotz massiver physischer und psychischer Folter,

wie sie selbst sagten, lehnten die politischen Gefangenen dies ab und führten 1984 ein Todesfasten durch; vier Gefangene starben.

Durch den Widerstand wurde dieser Schritt zwar zurückgenommen, aber die Angriffe und Übergriffe auf Gefangene und viele Todesfälle in den Gefängnissen waren immer wieder an der Tagesordnung.

Der türkische Staat hat an seiner Zel-len- und Iso-lationshaft immer festgehalten. So wurden, um die E, L, 0 und Speziatypzellengefängnisse zu erbauen, die dann später als türkische Zellentyps benannt wurden, spezielle Planer aus den USA geholt.

Das in Eskisehir erbaute und der Öffentlichkeit als europäischer Standard präsentiertes Einzelzellengefäng-nis wurde gegen Oktober 1990 eröffnet, jedoch durch den Widerstand der Gefangenen wieder geschlossen. Gegen Ende 1991, mit der Begründung die politischen Gefangenen würden aus den normalen Gefängnissen flüchten, wurde Eskisehir wieder eröffnet. Doch auch diesmal siegte der Widerstand der politischen Gefangenen. Somit wurde am 27. November des gleichen Jahres das Eskisehir-Gefängnis erneut geschlossen. Durch den Beschluß des nationalen Sicherheitsrates (MGK) wurde es im Mal 1996 wieder aufgemacht. Die Absicht darin war, die politischen Gefangenen voneinander zu isolieren und sie somit Ihret Würde und ldentität zu berauben.

Die politischen Gefangenen begannen 1996 ein erneutes Todesfasten, sie haben dabei zwölf ihrer Genossen verloren. Der türkische Staat nahm auch dieses Mal die begangenen Schritte zurück, doch die Zugeständnisse waren nicht von langer Dauer. Der Terror in den Gefängnissen bekam eine andere Dimension.

Die Angriffe wurden mit schweren Waffen, Panzern, Abrissbaggern und Kampfgas durchgeführt. Hier nur einige Beispiele: Bei einen Angriff im Gefängnis Diyabakir im September 1996 sind zehn Gefangene gleichsam massakriert worden, wie Überlebende sagen. Im September 1999 kamen in Buca drei, kurz darauf in Ümraniye vier und im September in Ulucanlar zehn Gefangene um, zudem gab es viele Schwerverletzte. Manchen Opfern wurden am lebendigen Leibe die Arme abgerissen und den Hunden als Futter vorgeworfen. Dies sind die Resultate einer ungeheuerlichen neuen Dimension der staatlichen Vernichtungspolitik gegen kämpfende politische Gefangene.

Der türkische Staat hörte mit dem Bau von Isolationsgefäng-nissen niemals auf. So kamen die neuen, modernen und in Europa und den USA entworfenen und praktizierenden F-Typ-Gefängnisse an die Tagesordnung. Diese Gefängnisse basieren auf der Stammheim-Technologie. Sie werden gezielt im Kampf gegen linke türkische Opposition eingesetzt, wobei die Isolationsbedingungen zur Zerstörung des revolutionären Geistes der Gefangenen führen sollen.

Doch der türkische Staat wußte aus der bisherigen Praxis, daß die politischen Gefangenen sich nicht widerstandslos ergeben und sich in die Einzelzellen begeben würden. Deshalb wurden 20 Gefängnisse, zwischen 19. und 22. Dezember 2000 von Tausenden Sicherheitskräften (Polizei und Militär), die mit schweren Maschinengewehren, Abrißbaggern, Kampfgas und Panzern ausgerüstet waren, angegriffen.

Angehörige und überlebende Gefangene sprachen von Massakern, die Überlebenden wurden in die neu erbauten F-Typen deportiert. Während dieser Angriffe wurden 28 politische Gefangene getötet, sechs Frauen verbrannten am lebendigem Leibe, etwa 300 Gefangene wurden schwerverletzt.

Die politischen Gefang-enen, die bevorstehende Verlegung in die F-Typen ablehnten, hatten bereits am 20. Oktober 2000 mit dem Todesfasten begonnen. Die sich bereits im Todestasten befindenden Gefangenen waren massiven Angriffen, Folterungen und Demütigungen ausgesetzt. Einige wurden mit Gummiknüppeln vergewaltigt. Zwei Gefangene, die sich aus Protest während dieser Angriffe anzündeten wurden, wurden mit Maschinengewehrsalven getötet. Jedoch haben selbst die Zwangsdeportationen den Widerstand durch das Todesfasten nicht brechen können.

Um den Widerstand endlich brechen zu können, wendete der türkische Staat die in der BRD erprobte Zwangs-ernährung an, wodurch bisher über 500 Gefangene irreparable gesundheitliche Schäden davon trugen.

Das Ziel dieser Zwangsmaßnahmen ist hauptsächlich die Zerstörung der politischen und persönlichen Identität der Gefangenen. Viele Gefangene können sich z.B. nicht mehr an ihre gesamte Vergangenheit erinnern.

Durch ihren langen Widerstand zeigen uns die Gefangenen, daß sie sich den Isolationshaftbedingungen und der Einführung der F-Typen nicht beugen werden.

Am 20. Oktober 2003 begann die 10. Gruppe mit acht Gefangenen ihr Todesfasten. Bis jetzt sind in diesem Widerstand 107 Gefangene gestorben.

Auch der aus gesundheitlichen Gründen freigeIassene Teilnehmer des Todesfastens Alisan Sanli hat Teile seines Gedächtnisses verloren. Trotz vieler Bemühungen kann er sich an viele Details seiner Vergangenheit nicht mehr erinnern.

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Wir laden alle, die sich angesprochen fühlen, zu einen Gespräch mit einem Zeugen des Widerstandes ein.

Veranstalter und Unterstützer:

TAYAD - Komitee, AnaRKomM (Anarchisten/RäteKommunistInnen München), FAU München (Freie ArbeiterInnen-Union)

Es geht darum, die Zustände in den Gefängnissen der Türkei öffentlich zu machen und den Kampf der Gefangenen um bessere Haftbedingungen zu unterstützen!!

Die Gefängnispolitik der Türkei entspricht auch der EU-Politik, die die Durchsetzung der F-Typen fördert, deren Einführung war sogar eine Bedingung der EU für die Beitrittsfähigkeit der Türkei. Die F-Typen werden deshalb in der türkischen Presse zumeist als EU-Typen bezeichnet!

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Sonntag, 7. März 2004

Eine-Welt-Haus München-Schwanthalerstr. 80 Einlaß ab 18.00 Uhr

Artikel hier erfasst: 18.02.2004

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