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Kundgebung Krauss-Maffei München
Dokumentiert: Redebeitrag aus AnaRKomM
Saudi-Arabien ein Land im Herzen der Finsternis

Gaddafi sagte 2009 König Abdullah von Saudi-Arabien ins Gesicht:

„Du wurdest erschaffen von Großbritannien und wirst beschützt von den USA.“

Stimmt das? Laßt uns einen kurzen Blick in die Geschichte werfen.Die Saud-Dynastie läßt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen.

Die Dynastie wurde aber erst bedeutend, als Muhammad ibn Saud mit Muhammad ibn Abd al-Wahab, dem Begründer des Wahhabismus im 18. Jahrhundert ein Bündnis schloß. Ibn Saud versprach die wahhabitische Lesart des Koran in seinen Reich durchzusetzen und ibn al-Wahab sicherte im Gegenzug zu die Herrschaft ibn Sauds religiös zu legitimieren.

Auch Großbritannien setzte als Kolonialmacht im Orient von Anfang an auf den Wahhabismus, diese Zusammenarbeit begann ebenfalls im 18. Jahrhundert.

Es ist kein Zufall, daß vom britischen Kuweit aus 1902 Riad, das die Sauds vorübergehend verloren, zurückerobert wurde. Während des ersten Weltkrieges waren die Sauds wichtige Verbündete Englands und konnten weiter mit ständiger britischer Hilfe 1932 schließlich das Königreich Saudi-Arabien gründen. Mit den Beginn der Erdölförderung 1938 schwand der Einfluß Großbritanniens und die USA wurden der wichtigste Verbündete Saudi-Arabiens. 1944 wurde die Arabian-American Oil Company, kurz ARAMCO gegründet. 1950 wurden die Gewinne mit der saudischen Seite geteilt, in den Siebziger Jahren wurde ARAMCO verstaatlich und ist heute das kapitalkräftigste Unternehmen der Welt. Wie das alles geschah und die Hintergründe dafür sind eine eigene Untersuchung wert, aber fest steht, daß heute Politik und Finanzen der USA und Saud-Arabiens auf das engste verzahnt sind.

Wer jeweils der Kettenhund des jeweils anderen ist läßt sich fast nicht immer sagen, für die Völker der Welt jedenfalls ist es eine teuflische Symbiose.

Saudi-Arabien heute, das heißt u.a.:

• Ein Land im Privatbesitz einer Familie
• Keine Meinungs- und Glaubensfreiheit
• Unterdrückung der Frauen
• Sklavereiartige Behandlung von Gastarbeitern
• Keine Versammlungsfreiheit, generelles Versammlungsverbot
• Todesstrafe auch schon bei kleinen Delikten
• Ausführung der Todesstrafe durch öffentliches Enthaupten
• Keine legale Opposition, alles, auch Streiks und Gewerkschaften verboten

Kürzlich sickerten Informationen durch, daß die saudi-arabische Polizei Ausbildungshilfe durch die deutsche Polizei erhält. Konkret soll sie den deutschen Steuerzahlern eine Million EURO gekostet haben, der Betrag erscheint eher zu niedrig. Andere Meldungen lauten, die Bezahlung würde über den privaten EADS-Konzern laufen. Schauen wir uns die Ergebnisse der Ausbildung an:

13. Juli 2012 ein Toter bei Protesten in der Nähe einer Polizeistation
9. Juli 2012 Zwei Tote und zehn Verletzte bei Demonstrationen
7. März 2012 ein Toter durch Kopfverletzung bei Demonstration
10. Februar 2012 Tod eines Demonstranten im Krankenhaus nach Schuß in Unterleib
9. Februar Tod eines Demonstranten durch Schuß in das Herz
26. Januar 2012 und 13. Januar 2012 zwei weitere Todesfälle durch Erschießen während Demonstrationen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus Ereignissen in diesen Jahr.
Wer ist die Opposition? Die kraftvollste Gruppe sind wohl die Schiiten, 10-15 Prozent der Bevölkerung, in einigen Regionen 30-50%. Auch die Schiiten gelten als Glaubensabweichler und dürfen keine offiziellen Moscheen unterhalten. In Saudi-Arabien gibt es übrigens keine einzige Synagoge oder Kirche.
Ferner gibt es u.a.:
• Arab Socialist Action Party – Arabian Peninsula
• Communist Party in Saudi Arabia
• Green Party of Saudi Arabia
• Movement for Islamic Reform in Arabia (parteiähnlich)

