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Schafe blicken auf - 2012
„WAR IS PEACE“ ***„FREEDOM IS SLAVERY“ *** “IGNORANCE IS STRENGTH”

„Schafe blicken auf“

„Schafe blicken auf“ erschien als „The Sheep Look Up“ 1972 in Großbritannien und in der BRD 1978. Autor ist der sozialkritische britische Autor John Brunner (1934-1995)
Nun denn, die Realität hat dieses Buch jetzt eingeholt, ja überholt.
Kriege, Umweltkatastrophen, soziale Unterdrückung, die uneingeschränkte Macht der internationalen Konzerne und des Finanzkapitals wurden 1972 noch nicht in dieser Dimension vorausgesehen. Trotzdem war das Buch für jeden, der es in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts las, erschreckend.

Was ist nun geschehen, daß tatsächlich die Menschen wie Schafe aufblicken, sich zur Schlachtbank führen lassen, sich von den Medien kontrollieren lassen?

Orwell hatte mit seinen Buch „1984“ recht:
„WAR IS PEACE“ ***„FREEDOM IS SLAVERY“ *** “IGNORANCE IS STRENGTH”

Genau das passiert nämlich in den letzten Jahrzehnten, die Auslöschung von Yugoslawien, die Anschläge vom 11. September, die Zerstörung von Libyen, die Aggression gegen Syrien, die Drohungen gegen den Iran.
Im Namen der Menschenrechte und der Freiheit verbünden sich die USA und die EU-Staaten mit Al Kaida, mit Mördern, Söldnern, lassen die Bevölkerung der betroffenen Länder terrorisieren und abschlachten.
Die protestierenden Menschen z.B. in Bahrein passen nicht in die Absichten der Herrschenden, also darf dort geschossen werden. Die Söldner, Agenten und Al-Kaida-Leute in Libyen und Syrien sind aber „Demonstranten“, die geschützt werden müssen.
Jeder weiß es, aber keiner merkt es, oder ist es egal solange der Futternapf voll ist? Die Medien haben schon lange eine virtuelle Scheinwelt um uns herum aufgebaut, alle rufen gehorsam die Nachrichten ab und nehmen sie zur Kenntnis. Jedem Schüler, der sich mit Atomenergie im Unterricht befaßt haben mußte, war aber z.B. klar, daß es in Fukushima schon zu Anbeginn eine Kernschmelze gegeben haben muß. Wenn es sich Monate auch offiziell zugegeben wird, interessiert es nicht und die nächsten Lügen werden aufgetischt und wieder hingenommen.
Die Menschen in Libyen haben keine Alternative als zu kämpfen, in Syrien wird es genauso sein. Doch möglich sind diese Tragödien nur durch die schweigende Mehrheit der ganzen Welt.

Die Menschen werden vielleicht noch frei geboren, aber von Anfang an in Formen gegossen, konditioniert und es funktioniert. Hort, Kindergarten, Schule, Ausbildung und schon ist der Mensch fertig, der sich alles gefallen läßt, der seinen Mitmenschen verbluten läßt, der arbeitet wie ihm gesagt wird und konsumiert wie er soll und lebt wie er soll in einer Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung mit Partner, Kind, Wohnzimmerschrank, Schlafzimmerschrank, Couch, Doppelbett, Waschmaschine, Spülmaschine, Auto und BILDSCHIRM.

Die Menschen haben keine Einstellung mehr, keine Überzeugungen, kein inneres Feuer, keine Werte, nichts mehr, sind nur noch leere Hüllen. Kurz vor Weihnachten in einen Einkaufszentrum kann sich jeder davon überzeugen, das es so ist. Die Menschen sind gefangen in Ihren eigenen, selbst gebauten Gefängnissen.