Die gewünschten 800 Panzer sind nur die Spitze des Eisberges. Seit Jahrzehnten findet eine irrsinnige Aufrüstung des saudi-arabischen Militärs statt.
Wofür ist fraglich. Im benachbarten kleinen Bahrein griffen mehrfach saudi-arabische Truppen ein. Sind sie für Syrien, wenn die von Saudi-Arabien und Katar bezahlten wahabitischen Terrorbanden dort nicht durchkommen? Sind sie für den Iran, aber da ist der persische Golf und sie müßten vorher durch den Irak?

Bestimmt nicht für Israel, denn die radikalen religiösen Fundamentalisten, die ihre jeweilige Religion wie eine Art Mantel tragen, seien es Christen, Juden oder Moslems haben ihre geheimen Netzwerke für die Zusammenarbeit.

Wenn mensch sich den Wahhabismus bzw. Salafismus betrachtet, dann muß in aller Deutlichkeit gesagt werden, daß es sich hier um Klerikalfaschismus handelt. Setzte das internationale Kapital vor 80 Jahren auf den Nationalsozialismus um einen Weltkrieg zu entfachen und um an der Kriegswirtschaft zu verdienen, so scheint jetzt der Klerikalfaschismus wahhabitischer/salafistischer Prägung zum Werkzeug gemacht zu werden.

Die 800 Panzer und die 200 Panzer für Katar sind nur ein kleiner Teil der deutschen Verstrickung in diesem dreckigen Spiel, hier zwei weitere Beispiele:
EADS hat den Auftrag erhalten, die 9000 Kilometer lange saudi-arabische Grenze mit Kameras und Radaranlagen auszurüsten, das Auftragsvolumen beträgt 2,3 Mrd. $. Finanziell unbedeutend, aber interessant: Auf Druck des deutschen Außenministeriums wird in Berlin im Jahre 2010 ein Grundstück weit unter Verkehrswert für eine Zweigstelle der König-Fahd-Akademie dem Königreich überlassen. So wird direkt die Zunahme salafistischer Prediger hierzulande unterstützt.

Laßt uns verhindern, daß die saudi-arabischen Herrscher Werkzeuge für Kriege nach außen und innen bekommen. Vielleicht gelingt uns ein Erfolg, auch wenn wir wissen, daß wir nur durch die Abschaffung des Kapitalismus hier letztendlich den Menschen und Völkern für Ihren Kampf um Freiheit helfen können. Dann würden auch nicht die Regierungen und Kapitaleigner bestimmen was und wie produziert wird, sondern die arbeitende Bevölkerung. Aber auch jeder Teilerfolg kann den Imperialismus schwächen, wenn z.B. keine Panzer in den arabischen Raum exportiert werden und wenn z.B. Syrien der imperialistischen Aggression standhält. Und Syrien ist auf dem besten Weg dahin, standzuhalten, da die Bevölkerung zusammenhält und sich nicht in Christen, Muslime, Alawiten, Kurden usw. spalten läßt.
Und die Menschen haben gesehen was mit Libyen passiert ist: Verfolgung Andersdenkender durch Salafisten, täglich Mord und Totschlag durch organisierte Banden, Vertreibung und Internierung der Schwarzen, Verarmung der Bevölkerung, Ausverkauf des Landes!

Und schaut, was ist aus den mediengepriesenen arabischen Frühling geworden? Überall ein arabischer Winter mit der reaktionären Muslimbrüderschaft an der Macht.

Nicht Syrien braucht eine Revolution, Libyen brauchte keine Revolution. Beide Länder brauchen oder brauchten sicherlich Reformen, aber diesen Weg können nur die Länder selbst gehen.
Aber Saudi-Arabien, Katar, alle feudalen Golfdynastien brauchen eine soziale Revolution.

Redebeitrag aus AnaRKomM
Kundgebung am Krauss-Maffei Werk München
am 1. August 2012


Artikel hier erfasst: 01.08.2012

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