Was hatte Marx falsch vorausgesehen, was hatte er unterschätzt? Das Kapital lebt vom Mehrwert, doch durch die ständig fortschreitende Mechanisierung wird der Mehrwert, der nur an menschlicher Arbeitskraft abgeschöpft wird, immer geringer. Nun, das Kapital konnte neue Bereiche wie die ganze Kommunikationsbranche aufbauen. Und das Finanzkapital hat durch die Kontrolle des Geldsystems und der Kapitalmärkte eine ständige Einnahmequelle. Mehr als 50% unserer Löhne geben wir durchschnittlich für Kommunikation, Versicherungen und sogenannte „Finanzdienstleistungen“ aus.
Wir schaffen nicht nur Mehrwert, sondern zahlen täglich dafür, daß wir kommunizieren dürfen und dafür, daß wir Geld benutzen dürfen. Der Mensch ist auch immer Produkt der Verhältnisse. Es gibt in Europa nicht mal mehr eine klassenbewußte und schlagkräftige Arbeiterklasse, jeder ist allein und sucht seinen Vorteil und läßt sich vertreten, sei es von Parteien oder Gewerkschaften. Und die Parteien - auch wenn sie sich für „links“ und fortschrittlich halten - und die Gewerkschaften sind Partner des Kapitals.
Bekommen die Verhältnisse eine solche Dimension und einen solchen Selbstlauf, daß es auch den Menschen an sich demontiert? Das Kapital, das System muß gesetzmäßig eigentlich untergehen, nur, zieht es den Menschen mit in den Untergang? Gibt es keine Menschen, die Ihre Lage erkennen, die wissen für was sie kämpfen wollen und die bereit sind zu kämpfen? Aber die Futterschüsseln reichen offensichtlich und das weiß auch das Kapital.

Die USA haben jetzt zu der bestehenden Flotte der unbemannten „Flugzeuge“ 5000 neue Drohen bestellt, 7000 sollen es dann allein für Afrika sein. Bei Orwells Vision „1984“ wurde Menschen „vaporisiert“ („verdampft”), in der heutigen Realität kommt eine bewaffnete Drohne und schießt eine Rakete ab. Bereits 2009 konnten die USA 50 Drohnen gleichzeitig steuern und diese Kapazitäten werden ständig ausgebaut.
Heute ist sind es Menschen in Somalia, im Jemen, in Pakistan, in Afghanistan, im Irak, in Libyen, in Syrien, die bewaffneten Drohnen zum Opfer fallen, doch die Zahl der Länder, in denen die Drohnen auch bewaffnet eingesetzt werden, wird ständig steigen. Auch Polizeieinheiten in den USA und in Europa planen schon den Einsatz von Drohnen.
Wir stehen zu wenigen, allein mit den Rücken an der Wand, das ist klar.

Beginnen? Wo fangen wir An? Was Tun?

Die Menschen unserer Zeiten sind Produkte der Verhältnisse, aber die Erkenntnis der Gebundenheit
an die unwürdigen Zustände wäre schon der erste Schritt zur Befreiung. Es hilft nichts, als anzufangen und das Ziel zum Mittel machen …
Die Industriegesellschaften befinden sich im Zustand der materiellen und geistigen Ausweglosigkeit.
Das manifestiert sich zum einen in die immer wahnsinnigeren Aktionen des Imperialismus und des
Internationalen Kapitals. Und zum anderen in der Orientierungslosigkeit der Menschen, die suchend
nach Ideologien oder Philosophien taumelnd umherirren …
Es braucht eine Philosophie der Gerechtigkeit, eine Philosophie die nicht den Herrschenden dient,
eine Philosophie, die an der Menschheitsgeschichte nicht vorrübergeht, eine Philosophie, die verstanden werden kann, die positiv wirkt, die reaktionären Kräfte bekämpft und die einen Ruck in der Gesellschaft erzeugt. Um gleichgültige und unterwürfigen Menschen zu einer kritischen Protesthaltung zu führen, um die Energien der Gesellschaft freizusetzen und um zu einer befreienden Bewegung zu kommen.

Und wir brauche ein klares Minimalprogramm, das aber in der Konsequenz unversöhnlich mit dem Kapitalismus ist. Ein Minimalprogramm, das nicht die Unterdrückten spaltet, sondern vereint, aber einen klaren Trennungsstrick zu den Unterdrückern zieht. Ein Minimalprogramm, das die verschiedenen Ansätze zur Befreiung der Unterdrückten vereint und versöhnt, das aber unversöhnlich gegenüber den Herrschenden ist.

Wir müssen also beginnen, an bestimmten Punkten anfangen und endlich was tun.

(Aus AnaRKomM Dezember 2011)


S. 414 John Brunner, Schafe blicken auf, Heyne München 1978
NÄCHSTES JAHR
Die Schafe blicken auf, sind hungrig, nicht gefüttert,
Allein vom Wind gebläht, widerlichen Dunst, darin sie stöbern,
Im Leibe Moder, und ringsum Fäulnis schwillt. (Milton: Lycidas)




Artikel hier erfasst: 22.12.2011

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